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 PfWB Katze (Bd. 4, Sp. 118)   PfWB Mechanik (Bd. 4, Sp. 1256)   PfWB Mick (Bd. 4, Sp. 1319) 
   Katze f.:
1.
a. 'Hauskatze', im bes. 'die weibliche Katze', Katz (kads) [verbr.], (kḁds) [KU-Kaulb Kreimb mancherorts NPf u. nördl. VPf KL-Lind verbr. mittl. u. südl. VPf]; Pl. -e (-ə); Dim.: Kätzche, -je [WPf NPf nördl. VPf], Kätzi (kędsi) [ KU-Schmittw/O Adb Roth], Kätz(e)l, Pl. Kätzle [verbr. mittl. u. südl. VPf], Kätzlche, Pl. -er [PS-Gersb LU-Alsh NW-Wachh LA-Birkw Heeger Tiere I 18], Pl. Kätzlich [mancherorts um Land BZ-Gossw Dierb]; vgl. PfWB Kätzin. Zs.: PfWB Frühjahrs-, PfWB Haus-, PfWB Heimer-, PfWB Herbst-, Kitze-, Kramm-, PfWB Kratz-, PfWB Mach-, PfWB Mieze-, PfWB Minne-, Sau-, PfWB Schnaus-, Schoß-, PfWB Sommer-, PfWB Spiel-, PfWB Stuben-, PfWB Winterkatze. Scheuchruf für die K.: Katz! [RO-Lohnsf, verbr.]; auch: Katzekatz! [ RO-Rehbn]; e schwarzi, e grooi K. [verbr]. Die K. schnorrt, mauzt, macht e Buckel, butzt sich, fangt Mais, spielt mit der Maus [verbr.]. Die K. macht (gebiert) Junge [KU-Roßb, verbr.]. Vgl. u. RA.: Er is falsch wie e K. [KU-Kaulb, verbr.], naß wie e K. [PS-Erfw NW-Hardbg BZ-Albw verbr. NPf verbr. Gal], zäh wie e K. [verbr.]. Er is so fromm

[Bd. 4, Sp. 119]
wie Salomons Katz, spöttisch, denn diese hat angeblich den Tempel verunreinigt [Hebel 17]. Der is wie e K., denne kannschde werfe wie de willt, er fallt immer uf die Fieß [verbr. Don Gal Buch]. Er hat Auwe wie e K. 'hat scharfe Augen' [ KL-Reichb Weilb]. Der sieht wie e K., dass. [ RO-Rehborn]. Er hot Rotzaae wie die vornehmscht K., scherzh. [ RO-Dielkch]. Der guckt wie die K., wann's dunnert (blitzt) [Zweibr Pirmas PS-Saalstdt KU-Trahw Hebel 14 mancherorts Don vereinzelt Gal]. Er macht e Buckel wie e K., wann's dunnert [ RO-Obd, mancherorts], macht e Gesicht [ NW-Geinsh, vereinzelt Don]. Er hot e Lewe wie e K. (ein zähes Leben) [ KB-Kriegsf NW-Hardbg mancherorts Don Gal Buch]. Er dreht un wendt sich wie e K. [ NW-Ungst]. Er geht drumrum wie die K. um de hääße Brei 'packt nicht an' [LU-Alsh Hebel 16]. Er schleicht wie e K. [ PS-Erfw]. Er zittert wie e nassi K. [ GH-Hatzbühl]. Ein Schalk hot mihn Bosse im Kopp wie 's Kurfirschte ehr K. [ KU-Schmittw/O]. Wer mit einer Sache nicht zurechtkommt, versteht dovun so veel wie die K. vum Hairoppe [KU-Trahw Hebel 15 verbr. Don Gal Buch]. Die lewe wie Hund un K. [PS-Schmalbg, verbr.]. Die Gail sein wie die K., wenn sie bergauf gut ziehen [ KU-Adb]. Wenn einer nicht angeschaut werden will, erwidert man: 's därf doch e K. a e Käs angucke [ RO-Lettw]. Wer bleiche Wangen hat, sieht aus wie 's Kätzche am Bauch [ KU-Eschau]. In einem Sack mit vielen Löchern fangen hunnert Katze kee eenzichi Maus [ Don-Tscherw, mancherorts Don Gal Buch]. Wo große Armut herrscht, finnen hunnert Katze ken Maus [ LA-Nußd]. Einem, der Geliehenes nicht wiederbringt, sagt man: In Zukunft leh'n ich der die K., die geht vun selwer häm [Hebel 29]. Nachdrückliche Versicherung, daß etwas geheim bleibe: Das werd die K. hinnerm Owe net gewahr [Kaislt Don-Schowe]. In die schmutzigen Ohren des Kindes hot die K. neigschessen [ LA-Herxh]. Auf die Bemerkung, daß man schon gespeist habe, erwidert der Gast: Do helt's (holt es) eich a ken K. meh [ KU-Bedb]. Langschläfer schlafen, bis die K. kräht [ PS-Erfw, mancherorts]. Ankündigung, daß man nicht allzulang auf sich warten lasse: Ich kumm, eb die K. e Ei legt [ LU-Böhl SP-Heiligst]. Aufforderung an den Wirt, einen besonders guten Wein zu bringen: Hol emol ene aus dem Faß, wu die schwarz K. drufsitzt [ GH-Kand NW-Ungst]. Der hot die K. im Sack kaaft [KL-Weilb, verbr.]. Wer seine wahre Meinung sagt, hot die K. aus'm Sack geloß [ RO-Rehborn]. Wenn sich einer beklagt, er könne wegen Dunkelheit nichts sehen, so heißt es scherzhaft: Nemm die K. unner de Arem! [KU-Kaulb GH-Nd'lustdt Hebel 28 mancherorts Don Gal Buch]. Ich muß halt wirrer die K. dorch die Bach ziehe 'die schwerste Arbeit verrichten' [KL-Hirschhn Hebel

