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| PfWB kippen (Bd. 4, Sp. 218) | PfWB wider-stoßen (Bd. 6, Sp. 1313) | PfWB stoßen (Bd. 6, Sp. 648) | |||||||||||||||||||||||||
1. intrans. 'das Gleichgewicht verlieren und umschlagen', kippe (kibə). De Balke kippt [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB gippen-gappen. — 2. trans. a. in der Zs. PfWB umkippen 'umwerfen'. — b. einen k. 'ein Glas Schnaps trinken' [Pirmas, jüngere Gener. (Otterstetter 203)]. Syn. s. PfWB trinken 1 a. — c. Oschderajer k. 'aufeinanderstoßen', ein Osterbrauch der Kinder [Bd. 4, Sp. 219] [mancherorts]. — Südhess. III 1315 kippen1; RhWB Rhein. IV 506.
| 1. '(unsanft) gegen etwas dagegen stoßen', widder-, wedder-, wirrer-, werrerstoße [mancherorts, Andre 158 Kühn Hamet 142], weller- [ LU-Altr]; Syn.: PfWB anbumpen, PfWB anbumsen, PfWB andachsen, PfWB anfahren 1 b, PfWB angehen I 6, PfWB anhauen 1 a, PfWB anhüffen, PfWB anknassen, PfWB anknussen, PfWB anpuffen, PfWB anpumpen2, PfWB anrempeln, PfWB anrennen, PfWB anrumpeln, PfWB anschucken, PfWB anstoßen, PfWB anstumpfen, PfWB anstupfen, PfWB ansturren, PfWB anstutzen, PfWB aufnussen, PfWB aufprallen, PfWB aufstumpfen 1, PfWB aufstupfen, PfWB pucken, PfWB puffen, PfWB bummern 2, PfWB bumpen 2 c, PfWB bumpsen 2 a, PfWB butzen, PfWB daranstolpern, PfWB daranstupfen, PfWB daraufschubsen, PfWB treffen 1 a, PfWB tupfchen, PfWB turren, PfWB dutzen 1 b, PfWB feiteln, PfWB herumbumpen, -knuppen 1, -schubsen, PfWB -stoßen, -stumpfen, -stumpfieren, -stupfchen, -stupfen, -sturren, PfWB hinstoßen, hinstumpen, PfWB hinstupfen, PfWB hinsturren, PfWB hinüberstoßen, PfWB hinunterstoßen, PfWB holpern 2, PfWB kippen1 2 c, PfWB knassen 1, PfWB knäufeln, PfWB knäutschen, PfWB knuffeln, PfWB knuffen, PfWB knuppen 1 a, PfWB knuppsen, PfWB knussen, PfWB nicken 4 b, PfWB nussen1, PfWB rammeln 2, PfWB rempeln 1, PfWB rennen 2, PfWB schieben 1 a, PfWB schnicken 4, PfWB schuben 1 a, PfWB schubsen, PfWB schucken1 1 c, PfWB schwieren, PfWB stampfen 2 b, PfWB storren 2, PfWB stößeln, PfWB stoßen, PfWB strupfen 2 f, PfWB stumpen 1, PfWB stumpieren 1, PfWB stupfchen, PfWB stupfen 1 a, PfWB stupfern, PfWB stupsen 1, PfWB stutzen 2 a, PfWB widerstumpen, PfWB -wuppen; sich w. 'sich schmerzhaft an etwas stoßen' [ KB-Kerzh Kriegsf]; hot sich werrergestoße [ GH-Kand]. Ich hab de Kopp werrergestoß [ LU-Limbghf Muttstdt]. — 2. 'mit der Zunge beim Sprechen anstoßen, lispeln, stottern' [ KU-Diedk, mancherorts]. Der stoßt werre [ ZW-Bechhf]. — 3. 'angrenzen' [vereinzelt]. Sei Land dut wedder meins stoße [Beam Penns 107]. — Rhein. IX 494. —
| 1. a. 'schnell, heftig an etwas anprallen, anstoßen', stoße (dōsə) [allg., Christmann Kaulb 18 Mang 123 Müller Dietschw 63 Schneckenburger 26 Lambert Penns 144 Krämer Gal 208], stouße (dousə) [mancherorts südl. VPf, Höh 56], stoiße (doisə) [ PS-Bruchw/Bärb], stauße (dausə) [LA-Frankw Herxh Herxhwey BZ-Bindb GH-Hay Leimh Hussong Kirkel 147], stuße (dūsə) [ HB-Webh RO-Duchr/O'hs Rehbn]; Part. Perf. gestoß (gədōs) [verbr. WPf], g(e)stoße (gədōsə, gdōsə) [verbr. VPf], gestouße (gədousə) [LA-Impfl], gestoßt (gədōsd) [ KU-Quirnb]; vgl. PfWB stumpen 1, PfWB stumpieren 1, PfWB stupfeln2 1, PfWB stupfen 1 a; Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB darauf-, davon-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB herab-, PfWB heraus-, PfWB herüber-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinüber-, PfWB hinunter-, PfWB rein-, PfWB um-, PfWB weg-, PfWB wider-, PfWB zusammenstoßen; sich st. 