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| PfWB Jungfer (Bd. 3, Sp. 1383) | PfWB Elben-trütsch (Bd. 2, Sp. 868) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'unverheiratete Frau'. a. 'junges Mädchen', Jungfer [Beam Penns 112]; sonst nur in festen Prägungen und in der Zs. PfWB Brautjungfer; vgl. PfWB Jungfrau 1 a. RA.: Einfältige und Gutgläubige läßt man die Jungfer uf der Wegelnburg erleese [ PS-Nothw Bundth]; vgl. PfWB Elbentrütsch 1 a. Das war domols, wie der Kaiser noch Gefreiter war un Maria Theresia e J., was vor alter Zeit geschah [ Gal-Bagbg]. VR.: Hel auf der Wiese, Pumbs därf m'r schieße; sieben Jahr gesponne, acht Jahr gewonne, neun Jahr rumdidum — dreht sich Junfer N. erum! [Schandein Bav. IV/2, 331]; eine Var. s. PfWB Hel. Einen Orakelspruch s. PfWB fein 4. Reite, reite, Roß, dort drowe steht e Schloß; do gucke drei Jungfere raus. Die eene wickelt Weide, die anner spinnt Seide, die anner wickelt Hawwerstroh — kleeni Krott, was duschde do? [ RO-Obd]; Var. s. PfWB reiten. Um die Mitte des 19. Jh. gab es auf dem Betzenberg bei Kaislt eine dreigeteilte Kiefer, die drei Jungfern genannt [Zink 47]. — b. 'ältere Junggesellin'; e aldi Jungfer, e alt J. [verbr.]; e aldi Jumfer [ ZW-Battw], Jongfer [ WD-Niedkch HB-Kirrbg]. E aldi J. gelt (gilt) nor halb [ BZ-Dernb]. RA.: (Junfere kommen) uf die Kiwitzewääd, wo die Gäns Hoorbeidel traan un die Ende Baricke (Perücken) [Schandein Bav. IV/2, 365]. — 2. a. Jungfer Katherin 'Menstruation' [Liselotte Briefe 43]. — b. s. PfWB Wasserjungfer. — c. in Pflanzennamen. α. Jungfer im Grin 'Schwarzkümmel (Nigella damascena)' [Wilde 225]; vgl. [Bd. 3, Sp. 1384] PfWB Grete 2 b. — β. Nackige Jungfer 'Herbstzeitlose' [Wilde 102]. Syn. s. PfWB Nacktarsch. — Südhess. III 1011; RhWB Rhein. III 1247 ff.; ElsWB Els. I 176; Bad. III 39/40.
| 1. a. Fabeltier, gewöhnlich in Vogelgestalt, in LA-Edk auch als Eichhörnchen gedacht. (Vgl. die Zeichnung von Max Slevogt in Becker Vk. 120.) In der ganzen Pfalz narrt man einen Leichtgläubigen, indem man ihn dazu überredet, beim Elbentrütschenfangen mitzumachen. Man beschwatzt ihn, sich abends mit einer Laterne und einem offengehaltenen Sack in einem Hohlweg außerhalb des Ortes aufzustellen, während die Spaßvögel sich entfernen, um ihm angeblich die E. zuzutreiben. Nachdem er lange Zeit vergeblich gewartet hat, merkt er, daß er zum besten gehalten wurde. In KU-A'glan läßt man die Dummen am 1. April E. fangen. In Gal-Biczyce sagte man, wenn der Schnee in großen Flocken fiel: Gehn mer uf Sechskoretz (eine Gewanne) un fangen Elbedritsche. In Gal-Dornfeld stellte man den Einfältigen mit einem großen weitmaschigen Sieb auf dem Kopf unter der geöffneten Dachgaube des Heuspeichers auf, während die »Treiber« auf dem Speicher Scheuchrufe ausstießen und schließlich einen großen Eimer Wasser auf den Ahnungslosen herniederplatschen ließen. In Don-Lowrin legte man faules Obst oder sogar Exkremente unter einen Hut und ließ den