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 PfWB Kind (Bd. 4, Sp. 200)   PfWB Vater (Bd. 2, Sp. 1066)   RhWB Vater (Bd. 9, Sp. 90) 
   Kind n.:
1.
a.
α. 'das Kind im Mutterleib; Mensch von der Geburt bis zur Geschlechtsreife', Kind (kind), Kinn (kin), Kend (kend, kęnd), Kenn (ken, kęn), Keend (knd) [Verbr. in der Pfalz s. K. 234]; Auslandspfälzer: Kind [verbr.], Kend [ Gal-Burczyce]. Pl. u. Dim. s. F. — Sie geht merme K. 'Sie ist schwanger' [KL-Stelzbg, verbr.]. Sie kriet ball e K. [ RO-Dielkch]. Sie kriet kä Kinn 'keine Kinder' [ZW-Battw, verbr.]. Der hot er e K. gemacht 'hat sie geschwängert' [RO-Dielkch Sippf, verbr.]. Die hot sich e K. mache losse, um ihn zur Heirat zu zwingen [ NW-Freinsh]. Bei denne isch e K. (e Kläänes) uf die Welt kumme [LU-Böhl, verbr.]. 's es um e K. kumm 'Die Frau hatte eine Fehlgeburt' [ KB-Kriegsf]. Zur Frage, was man kleinen Kindern zu ihrer Herkunft sagt, s. PfWB Kindchensbrunnen. Umschreibung für Kinderreichtum: Die han e Haus voll Kinn [KU-Bedb, verbr.], e Stall voll Kinner [ BZ-Dierb], de Aasch (Arsch) voll Kinner [ LU-Friesh]; auch: Die han se wie die Orgelpeife, immer äns Kopps klenner wie 's anner [ ZW-Battw]. Am Enn vum Dorf sinn die menschte Kinner, weil dort die armen, kinderreichen

[Bd. 4, Sp. 201]

Taglöhnerfamilien wohnten [ LU-Opp]. Kinder aus zweiter Ehe sind die zwatte Kinner [ KB-Rüssing]. Bezeichnungen für Aussehen und Wesensart des Kindes: Das is e schän K. [KU-Bedb, verbr.], e liewes K. [LU-Opp, verbr.], e herzhaftich K. 'ein Kind, das sich nicht fürchtet' [ LA-Gommh], e verzagtes K. 'schüchternes K.' [ Gal-Dornf]. Ein adoptiertes Kind isch e aangenumme K. [NW-Frankeck, verbr.]. Ein uneheliches Kind gilt als unneerich (unnötiges) K. [ KU-Schmittw/O]. Die stillende Mutter gebt em K. die Bruscht [LU-Opp, verbr.]. Um die Patenschaft bittet man etwa mit den Worten: Willscht du mer das K. hewe? [RO-Dielkch, verbr.]. Aussagen über die Entwicklung des Kindes: Ach, is

[Bd. 4, Sp. 202]
des K. gewachse! [ NW-Freinsh Kallstdt]. Das K. kann schun laafe [ KU-Brück]. 's K. kodert 'stammelt' [NW-Kallstdt, verbr., auch Gal]. Das arem K. hat die englisch Kranket [ KL-Reichb]. Ungehorsame Kinder heere gar net [Rockhs]. Die Eltern klagen: Mer hot doch e Kreiz mit denne Kinner [ LU-Opp]. Die Kinner werre ganz verdätschelt 'werden ganz verwöhnt' [ RO-Semb]. Manche Mutter kennt nix wie ihr Kinn [ ZW-Battw], isch arich närrisch uf ehr Kinner [ LA-Gommh]. Andere Eltern gehen mit dem K. um wie die Sau mirem Beddelsack [ FR-Tiefth]. Kosenamen für ein kleines Kind: Boppelche, Buppes'che, Trutschelche, Engelche, Fischelche, Freschelche, Goldche, Hämmelche,

