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 PfWB Kasten (Bd. 4, Sp. 102)   PfWB Meisen-kasten (Bd. 4, Sp. 1284) 
   Kasten m.:
1. 'aus Holz oder anderem Material gefertigter rechtwinkliger Behälter, der meist durch einen Deckel verschließbar ist', Kaschde (kadə) [verbr. WPf u. NPf, seltener VPf, verbr. Gal], (kḁdə) [mancherorts WPf (z. B. KU-Kaulb KL-Lind) östl. NPf u. nördl. VPf verbr. mittl. u. südl. VPf]; Pl. Kaschde bzw. Käschde; Dim. Käschtche (kędχə) [verbr. WPf NPf u. nördl. VPf], Käschd(e)l (kędəl, kędl) [mittl. u. südl. VPf O-PS]; Pl. Käschtlich [Umg. Land]; vgl. PfWB Kiste; e großer, e alder K.; e schäänes Käschdel u. ä. RA.: Bei denne sin Kischde un Kaschde voll, von Wohlhabenden [LA-Mörzh, verbr.]. Wer nicht recht bei Verstand ist, hot zwelf Käschtcher un dreizeh Käwercher [ KB-Kerzh, mancherorts]; dass. mit dem Zusatz: do brust (braust) enner [ PS-Glashütte]; oder: find ääner sei Käschdel net [ NW-Kallstdt, mancherorts]; Var. s. PfWB Käfer 1b. Er hat e Käschdelche seviel, dass. [ IB-Rubh]. BR.: Truckener März, nasser April, kihler Mai fillt dem Bauer Kischde un Kaschde un bringt viel Hai [ LA-Gommh]. VR. (Schwalbenlied): Wie mer fort sin gfloo, waren Kischde un Kaschde voll, wie mer sin widderkumm, war alles leer [ Gal-Dornf]. —
2. Im besonderen
a. 'kastenartiges bäuerliches Gerät oder Geräteteil'.
α. 'der mit einem Bretterboden u. -seitenwänden versehene zweirädrige Wagen', Kaschde [SP-Ottstdt, verbr. mittl. VPf GH-Zeisk]; vgl. PfWB Kastendiel, PfWB -karch, PfWB -nagel, PfWB -wagen. Zs.: PfWB Bord-, PfWB Diel-, PfWB Tummel-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Karch-, PfWB Rad-, PfWB Rumpel-, PfWB Wagenkasten. —
β. 'Kasten des Kippkarrens zur Aufnahme der Ladung, der vorn ein festes und hinten ein abnehmbares Brett hat und durch ein Querholz vorn am selbsttätigen Umkippen gehindert wird' [mancherorts, bes. VPf]. —
γ. 'Kasten des Schubkarrens [verbr. WPf u. NPf]; vgl. PfWB Kastenschubkarch. Zs. PfWB Schubkasten. —
δ. 'Kasten des Pflugkarchs' [ PS-Gersb]. —
ε. 'Behälter der Windmühle, in den das zu reinigende Getreide geschüttet wird', auch 'Gehäuse der Windmühle' [mancherorts]. Zs.: PfWB Mahl-, PfWB Schüttel-, Windmühlkasten. —
ζ. 'Kasten der Rübenmühle, in den die zerkleinerten Rüben fallen' [ NW-Frankeck]. Zs. Rübenmühlkasten. —
η. 'Wasserbehälter unten am Schleifstein, in den die Schleiffläche des Steines taucht', bei neueren Schleifsteinen; auch 'Behälter (aus Blech) zum Auffangen des Wassers, das auf den Stein gegossen wird', bei älteren Schleifsteinen [RO-Sippf mancherorts].

[Bd. 4, Sp. 103]
Zs. PfWB Wasserkasten. —
θ. 'Kasten zum Transport der Tabaksetzlinge' [verbr. südl. VPf]. —
ι. 'kastenförmige Einfassung des Ziehbrunnens'. Zs. Brunnenkasten.