'sich durch Anstoßen wehtun' [mancherorts]; in die Rippe st. [ NW-Kallstdt]; sich wirrer's Jurreknechelche 'Ellenbogenknochen' st. [ NW-Frankeck]. Baß doch uf, du kannscht mer jo ins Au st.! [ KL-Reichb, mancherorts]. Du hascht dich geheerich gestoß, mach glei kalt Wasser druf! [ KL-Reichb]. Der hott derlescht die Krenk mit Stoße, / Ke Mensch im Dorf getraut em meh [Firmenich III 244]. RA.: sich an ebbes st. 'sich [Bd. 6, Sp. 649] an etwas stören, Anstoß daran nehmen' [vereinzelt]. An noch aam hann eich mich gestoß: / mr spricht so aardlich dart [Christmann Grummet 34]. Mer wollen uns net lang st. 'Wir wollen rasch aufbrechen' [ LU-Friesh]. Der hot sich gestoße, do, wu's de Jud net leire kann 'am Ellenbogenknochen' [ BZ-Dernb]. Do der (täte) ich mer liewer 's Maul uf e Stän stoße als wie so veel Geld ausgewwe [ KU-A'glan]. Der Wind stoßt (steßt) sich 'Der Wind fängt sich an einem Hindernis, hört plötzlich auf' [vereinzelt ges. Pf]. Die Gewitter stoße sich [ KU-Diedk]. Der Wei hat sich g'stoße 'ist trüb geworden' [LA-Nußd, RO-Feilbg KB-Boland FR-Albsh Quirnh LA-Frankw Impfl BZ-Albw Heuchh]. VR.: Witt en Appel? Stouß dein Kopp werrer d'Staffel! / Witt e Beer? Stouß dein Kopp werrer d'Deer! [LA-Essing, Wilde 23]; Fortsetzung s. PfWB Birne 1 a. — b. 'mit den Hörnern stoßen', von Rindvieh, Ziegen, Böcken [mancherorts]; vgl. PfWB bumpen 2 c. Sie stoßt gäärn [ ZW-Gr'bundb]. RA.: Er stoßt wie en Ochs [ BZ-Hermbghf]. Es steßt sich selte e Bock (Ochs) elän 'Zum Streiten gehören zwei' [KU-A'glan, Hussong Kirkel 147]. Bleib deheem, dann steeßt dich ach kee Bock, Ermahnung an junge Mädchen [Land]. Den hat der Bock g'stoße 'hat einen Bierrausch' [ BZ-Dernb]. Rätsel vom Sägebock: Eich hun e Bock, der stoßt net un schmeißt net un scheißt net [ KU-Reiffb]. — c. 'jemandem einen gezielten Hieb versetzen' [vereinzelt]; vgl. PfWB bumpen 2 c; Syn. s. PfWB ohrfeigen, PfWB verhauen 1. Er hot's Vieh gestoßt 'mit Schlägen gepeinigt' [ KU-Quirnb]. RA.: jemand vor de Kopp st. 'jemanden enttäuschen, erzürnen' [verbr.]. Ich hanem ans Unnermaul g'stoß 'Kinnhaken gegeben' [ KL-Fischb], an de Bart [ KB-Zell FR-Mörsch]. Ich hunsem emol unner die Nas gestoß 'es ihm deutlich gemacht' [RO-Sippf]. Mer määnt, der wollt ääm st., von einem Menschen mit stark gewölbter Stirne [ KU-Herschw/Petth]. Der macht e Kopp, mer mant, er wullt am stuße [ RO-Rehborn]. Stoß einem Ochs vor's Horn! 'Alles ist umsonst' [ BZ-Klingmst]. a. 1568: Der Jakob Ransweiler hat oberhalb der Scherbrück einen Hecht gestoßen, wofür er in den Bock gespannt und noch drei Tage in den Turm gesperrt worden ist [Küchler 23]. — d. 'holpernd und stoßend fahren'. De Wage stoußt im unebene Glääs 'Gleis' [ BZ-Dernb]. — 2. a. 'die Haut durchwachsen', vom Barthaar [ KL-Fischb]. Die Bursche sin stolz, wann de Bort stoßt [ KL-Fischb]. — b. 'stoßartig hervorkommen'. Das Blut steßt [ KB-Kriegsf]. — c. 