[Bd. 4, Sp. 203]
Herzche, Herzflattche, Knechtche, Liewes'che, Mais'che, Schäfche, Schätzche, Schauckelche, Zukkerherzche u. a. m. RA.: Das macht de Mäd kän K. 'Das hat weiter keine (schlimmen) Folgen' [ KL-Hirschhn]. Ach Gottche, secht 's Lottche: Siwe Kinner un ken Mann; 's is e Schann! [ LU-Friesh]. Ausdruck des Ärgers: Do kennsche e Kind krie vun Lumbe, wenn etwas nicht klappt [ KB-Bischh]. Scherzhaftes Dankeswort: Vergelt's Gott mit lauter kläne Kinn! [Eid 89]. Von einem schwächlichen Kind heißt es: Des K. is wie e Fischel uf em Baam [Land]. Der Ratlose steht da wie 's K. beim Dreck [ RO-O'mosch]. Einem Gast, der nicht Platz nehmen will, sagt man: Traa dem K. net die Ruh fort! [mancherorts Gal]. Ausspruch des Gastes: Ich traa eire Kinner die Ruh naus, wenn man der Aufforderung, Platz zu nehmen, nicht Folge leisten kann [ FR-Ebertsh]. Der Schmeichler will sich, z. B. beim Herr Parre, lieb K. mache [KU-Kaulb, verbr.]. Ortsneckerei: Wer iwwer de Reiter (Reiterhof) geht un kriet ken Wind, wer dorch Hochste (Hochstein) geht un sieht ken Kind, wer dorch Winnwiller (Winnweiler) geht ohne Spott, der hot e Gnad vun Gott [ RO-Gundw]. SprW.: Veel Kinn, veel Glick [Hebel 46]. Gesunde Kinn sein e Gab Gottes [ KU-Kaulb Kreimb]. Kläine Kinn, kläiner Lascht, große Kinn, großer Lascht [KU-Schmittw/O, Hebel 46]; ... kleene Sorje - große Sorje [verbr. Don Gal Buch]. E K. uhne Stoß (ohne Krankheiten) isch ball groß [ LU-Böhl, mancherorts Don Gal Buch]. Gescheide Kinner werre net alt [Hebel 47]. Kinner sinn Kinner [ KU-Trahw Bechb]. Kleene Kinner treten der Mutter uf de Schoß, große uf's Herz [verbr. Don Gal Buch]. E barmherzichi Mutter erzieht lausiche Kinner [verbr. Gal]. Wammer de Kinner de Wille dut, greinen (heilen) se net [verbr. Don Gal Buch]. Je strengr die Rut, je liewr 's Kind [ Don-Gottlob]. Aus Kinner werre(n) Leit [verbr. Don Gal Buch]. Parres Kinn un Millers Kih, wann's geroot, gibt's gut Vieh [Hebel 46]. Kinner un Narre sagen die Wohret [NW-Lach/Speyd, Frankth Horne Penns 18 verbr. Don Gal Buch]. Wann 's Kind gedaaft es, es gut Perrer (Pate) sei (weil dann die Taufgeschenke wegfallen) [ KB-O'wies]. S. auch PfWB Vater, PfWB Mutter. BR.: Wann die Niß geroden, geroden aach die Kinner [Wilde 183 (verbr.)]. Wann die Kenn kreische, gebt's am annere Dag Räin [ WD-Niedkch]. Wann Leit schene Kinner hawwe wolle, misse sie schene Piktschers (engl. pictures 'Bilder') in der Stub hawwe [Fogel Beliefs Penns Nr. 1891]. Wammer en Wieg zu zwet schockelt, wachst 's Kind an [ebd. Nr. 38]. En K., as mer abgewehnt, wann die Beem blieh, werd glei groo (grau) [ebd. Nr. 107]. 's siwet K. gebt en großer Mann [ebd. Nr. 170]. Ein Kind tröstet man: Heile, heile Seche, drei Dach' Reche, drei Dach' Schnee, jetzt dut meim K. sein Finger

