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 PfWB Katze (Bd. 4, Sp. 118)   PfWB füttern (Bd. 2, Sp. 1668)   PfWB futtern (Bd. 2, Sp. 1668) 
   Katze f.:
1.
a. 'Hauskatze', im bes. 'die weibliche Katze', Katz (kads) [verbr.], (kḁds) [KU-Kaulb Kreimb mancherorts NPf u. nördl. VPf KL-Lind verbr. mittl. u. südl. VPf]; Pl. -e (-ə); Dim.: Kätzche, -je [WPf NPf nördl. VPf], Kätzi (kędsi) [ KU-Schmittw/O Adb Roth], Kätz(e)l, Pl. Kätzle [verbr. mittl. u. südl. VPf], Kätzlche, Pl. -er [PS-Gersb LU-Alsh NW-Wachh LA-Birkw Heeger Tiere I 18], Pl. Kätzlich [mancherorts um Land BZ-Gossw Dierb]; vgl. PfWB Kätzin. Zs.: PfWB Frühjahrs-, PfWB Haus-, PfWB Heimer-, PfWB Herbst-, Kitze-, Kramm-, PfWB Kratz-, PfWB Mach-, PfWB Mieze-, PfWB Minne-, Sau-, PfWB Schnaus-, Schoß-, PfWB Sommer-, PfWB Spiel-, PfWB Stuben-, PfWB Winterkatze. Scheuchruf für die K.: Katz! [RO-Lohnsf, verbr.]; auch: Katzekatz! [ RO-Rehbn]; e schwarzi, e grooi K. [verbr]. Die K. schnorrt, mauzt, macht e Buckel, butzt sich, fangt Mais, spielt mit der Maus [verbr.]. Die K. macht (gebiert) Junge [KU-Roßb, verbr.]. Vgl. u. RA.: Er is falsch wie e K. [KU-Kaulb, verbr.], naß wie e K. [PS-Erfw NW-Hardbg BZ-Albw verbr. NPf verbr. Gal], zäh wie e K. [verbr.]. Er is so fromm

[Bd. 4, Sp. 119]
wie Salomons Katz, spöttisch, denn diese hat angeblich den Tempel verunreinigt [Hebel 17]. Der is wie e K., denne kannschde werfe wie de willt, er fallt immer uf die Fieß [verbr. Don Gal Buch]. Er hat Auwe wie e K. 'hat scharfe Augen' [ KL-Reichb Weilb]. Der sieht wie e K., dass. [ RO-Rehborn]. Er hot Rotzaae wie die vornehmscht K., scherzh. [ RO-Dielkch]. Der guckt wie die K., wann's dunnert (blitzt) [Zweibr Pirmas PS-Saalstdt KU-Trahw Hebel 14 mancherorts Don vereinzelt Gal]. Er macht e Buckel wie e K., wann's dunnert [ RO-Obd, mancherorts], macht e Gesicht [ NW-Geinsh, vereinzelt Don]. Er hot e Lewe wie e K. (ein zähes Leben) [ KB-Kriegsf NW-Hardbg mancherorts Don Gal Buch]. Er dreht un wendt sich wie e K. [ NW-Ungst]. Er geht drumrum wie die K. um de hääße Brei 'packt nicht an' [LU-Alsh Hebel 16]. Er schleicht wie e K. [ PS-Erfw]. Er zittert wie e nassi K. [ GH-Hatzbühl]. Ein Schalk hot mihn Bosse im Kopp wie 's Kurfirschte ehr K. [ KU-Schmittw/O]. Wer mit einer Sache nicht zurechtkommt, versteht dovun so veel wie die K. vum Hairoppe [KU-Trahw Hebel 15 verbr. Don Gal Buch]. Die lewe wie Hund un K. [PS-Schmalbg, verbr.]. Die Gail sein wie die K., wenn sie bergauf gut ziehen [ KU-Adb]. Wenn einer nicht angeschaut werden will, erwidert man: 's därf doch e K. a e Käs angucke [ RO-Lettw]. Wer bleiche Wangen hat, sieht aus wie 's Kätzche am Bauch [ KU-Eschau]. In einem Sack mit vielen Löchern fangen hunnert Katze kee eenzichi Maus [ Don-Tscherw, mancherorts Don Gal Buch]. Wo große Armut herrscht, finnen hunnert Katze ken Maus [ LA-Nußd]. Einem, der Geliehenes nicht wiederbringt, sagt man: In Zukunft leh'n ich der die K., die geht vun selwer häm [Hebel 29]. Nachdrückliche Versicherung, daß etwas geheim bleibe: Das werd die K. hinnerm Owe net gewahr [Kaislt Don-Schowe]. In die schmutzigen Ohren des Kindes hot die K. neigschessen [ LA-Herxh]. Auf die Bemerkung, daß man schon gespeist habe, erwidert der Gast: Do helt's (holt es) eich a ken K. meh [ KU-Bedb]. Langschläfer schlafen, bis die K. kräht [ PS-Erfw, mancherorts]. Ankündigung, daß man nicht allzulang auf sich warten lasse: Ich kumm, eb die K. e Ei legt [ LU-Böhl SP-Heiligst]. Aufforderung an den Wirt, einen besonders guten Wein zu bringen: Hol emol ene aus dem Faß, wu die schwarz K. drufsitzt [ GH-Kand NW-Ungst]. Der hot die K. im Sack kaaft [KL-Weilb, verbr.]. Wer seine wahre Meinung sagt, hot die K. aus'm Sack geloß [ RO-Rehborn]. Wenn sich einer beklagt, er könne wegen Dunkelheit nichts sehen, so heißt es scherzhaft: Nemm die K. unner de Arem! [KU-Kaulb GH-Nd'lustdt Hebel 28 mancherorts Don Gal Buch]. Ich muß halt wirrer die K. dorch die Bach ziehe 'die schwerste Arbeit verrichten' [KL-Hirschhn Hebel

