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 PfWB Jung-frau (Bd. 3, Sp. 1384)   PfWB Graf (Bd. 3, Sp. 403) 
   Jung-frau, Junge-f.:
1.
a. 'Mädchen im heiratsfähigen Alter', bes. 'unberührtes Mädchen', Jungfraa (juŋgfrā) [ LU-Altr]; vgl. PfWB Jungfer 1 a. Volksgl.: Eine J. darf keinen fremden

[Bd. 3, Sp. 1385]
Brautkranz aufsetzen, sonst wird sie nie Braut [ NW-Meckh]. Eine Brauchformel zur Heilung einer Geschwulst s. PfWB Geschwulst. Rätsel von der Kirsche: Es sitzt eine J. auf dem Baum, hat ein rotes Röcklein an, im Herzen einen Stein. Was mag das sein? [Hebel 120]. a. 1295: Nimit auch eine juncfrauwe einin man, die min ist, unde ist der man mines bruodirs, sie sal deme manne volgin [ZweibrReg. S. 120]. a. 1531: so es sach were, das einer junkfrau not were zu zeihen, so soll sie zeihen mit einem kranz [Grimm Weist. V 672 (PS-Wallhalb)]. —
b. 'Hausherrin, Dienstherrin', in der Anrede des Gesindes, bes. in bäuerlichen Betrieben, schon um 1925 z. T. veraltet, Jungfraa (ˈjuŋgfrā, -fr) [verbr. NPf HB-Höch ZW-L'wied], -frau [vereinzelt NPf], -frää (-fr) [mancherorts westl. NPf], Jungefraa (ˈjuŋəfrā) [ KU-Eschau Jettb RO-O'hs Bistschd], -frää [ RO-Ob'mosch Dielkch Messbhf], -fräi (-fręi) [ KU-Schmittw/O]; zur Verbr. vgl. K. 24, die durch obige Angaben ergänzt wird. Syn.: PfWB Base 6, PfWB Frau 3 a, PfWB Gote 2 d, PfWB Herrin, Madame, PfWB Mutter, PfWB Wase. Die Dienstboten grüßen die Bäuerin am Morgen: Gumorje, Jungfraa! [ KB-Kriegsf]. Die eine Nachricht überbringende Magd sagt: Mein Jungfraa hot mich geschickt [ KB-Albish]. Ein Rätsel vom Flachs s. PfWB Graf 1. Aus einem Heischevers des Pfingstquacks: Gebt Eier heraus, gebt Speck heraus! Es isch e schääni Jungfrau im Haus [ PS-O'simt]. —
c. s. Schuljungfrau. —
2.
a. im Pflanzennamen Jungfrau Kunkel 'Königskerze' [Wilde 150], Jungfrau Kungen [ebd.]; vgl. PfWB Muttergotteskunkel. —
b. 'das Sternbild der Jungfrau'. Volksgl.: En Kind in der Jungfrau gebore is glicklich [Fogel Beliefs Penns Nr. 7]. Hinkel setzt mer in der J., no kumme sie gut raus [ebd. Nr. 884]. Die Blumesteck blanzt mer im Zunemmende in der J. [ebd. Nr. 1023]. — Südhess. III 1012; Rhein. III 1247 Z. 31; Bad. III 40 Z. 10.

 

   Graf m.:
1. wie schd., Graf (grāf, --) [ KU-Kaulb Kreimb Rothsbg Kaislt Buch-Illisch], (g Rāf) [Pirmas], (g Rf) [ KL-Lind], Grof (grōf) [verbr. NPf SOPf (Nachlaß Heeger) Schandein Ged. 127 verbr. Gal]. Zs.: PfWB Pfalz-, PfWB Land-, Raugraf. Selbscht Groofe, Ferschde, hänn Respekt (vor dem Lied) [Keiler 12]. RA.: Er kummt doher wie e G. [KU-Kaulb, verbr.]. M'r määnt grad, du wärscht de G. Deiwel, von einem aufgeblasenen Menschen [Wasgau-Bote Nr. 13/ 1934]. Dann isch gewäsche unn gebutzt worre, wie wann de Grafdeiwel selwerscht sein Antrittsbesuch mache dhet [Hartmann Unkel 6]. Der Furchtlose fercht sich vor'm G. Deiwel net [ NW-Haßl Spey]. Das dankt dir G. Deiwel 'Dafür wirst du keinen Dank erfahren' [Pirmas]. Rätsel: 's is e Fäßche wohl gebunn, kummt nie net e Raaf (Reif) drum;

[Bd. 3, Sp. 404]
's trinken Grafe un Ferschte draus, un keener zieht 's Zäppche raus (die Mutterbrust) [Gal-Dornf Landestreu Unterb Buch-St.Onufry]; Var. s. PfWB Faß 1 a. Grin bin ich gebore in meine junge Johre; die Bauere due (tun) mich kloppe, die Jungfraue due mich zoppe, Ferscht un Grafe trage mich (der Flachs) [Spey (Wilde 62)]. Einen VR. s. PfWB Paris 1. Das Kinderspiel Kaiser, König, Kurfürst, Graf s. PfWB Kaiser. 13. Jh.: wir Friederich graue zu Veldentzen [VeldUrk. Nr. 1]. a. 1341: die grewen von Veldentze [SSp., Veld.Kopb. XIV/4 Nr. 2]. a. 1532: der groff von liningen [SSp., Lgb. des Klosters Seebach, B. 38]. a. 1537: ob eynner appeliern wurde, das anfangs nit widers dann vor eynen graffen zu Falckenstein zuo ziegen [PfWeist. II 614 (RO-Gaugrw)]. —
2. s. PfWB Bach-, PfWB Burg-, PfWB Markgraf. — Südhess. II 1435/36; RhWB Rhein. II 1342; LothWB Lothr. 217; ElsWB Els. I 270; Bad. II 457.