[Bd. 4, Sp. 204]
(Fuß) nimin weh [SOPf]. KR.: Schlof, mei Kindche, schlof, dei Vatter hiet die Schof, dei Mutter hiet die Lämmerche mit de goldne Bännerche [KB-Kriegsf, verbr., auch Don Gal]. Hoppe-loppe-leiche, koch 'm Kindche Breiche! Koch 'n net so dick, daß mein Kindche net verstickt! [ KU-Bedb, mancherorts]. Patsche, Patsche Händelcher, was werd der Vatter kaafe? For mei Kindche Schickelcher. Werd des Kindche laafe! [ Gal-Obl]. S. auch PfWB Aa1, PfWB Brei 1 a, Gakkel 1, PfWB sechs. Kinderspiel: Frääche, willscht dein K. verkaafe? Spielregel: Die Kinder stehen in Kreisform, zu zweien hintereinander; das hintere stellt die Mutter, das vor ihr das ihr gehörige Kind vor. Ein Mädchen fragt irgend eine der »Mütter«, ob sie ihr Kind verkaufen wolle. Mutter und Käuferin laufen nun, in entgegengesetzter Richtung, solange um den Kreis, bis das Verslein gesungen ist: »Lieber will ich betteln laufen, als mein gutes Kind verkaufen, das mit mir schlafen geht, das mit mir aufersteht«. Wer zuerst nach beendigtem Gesang beim Kind ist, dem gehört es [J. Hoffmann Chronik d. rheinpfälz. Dorfes Kriegsfeld, 1897, S. 63]. a. 1311: minen swestern Benzeln von Flanborn, Lutzen von Randecken, iren kinden vnd allen vnsen miderben andersite [OttbgUrkb. 305]. a. 1565: ist Groß armutt vnd viell kleiner kindt do [WerschwSchR]. — Zs.: PfWB Armeleute-, PfWB Bäbä-, PfWB Papa-, PfWB Bettel-, PfWB Pfarr-, Pfarrstunds-, PfWB Bruders-, PfWB Brust-, PfWB Teufels-, PfWB Doktors-, PfWB Dorf-, PfWB Tützen-, PfWB Enkel-, PfWB Extra-, PfWB Findel-, PfWB Findlings-, PfWB Flaschen-, PfWB Gassen-, PfWB Gedeih-, PfWB Glücks-, PfWB Heiden-, PfWB Höllen-, PfWB Honig-, PfWB Huren-, PfWB Jesus-, PfWB Kinds-, Königs-, Mama-, PfWB Menschen-, PfWB Milch-, PfWB Mutter-, Nachbar-, Nachgeschwister-, Nachtmahl-, PfWB Neben-, PfWB Reichmanns-, PfWB Sau-, PfWB Schmerzens-, PfWB Schul-, Schüler-, PfWB Schwesters-, PfWB Siebenmonats-, PfWB Sonnen-, Sonntags-, PfWB Sorgen-, PfWB Spei-, PfWB Stadt-, PfWB Städter-, PfWB Stief-, PfWB Straßen-, PfWB Vaters-, PfWB Waisen-, PfWB Wickel-, PfWB Wiegen-, PfWB Windel-, PfWB Zieh-, PfWB Zigeuner-, PfWB Zuckerkind. —
β. Zs. PfWB Kristkind. —
b. von Erwachsenen.
α. 'Nachkomme allgemein'. Unser Kinner sin schun verheirat [NW-Kallstdt, verbr.]. Zs. PfWB Geschwisterkind. —
β. Eine Dorfschöne is e sauwer K. [ RO-Dielkch]. —
γ. in Ausrufen der Verwunderung. Kinner, wie die Zeit vergeht! [verbr.]. Kind Gottes in der Hutschachtel! [Kaislt]. —
δ. Kinner, Neckname für die Bewohner von IB-Hass. —
2.
a.
α. 'Pupille im Auge', Kinn [ BZ-Dernb GH-Kapswey], Kien [ PS-Bruchw], Kinnche [RO-Feil Sippf Pirmas FR-Bockh], Kienche [ Don-Schowe Torscha], Kinnl [PS-Busbg NW-Geinsh SP-Harths LA-Wey Impfl Ilbh Venn Heeger Südostpf. 23]; vgl. PfWB Augenkind. Syn. s. PfWB Pupille. —
β. 'Augapfel', Kinnel [ NW-Haßl Spey],

[Bd. 4, Sp. 205]
Kinnche [Schandein Sprachsch. 27]. —
b. 'Mohn' im Rätsel: Der Mann (Stößel) aus'm Wald, die Fraa (Schüssel) aus der Stadt, die Kinner (die Mohnkörner) aus'm Gaarde [ Gal-Neudorf]. —
c. Kinncher 'Flachsbündel' [ KU-Bedb]. —
d. Zs. PfWB Pfaffenkind (Pflanze). —
e. 'Pfeife', im scherzh. Ausspruch: 's Kind hot kään Luft, wenn die Pfeife verstopft ist [ KL-Mackb]. — F.: Pl. a. Kinner zu Sing. Kind [verbr.], Kinn [mancherorts lothr. SWPf], Kenn [ SP-Harths]; b. Kinn zu Sing. Kind [verbr. NWPf NW-Freinsh Don-Schowe Torscha Gal-Ranischau]; c. Kenner zu Sing. Kend [ ZW-Maßw LA-Mart Mörzh GH-Wörth Gal-Neu-Burczyce]; d. Kenn zu Sing. Kend [WD-Niedkch Ingb ZW-Schmitshs verbr. mittl. u. südl. VPf], zu Sing. Kenn [mancherorts südl. VPf]. — Dim. s. unter 2aα. — Südhess. III 1290 ff.; RhWB Rhein. IV 470 ff.; Lothr. 285/86; ElsWB Els. I 448; Bad. III 123.

 

   Vater m.:
1. wie schd., Vadder, Vatter (fadər, r) [verbr.], (fadÄ) [HB-Kirrbg RO-Schweisw Obd Lu'haf (Krell 43)], (fadə) [NW-Gimmdg LA-Edk SOPf (Nachlaß Heeger)], (fḁdər, r -Ä) [ KU-Kaulb Rothsbg KL-Lind BZ-Nd'horb Billh], Varre (farə) [Land]; Pl.: Vädder, Vätter [VPf KL-Lind (Jahrgänge 1914 u. jünger)], Vaddere, Vattere [WPf NPf]; Dim.: Vadderche, Vatterche [ KU-Schmittw/O WD-Niedkch FR-Bockh], Vädderle [ BZ-Dernb]. Auslandspfälzer: Vadder, Vatter, Vattere, Vatterche.
a. 'leiblicher Vater', vgl. PfWB Papa, PfWB Dade 1. Zs. PfWB Braut-, PfWB Buben-, PfWB Familien-, PfWB Haus-, PfWB Hochzeits-, PfWB Kinds-, PfWB Rabenvater. Er kennt ihr V. sin, vom großen Altersunterschied bei Eheleuten [Pirmas, verbr.]. Er hat kän V. g'hatt, von einem unehelichen Kind [PS-Erfw, verbr.]. Sein V. is uf'm Nußbäim versoff, dass. [ KU-Schmittw/O]. Er is seim V. aus'm Gesicht geschnitt, von großer Ähnlichkeit [Krieger 35]. Er kummt noh seim V., dass. [verbr. Don Gal Buch]. Er kummt uf sei V. raus [ Don-Gottlob]. Er sieht wie sei V. [ Gal-Reichb Buch-Illisch]. Des is soin V., wie er leibt un lebt [ LU-Opp]. Des is sei zwetter V., sei ausgestoppter V., sei ausgeschluppter V. [Kaislt]. RA.: Mei V. un mei Mudder solle morje sterwe, wann's wohr is, scherzh. Beteuerung [Krieger 33]. Ich kenn de Dreck, mei V.

