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 PfWB Kipp-grube (Bd. 4, Sp. 219)   RhWB Kippe (Bd. 4, Sp. 508)   DWB gauken (Bd. 4, Sp. 1562) 
   Kipp-grube f.: 'künstlich geschaffene Rundhöcker (in der Gemarkung) mit kraterartiger Vertiefung, unbekannter Herkunft', Geppgrub [ HB-Böckw Webh]. — Zu PfWB Kippe1.

 

 Kippe f.: 1. Sg. t. a. kipə Berg ö. Ürd.-L.; kip RRip, Kref in der Wend.: Op der K. stohn so stehn, dass der Gegenstand das Übergewicht erhält u. umschlägt; de Emer steht op der K.; he st. op der K. es geht mit ihm zu Ende, er steht vor dem Bankerott. — b. kipə bauen einem ein Beinchen setzen, dass er umkippt Elbf. — c. kipə Berg (s. o.); sonst kip turnerische Übung am Reck, nach dem Nhd. Allg. — d. kipə ln Purzelbaum schlagen Mörs-Utfort. — e. etwas op de Kipp haben, zum Ausschütten haben; et Meerschepp (Wolke) hät Ren (Regen) op de K. Kref-Lank. — f. voll bes an de Kipp übervoll MüEif. — g. e hät de Kipp willer (wieder) derjenige, der alle Klicker verloren hatte, empfing vom Gewinner einige Kl., damit er wieder weiterspielen kann Neuw-Dernb. — h. sie het en ful K. Fehlgeburt Elbf. — 2. mit Pl. -pe(n). a. kip(ə) Kippkasten am K.wagen, in der Bergmspr. Altk, Siegld. — b. kep Schlitten, Treck-, Daukepp (Drück-) Klev-Goch; -i- Wiege Mörs-Birten. — c. kipə Berg (s. o.); sonst kip, –e- Abhang zum Abladen von Erde, Asche, Müll, Abfall, wo die Karre mit diesem Inhalt gekippt wird, Schutthalde bei Steinbrüchen, Entladestelle, an der die mit Bergen beladenen Förderwagen entleert werden Altk, Siegld, NBerg, Düss, Mayf, Bitb. — d. kip ein in den Boden gesetztes grosses Fass u. ein an einem Wirbel hängendes Kranzgestell, woran die zu färbenden Stoffe hineingelassen wurden, bei der Blaufärberei; man hatte e worm (für Wolle) u. e kal (für Leinen) K. Bitb (veralt.). — e. kip Anhöhe, Acker auf dieser Simm-Ebschd. — f. kipə scherzh. Klappe an der Knabenhose Sol-Ohligs; kip Mettm-Haan, Rees-Drevenack.

 

 gauken , mehrfach in bedeutung und stamm.
1) gleich gaukeln (s. d. I, 3, a) und das mutterwort dazu, noch bair. schwäb. erhalten: bair. z. b. ein betrunkener gaukt (oder

[Bd. 4, Sp. 1563]
gâuggelt) im gehen Schm. 2, 24, schwäb. sich hin und her bewegen, dazu gäukele n. eine schwankende bewegung die zum fallen neigt, s. Schmid 215; bei dems. gäugen (gägen) kippen, auch trans., z. b. ein gefäsz beim trinken oder ausgieszen. daher wol auch gauke 1, die pumpe, von der gaukelnden bewegung. s. auch DWB kocken und wegen dessen vocalkürze gaukeln I, 2, e, α. kärnt. gaugezen taumeln, stolpern Lexer 110.
2) ein gauken gleich gucken ergab sich vermutungsweise unter gauke 2, dachfenster (s. dort mehr), und wird bestätigt durch folg.: caecutio, ich gauck. Alberus u 4a (mit verweisung auf sehen), also blinzeln, er hat auch gaukeln so: caecutio, caeculto, ich blinzel, gaukel. T 2a. noch henneb. gauken, spöttisch auf einen sehen. Reinwald 1, 41. im 15. jahrh. bei Rosenblüt für spähen (wobei man auch oft blinzelt):

der marggraf kam mit tausent mannen
und meint, er wolt das tier (die wagenburg der Nürnberger) da smehen,
und macht zwu spitzen gen im dar
und ward ser in dem veld umbgauken (: pauken).
Liliencron 1, 432a,

die spitzen sind vorgeschickte abtheilungen, die nach dem feinde ausspähen, umherspähen (smehen meint 'schmähe machen', es ist die schande der niederlage gemeint). nahverwandt ist md. gaken gaffen (s. d.), aufs nächste aber wol schott. gouk to gaze, to stare idly, to expect foolishly Jamieson 1, 497a; s. mehr sp. 1137, auch gauploch.
3) gauken, schreien, krächzen u. ä.: ich gauk, croco. Alberus u 4a (mit verweisung auf vogel); so vom raben in der fabel:

gar bald fing er zu ghauken an,
das im der käs fiel aus dem schnabel.
Alberus Es. (1550) s. 26;

dem raben war nicht wol zumut,
er ghaukt: du bist ein fein gesell .. 27,

alles auch wörtlich in Wolgemuts Esop 1, 53. vom geschütz, bei einer belagerung (wie es brummt, speit u. ä.):

darnach do liesz wir hinein gauken (: pauken)
das geschütz in einem fewer fort.
Wolffs hist. volksl. 120.

tirol. gaugken, gaũgken, schreien wie ein esel, gaũgke f. überlästige schreierin Schöpf 179. dazu wol das scheltwort schnarrgauker Behaim Wiener 18, 16, ferner nahverwandt gauchzen (s. d.), bellen u. ähnl., das zwischen gauken und gauzen eine mittelstellung hat, auszerdem gaken, gäken, schreien u. ä. auswärtig anklingend engl. dial. gawk sich stark räuspern Halliw. 395a, vgl. DWB gäken 3.