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| PfWB Jesus (Bd. 3, Sp. 1347) | PfWB Blut (Bd. 1, Sp. 1039) | PfWB schenken (Bd. 5, Sp. 929) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'der Begründer der christlichen Religion', Jesus (jēsus), auch Herr J., J. Krischdus [verbr.]; vgl. PfWB Heiland. Gruß bei Katholiken: Gelobt sei J. Christus! [ KB-Kriegsf, mancherorts]. Tischgebet: Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne alles, was du bescheret hast [ BZ-Dierb, mancherorts]; dass. scherzh. nach einer reichlichen Mahlzeit: Komm, Herr Jesus, sei unser Gascht un bring uns morge widder so e Lascht [ BZ-Dernb]. Abendgebet der Kinder: Jesus in meim Herze, Christus in meim Sinn, in Gottes Nome schloof ich in [ Gal-Bolechow]. Ich bin klein, mei Herz sei rein, soll niemand drin wohne als Jesus allein [PennsDeitschEck 25. 5. 1935, verbr. Gal]. Formeln des Volksglaubens: Jesus, Petrus und Johannes gingen hinaus, um zu ackern; da fanden sie ein Würmelein; das Würmelein soll sein weiß, schwarz und rot, daß alle Würmer sind tot [ HB-Kirrbg]; Var. s. PfWB Peter 1. Gegen Blähungen beim Vieh: Scheck (oder ein anderer Kuhname), du hast dich überfange, wie die Juden unsern Herrn Jesu Christ ans Kreuz gehangen [ HB-Kirrbg]; Var. s. PfWB Blut1 1 a, PfWB böse I [Bd. 3, Sp. 1348] 5bα. RA.: Der Wein glaabt an Jesus Christus, vom gepanschten Wein [Wilde 263]. Wu du net bischt, Herr Jesu Krischt, esch lauter Lumberei 'Wo kein Geld ist, da ergeben sich ungute Dinge' [ LA-Nd'hochstdt]; dass. mit dem Nachsatz: do schweie alle Fleere 'schweigen alle Flöten' [ KU-Brück]. — 2. in Ausrufen, bes. der Verwunderung und des Erschreckens. a. Jesses (jęsəs)! [verbr.]; dass. erweitert: o J.! Herr J.! [verbr.]. O (Ach) J.! J., nee! J. nochemol! [verbr.]. J., es geht schun uf elef Uhr! [ KL-Reichb]. J. un kään Enn! [Kühn Schnitze I 166]. Ach, Herr J.! [verbr.]. Herr J., ach! [ KB-Kriegsf, Gal-Dornf]. Hätt Gott die Sintflut nit gemacht, ... ach, J., nee, dann wäre jo die Drache heitzeda noch do! [Münch Weltgesch. 24]; vgl. PfWB herrjesses. J., Gott im Himmel! [ PS-Erfw]. J. Maria! [mancherorts]. J., Maria un Josepp! [ KU-Brück, mancherorts]; dass. mehr scherzh.: J., Maria un e klään bissel Josepp! [ LU-Friesh]. — b. verhüllend: Herr Jeres! [Schandein Sprachsch. 24]. Ach, Herr Je (̩härˈjē) [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB herrje. O Je! [NW-Elmst, verbr.]. Ui Je, ehr Kinn! Drauß is so dunkel wie in're Kuh! [NPfGV Nr. 8/1934]. O jehdi! [Kühn Schnitze I 27]. O jechet! [ GH-Neubg]. O du Herr Jegele! (auch mit dem Zusatz: Schnittlaach un Pederle!) [ LU-Oggh]; Var. s. PfWB Bodensee. Aus lat. Jesu domine entstanden ist Jemine (ˈjēmiˈnē), gew. erweitert zu o J.! [mancherorts]; vgl. PfWB herrjemine. Das in der Studentensprache aufgekommene Jerum bzw. Jerem (jērum, jērəm) wird von Weigand I 947 als Form des lat. Gen. Pl. zu Je gedeutet; vgl. PfWB herrjerem. O J.! [mancherorts]. Jerem nee! [ LU-Friesh BZ-Dörrb]. Herr Jerem, ach! [ KU-Schmittw/O]. O Jerem, ach! [Müller Luscht un Lewe 70]. RA.: Dem muß mer de Herr Jerem geie 'Den muß man verhauen' [KU-O'alb, verbr., auch Gal-Josbg Falkenst]. Vgl. auch die Ortsneckerei bei Boßweiler. — Südhess. III 958 ff.; RhWB Rhein. III 1164 ff.; LothWB Lothr. 267; ElsWB Els. I 412; Bad. III 26.