Dummen daruntergreifen. — Hauptform des fast allgemein im Pl. erscheinenden Wortes ist (vgl. K. 115) Elwedritsche mit den Nebenformen Elbedritsche, Elwerdritsche. Kleine Gebiete bilden Else-, Elzedritsche in der NWPf und Elfedritsche sowie Elwebritsche in der SPf (in einzelnen Belegen auch in anderen Teilen der Pfalz). Für einzelne Orte sind bezeugt: Elmedritsche [ NW-Herxh/Bg. Haardt Lachen], Eljedritsche [ BZ-Darst], Eldedritsche [ KL-Hauptstl], Elschedritsche [ KL-Katzw], Ilwedritsche [IB-Reinh RO-Sippf LU-Altr Iggh LA-Gommh], Ilbedritsche [ KU-Adb SP-Dudhf], Eiledritsche [ LA-Offb], Elwedrische [ LU-Ruchh], Elbedrische [ LA-Diedf], Elbedritschle [Spey GH-Sondh Hagb], Elwedritche [ HB-Medh Seyw], Elwedrutsche [ LU-Dannstdt Muttstdt Böhl NW-Haßl], Elwedratsche [ KU-Konk], Elwedratche [ WD-Niedkch], Elwedrätcher [ FR-N'lein], Elberbritsche [ ZW-Battw], Elfebritsche [ PS-Salzwg], Eldebritsche [ KL-O'arnb ZW-Maßw Kl'steinhs PS-Kröpp BZ-Nd'horb LA-Queichh], Eldebritche [ HB-Böckw ZW-Bottb], Eldebretche [HB- [Bd. 2, Sp. 869] ![]() [Bd. 2, Sp. 871] N'alth], Elsebritsche [ ZW-Riedbg Rieschw O'aub Käshf Marthh Wintb Walshs], Eilebritsche [ BZ-Völkw Dimb]. Formen der Auslandspfälzer: Elwe-, Elbedritsche [verbr. Penns Don Gal Buch], Elderdritsche u. Elbedritschle [Buffington Penns Var. 228/67], Elfedritschel, -dritschelche, Elefantdritsch, Elderbritsch, -twitsch, Elbegricksel, Elefantgricksel [Beam Penns. 28], Ilbedritsche [ Don-Lowrin], Igelsbritsche [ Don-Kernei]. Andere fiktive Jagdtiere, mit denen Uneingeweihte gefoppt werden: Amselrehhase 2, PfWB Bachhammel, PfWB Biber 2, PfWB Buchelaffe, PfWB Dilpetatschen, PfWB Tratschen, PfWB Entratschen, PfWB Kothahn, PfWB Rasselbock, -männchen, — b. RA.: Mit dem kann mer Elwedritsche fange, von einem Leichtgläubigen [KU-Bedb, verbr.]. Auf die Frage, was man vorhabe oder wohin man gehe, erhält man die ausweichende Antwort: Elmedritsche fange [NW-Haßl, Spey Kühn Palz 130]. — 2. scherzhaftes Schimpfw. für Kinder: Ehr Elbetritsche! [ Don-Schowe], für einen einfältigen Menschen; Elbedritsch [Don (ohne Ortsangabe)], für ein ungeschicktes Mädchen [ Gal-Baginsbg]. — 3. 'Bergfink', Elwedritsch [Zweibr]; vgl. PfWB Böhämmer. — Etym.: Nach HwbAbergl. II 761 ist der Elbentrütsch »der vom Alp Getretene«, nach R. Mulch (»Elbentritschen und Verwandtes« in HessBl-VK., Bd. 51/52, 1960, S. 209 ff.) 'der von den Elben Gequälte', wobei der zweite Wortteil mit südhess. tritschen 'strienzen, quälen' in Verbindung gebracht wird. Die Vielfalt der Formen beider Kompositionsglieder erklärt sich als spielerische Veränderung des etymologisch undurchsichtig gewordenen Wortes. Vgl. hierzu auch Mulch a. a. O. — Zum Genus: Einige Belege geben f. an, andere (durchweg Gal) dagegen m. Die Pluralformen lassen neben m. auch n. zu. — Südhess. II 179/80; RhWB Rhein. II 104; Saarbr. 57; ElsWB Els. II 769 Ilbentrütsch; Bad. I 676/77; DWB DWb. III 402.
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