[Bd. 2, Sp. 1067]
war Hawener (Häfner) [ KB-Niefh]. Des wär so was for meim V. sein Sohn [ NW-Hardbg]. Ehr Kinner, bede! De V. fahrt Reitschul 'ist verrückt geworden' [Krieger 36]. Das steckt bei dem im Blut, soin V. war grad so e Kerl [ LU-Opp]. Wann das soin V. wißt, der dät sich im Grab rumdrehe [ LU-Oggh]. Er hängt seim V. am Rock, von einem Unselbständigen [ KL-Nanzdzw]. Die Buwe bringe ehrem V. 's Geld aus'm Sack [ KU-Schmittw/O]. Er steckt (stellt, streckt) d' Fieß unner seim V. sei Disch [LA-Wollmh, verbr.]. Geh mer aus de Sunn (aus'm Licht, aus'm Helle), dein V. war kään Glaser! [KU-Diedk, verbr., auch Gal]. SprW.: Een V. kann zehn Kinner ernähre, awwer zehn Kinner keen V. [Krieger 36, verbr., auch Don Gal Buch]. 'm V. sei Lieb, die geht nore bis ans Knie [ Gal-Neuhf]. E jeder Bankert verrot sei V. [verbr. Don Gal Buch]. Volksgl.: Wammer 'n Kind seim V. oder Mutter nohnamt 'nach den Eltern nennt', lebt's net lang [Fogel Beliefs Penns Nr. 36]. Rätsel: Der V. is noch net gut do, do steit der Sohn schun uf's Dach (Feuer, Rauch) [verbr. Don Gal Buch]. VR.: Mein V. is Metzger, un e Metzger bin ich; mein V. stecht die Kälwer, die Rinder stech ich [Feierowend Nr. 5/1950]. Mei V. is Schuster, sei Sohn bin ich; er kloppt die Sohle, awwer mehner uf mich [ Gal-Brunnd]. De V. is im Zuchthaus, un die Mudder hot g'stohle; mein Schweschder hot Stadtverweis, un mich werren se ball hole [ NW-Hardbg]. V. im Wirtshaus, Mudder im Bett, Kinner im Kohlekaschde, fressen die Brikett [Der Bote vom Trifels Nr. 27/1928]. Maikäfer, flieh fort! Dei V. hockt im Wertshaus, sauft die leere Gläser aus [ HB-Jägbg]; Var. s. PfWB Pommerland, PfWB Herrgottsvogel. Weitere VR. s. PfWB Amerika, PfWB aufsteigen (I 403 Z. 22 ff.), Bändel (I 549 Z. 58 ff.), patschen 2, PfWB Peitsche (I 681 Z. 56 ff.), Pflanze 1, PfWB Bruder (I 1272, Z. 15 ff.), Bube (I 1308 Z. 47 ff.), Distelfink (II 304 Z. 54 ff.), Ei (II 739 Z. 49 ff.), lernen, schlafen. Frage- und Antwortspiel: Wo is'n dei V.? Dabei wird der Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger durchgesteckt [ZW-Stamb]. Vgl. Wilde 30, 105. — a. 1311: nach mins vader seligen briefen [Ottbg. Urkb. 305]. a. 1571: unserm Herrn Vatter Pfaltzgrave Wolfgangen [ZweibrUrkb. 125]. —
b. 'Großvater, Vorfahr', bes. wenn der leibliche V. Papa oder Dade genannt wird. Zs.: PfWB Alt-, PfWB Groß-, PfWB Stammvater. —
c. 'Ehemann', gelegentlich im Munde der Ehefrau, bes. in der Anrede. —
d. 'Dienstherr' in der Anrede des Gesindes [verbr. (1930)]. —
e. 'Gott' in der Verb. unser Vadder im Himmel [verbr.]. Zs.: PfWB Himmelvater. —
f. Zs.: PfWB Gegen-, PfWB Mit-, PfWB Schwieger-, PfWB Stiefvater; PfWB Pflege-, PfWB Herbergs-, PfWB Spiel-, PfWB Waisen-, PfWB Ziehvater; PfWB Beicht-, PfWB Kirchenvater; PfWB Bienen-, PfWB Tauben-, PfWB Geißen-, Ha-

