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 PfWB kärmsen (Bd. 4, Sp. 75)   PfWB schnaufen (Bd. 5, Sp. 1263) 
   kärmsen, karmschen, kärmschenschw.:
1.
a.
α. 'Schmerzen leiden', rmse (kärmsə) [mancherorts WPf RO-Finkb PS-Saalstdt NW-Lambr]. —
β. 'kränkeln, langsam hinsiechen', rmse [verbr. WPf (ohne SWPf) u. NPf mancherorts Don Gal Buch], karmsche (karmə) [ RO-Nd'mosch], karmse [ KU-Adb]; vgl. PfWB herumkärmsen 1 c, PfWB härmsen, PfWB Gekärms 1. Mer hot halt immer se k. [ KL-Mehling]. Er kärmscht de Winder erum 'Er ist im Winter oft krank' [ RO-Münchw]. —
γ. 'mit dem Tode ringen, sterbend röcheln', rmse [mancherorts WPf (ohne lothr. SWPf) u. NPf], kaarmsche [ KL-Weilb], rmche [ KL-Erfb]. Der hot misse kärmse, bis er tot war [ PS-Geisbg]. —
δ. 'nicht richtig gedeihen', auch von Tieren und Pflanzen, rmse [mancherorts WPf u. NPf Don Gal Buch]; vgl. PfWB herumkärmsen. Die Planze kärmsen dasjohr [ Gal-Dornf]. —
ε. 'schwer atmen, keuchen', rmsche (gärmə) [ LA-Walsh BZ-Apphf GH-Kuhdt], karmche [ KU-Hohöll]. —
b.
α. 'lamentieren, klagen, sich grämen', rmse [mancherorts WPf u. NPf], rmsche [mancherorts südl. VPf PS-Bundth], giarmsche [ BZ-Nd'horb], rmche (kärmχə) [ KU-Rehw]; vgl. PfWB verkärmsen 3 a, PfWB kärmen, PfWB kärmsten 1. —
β. 'großes Verlangen nach etwas haben', bes. bei Krankheit, rmsche [verbr. südl. VPf O-PS Schandein Sprachsch. 74], garmsche [ BZ-Dernb]. Das Kind hot gegärmscht 'wehleidig um etwas gebeten' [ LA-Essing]. Der Krank kärmscht noch Wasser [ GH-Minf]. —
γ. Der gärmscht 'ringt' no Luft [ GH-Kuhdt]. —
δ. 'nörgelnd einem zusetzen', rmse [mancherorts WPf PS-Ruhbk NW-Haßl]. —
c. 'sich abmühen, abplagen', rmse [vereinzelt WPf (ohne lothr. SWPf)], rmsche [ KL-Reichb], rmsche [ RO-Alsbr L'meil]; vgl. PfWB kärmsten 2. Zs. PfWB abkärmsen. —
2. 'büßen', rmse [ PS-Glashtt KB-Eisbg Don-Tscherw]; vgl. PfWB bekärmsen. Er muß schwer k. [ PS-Glashtt]. — Intensiva mit -sen, -schen, -chen zu PfWB kärmen. — Südhess. III 1126; LothWB Lothr. 276; Bad. III 75 karmeiseln.

 

   schnaufen schw.:
1.
a. 'atmen, Luft holen', von Menschen und Vieh, schnaufe (naufə) [verbr. außer lothr. SWPf, Bertram § 130 Christmann Kaulb 20 Höh 132 Kühn Hamet 134 Mang 125 Müller Dietschw 66 Schneckenburger 29, 49, Lambert Penns 137 Krämer Gal 190], schnufe (nūfə) [mancherorts lothr. SWPf]; Part. Perf. geschnauft [verbr.]; vgl. PfWB Ausschnaufer, PfWB Geschnaufe; Zs.: PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB verschnaufen; dorch die Nas schnaufe, vom Pferd [ WD-Niedkch]. Er kann net sch. [ LU-Opp]. Er schnauft noch 'Er atmet, lebt noch' [ LU-Opp]. Ich kann net recht sch. [ BZ-Dernb]. Der kann seim Nochber 's Schnaufe net vergunne 'Der ist neidisch auf seinen Nachbarn und gönnt ihm nichts' [ KU-Liebsth]. Er schmeißt de Hinkel Welschkarn 'Maiskörner' hie / Un gebt ne aa zu saufe; / Ach! Hett er's juscht so gut wie die, / Noh kennd er freier schnaufe [Birmelin Penns Gezw. 63]. Noh kummt en Ochs an's Wasser bei / Un fangt mol aa zu saufe; / Der Bullfrack 'Ochsenfrosch' schpringt in's Wasser nei, / Hot gnapps die Zeit fer schnaufe [Birmelin Penns Gezw. 80]. Schnaufsch durch die Nos in Intervalle [Damm Nachtdischlamp 56]. RA.: ufhere se sch. 'sterben' [Höh 160]. Er hot 's letschtmol geschnauft 'Er ist gestorben' [SPf]. (Der) Er hot's Schnaufe vergesse 'Er ist gestorben' [LU-Friesh, KU-Schmittw/O NW-Freinsh Kallstdt Hebel 27 Otterstetter 226]. Er hot mim Schnaufe ze schaffe 'Es fällt ihm schwer, Luft zu bekommen' [ LU-Friesh]. Jemanden schlagen, bis er 's Schnaufe loßt [ KU-