[Bd. 4, Sp. 120]
27]. Wer Unnötiges tut, traacht Katze no Speyer [ BZ-Dernb]. Jetz gihn de K. die Hoor aus 'Und damit Schluß!' [KU-Schmittw/O, vereinzelt, Reichard Penns 433]. Einem rauchenden Knaben ruft man zu: Raach de K. ehrn Schwanz! [ LA-Venn, mancherorts, auch Gal]. Var.: Du kannscht noch de K. ehrn Schwanz ins Maul nemme! [ZW-Marthh LU-Ruchh Heeger (GH-Westh) verbr. Gal]. Wer einen anderen schwer beleidigt hat, hot de K. ins Ääg gschlagge [ GH-Zeisk]. Klage der Hausfrau, wenn bei Tisch wenig gegessen wurde: Des do war heit werre fer die Katze gekocht [Kaislt]. Was nichts taugt, was nutzlos ist, das is fer die K. [KU-Körbn, verbr., auch Gal]. Wer im Gesicht Kratzspuren hat, der hat mit de K. gespielt [ ZW-Bechhf]. SprW.: Katz isch Katz 'Ein falscher Mensch bleibt immer falsch' [ NW-Geinsh]. Bei Nacht sein alle Katze groo [ KU-Kaulb, mancherorts, auch Gal]. Die K. springt (fallt) immer uf die alte Fiß [Schandein Sprachsch.], uf die Fieß [verbr. Gal]. Was mr spart am Mund, freßt die K. un de Hund [HB-Kirrbg, verbr. Don Gal Buch]. Wann die K. net deheem is, springen die Mais uf Disch un Bänk rum [LU-Ruchh, verbr., auch Don Gal Buch, Hebel 48]. Wann die K. fort is, halle die Mais Hochzeit [ ZW-Lambsbn], sinn die Mais Herre [vereinzelt Don Gal]. Peift se frieh de Spatz, so frißt en am Owend die K. [PfMus. 1925, S. 179, mancherorts Gal]. Wer nix hot, dem brecht kee Kuh kee Horn un scheißt kee K. ins Korn [ Gal-Kaisersdorf, mancherorts Gal, Don-Gertianosch Rußl-Worms]. Der K. is hortich gschtraat (gestreut) [Gal-Otths, verbr. Don Gal Buch]. BR.: Wann die Katz Gras fresst, gebt's ball Rege [Fogel Beliefs Penns Nr. 1234]. Wann die K. uf's Dach geht, werd's Frihjohr [ KL-Stelzbg]. Volksgl.: Wer Katze un Hunne gut fiedert, hot ach e scheener Hochzeitstag [ Gal-Sap]. Wann en Weibsmensch heire will, soll sie die K. aus ihrm Schuh fiedre fer Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 216]. Wann e K. em Brautpaar wirrer de Weg laaft, bedeit's e Unglick [ RO-Imsw FR-Bockh]. Wer Katze gut leide kann, werd e guder Ehemann [ LA-Nußd]. Wann sich die K. wäscht, kommen Gäscht [ Gal-Obersd]. Mer kriegt Streit, wammer traamt vun Katze [Fogel Beliefs Penns Nr. 280]. Wann dern weissi K. iwwer die Stroß springt, gengscht besser widder heem [Fogel Beliefs Penns Nr. 462]. o. J.: Der arm man soll auch han ein deiszhem (Sauerteig), ein kacz und einen hanen [Grimm Weist. V 669 (KL-Landstl)]. Rätsel von der Katze: 's lääft was die Stääg 'nuff, un hott de Kochlöffel a(n)hänke [Hebel 119]; weitere Rätsel s. PfWB Apfel 1, PfWB Bampel 1e. VR.: Kätzel miau, wer hot der gedau (getan)? 'm Müller sei' Bu, der loßt mer ke Ruh. Er nimmt mich am Schwänzel un führt mich zum Dänzel [Heeger Tiere II 21]; weitere VR. s. ABC, Amsel 1, PfWB popeia,