κ. = PfWB Dreschmaschine, Kaschde, auch Dreschkaschde [Don-Steinmetz]. —
λ. s. Zs. PfWB Futter-, PfWB Heu-, PfWB Stoßkasten. —
b. 'Kasten als Gerät oder Teil eines Geräts des Handwerkers'.
α. des Müllers; Zs.: PfWB Beutel-, Kleie-, +Mahl-, +Molter-, +Schälkasten.
β. des Maurers; Zs. PfWB Speiskasten. —
γ. des Metzgers; Zs. PfWB Saukasten. —
c. in der Tierhaltung.
α. Imkerei 'Beute 2 für Bienenvölker' [KL-Matzb, verbr.]. BR.: Wann die Imme in der Woog (im Sternbild der Waage) schwärme, gebts viel Hunich in seller Kaschde [Fogel Beliefs Penns Nr. 1094]. Zs.: PfWB Bien(en)-, PfWB Fang-, Fütter-, PfWB Immen-, Königinnenzucht-, Schwarm-, PfWB Stroh-, PfWB Waben-, PfWB Zuchtkasten. —
β. Taubenzucht; e Kaschde for Dauwe [ZW-Battw, verbr.]. Zs.: PfWB Taubenkasten. —
γ. s. Zs. PfWB Aal-, PfWB Affen-, PfWB Fisch-, PfWB Hunds-, Hünkel-, PfWB Meisen-, PfWB Starenkasten. —
d. Haushalt.
α. 'Kasten zur Aufbewahrung von Lebensmitteln' [verbr.]. Zs.: PfWB Tisch-, Gewürz-, PfWB Käse-, PfWB Mehl-, PfWB Rauch-, PfWB Salzkasten. VR. s. PfWB Käse 1a. —
β. 'Kasten bzw. Kästchen zur Aufbewahrung der Kleider u. sonstiger kostbarer Dinge'. Zs.: PfWB Glas-, PfWB Kleiderkasten. RA.: Uf die Kerwe sin die Borsch wie aus'm Käschtche [ FR-Carlsbg]. —
γ. 'Koffer aus Holz' [ FR-Merth]. —
δ. 'eine ungefähr 2,5 m lange Kiste mit ein- oder zweiteiligem Deckel, schöngeformter Rücklehne und an beiden Seiten geschwungenen Armlehnen', Möbelstück früherer Zeit, Kaschde [ PS-Erfw]. —
ε. 'Bett', abschätzig; sich in de K. lee (leche) [verbr.]. —
ζ. s. Zs.: PfWB Aschen-, +Bauch-, Pflaster-, Verbands-, Holz-, Kohlen-, Näh-, Rasier-, Sand-, Spauz-, Spuck-, Strick-, Uhren-, Wichs-, Zigarrenkasten.
e. im Ort.
α. 'Briefkasten'; die Briefe in de K. werfe [PS-Erfw, verbr.]. Zs.: PfWB Post-, PfWB Briefkasten. —
β. 'kleiner, vergitterter Holzkasten im Gemeindehaus zum Aushang von amtlichen Benachrichtigungen'. Sie komme ins Käschtche (Käschdel), vom Aufgebot der Brautleute [Pirmas, verbr.]. —
γ. s. Zs. Senkkasten. —
f. in der Schule, bes. Arbeitsgerät des Schülers. Zs.: PfWB Farb(en)-, PfWB Feder-, PfWB Griffel-, Kreide-, PfWB Lese-, PfWB Mal-, Zeichenkasten. —
g. in Musik u. Unterhaltung.
α. 'Radio- u. Fernsehgerät', abfällig; de Kaschde abstelle usw. [verbr.]. —
β. die Gei (Geige) aus 'm K. hole [ NW-Kallstdt]. Zs. PfWB Geigenkasten 1. —
γ. s. Zs. PfWB Guck-, PfWB Leier-, PfWB Pulcinellen-, PfWB Simulierkasten. —
h. im Sport.