[Bd. 2, Sp. 1068]
sen-, PfWB Hunds-, PfWB Hünkels-, PfWB Immen-, PfWB Katzenvater; PfWB Heiden-, PfWB Huren-, PfWB Korn-, PfWB Schlappen-, Störchen-, PfWB Zigeunervater.
2.
a. Sohn vor dem V. 'Herbstzeitlose', weil die Frucht im Frühjahr, die Blüte im Herbst erscheint [Wilde 103]. Syn. s. PfWB Nackarsch 3 a. —
b. Söhnche vor dem V. 'Leberblümchen', weil die Blüten vor den Blättern kommen [Wilde 158]; vgl. PfWB Tochter 2. —
c. Beim Rebenschnitt gilt die Regel Immer de V. uf de Sohn 'die (lange) Rute über den (kurzen) Stift' [ KB-Zell]. —
d. 'der in die Verschlußöse hineingreifende Haken' [ GH-Kuhdt]; vgl. PfWB Männchen. —
e. Vadder Filp 'Gefängnis'. Er kimmt bei de V. F. [ KL-Wörsb]. Syn. s. PfWB Kittchen. — Südhess. II 374 ff.; RhWB Rhein. IX 90 ff.; Saarbr. 216/17; LothWB Lothr. 135; ElsWB Els. I 155; Bad. II 23.

 

 Vater die MA. unterscheidet wie bei Mutter, je nach Anwendung, zwei lautl. Entwicklungen des Wortes, u. zwar α. die lautgerechte für den groben, verächtl. Gebrauch u. in RA. u. Zs., β. die durch nhd. Vater bestimmte für den ehrenvollen Gebrauch, u. zwar Rhfrk α. fārə(r), –ād-, doch sehr selten noch angewandt; β. fadər, Pl. -rə [u. fat- Ottw-Theley; in Wend, Saarbr, wo babə gilt, bedeutet f. »Grossvater«]; Mosfrk α. fdər WMosfrk [-ūə-, –- Saar;

[Bd. 9, Sp. 91]
-ād- Prüm] verächtl. u. von Tieren; OMosfrk -ād- [-r- Zell-Briedel]; Westerw fārər, fālər. β. WMosfrk, Altk pap, sonst fadər, Pl. -rə [daneben fat- Prüm, fędər Trier-OEmmel, Koch-Hambuch]; Siegld α. fārər; β. fadər, babə; Rip α. fā:dər [daneben älter fā:r Monsch, Aach, Jül, Dür, Bergh, Köln, u. fā:, Dat. fā:rə Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür, Aach, Jül]; β. fatər u. -ad- (dies aber schon verächtl.); Berg α. fādər, –ā:- [Sol, uWupp fā:r]; β. fatər, –ad-; Eup, SNfrk α. fā:r, v- [-ād- Kref]; β. fādər, v- [-at- Kref, Kemp; Selfk daneben ]; Klevld α. fāər (selten) [fā:r MülhRuhr]; β. fādər, –at- [in Klev auch fat, –ā-]; Pl. Rhfrk, Mosfrk -dərə, -dərn, Demin. selten fadərχə(n), sonst Pl., Demin. selten, doch Pl. fętər Lemp; fādərs, auch -- Klevld, Demin. fętərkə Kemp m.: 1.a. der Vater im allg. α. die mdl. Formen (α) nur verächtl., grob, dafür sehr verächtl. auch der Al (Alte); sein Voder wor schonne en Lomp, un sei Mouder hot neist gedogt WMosfrk (β. Papp), Allg.; menge Var hät mich verdreische (verprügelt) Rip, Allg.; s. weiter bei Mutter. — β. in der Form β in ehrender Anwendung [wo fatər gilt, hat die danebenstehende Form fadər gegenüber -ā:d- weniger verächtl. Bed.]; V. (ohne u. mit Artikel) hät et su gesat; V. sieleg (selig) wenn er verstorben ist; dat ös mengen rechten V. (nicht Stefv.); use V. nennt die Hausfrau den Familienvater; früher nannten ihn so auch die Dienstboten; dat Könd hät kene V. ist unehelich, — kene V. on ken Motter mieh keine Eltern mehr; dat es en Broder van mengem V. der Oheim väterlicherseits Rip, Allg., — an den V. Gummb; der Schwieger-, Stief- (hier meist Form α), Grossv. (Beste-, Alt-), s. d. W. — γ. RA.: Dat ös doch denge V. net! solche Eigenschaften, wie du sie zeigst, hat dein V. doch nicht Sieg. He ös sengem V. wie us dem Gesech geschnidde so gleicht er ihm Rip, Allg.; dat es der V. usgekotz Rip, — sei gesputzder V. Saarbr, — si V. wie ene Droht Dür; of du de Jong sühs udder de V. Sol; do sen ich de V. en (henne) on de V. aus (vore) Saarbr-Sulzb. Ene brave Jong, de op sin V. art (artet) SNfrk; he geit op sin V. Mörs. Ich kenn em, äls of ich si V. wür Aach-Stdt. We der V., su der Sonn Köln-Stdt. Wie de V., so de Biwchen (Bübchen), wie de Acker so de Riwchen (Rübchen) Bernk, Koch. Bie et Werrer (Wetter) es, seiht mer am Wend, bie der V. es, s. mer am Kend; of der Här got orrer schlecht, s. mer an de Mod (Magd) on s. mer am Knecht Neuw-GrMaischd. Besser en helzernen (gefühllosen) V. wie en Steifmodder Merz-Nunk. Eine V. kann besser zehn Kinder ernähre als z. K. eine V. Köln-Stdt, Heinsb. En V. güt den Kengern am mesten met, wenn se sek nich öm en te kömmern bruken Gummb-Berghsn. Ene flitege V. mackt ful Fraulü; ene fule V. tröckt fosche (frische, emsige) Fänte Heinsb. Dei V. wor kä Glaser zu dem, der im Lichte steht Saarbr, Zell-Trarb. Dir (ihr) Kanner, bet (betet), de V. schreift de Numen (Namen)! Trier-Mehring, — bett öch, V. hät de Kerz (Sterbekerze) en de Häng! freut euch, dass ihr bald erbt MGladb, Erk, — V. es ant Supe (Steəhle)! Heinsb-Breberen. Vare dörfe sech op der Oeve sette haben überall den Vortritt

