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| PfWB Kessel-wingert (Bd. 4, Sp. 186) | PfWB Wingert (Bd. 6, Sp. 1381) | |||||||||||||||||||
1. 'mit Weinreben bepflanztes Stück Land', Wingert (wiŋərd) [allg., Bertram § 96 Castleman Zwbr. 31 Christmann Kaulb 16, 52, 94 Heeger Südostpf. 20 Karch Jockgr/Nd'horb 146 Mang 121 Schmitt Billh. 48 Schneckenburger 38 Wilde 198 Krämer Gal 243], Wengert (węŋərd) [ RO-Duchr/O'hs]; Pl. meist wie Sg. [mancherorts Karch Jockgr/Nd'horb 142], Wingerde [ NW-Gönnh]; Dim. Wingertche [vereinzelt WPf], Winger- del [ LU-Alsh]; Dim. Pl. Wingertcher [vereinzelt]; vgl. PfWB Weinberg 1, -garten 1; Zs.: PfWB Acker-, PfWB Hang-, PfWB Hecken-, PfWB Kessel-, PfWB Spalier-, PfWB Stiefel-, PfWB Stock-, PfWB Stufenwingert; alde Wingert 'W. vor dem Aushauen' [ RO-Schiersf]. Weinbergsarbeiten: W. anleche (jung mache, setze) 'neu anlegen' [Scharff 190, mancherorts]; W. fahre 'Boden lokkern' [Schmitt Billh. 180]; W. hacke [ RO-Rehborn]; W. rehre (rühren 1 c γ) 'leicht hacken' [ KU-Schmittw/O]; W. rummache 'roden' [Karch Gimmdg/Muttstdt 100]; W. schließe 'zur Zeit der Traubenreife sperren' [ KB-Zell]; W. umleche 'vermessen' [Scharff 191]. Feld un W., Wald un Wies [Münch Werke II 277]. De W. treet veel in 'bringt guten Ertrag' [ KU-Schmittw/O]. Sie warn arich serick, die Wingert, dorch die Kält [ BZ-Nd'horb]. Der findt dort vor Landaa die alt schä Kabäll rechderhand vun de Stroß in de Wingerde leie [Kröher Lyoner 12]. RA.: Der mit seine geschissene paar Wingertcher! [ NW-Kallstdt]. In deine Wingert gibt's aach faule Trauwe [Wilde Notizen]. Die Wingert fangen an ze leichte 'Man sieht die jungen Blätter scheinen' [mancherorts, Krieger 7a WKW 8]. Der [Bd. 6, Sp. 1382] W. hot Lichter, dass. [ FR-N'lein]. Die Wingert sin verstawwert 'stocken in der Entwicklung' [ NW-Gimmdg]. Die Wingert hän gut angesetzt 'gute Knospenentwicklung' [ RO-Odh]. Liewer kää W. wie kää Woin [Bergz (Kamm 84)]. BR.: Erfriere die Wingert in de Woll, werrn alle Fässer voll [ NW-Bobh, NW-Freinsh Rockhs]. An Pingschte missen die Wingert iwwer de Rhein scheine 'muß man das junge Laub von weitem sehen können' [vereinzelt]. Volksgl.: »Aus unsern Wingerten möge er die Würmer glücklich vertreiben« (Bitte an den Heiligen Nepomuk auf einer Bildsäule) [PfMus. 1887 S. 7 (HB-Kirrbg)]. Volksbr.: Oom zwette Kerwedaag (2. Montag im September) gihn die Leit mett erem Besuch in de W. [ KU-Schmittw/O]. a. 1250: Item in halbenleich iij morgen wingarten [Corpus S. 24 (FR-Lambsh oder NW-Ellstdt)]. a. 1324: daz Patze vnd ire kint vor vns verziehen (verzichtet) hant vffe den wingart [OttbgUrkb. 346]. Anf. 16. Jh.: steet in des jungen Mollern wingart [PfWeist. 96 (SP-Berghs)]. a. 1630: Diß ist der weg am Beinnberg forne zwischen den wengerten [PfWeist. 49 (KU-A'glan)]. — 2. 'Feldsalat (Valerianella olitoria)', de Wingert [ PS-Claus Gersb O'simt Petbg Ruhbk]; Syn. s. PfWB Feldsalat u. K. 128 Vielläppchen. Aus Wingertsalat durch Schwund des Grundw. — 3. FlN, mda. ufm alde Wingert [ KL-Wörsb], in de Wingerde [ KL-Reichb], amtl. die Geibweiler Wingerte [ KU-Diedk]; auch für ehemalige Weinbergsfluren [Zink FlN 173]; Zs.: PfWB Birken-, PfWB Breiten-, PfWB Burg-, PfWB Flacher-, PfWB Fron-, PfWB Garten-, PfWB Herren-, PfWB Hinter-, PfWB Königs-, PfWB Mönchs-, PfWB Ort-, PfWB Ried-, PfWB Salz-, PfWB Sand-, PfWB Sankt-Martins-, PfWB Schlüssel-, PfWB Schwarz-, PfWB Spitzwingert. a. 1477: Item vff dem wyngartt 1 morgen [MHVPf. XXXIII 1913 86 (KU-Körbn)]. a. 1780: am Wingert [Zweibr I Nr. 945 (KL-Heilmosch)]. — Mhd. wîngarte 'Weingarten, Weinberg' ( Lexer Lexer III 903). — RhWB Rhein. IX 549; LothWB Lothr. 543; ElsWB Els. II 840; E. Christmann: Die Verbreitung des Weinbaus in der Pfalz heute und ehemals. In: Pfälzer Heimat 2/1951 S. 1-9; Scharff 189/90; WKW 29; Zink FlN 158.
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