Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Kalb (Bd. 4, Sp. 18)   PfWB Mutter-kalb (Bd. 4, Sp. 1495) 
   Kalb n.:
1.
a. 'Junges von der Kuh', Kalb (kḁlb, seltener -a-) [verbr.], (kḁłb) [ KL-Lind], Kalf [vereinzelt lothr. SWPf], Pl. Kälwer (kelwər, -ę-); Dim. Kälbche, Pl. -er [WPf (ohne Ost-PS) NPf nördl. VPf], Kälwel, Pl. Kälwle [mittl. u. südl. VPf Ost-PS], Pl. Kälwlich [Bereich um Land]; vgl. bes. Christmann Kaulb § 7 b, Höh § 7 A 5, Bertram § 27, Heeger Südostpf. § 52; Zs.: PfWB Tochter-, PfWB Tütz-, PfWB Farren-, PfWB Ketten-, PfWB Kübel-, PfWB Kuh-, PfWB Milch-, PfWB Mutter-, PfWB Ochsen-, PfWB Rinds-, PfWB Stech-, PfWB Stier-, PfWB Welts-, PfWB Zugkalb. Die Bläß kriet e K. [RO-Dielkch verbr.], macht e K. [KU-Bedb, verbr.]. Die Kälwer saufe drei bis vier Woche, dann werre se abgewehnt [LA-Maik, verbr.]. Meer binnen dasjohr zwee Kälwer ab [verbr. Gal]; vgl. PfWB abbinden 1 a α. RA.: Wer gierig und viel trinkt, sauft wie e K. [ ZW-Battw]. Wer verblüfft dasteht, macht Aue wie e g'stochenes K. [ KU-Hundh].

[Bd. 4, Sp. 19]
Ein großer Dummkopf es dummer noch wie e K. [verbr. NPf]. Wer sich schlecht entwickelt, macht sich wie e grindich Saiche, wie e lausich Kälbche [Pirmas verbr. Gal]. Wer sich übergibt, macht e Kälbche [verbr. WPf NPf vereinzelt VPf], hot e Kälwel angebunne [LA-Gommh Hebel 29 NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch]. Wer betrunken nach Hause kommt, hot e Kälbche hembrung [ PS-Höheinöd]. Der Säufer versauft 's K. im Mudderlaib [ BZ-Albw]. Ein Lümmel isch 's K. vunere wieschte Kuh [ PS-Erfw BZ-Dierb]. Jetzt kriegt 's Kälwel Lais, wenn man sich keinen Rat mehr weiß [ LU-Limbghf]. Den »Götzgruß« beantwortet man: Kih un Kälwer, die lecken sich selwer. Leck dich aach! [ Gal-Bagbg Dornf]. SprW.: Erschdes K. - e Gääs, zwettes K. - wer wääß? Drittes K. - sehn zu! Viertes K. - e Kuh. 'Erst das vierte Kalb gibt eine vollwertige Kuh' [ BZ-Dierb]. Wann 's K. versoff is, deckt de Bauer de Brunne zu [mancherorts, Hebel 48]. Aa e alt Kuh war emool e Kälbche [ KU-A'glan]. Wenn ein Gerichtsprozeß die Kuh gekoscht hat, kann aach 's K. noch druffgehe [ NW-Deidh]. BR. s. PfWB Februar. Volksgl.: 's erscht K. vume Rind ziekt mer net uf, mer verkaaft's [Fogel Beliefs Penns Nr. 745]. Eme K. schneit mer Hoor vum Schwanz ab un fiedert sie der Kuh, no plärrt sie net [Fogel Beliefs Penns Nr. 764]. Beim abnehmenden Mond darf man kein K. »abbinden« (abgewöhnen), dies muß im Zeichen des Löwen geschehen [Pfälzer Heimat 1931 Nr. 16]; vgl. auch Maurerschurz. KR.: s. PfWB Birne 1 a, PfWB Taler, PfWB Kanzel. a. 1409: Inname Gelt vß verkeuffter Frucht, ... Ferckeln, Zickeln, Fulle, kelbern [SSp Mgr. Baden 2½]. —
b. s. Zs. PfWB Hirsch-, PfWB Rehkalb. —
2.
a.
α. 'großer, dicker Hund', Kalb [ GH-Nd'lustdt], Kälwel [ LA-Edh]. —
β. s. PfWB Wasserkälbchen. —
b.
α. 'dummer, einfältiger Mensch', Schimpfw. du Kalb! [verbr.], Kälbche [ KU-Schmittw/O], Kalb Moses [verbr., PfId. 72]. Zs.: PfWB Blas-, PfWB Dumm-, PfWB Mai-, Mond(s)-, PfWB Mords-, PfWB Muhkalb. Syn. s. PfWB Tappes 1 a. —
β. Neckname für die Bewohner von KU-O'alb HB-Höch ZW-Mauschb, Kälwer. Zs. s. PfWB Talkalb. —
γ. s. PfWB Geschwisterkälblein. —
δ. s. April(en)kalb. —
ε. s. PfWB Nachtkalb. —
c. 'flegelhafte Mannsperson'; e K., e aldes K. [ IB-Gersh]; vgl. RA. unter 1 a. Syn. s. PfWB Rüpel. —
d.
α. 'eine besonders dicke Spielkugel'; e Kälwel [ PS-Winz]. Syn. s. PfWB Schießklicker. —
β. Kälwel 'flacher Stein im Kinderspiel'; Kälwele schmeiße. Es geht darum, flache Steine so über eine Wasserfläche zu werfen, daß sie aufspringend darübergleiten. Je öfter ein Stein die Wasserfläche berührt, desto mehr Kälbchen werden gezählt [ LA-Böbing Don-Schowe Torscha]. — Südhess. III 1045 ff.; RhWB Rhein. IV 61 ff.; LothWB Lothr. 271; ElsWB Els. I 432; Bad. III 51.

 

  -kalb n.:
1. = PfWB Kuhkalb, Mudder, Modder, Murrerkalb, s. PfWB Mutter [mancherorts], Mulerkalb [ IB-Ensh]. —
2.
a. Schimpfwort [ PS-O'simt]. —
b. 'kleines Kind', nur Dim. Mudderkälbche [ KU-Diedk]. — Südhess. IV 847; RhWB Rhein. V 1483; Lothr. 375; ElsWB Els. I 432. —