[Bd. 5, Sp. 1264]
Wahnwg.] Volksgl.: Wammer in en Vogelnescht schnauft, gehn die Alte nimme druf [Fogel Beliefs Penns Nr. 2068]. Fer Schlickser trink drei, sibe oder nein Schluck Wasser uhne (ohne) geschnauft [Fogel Beliefs Penns Nr. 1526]. Wann ens der Blohuschte 'Keuchhusten' hot, fangt mer 'n Fisch aus em Wasser, loßt 's dran rieche oder loßt der Fisch uf 's Schnaufe, no geht der Huschte weg [Fogel Beliefs Penns Nr. 1805]. —
b. 'schnell atmen, hörbar keuchen und Luft (durch die Nase) ausstoßen, nach Luft schnappen, bes. bei Anstrengung', von Menschen und Vieh, schnaufe [verbr. außer lothr. SWPf, Juner 90, Don-Schowe Torscha Gal-Josbg], schnoufe (noufə) [ IB-Seelb], schnufe [ HB-Nd'gailb Seyw Utw IB-Gersh Habkch]; Syn.: PfWB atmen, PfWB aufziehen III4, PfWB balgen 3, PfWB pfeifen 1 c, PfWB blähen1 3, PfWB blasen 4, PfWB blästern 2, PfWB pumpen 2 b, PfWB pusten, PfWB trämchen, PfWB verfangen 1aβ, PfWB gapchen, PfWB gaupsen 1, PfWB heben I 2 d, PfWB hecheln1, PfWB hechen, PfWB hechten, PfWB hechzen, PfWB hetzen2, PfWB holen 1 f, PfWB hörcheln 1, PfWB jächen, PfWB japsen, PfWB jasten, PfWB jästen 1bγ, PfWB kärmsen 1aε, PfWB keichen, PfWB keifen, PfWB keuchen, PfWB kräcksen1 2, PfWB krucksen 1, PfWB lällen, PfWB lechern1 1, PfWB lechzen, PfWB quarchen, PfWB quärchen 1, PfWB rasseln 1fα, PfWB röcheln, PfWB schlägebäucheln, PfWB schnappen 7 a, PfWB schnarcheln 2, PfWB schnarksen 2, PfWB schnauben 1, PfWB schnausen 7, PfWB schneuzen 1 b, PfWB schöpfen 2; arich (arg) sch. [ KU-Bedb NW-Wachh LA-Nußd GH-Bellh Sondh]; hart sch. [ LU-Opp NW-Rödh]; fescht sch. [ NW-Ungst LA-Edh GH-Wörth]; korz sch., vom Hund [ PS-Geisbg]; dief sch. [ ZW-Battw]. Die Kuh schnauft [ NW-Forst, mancherorts], arich [ PS-Rodalb], hart [ PS-Hintwdth LA-Insh BZ-Eußth GH-Schwegh]. Der schnauft so hart [ NW-Duttw]. Wenn die Kuh üwerhascht oder üwerjascht ist, dann tut sie hard sch. [ LA-Siebdg]. Ich muß fescht sch. [ PS-Erfw]. Gell, es geht zu schnell, du muscht sch.! [ BZ-Dernb]. Ich häbb sch. misse [ GH-Kand]. Ich hab orndlich sch. misse [Frankth]. E Pälzer Musikant, der schnauft in sei Trombeet [Kraus Pat 28]. Die Kleidung ist so eng, mer kann kaum drin sch. [ ZW-Gr'bundb]. RA.: sch. wie en (e) dämbicher (dämpfig 'asthmatisch') Gaul [FR-Bockh, Krämer Gal 190], wie en alder Gaul [ KL-Stelzbg], wie e Poschtgaul [ PS-Gersb], wie e Perd [ ZW-Mörsb], wie 'n Ochs [ NW-Freinsh], wie e g(e)stoppd(i) Gans [KU-Schmittw/O LU-Dannstdt Friesh SP-Dudhf W'see LA-Birkw Herxhwey Roschb GH-Knitth, L. Hartmann in: Bayerland 1933 480, mancherorts Don Gal Buch], wie e Stoppgans [ Don-Schowe], wie e fedd(i) Gans [ KB-Kerzh Stett FR-Bockh Carlsbg Höning NW-Lambr, Gal-Dornf], wie e fedder Gansert [ RO-Semb], wie e Dampappel (Dampfapfel) [ KU-Wolfst], wie e Dampfmaschin [ GH-Kand], wie e Dreschmaschin

[Bd. 5, Sp. 1265]
[ KB-Kriegsf]. Du schnaufscht jo wie e fedder Gansert [ KL-Heilmosch], als wannsche Hase gejaht häscht [ KL-Heilmosch]. Du schnaufsch jo, als wann de de Eelberg (Ölberg) abtraa mischt [Kaislt]. Dem iss sei' Maul a kä Stiefkind unn er schnauft wie e feddi Gans [Westricher Kalender 1957 102]. Schnaufscht wie e Jagdhund, wer war dann hinne an der? [ KU-Dennw/Frohnb]. —
c. 'bei heftigem Ein- und Ausatmen die Nüstern aufblähen', vom Pferd [ KU-Hefw RO-Dielkch]; vgl. PfWB schneuzen 1 b. —
d. verschnaufen 'nach einer Anstrengung wieder zu normalem Atem kommen, ausruhen'. —
2. 'stehlen, entwenden' [ KU-Hachb]. — RhWB Rhein. VII 1566/67; LothWB Lothr. 462, ElsWB Els. II 495/96 schnufen; Hess.-Nass. III 333; Frankf. V 2777.