[Bd. 9, Sp. 92]
Erk-Keyenbg. Sei V. as op em Kirschtebom ersoff(en) vom unehelichen Kinde Bitb, Prüm, WDaun, — op em Nossbom Bitb, Schleid, — op em Prommebom Rip, — of em Birebom erdrunk Birkf, — is vom Kirschebom gefall Saar, WEif, — em Häckels versopen Elbf, — hun se op en K. funn Saarbg-Perl. Krisch (weine) net, Lefche, de V. köt wedder! Rheinb-Queckenbg. Einem Kinde weise, wieviel Geld sein V. hat, es am Kopf in die Höhe heben Nahe. Dei V. is int Weinfass gekroch scherzh. zu einem Kinde, dessen V. beim Weine sitzt Simm-Horn. Honnert (100), de V. setzt om Abtritt on donnert scherzh. Reim Mosfrk. He kann net Var derva werde das kann er nicht zwingen, nicht fertig bringen Aach. Bei er Herd voll Kanner (Kinder) as de V. Här, bei em eläzige Kann as de V. Knecht Trier-Mehring. — Vadersch Broder Oheim väterlicherseits; V.sch Kend, Jong, Mädchen Lieblingskind usf.; V.sch Haus, Sach väterl. Vermögen; va V.sch Sidden väterlicherseits Rip, Allg. Singes V.sch Koh Broder es en Oss (Ochse) er ist ein dummer Kerl Wippf. Singes V.sch Schöppestill un singer Moder Bessemstill sin en einem Bösch jungk gewes seine Eltern stammen aus gleichen Verhältnissen Köln-Stdt. — Dat es V. si Kengk Lieblingskind MGladb, Allg. Do kennste äver mengem V. senge Jong noch net da täuschst du dich in mir, ich bringe es doch fertig Bergh, Rip, Nfrk. He wäss si V. üəver der Kopp der V. hat keine Macht mehr über ihn SNfrk, Allg. Jong, doə moss di Var geng Kengder mache liehre! den Alten musst du keine Vorschriften machen wollen Eup-Raeren. De deht singem V. sing Schohn an der kann schon alles, was der V. tut; de hät s. V. seng Papiere funge dass. Sieg-ODollend. Seim V. sei Geld weise ein Kind am Kopf in die Höhe heben Rhfrk, Wittl, Bernk, Zell, Daun. A.: Wer bist du? B.: Meim V. sein Suhn Saarl, — sei Bub Kreuzn, — senge Jong EuscklVernich. — Dat Kind hät ene luse (schlauen) V. es ist klug Köln. Mer muss singe Kinder nen ale V. verwahre sorgen, dass man ein hohes Lebensalter erreicht ebd. Frog mi V., of ich ne Spetzbof wör! antwortet man einem, der einem ein Geheimnis entlocken will Malm-Bütgenb Nidrum. Fonge (gefunden), sät de Jong, duə fongk hä si Var an de Galg Kemp, NBerg. — De kömmt bei si V. beim rechten Mann aus Geld-Nieukerk. Dau beas beim V.! wer beim Klickersp. keinen Kl. trifft u. seine Kl. liegen lassen muss; er muss sich dut schlohn losse Koch-Kaisersesch. Wej koste (könnten) wie Brüers (Brüder) metēn lewe, sagg de Jong tege sinne V., märr gej wellt jo nit Mörs-Rheinbg. — V. u. Mutter. Eich hon grad so gut V. un M. gesat mir kommt gerade so viel zu wie meinen Geschwistern Simm-Horn. Riche V., r. M. gevve r. Kinder Köln-Stdt. Ne Gruss an de M., neit dat de V. wat dovan hürt! so spielt man, Augen zwinkernd, auf ein Verhältnis an Kref. We Var on Mur net well hüre, mot et Koffell (Kalbfell) h. muss die Peitsche spüren Heinsb-Wassenbg. En Haund (Hand), die V. un M. schleiht, wäss hernacher ut dem Graf herut MülhRuhr. Dat send ärm Kenger, die kene V. on ke M. mih hant