[Bd. 4, Sp. 121]
ernähren, Hünkel 1 a, PfWB Rauch.
b. e wild Katz 'eine verwilderte Katze' [vereinzelt]; Zs. PfWB Feld-, PfWB Wildkatze. —
2. übertr.
a. Pl. 'kätzchenähnliche Blüten', Kätzcher, -jer, Kätzelcher, Kätzle, Kätzlich.
α. der Salweide [verbr., Wilde 256]; Zs. PfWB Palmkätzchen, PfWB Kitzenkatzen, PfWB Weidenkätzchen. —
β. des Spitzwegerichs (Plantago lanceolata), Ketze [ KU-Jul], Katz(e)le [Wilde 254 (NPf)], klane Katzele [ RO-Bistschd]. —
γ. des Haselstrauchs, Kätzelche [ KB-Bennhs]; Zs. PfWB Haselnußkätzchen. —
δ. der Hagebutte, Kätzcher [ ZW-Dellf]; Zs. PfWB Arschkatzelchen. Syn. s. PfWB Hagebutte 1 (K. 183). —
ε. der Fichte, Katze [Wilde 59 (PS-Winz)]. —
ζ. der Tanne, Kätzcher [ IB-Ballw], Kätzelche [ KU-Körbn], Katzele [RO-Sippf], Katzelcher [ KU-Diedk]; Zs. PfWB Tannenkatze 1. —
η. der Kiefer, Kätzcher [RO-Sippf]; Zs. PfWB Tannenkatze 2. Syn. s. PfWB Butzel1 4 (K. 74). —
θ. der Edelkastanie, Katzele [ KB-Dannfs]. —
b. e hoorich Kätzje 'weibliches Geschlechtsorgan' [ KB-Kriegsf]. —
c. 'weißer, dikker Klicker aus Porzellan', Katz [ RO-Alsbr Schweisw Frankth FR-Bockh Lambsh Mühlh NW-Weish/S]; Syn. s. PfWB Schießklicker. —
d. = PfWB Geldkatze. Rappelt die Katz (als Syn. für 'Geld') [Otterstetter 228 (Pirmas)]. —
e. die schwarz (schwarze) Katz im Owe 'das erloschene Feuer' [ KU-Bedb]. —
f. 'Bremsvorrichtung am Wagen, die bei Glatteis verwendet wird', Katz [ IB-Bliesmg/Bolch]; vgl. PfWB Bremse2 2. Syn. s. PfWB Mechanik. —
g. Uzname für die Bewohner von KU-Haschb, Kätzcher; KB-Boland, Katze; GH-Knitth u. Hatzbühl, Katze. Die Bewohner von ZW-Rimschw neckt man: Ratze reire uf de Katze. Zs. PfWB Rußkatzen. —
h. FlN in NW-Ungst: amtl. u. mda.: In der Katz; a. 1490: in Katzellen; a. 1509: in der Katzen.
i. ein beliebtes Turnspiel Katz un Maus [ NW-Frankeck, mancherorts]. —
j. s. auch: Eich-, Feuer-, Frier-, Frost-, Gaul-, Grau-, Grauel-, Kletter-, Krabbel-, Meer-, Schleich-, Schmeichel-, Schmus-, Spiel-, Wald-, Wildkatze. Südhess. III 1187 ff.; RhWB Rhein. IV 272 ff.; Lothr. 279/80; ElsWB Els. I 484/85 Bad. III 87/88.

