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 PfWB Kehle (Bd. 4, Sp. 148)   PfWB Kaule (Bd. 4, Sp. 140) 
   Kehle1 f.:
1.
a. 'der vordere obere Teil des Halses', Kehl (kēl) [verbr., auch Don Gal], (kl) [KU-Dunzw verbr. NPf KL-Stelzbg PS-Ruppw Erfw], Käihl (kęil) [ LA-Göckling]. Zs. Blau-, PfWB Rotkehlchen. Er packt'n an de K. [GH-Kand, verbr.]. Der Hund is em an die K. g'sprunge [ LU-Opp]. RA.: Dem steht 's Wasser schun an de K., von drohendem Bankrott [ NW-Kallstdt]. Aam 's Messer an die K. setze 'einen wirtschaftlich zu vernichten drohen' [ FR-Bockh]. Syn. s. PfWB Gurgel 1, K. 171. —
b. 'die Speiseröhre' [mancherorts]; sich die K. naßmache 'trinken' [ KL-Stelzbg]. RA.: Der kriet die K. net voll [ Gal-Sap]. Dem sein Vermeje geht die K. nunner [ NW-Kallstdt]. —
c. 'Luftröhre' [mancherorts]; auch die unrecht, die letz K. genannt; vgl. Sonntagskehle. De Maurer ruft aus voller K.: Speiß! (Wortspiel; vgl. Kell 'Kelle') [ FR-N'lein]. Mer geht die K. zu, bei Halsentzündung [ KL-Stelzbg]; einem die K.

[Bd. 4, Sp. 149]
zudricke 'einen töten' [KU-Brück, verbr.]. 's es mer äppes in die unrecht K. kumm [RO-Als, verbr.]. RA.: Er hot sich die K. zugezoo 'hat sich erhängt' [ KB-Kerzh], hot sich 's Killche zugedrickt, dass. [ IB-Bliesmg/Bolch]. Der Schreihals hot e K. wie e Strumpsocke [RO-Sippf Hebel 18]. —
2.
a. Zs. PfWB Kniekehle. —
b. Zs. PfWB Dachkehle. —
c. 'Vertiefung (Nische) in der Kellermauer, um wertvolle Sachen darin zu verbergen, bes. in Kriegszeiten', Kähl [ BZ-Rechtb]; vgl. PfWB Kaute 4 a. —
d.
α. 'Vertiefung im Gelände (Wald)', Kähl [ GH-Hördt]; vgl. PfWB Kaule 1. a. 1606: ein Kehl dardurch ein weg hinaußziehet ... die Keel oder schlundt hinauff [HanLicht. 7 (PS-Lembg)]. —
β. 'Gosse ', Käl [PfId. 72 (Bliesgegend)]; vgl. PfWB Hohlkehle. — Südhess. III 1229/30; RhWB Rhein. IV 362 ff.; ElsWB Els. I 430; Bad. III 100/01.

 

   Kaule, Kulef.:
1. 'Vertiefung, Grube im Boden', Kaul (kaul), Pl. -e [verbr. westl. SWPf vereinzelt westl. WPf, zur Verbr. vgl. K. 227], Kull (kul), Pl. -e [lothr. SWPf mancherorts Don (Banat)]; vgl. PfWB Kaute 1, PfWB Kaff1. Insbes.
a. 'vom Menschen hergestellte Grube im Boden zur Aufbewahrung landwirtschaftlicher Vorräte', Kuul [ IB-Bierb Rohrb Rubh Ingb HB-Walsh Zweibr Don-Lovrin Kathreinf], Kull [IB-Eschring Reinh Bebh Bliesmg/Bolch HB-Utw]; vgl. PfWB Kaute 1 a α. Zs.: PfWB Grundbirnen-, PfWB Rüben-, PfWB Rummelnkaule. —
b. 'kleine Vertiefung im Garten zum Legen von Bohnen und Erbsen', Kaul [ KU-Wolfst HB-O'bexb IB-Nd'würzb]; vgl. PfWB Kaute 1 a β. Die duh ich jetz leje wie die Bohne, in so Kule [ KL-Einsdhf]. —
c. 'Grube, in der nach Sand, Kies u. dgl. gegraben wird'; Zs.: PfWB Gips-, PfWB Kies-, PfWB Kiesel-, Lehm(en)-, PfWB Sandkaule; vgl. PfWB Kaute 1 a δ. —
d. Zs. PfWB Brech-, PfWB Klammkaule; vgl. PfWB Kaute 1 a. —
e. 'kleines Loch, wie es Kinder für das Klickerspiel

[Bd. 4, Sp. 141]

graben', Kaul [ HB-Höch Webh Lu'thal IB-Habkirch Heckdh Nd'würzb Bebh Witth KL-Reuschb PS-W'fischb Münchw LA-Edh Herxhwey], Kull [IB-Eschring Gersh Reinh HB-N'alth]; vgl. PfWB Kaute 1 g α; Zs. PfWB Klickerkaule. Klickerspiel: In de Kull. Ein Loch von etwa 4 cm Durchmesser ist die Kull. In 2-3 m Entfernung wird ein Strich gezogen, von dem aus die Teilnehmer die Klicker nach der Kull werfen. Der Älteste wirft zuerst. Haben alle geworfen, schnellt der Älteste mit Daumen und Zeige- oder Mittelfinger dreimal seinen Klicker nach der Kull hin. Bringt er ihn hinein, so gehören ihm die Klicker der andern. Andernfalls versuchen es der zweite und der dritte, solange bis einer Erfolg hat [ IB-Habkch]; vgl. PfWB Kautchens, PfWB Käutelns. —
2. 'Kerbe, Einschnitt in Holz', Kailche [ IB-Herbh]; vgl. PfWB Kaft 1 a. —
3. 'natürliche Vertiefung am menschlichen und tierischen

[Bd. 4, Sp. 142]
Körper'.
a. 'Kniebeuge an der Hinterseite des Tierhinterfußes', Kull [ IB-Ensh]; vgl. PfWB Kaute 3 b. —
b. 'Nackengrube'; einem in die Kaul haue [ KU-Elschb]; Zs. PfWB Halskaule; vgl. PfWB Kaute 3 a. —
c. 'Grübchen im Kinn', Killche [ IB-Ensh]; vgl. PfWB Kaute 3 c. — Mhd. kūle 'Grube'. — Südhess. III 1221/22; RhWB Rhein. IV 345/46; LothWB Lothr. 319 Kull; Bad. III 96.