α. 'kastenartiger Kinderschlitten', Kaschde, Käschdl [verbr. nördl. u. mittl. VPf]; vgl. PfWB Kastenschlitten 1. Zs.: PfWB Butter-, Eis(en)-, Glind-, Glitsch(en)-, Glitz(er)-,

[Bd. 4, Sp. 104]
PfWB Rumpel-, PfWB Schleif-, PfWB Schlitten-, PfWB Schnee-, PfWB Wagenkasten.
β. 'Torgehäuse', bes. beim Fußballspiel; eens in de Kaschde krie [KB-Bischh, verbr.]. —
3. übertr.
a. sachl.
α. 'altes Haus', abschätzig; alder Kaschde [ BZ-Annw, mancherorts]; vgl. PfWB Kastell. Syn. s. PfWB Hütte 1a. —
β. 'Gefängnis, Dorfgefängnis', Kaschde, Käschdl [ BZ-Sarnst, mancherorts]. Er sitzt im K. Er hot drei Daa (Tage) K. kriet [mancherorts]. Syn. s. PfWB Kittchen. —
γ. 'Transportmittel, bes. Auto', abschätzig; alder K. [verbr.]. s. auch Zs. PfWB Feuer-, PfWB Rumpelkasten. —
δ. 'Gebäude, Raum zur Aufbewahrung des Zehendgetreides'. a. 1383: burg und veste Stauff mit allem buwe an thornen, an husern, an stellen, an casten [SSp., Urk. über Verpfändung der Burg Stauf]; vgl. PfWB Kastenvogt. —
ε. s. Zs. PfWB Fleischkasten 2, scherzh. für 'Sarg'. —
ζ.
αα. 'zum Trocknen zusammengestellte Garben, mit und ohne Hut' [verbr. WPf u. NPf vereinzelt VPf]; vgl. PfWB Haufen 1a. Die Zahl der aufgestellten Garben schwankt je nach Getreideart zwischen 5-15. Zs. PfWB Kornkasten. - -
ββ. De Kleesome stellt mer uf Käschtcher [ KU-Schmittw/O]. - -
γγ. 'ein Haufen kegelförmig stockhoch aufgesetzter Maisstengelbüschel zum Aufbewahren für den Winter' [Don-Steinmetz]. - -
δδ. 'Kreis(e) beim Klikkerspiel', Käschdl [ GH-Zeisk]; vgl. PfWB Kreiselns. —
b. vom Menschen
α. 'korpulenter Mensch', bes. 'große, dicke Frau'. Zs. PfWB Mordskasten. Esch des en Kaschde! [NW-Duttw, verbr.], e feschder K. [ PS-Schmalbg], e K. vum'e Weibsbild [ HB-Schwarzb], e K. mit Ditze wie e frischi Kuh [ ZW-Battw]. —
β. s. Zs. PfWB Brust-, PfWB Geigenkasten 2. —
γ. s. Zs. PfWB Blech-, PfWB Profit-, PfWB Nörgelkasten. —
δ. 'Kopf, Schädel', mehr scherzh. Zs. PfWB Gedächtnis-, PfWB Gehirn-, PfWB Hirnkasten. Er hat was uf'm K., von einem klugen Menschen [Otterstetter 249]. Dem fehlt's am Käschdl 'Er ist geistig nicht normal' [ FR-Flomh]. Dem rappelt's im K., dass. [ ZW-Gr'bundb]. Er hot e Herschmann (Hirschkäfer) im K. [ IB-Hass]; vgl. auch RA. bei 1a. — Südhess. III 1173 ff.; RhWB Rhein. IV 247 ff.; LothWB Lothr. 278; ElsWB Els. I 476; Bad. III 84.

 

  -kasten m.:
1. = PfWB Meisenkar 1 a, Määsekaschde [ LA-Siebdg], Dim. -käschdel [ GH-Weingt]. —
2. = PfWB Meisenkar 1 b, Määsekaschde [ RO-Obd], Dim. Maasekäschtche [ KU-Adb]. — Südhess. IV 618; RhWB Rhein. V 1052. —