'Atem ausstoßen, blasen', nur in der RA.: ens Horn st. 'das Horn (Trompete) blasen' [vereinzelt]; ens selwe Horn st. 'derselben Meinung sein' [vereinzelt]. Ach, wann ich 's nor erreiche kennt: / Emol ins Hernche stoße! [Ranssweiler 18]. BR.: April trucke un warem - macht de Bauer an Hoffnung arem; wann de April stoßt in sein Horn, steht es gut um Hei un Korn [ FR-Bockh]. — d. 'aufbrechen', von Knospen [ BZ-Schweig]. — e. 'mit der Schnauze aus der Erde kommen', vom Maulwurf [ PS-Geisbg]. De Molltruff (Mauerwulf) steßt [Bd. 6, Sp. 650] [ KU-Schmittw/O, KU-Kaulb WD-Niedkch ZW-Battw RO-Als KB-Rams LU-Friesh LA-Maik]. BR.: Wenn der Maulwurf frisch stößt, gibt es Regen [ PS-Geisbg]. Volksgl.: Dem stoßt de Wühler auch schon unter de Bettlad, lang macht der nimmi mit 'Er wird auch bald sterben' [Sunndag 14. 9. 1958]. — f. 'ausschwärmen, ausfliegen', vom Bienenvolk [ZW-A'hornb LA-Impfl Mörzh Venn BZ-Klingmst Bergz, Heeger Tiere II 15 PfId. 137]. Der Imm stoßt [ BZ-Klingmst]. — g. 'im Sturzflug ein Beutetier schlagen', vom Greifvogel [ KU-A'glan]; vgl. PfWB Stößer 1. — 3. rasch wiederholtes Stoßen. a. 'mit einem Stößer Rahm buttern', Budder st. im Budderfaß [verbr., PfId. 28 Gal-Bagbg]; vgl. PfWB leiern 1 c. Ich hab Budder g'stoße [ LU-Alsh]. Will man Butter stoßen, so leert mär de Rähm ins Budderfaß, duut der Stäißer nei unn setzt 's Kiwwelche druf; noot fangt mär an se st. [ GH-Nd'lustdt]. VR.: Die Motter stoßt Butter, / de Vatter macht Käs, / der Bruder un die Schweschter / sin mitsamme bees [ Gal-Bagbg]. — b. 'zerkleinern, zerhacken, zerquetschen' [vereinzelt]; vgl. PfWB Stoßeisen 1 und 2; Grumbiere st. [Pirmas]; gestouße Futter [ NW-Geinsh]; gestoßner Zucker [LU-Opp NW-Wachh Land]. — c. 'stochern', in der RA.: (mit em Stecke) in e Weschbenescht st. 'sich mit einer gefährlichen Angelegenheit befassen' [vereinzelt, Gal-Bagbg]. — d. 'Pfähle in den Boden rammen', Winzerspr. a. 1471: Item 1 lib. 10½ ß d die froner verzert als sie die wingarten gericht gesolt gestossen auch den myst darin getragen hant [KSchArch. Guttenberger Landschreibereirechnung Bl. 18]. — 4. 'aneinandergrenzen', von Feldern [vereinzelt]. Er steßt uf de annere Acker [ KU-Kaulb]. Mein Acker stoßt uf die Wiß [ PS-Erfw]. a. 1552/57: 2½ morgen stoßet vff den graßweg ann dem Dakkenheimer wege [LeinSb. Bl. 152v (FR-Kl'karlb)]. — 5. übertr. a. 'übereifrig lernen' [RO-Sippf Kaislt PS-Th'eischw KB-Bubh Gauh Kriegsf Spey]; Syn. s. PfWB ochsen. — b. 'sich irren, Fehler machen', sich st. [PS-Erfw LU-Muttstdt, SOPf (Heeger Nachlaß) »allg.« (PfId. 137)]. Der hot sich a g'stoße [ LU-Muttstdt]. Ich hab mich g'stoße 'im Rechnen Fehler gemacht' [ PS-Erfw]. Mer hän uns in de Rechling g'stoße 'in der Rechnung geirrt' [ BZ-Dernb]. — c. 'Anstoß nehmen, einer Speise überdrüssig werden', sich (dra) st. [ KU-Schellw Wahnwg]; hot sich dra gestoß [ KU-Schellw]. — d. 'tüchtig einen trinken', ene (ens) st. [RO-Obd Rockhs PS-Winz Pirmas LA-Birkw Otterstetter 203]; Syn. s. PfWB betrinken, PfWB trinken 1 a. Er hat sich g'stoße 'ist betrunken' [ KU-Bedb]. — e. 'rauchen' [ LU-Muttstdt]. — RhWB Rhein. VIII 756 ff.; LothWB Lothr. 502; ElsWB Els. II 616/17.
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