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| PfWB Kanzel (Bd. 4, Sp. 50) | PfWB Wirbel (Bd. 6, Sp. 1398) | |||||||||||||||||||||||||||
1. wie schd., Kanz(e)l (kḁndsəl, kḁndsl; zu a - ḁ vgl. PfWB Kandel) [verbr.]. De Parre geht uf die K., preddicht uf de K. [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: Heit werren se vun de K. geworf 'wird die Verlobung des Brautpaares kirchlich verkündigt' [ RO-Dielkch, mancherorts, Don-Schowe vereinzelt Gal], vun de K. runnergeschmisse, [Bd. 4, Sp. 51] dass. [ LU-Böhl, mancherorts], falln se vun de K., dass. [ PS-Erfw]. Androhung von Schlägen (männl. Jugend): Ich schlag der uf de Hochaltar, daß de Parre uf de K. wackelt [ LU-Maud]. KR.: Hier steh ich uf de Kanzel un prellich wie e Amschel. Kimmt die Katz un lacht mich aus, is die ganze Prellich aus [ KU-Bedb]; Var. s. PfWB Amsel 1, PfWB Bibel, PfWB Fledermaus 2, PfWB Kuh, PfWB Magd, PfWB Maus. Neckreim: Was hämmer fer e Kanzl in unsre alde Stadt? E Lääder esch jo känni dran, de Parre zieht mi'm Strick sich nan. Was hämmer ... [ LA-Hainf]. — 2. a. 'hochgeladener Wagen'. Des is die reinscht K. [ KB-Kriegsf]. — b. aldi K. 'altes Haus', scherzh. [ KU-Elschb KL-Kottw/Schwand]; alt K. [KU-O'staufb]. — c. 'oberster Teil des Hinterkopfs, Wirbel, Scheitel', bes. in der Zs. PfWB Lauskanzel [Nachlaß Heeger]. — d. FlN in KU-Ulm Rockhs KL-Heilmosch PS-Hintwdth Bruchw/Bärb NW-Frankeck Elmst BZ-Ingh; meist vorspringende Hügel oder Felsen, die an die Kanzel 1 erinnern. — e. Zs.: PfWB Reh-, Rückkanzel. — Südhess. III 1091; RhWB Rhein. IV 146 ff.; LothWB Lothr. 274; ElsWB Els. I 453; Bad. III 66.
| 1. was in drehender Bewegung ist. a. 'Strudel im Wasser', Werwel (werwəl, węrwəl) [mancherorts, Castleman Zwbr. 31 Christmann Kaulb 14, 64 Höh 83 Mang 101 Müller Dietschw 71 PfId. 151 Lambert Penns 172 Krämer Gal 243]; Dim. Werwelche [vereinzelt]; vgl. PfWB Strudel 1. Dort macht's Wasser en W. [ LA-Gommh]. — b. 'kleine Windhose, wirbelnde Staubfahne', Werwel [mancherorts], Wirwel (wirwəl) [ LA-Mart]; Zs.: PfWB Schneewirbel; Syn. s. PfWB Wirbelwind u. K. 401. — c. 'Kreisbewegung im Tanz'. Dann dreimol 'rum im Werwel [Schandein Ged. 135]. — 2. was sich drehend bewegen kann. a. 'Kettenglied, das sich um seine Längsachse drehen kann', z. B. an der Kuhkette [KU-Bedb RO-Sippf KL-Weilb KB-Albish FR-Albsh Kleeberger 121 Klein Wag. 113]. — b. 'Drehriegel am Fenster' [ RO-Dielkch FR-Albsh NW-Kallstdt LA-Wollmh]; vgl. PfWB Fensterreiber, PfWB Reiber 2 a. — c. 'drehbarer Stift an der Geige zum Spannen der Saiten' [ KU-Schmittw/O]. — d. 'Knochen der Wirbelsäule' [mancherorts]; vgl. PfWB Jude 2 f, PfWB Knochen 1 a β. ββ, PfWB Kübel 2 a α, PfWB Maseln; Zs.: PfWB Hals-, PfWB Rückenwirbel. RA.: de W. verdrehe 'in den Bereich des Halswirbels schlagen' [ NW-Geinsh]. — e. 'Knochengelenk' [ BZ-Dernb]. Der Knoche esch aus em W. 'ausgekugelt' [ BZ-Dernb]. — 3. a. 'Stelle mit kreisförmigem Haarwuchs' [verbr., Bernhard 187 Kamm 69 Kieffer 81 Albrecht 141, 144], Wäärwel [Hussong Kirkel 169], Warwel (warwəl) [ ZW-Marthh], Warbel [Beam Penns 105]; vgl. PfWB Haarzwirbel, PfWB Hund II 2 a, PfWB Naupenbürsten, Wetter-, PfWB Widerbürste 1 a; Zs.: PfWB Doppel-, PfWB Haarwirbel. Berschte leet die Werwel glatt [Kühn Hamet 26]. Volksgl.: Ein Mensch mit zwei Haarwirbeln: gilt als Massik 1 b und als schwer erziehbar, verspricht jedoch tüchtig zu werden [RO-Sippf Pirmas], besitzt ungewöhnliche Geschicklichkeit, wird Reichtum erlangen [ KU-Wolfst], gilt als bösartig [ PS-Gersb]. Mit dem is nit gut Kersche esse, vor dem nemm dich in acht, der [Bd. 6, Sp. 1399] ![]() [Bd. 6, Sp. 1401] hot zwee Werwel [Frankth]. — b. 'Stelle am Hinterkopf, auch der ganze Kopf, Scheitel' [mancherorts, Gal-Dornf]; vgl. PfWB Kanzel 2 c; Syn. s. PfWB Kopf I 1. Der is uf de W. gefall [ PS-Nd'simt]. Uff emol fliegt mer aus 'me Hof / En Mordsschneeballe an de W. [Räder Bitzler 50]. RA.: Ich schlaan der (ebbes) uf de W. (die Werwel Pl.) [vereinzelt, Kühn Kumödi 28]. Ich han em de W. gesuucht 'ihn auf den Hinterkopf geschlagen' [ KU-A'glan]. — 4. 'Aufhebens, Umstände, Trubel', nur in der RA.: Mach net so en W. (um die Sach) [vereinzelt]; vgl. PfWB Umstand 2. — 5. Weitere Zs.: PfWB Sonnenwirbel. — F.: Aus folgenden Orten liegen Hinweise auf Genus f. vor: [KU-A'glan Bedb Brück Schmittw/O WD-Niedkch RO-Lettw Lohnsf Messbhf Obd KL-Matzb Siegb Stelzbg Weilb PS-Gersb Nd'simt KB-Bubh Kühn Hamet 26 Kühn Kumödi 28], bes. in der RA.: uf die Werbel schlaae. Möglicherweise sind diese Genusangaben auf nicht mehr erkannten Pl. von Wirbel zurückzuführen. Eindeutigere Indizien für Genus f. fehlen. — RhWB Rhein. IX 569 ff.; LothWB Lothr. 545; ElsWB Els. II 846/47.
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