[Bd. 9, Sp. 93]
SNfrk, Allg. Häbbe de Kender de V. verlore, h. se vil v., h. se de M. v., h. se alles v. Geld. M., sett den V. op den Desch, de Zaldote kommen! scherzh. von einem kleinen Manne Elbf. A.: Dau hos jo ka V. B.: Mih wie dau! Trier. Twee Junges tagge (zanken) sich es nett, wen de grötste V. hätt; do fung den einen en te sägge: Mi V. üs groat es de Hegge; den aunere f. an te quike: Mi V. kann noch dröwer kike Mülh-Ruhr. A.: Jong, marr J., wat häs du gedon? B.: Wat dann? A.: Häs V. on M. ent Bett lote ston Mörs-Schwafh. A.: Va wöm bes du? B.: Va mi V. en mi M. Aach. De ös domm van sin M. gekommen, on si V. hät öm necks dorbeigelehrt Mörs-Repelen (s. weiter bei Mutter). — In Kinderreimen. Mei V. es e grower Bauer, wenn en kennt, da kackt en sauer Mosfrk. Nu hät dat Kengkt genen V. meh, nu kriet et ok gen Stütchen meh! Gummb-Berghsn. Kind: V., Moder, ek häbb Honger. Wor? Dor (auf den Mund weisend)! Klev, Allg. V., M., Besemstel, minne Blagen frette so völl, jeden Dag en halwet Brot, nehm den Knöppel un schloh se dot! Dinsl-Gahlen. Kling, klang, Klöckelche, wat deəs du e minge Garde? Du plöcks mich all ming Blömmchere af en deəs mich gruəsse Schade; M. krischt, V. schleət, gangk mer glich geschwend no heəm! Aach-Stdt. Wenn de V. met de M. no de Kirmes geiht, heia, süsa Klev (s. weiter bei Mutter). — Im Kindersp. Vaddersches o Moddersches spillen Mosfrk, Allg.; mer welle gen (gegen) de V. gehn! Nachlaufesp. Rheinb-Meckenh; V. küt allein erus Köln-Stdt, Aach-Stdt; V., V., Bessemstell Wippf-Thier; V. fif (5) Rees-Loikum. — Im Rätsel. Twiən (2) V.ə on tw. Süəhn ginge op de Jag, se schoəte drei Hase on jedder kriəg er ene; we ging dat tou? Et woər ene Jong, si V. on si Bestevadder (Gross-) MGladb. Ene kromme V. on en hohl Moder on drei schnacke (gerade) Döchter? Kessel mit drei Beinen Sieg, NBerg, SNfrk, Geld, Bitb. — δ. bestimmte Väter; der V. Grausam ein Mann, der seine Untergebenen streng behandelt, den sie »auf dem Strich haben«, weil er Pünktlichkeit u. Ordnung verlangt Gummb, Sieg-Fussh; de setzt (es, kömmt) bei V. Philipp ins Gefängnis, bes. militärischer Arrest Verbr., — bei de V. Welter Rheinb, — bei V. Kühn Monsch (u. so wechseln die Namen, je nach dem Namen des Gefängniswärters). — b. Grossvater (babə »Vater«) Birkf, Wend, Saarbr. — c. Anrede an ältere Männer aus dem Volke (die keine »Herren« sind), bes. wenn man ihre Namen nicht kennt (Form β) Allg.; f:tə altes Männchen Neuw-Datzeroth HeimbWeis. — d. der vā:r van de Jonge der Vorsitzende des Junggesellenvereins SNfrk. — e. vā:r verächtl. Tölpel Kemp-Amern-SAnton; ne lange Var lang aufgeschossener Mensch Kemp-Vinkr; Balkenv. Hurenwirt Verbr.; Köln-Stdt Parkevar.f. fātər nur im relig. Sinne u. in dieser nhd. Lautung; Gott V., Sohn un heilicher Geist (em Namen des V.s usf., viel in Besprechungsformeln) Allg.; früher schnitt man eine Kartoffel über Kreuz in Stücke u. sprach dabei: de V., de Sohn, de hellege Gest; dann vergrub man die Stücke unter die Dachtraufe od. an einem versteckten