[Bd. 4, Sp. 120]
27]. Wer Unnötiges tut, traacht Katze no Speyer [ BZ-Dernb]. Jetz gihn de K. die Hoor aus 'Und damit Schluß!' [KU-Schmittw/O, vereinzelt, Reichard Penns 433]. Einem rauchenden Knaben ruft man zu: Raach de K. ehrn Schwanz! [ LA-Venn, mancherorts, auch Gal]. Var.: Du kannscht noch de K. ehrn Schwanz ins Maul nemme! [ZW-Marthh LU-Ruchh Heeger (GH-Westh) verbr. Gal]. Wer einen anderen schwer beleidigt hat, hot de K. ins Ääg gschlagge [ GH-Zeisk]. Klage der Hausfrau, wenn bei Tisch wenig gegessen wurde: Des do war heit werre fer die Katze gekocht [Kaislt]. Was nichts taugt, was nutzlos ist, das is fer die K. [KU-Körbn, verbr., auch Gal]. Wer im Gesicht Kratzspuren hat, der hat mit de K. gespielt [ ZW-Bechhf]. SprW.: Katz isch Katz 'Ein falscher Mensch bleibt immer falsch' [ NW-Geinsh]. Bei Nacht sein alle Katze groo [ KU-Kaulb, mancherorts, auch Gal]. Die K. springt (fallt) immer uf die alte Fiß [Schandein Sprachsch.], uf die Fieß [verbr. Gal]. Was mr spart am Mund, freßt die K. un de Hund [HB-Kirrbg, verbr. Don Gal Buch]. Wann die K. net deheem is, springen die Mais uf Disch un Bänk rum [LU-Ruchh, verbr., auch Don Gal Buch, Hebel 48]. Wann die K. fort is, halle die Mais Hochzeit [ ZW-Lambsbn], sinn die Mais Herre [vereinzelt Don Gal]. Peift se frieh de Spatz, so frißt en am Owend die K. [PfMus. 1925, S. 179, mancherorts Gal]. Wer nix hot, dem brecht kee Kuh kee Horn un scheißt kee K. ins Korn [ Gal-Kaisersdorf, mancherorts Gal, Don-Gertianosch Rußl-Worms]. Der K. is hortich gschtraat (gestreut) [Gal-Otths, verbr. Don Gal Buch]. BR.: Wann die Katz Gras fresst, gebt's ball Rege [Fogel Beliefs Penns Nr. 1234]. Wann die K. uf's Dach geht, werd's Frihjohr [ KL-Stelzbg]. Volksgl.: Wer Katze un Hunne gut fiedert, hot ach e scheener Hochzeitstag [ Gal-Sap]. Wann en Weibsmensch heire will, soll sie die K. aus ihrm Schuh fiedre fer Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 216]. Wann e K. em Brautpaar wirrer de Weg laaft, bedeit's e Unglick [ RO-Imsw FR-Bockh]. Wer Katze gut leide kann, werd e guder Ehemann [ LA-Nußd]. Wann sich die K. wäscht, kommen Gäscht [ Gal-Obersd]. Mer kriegt Streit, wammer traamt vun Katze [Fogel Beliefs Penns Nr. 280]. Wann dern weissi K. iwwer die Stroß springt, gengscht besser widder heem [Fogel Beliefs Penns Nr. 462]. o. J.: Der arm man soll auch han ein deiszhem (Sauerteig), ein kacz und einen hanen [Grimm Weist. V 669 (KL-Landstl)]. Rätsel von der Katze: 's lääft was die Stääg 'nuff, un hott de Kochlöffel a(n)hänke [Hebel 119]; weitere Rätsel s. PfWB Apfel 1, PfWB Bampel 1e. VR.: Kätzel miau, wer hot der gedau (getan)? 'm Müller sei' Bu, der loßt mer ke Ruh. Er nimmt mich am Schwänzel un führt mich zum Dänzel [Heeger Tiere II 21]; weitere VR. s. ABC, Amsel 1, PfWB popeia,