 

   Mechanik, Meckanick, Mickenick, Mickf.: 'Bremse am bäuerlichen Wagen', Mechanick (meχaˈnig, ˈmeχanig) (Die Angaben zur Anfangs- oder Endbetonung lassen in diesem und in den folgenden Fällen keine geschlossene geographische Verbreitung der einzelnen Betonungstypen erkennen.) [verbr. SOPf, mancherorts mittl. VPf KU-Brück Schönbg HB-O'bexb Utw IB-Blieskst Bliesmg Ensh Nd'würzb Seelb ZW-Hengstb Mörsb KL-Gerhbn Steinwd PS-Glashtt Haust], Meschanick (meanig) [ BZ-Blankbn], Mechenick (meχənig) [KL-Landstl FR-Kl'niedh NW-Gimmdg Neidfs LA-Herxh Herxhwey BZ-Albw Billh Dimb Dörrb Münchw GH-Erlb Hagb Kuhdt Rh'zab Bertram § 271], Mechanie (meχaˈnī) [ KU-Nanzw ZW-Dellf], Mechernich (meχərniχ) [ BZ-Dierb], Mechernick (meχərnig) [ BZ-Annw Hergw O'hs], Meckanick (meganig) [ KU-Breitb Ingb ZW-Marthh PS-Nothw LA-Siebdg BZ-Barbr Dörrb GH-Scheibhdt Vollmw], Meckenick (megənig) [PS-Lu'wink Rodalb Rumb Schönau BZ-Nd'ottb Schweighf Steinf PfId. 93], Meckneck (megneg) [ BZ-Rechtb], Meckanee (megaˈnē) [ ZW-Nd'aub], Michanick (miχanig) [ KU-Börsbn ZW-Bottb PS-Schmalbg BZ-Stein], Michenick (miχənig) [ PS-Fehrb BZ-Darst Hofstätt Silz], Mickaneck (miganeg) [ PS-Hermbg NW-Rödh], Mickanie (miganī) [KU-Dietschw HB-Einöd Webh ZW-Stamb], Mickenie (migənī) [Müller Dietschw 50], Mickanick (miganig) [mancherorts WPf NW-Kallstdt GH-Vollmw], Mickenee (migənē) [ KL-W'lein PS-Geisbg LU-Hochd], Meckanee (meganē) [ ZW-Nd'aub], Mickeneck (migəneg) [ FR-Eppst Flomh LU-Alsh Dannstdt Fußgh NW-Niedkch Ungst], Mickenick (migənig) [verbr. mittl. WPf mancherorts NOPf BZ-Birkhdt GH-Jockgr Bertram § 271], Mickernick (migernig) [ ZW-Lambsbn], Mickinick (miginig) [ KL-Weltb], Mickonie (migonī) [ PS-Windsbg], Mickonick (migonig) [ HB-Lu'thal], Mischanick (mianig) [ BZ-Hermbghf], Mitteneck (midəneg) [ KL-Frankst], Mittnick (midnig) [RO-Sippf FR-Hertlhs FR-Saush NW-Leistdt], Metnick [PfId. 94], Minnanick (minanig) [ HB-Altstdt], Mennanig (menanig) [ KU-Brück], Mianick (mianig) [PS-

[Bd. 4, Sp. 1257]

[Bd. 4, Sp. 1259]
Herschbg], Micknick (mignig) [mancherorts MPf vereinzelt NOPf Heeger Südostpf. 24], Micknich (migniχ) [ FR-O'sülz], Mickmick (migmig) [ FR-N'lein], Mick [verbr. NPf NWPf mancherorts NOPf vereinzelt übrige Pf Bertram § 271 PfId. 94], Micker (migər) m. [ KB-Kerzh NW-Freinsh], Nickmeck (nigmeg) [ FR-Laumh]; zur Verbr. s. K. 289 und Klein Wag. 108. Zs.: PfWB Wagen-, PfWB Walzenmechanik; Syn.: PfWB Bremse 2, PfWB Drehe, PfWB Hintersperre 2, PfWB Leier 1 b γ, PfWB Schleife, PfWB Streiche, PfWB Wagenmechanik, PfWB Zudrehe. Er dreht die Mick zu [Bayer Hackm. 43]. — Das Wort ist aus den benachbarten frz. Mundarten (vgl. FEW VI 1, 568 mécanique, Guentherodt Frz. 73/74, Keiper 65, Post Rom. Nr. 157) entlehnt und in der Mundart vielfältig umgestaltet worden, wobei die verschiedenen Übergänge noch nachzuvollziehen sind: Meckanick > Mekkenick > Mickenick > Micknick > Mick. Die Formen mit -ch- können von nhd. Mechanik beeinflußt sein. — Südhess. IV 652 Mick, 653 Mikkenick; RhWB Rhein. V 1018/22; LothWB Lothr. 359; ElsWB Els. I 660.

 

  Mick 'Bremse am Bauernwagen', s. PfWB Mechanik.