[Bd. 9, Sp. 94]
Ort, wohin man abends beten gehen musste; waren die Stücke verfault, sollten die Warzen verschwunden sein Klev.; ähnlich mit Knoten eines Getreidehalmes Sieg-Hangelar; min Gott un V.! Ausr. der Verwunderung od. des Erschreckens OBerg, Allg. RA.: Üərsch (erst) em Namen des V.s vom Selbstsüchtigen, wenn er sich zunächst gut versorgt Kemp. — Et V.onser bedde Rip, Allg. Scherzh. Umdeutungsen V. o., der Lefel as net onser! Trier-Mehring, — die gross Schossel as o., die klane as use Leiden (Leuten), die kann ich gor net leiden! Trier-Tarforst, — de Koh es unser, et Ferken es fett, ech han mech lang genog gebett! Dür-Birkesd, — Zopp ös onser, et Flasch (Fleisch) ös mein, de Knoche sein dein Trier-Stdt, — die gej sid, sett den Tellder niet so wit; sett öm, dat ek dor ok bei kann, nett so gut as onse Jann! Klev, — wet gej niet, wor Moses sett; M. s. int Kellderlok, hatt noch gor gen Supp gekokt ebd., Monsch, Trier-Schleidw, — der du bis van dem Hemmel bes an de Kes, v. der Kes bes an dat Schaf (Schrank), Motter, schneck (schneide) mer en Rämmel (dicke Schnitte) af, schmer mer düchtig Botter drop, dann komme mer och de Trapp erop! Sieg-Seelschd, — van hei bis an de Kest, van de K. bis an et Bruətschap, sinter Klos ös ene Schmachtlapp! Kemp-Dülken, — gangk va hei bes a je Kes, g. v. hei bes a je Schaf, Modder, gef mich en Appeltart, Vadder, et hat mich got geschmat! Aach, — mei Modder fihrt Mest, mei V. klippt (klopft) Stän, eich on us Mrei (Maria) sein allän derhäm! Trier-Heizenbg, Merz-Erbring; V. unser Scheppenstiel, die alden Weiwer fresse viel usf. Wend, Ottw, Saarbr, Trier, — Knochen, bedden mer de ganze Wochen, on wenn der leven Sonndag kütt, han mer nöcks ze kochen! Sieg-Seelschd, Trier, — de ganze Woch, sunndes fänken se un (an), mondes denken se nit mih drun (dran) Trier-Schleidw. V.o., dibbedipp; d. ös David, D. ös Nettekett, N. ös Jöddegebett, J. ös Mauschel, M. ös Kauschel, K. ös amen! so beten angebl. die Juden Rheinb-Meckenh. RA.: Vill Kenner, vill V. o. Kobl, Allg.; je mih Könder, je m. V. o., ävver och je mih Schnidde Brut Rip, Nfrk; völ K. ärme nit, et geft wahl v. Botteramme, marr ok v. V. u. Geld-Kevelaer. Et kennt him wie et V. o. so fliessend, etwa die Rede, die Strafpredigt, das Auswendiglernen Prüm-Ihren. Deich han eich so dick (hasse dich) als wie der Plätschhennerich et V. o. Wend-Marping. Gangk met en de Kerch bedde, dann vergiss de och et V. u. net! Ahrw-Sinzig. De ene bett et V. u., u. de andere denkt, du Luder von Bettlern Malm-Manderf. We tesame passe wöllt, de mott et selwe V. u. t. beden können zweierlei Glauben in der Ehe ist nicht gut Ess. Van alles steht drop, säij de Jong, du soll hej et V. o. van achtere no vöre beje was nicht alles verlangt wird! Emmerich. De es su düərn (mager), dem kammer et V. o. durch de Backe blose Rip, Sol, Düss, MGladb, Kref-Fischeln, — dorch de Ribbe bl. Simm-Rheinböllen. En V. o. lang, ke V. o. lang (nicht) so lange dauernd wie ein V. u. Rip, Allg.; denk dran, drej V. o. mott en Ei lang koke in de Pott Emmerich. Da's so secher wie (et) Amen ant V. o. Kemp,

[Bd. 9, Sp. 95]
Heinsb, Mörs. — De V.u.-kaste scherzh. Kopf; ich hawe dir ane vir de V., dat dir de Glawe (Glaube) wackelt! Goar-NGondershsn; et V.u.-knöchelche das sog. Elektrisierknöchelchen am Ellenbogen Ahrw-Neuenahr, Eusk-Kommern, Dür-Bergst; et V.o.lächelchen; et es em jet ent V. komme in die Luftröhre Mosfrk, Simm-Schlierschd, Rip in Malm, Ahrw, Eusk, Köln, uWupp u. in Düss-Stdt; de V.u.-klöppel scherzh. Stab des Vorbeters der katholischen Bruderschaften Köln-Stdt; et V.u.-werk Transportschnecke in der Mühle Saarbg-Weiten. — g. männl. Tier (Form α) WMosfrk, wo für 1 a nur Papp gilt. — 2. übertr. Vatter vör dem Sohn Lerchensporn, Corydalis (da die Blüten eher kommen als die Blätter) Gummb-Berghsn.