[Bd. 4, Sp. 121]
ernähren, Hünkel 1 a, PfWB Rauch.
b. e wild Katz 'eine verwilderte Katze' [vereinzelt]; Zs. PfWB Feld-, PfWB Wildkatze. —
2. übertr.
a. Pl. 'kätzchenähnliche Blüten', Kätzcher, -jer, Kätzelcher, Kätzle, Kätzlich.
α. der Salweide [verbr., Wilde 256]; Zs. PfWB Palmkätzchen, PfWB Kitzenkatzen, PfWB Weidenkätzchen. —
β. des Spitzwegerichs (Plantago lanceolata), Ketze [ KU-Jul], Katz(e)le [Wilde 254 (NPf)], klane Katzele [ RO-Bistschd]. —
γ. des Haselstrauchs, Kätzelche [ KB-Bennhs]; Zs. PfWB Haselnußkätzchen. —
δ. der Hagebutte, Kätzcher [ ZW-Dellf]; Zs. PfWB Arschkatzelchen. Syn. s. PfWB Hagebutte 1 (K. 183). —
ε. der Fichte, Katze [Wilde 59 (PS-Winz)]. —
ζ. der Tanne, Kätzcher [ IB-Ballw], Kätzelche [ KU-Körbn], Katzele [RO-Sippf], Katzelcher [ KU-Diedk]; Zs. PfWB Tannenkatze 1. —
η. der Kiefer, Kätzcher [RO-Sippf]; Zs. PfWB Tannenkatze 2. Syn. s. PfWB Butzel1 4 (K. 74). —
θ. der Edelkastanie, Katzele [ KB-Dannfs]. —
b. e hoorich Kätzje 'weibliches Geschlechtsorgan' [ KB-Kriegsf]. —
c. 'weißer, dikker Klicker aus Porzellan', Katz [ RO-Alsbr Schweisw Frankth FR-Bockh Lambsh Mühlh NW-Weish/S]; Syn. s. PfWB Schießklicker. —
d. = PfWB Geldkatze. Rappelt die Katz (als Syn. für 'Geld') [Otterstetter 228 (Pirmas)]. —
e. die schwarz (schwarze) Katz im Owe 'das erloschene Feuer' [ KU-Bedb]. —
f. 'Bremsvorrichtung am Wagen, die bei Glatteis verwendet wird', Katz [ IB-Bliesmg/Bolch]; vgl. PfWB Bremse2 2. Syn. s. PfWB Mechanik. —
g. Uzname für die Bewohner von KU-Haschb, Kätzcher; KB-Boland, Katze; GH-Knitth u. Hatzbühl, Katze. Die Bewohner von ZW-Rimschw neckt man: Ratze reire uf de Katze. Zs. PfWB Rußkatzen. —
h. FlN in NW-Ungst: amtl. u. mda.: In der Katz; a. 1490: in Katzellen; a. 1509: in der Katzen.
i. ein beliebtes Turnspiel Katz un Maus [ NW-Frankeck, mancherorts]. —
j. s. auch: Eich-, Feuer-, Frier-, Frost-, Gaul-, Grau-, Grauel-, Kletter-, Krabbel-, Meer-, Schleich-, Schmeichel-, Schmus-, Spiel-, Wald-, Wildkatze. Südhess. III 1187 ff.; RhWB Rhein. IV 272 ff.; Lothr. 279/80; ElsWB Els. I 484/85 Bad. III 87/88.

 

   füttern1 schw.:
1. 'einem Tier Futter1 geben', fiedere (fīdərə) [verbr. WPf NPf fast allg. VPf], (fīðərə) [ Don-Werb Gal-Dornf], (fīrərə) [verbr. WPf NPf selten VPf], (fīlərə) [ KU-Bedb], fittere (fidərə) [mancherorts VPf], (firərə) [ WD-Niedkch]. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB ver-, fett-, PfWB heraus-, PfWB raub-, PfWB überfüttern. Mer missen noch 's Vieh (die Sai, die Hinkel) f. [ LU-Opp, allg.]; die Bien f. 'den Bienen Zuckerwasser geben' [ ZW-L'wied]. De Flachssoome fierert mer 'm junge Veh [ KU-Schmittw/O]. Unser Kuh isch gut gefiedert [ PS-Hintwdth]. De Hund is 's Fiedere net wert [ LU-Alsh]. Begrüßung beim Betreten eines Stalles: Werd gefierert? [PS-Schopp, verbr.]; auch: Dun'r fiedere? [PS-Erfw, verbr.];

[Bd. 2, Sp. 1669]
dass. kurz: Fiedre? [ BZ-Mühlhf]. 's is Zeit Fieleres (Genit. des subst. Inf.) 'Es ist Zeit zum Viehfüttern' [ KU-Bedb, KU-Diedk]. RA.: Das Perd do werd met Zementfässer gefirrert, dem sieht mer noch die Räif em Leib 'Das Pferd wird so schlecht gefüttert, daß die Rippen sichtbar sind' [ WD-Niedkch]. Haschde noch net gefierert? Dein Furerlare (hier: der Hosenschlitz) steht noch uf [ KU-Körbn]. Er hot e Maul, daß mer'n mit de Schipp fiedere kinnt [ LA-Herxh]. Er dut die Hinkel (auch: die Gäns) fiedere 'Er übergibt sich' [PS-H'mühlb, vereinzelt ganze Pfalz]; vgl. PfWB brechen1 A I 3 b. Do, fieder dein Amschel! (mit Schnupftabak) [ KU-Kaulb Kreimb KL-Fischb]. SprW.: Gut gebutzt is halb gefierert, von der Pferdepflege [ KU-Schmittw/O]; auch: Gut getränkt ... [ LA-Wollmh Edh]. Wer die Sau annimmt, muß se ach fiedre [ LA-Edh]. Für das Schaf gilt: Stell mich kalt un fitter mich alt! [ GH-Zeisk]. Volksgl. s. PfWB Hochzeitstag, PfWB Kalb, PfWB Katze. VR. s. PfWB aus I 1 b. —
2. jemanden f. Den Behinderten muß mer fierere wie e kläin Kind [ KU-Schmittw/O]. Er fiedert sein Maul net umesunscht [ Don-Gottlob]. Wann ich getränkt bing'füttert bin ich gleich [Hebel 32]. Volksgl.: Bettpisser backt mer en Pei (engl. pie 'Pastete') vun Mais un fiedert's ne [Fogel Beliefs Penns Nr. 1480]. — Südhess. II 1041/42; RhWB Rhein. II 955/56; Saarbr. 70; LothWB Lothr. 158; ElsWB Els. I 159; Bad. II 269.

 

   futtern1 schw.:
1. 'tüchtig essen', umgspr., futtere (fudərə) [KL-Lind (1951 nach Höh 123 typisch für ehemalige Soldaten des letzten Krieges und allmählich außer Gebrauch kommend) Pirmas (1952 nach Otterstetter 199 nur bei den mittleren und gehobenen Schichten sowie bei Oberschülern) mancherorts VPf]; vgl. PfWB fluttern 2 a. Syn. s. PfWB essen. No, Traudche, was gebt's dann heit Gudes zu futtere? [Glückstein 15]. Des war d'r e Mordsvergnüge, wie de Laabfrosch 's erschte Mol e Mück g'futtert hot [PfRSch. 2. 12. 1926]. —
2. = PfWB füttern1 1. SprW.: Wer gut futtert, der gut buttert [LA-Impfl Land KU-Schmittw/O]. —
3. e paar futtere 'herunterhauen' [ KU-O'eisb]; vgl. PfWB abfüttern, PfWB fluttern 1 a. Syn. s. PfWB verhauen 1. — Südhess. II 1041; RhWB Rhein. II 955/56; Bad. II 269.