| 1. 'Blut des Menschen und des Tieres', Blut, selten Blutt, Blur, s. F. a. rot wie B. [allg.]; e Gesicht wie Milch un B., von frischen, roten Wangen [ NW-Frankeck, allg.]. Er hat sieß B., wer vom Ungeziefer geplagt wird [allg.]. Ich bin so verschrocke, wann mich äns g'stoche hätt, härrich (hätte ich) kän Troppe B. gewwe [ PS-Erfw]. Sie verschlaan (hauen) sich, daß's B. spritzt [ KU-Diedk, allg.]. RA.: Ich verschlaa dich, daß die Hunn 's B. lecke [ Don-Schowe, RO-Dielkch]. — Das B. stille, wie schd. [ WD-Niedkch, allg.]. Starke Blutungen stillt man vielfach mit heißen Umschlägen; früher legte man Spinngewebe auf die Wunde [ ZW-Battw Pirmas KU-Brück LA-Wollmh] oder ließ sich brauchen. Ein Brauchspruch aus KB-Kriegsf: Dreierlei Kreitche, häl mer mei Heitche, still mer mei Blut, wie 's der Herr Jesus tut. Vater, Sohn und heiliger Geist; man fährt dreimal gegen die Wunde und sagt den Spruch. Das Blut stillte man auch dadurch, daß man ein Beil oder eine Axt unter die Bettstatt legte, dies vor allem bei Gebärenden. Der Gebärenden wurde auch von einer alten Frau mit dem Beil über den bloßen Leib gestrichen unter Nennung der drei höchsten Namen und Hersagen des Spruches: Wüst Blut, geh fort, Herzgeblüt, an deinen Ort [Schandein Bav. IV/2, 346]. Andere Brauchsprüche s. PfWB bluten, PfWB Jesus, PfWB stillen, PfWB Wunde; Stillung von Nasenbluten s. PfWB Nase. — Mit Übertreibung: Blut schwitze, vor Angst, vor Anstrengung [ KL-Reichb]; vgl. hierzu den VR bei Austerlitz. — Dem is 's Blut aangang, bei Blutsturz, auch von Blutungen bei Frühgeburten [KB-Kriegsf, verbr.]. Blut in der Bed. 'Menstruation' s. PfWB Geblüt. — Der Tbc-Kranke spauzt (spuckt) Blut [ KL-Reichb, allg.]. Es geht B. vunem (von ihm), im Stuhlgang, beim Urinieren [ LU-Opp, allg.]. — Häufig sind Wendungen mit bis ufs Blut 'bis zum äußersten': ene pärze (s. PfWB pferdsen) bis ufs B. [ KU-Bedb], peiniche ... [ LU-Oggh LA-Nd'hochstdt], schinne ... [Land], därre (dörren) ... [ KU-Kaulb]. Wie [Bd. 1, Sp. 1040] uns die Kerl an Leib und Gut han ausgesuckelt bis ufs Blut [Münch Weltgesch. 55]. — Im Blut wird die Quelle des Lebens, aber auch verschiedener Krankheiten gesehen. Das Blut isch 's Lewe [ PS-Erfw]. Er hot sich 's Blut vefror, bei Erkältung [ PS-Geisbg]. Von einem Anfälligen heißt es: Er hot krankes Blut [BZ-Albw, verbr. (1925)], schlechtes B., bei Seitenstechen [ LU-Fußgh]. 's geht ins B. (iwwer), bei einer Blutvergiftung [Land]. Er hot sich 's Blutt verkalt, auch: hot Schärf (Unreines) im B., bei Hexenschuß [ WD-Niedkch]. Bei starkem Fieber ist das B. verbrennt oder verhitzt, vgl. Heeger Vhk. 6. Bei Ohnmachtsanfällen stockt oder stellt sich 's B. [ebd.]. Vom Zittern heißt es: Er hot dick B.; Heilung geschieht durch Aderlassen [KU-O'staufb]. Die Gall isch bei'm ins B. iwwergange, bei Gelbsucht [ LA-Gommh]. — Nach der Meinung des Volkes kann man das Blut verbessern: Rotwein macht B. [LU-Opp, verbr.]. Rotriewe esse macht rot B. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1418]. — b. α. Blut der Tiere, bes. in verschiedenen Wendungen, die bei Schlachtungen gebraucht werden: Blut uffange (rihre), damit es nicht gerinnt. Zs. PfWB Sau-, PfWB Schweineblut. Das B. des Jagdtieres in der Jägerspr. allg. Schweiß, s. d. — β. Pferderasse in den Zs. PfWB Halb-, PfWB Vollblut. — 2. Blut und Seele. a. Blut und Gemütslage. Ruhich Blut! als Aufforderung [allg.]. Kalt Blut un warm angezoh! dass. [ RO-O'mosch]. Kalt B. un warme Unnerhosse! dass. [Kus]. Das macht beeses B. 'verursacht Unfrieden' [ BZ-Albw, allg.]. Das kann ich im Blut net leire 'ganz und gar nicht leiden', z. B. von üblen Gewohnheiten anderer Menschen [NW-Frankeck, verbr. (1930)]. — b. Blut und Charakter. Der zum Zorn neigende Mensch hat dinn (auch: hääß) B. in sich [verbr.]. Sein B. wallt gleich [ KL-Kottw/Schwand]. Der hot dick B., von einem, der sich nicht aufregt [ LU-Opp]. Der Griesgrämige hat sauer B. [ LU-Oggh], hot die Gall im B. [ebd.]. Des leit dem im B., von einem, der immer wieder die alten Fehler oder Straftaten begeht [ ZW-Battw, allg.]. Zs. PfWB Fisch-, Frosch-, PfWB Wanderblut. — 3. a. Blut und Verwandtschaft. RA.: Er is halt unser B., als Ausdruck des Stolzes, wenn ein Verwandter sich ausgezeichnet hat [ NW-Freinsh]. Er is geje soin eije (gegen sein eigenes) Flääsch un B., von einem, der seine Kinder verstößt [ LU-Opp]. SprW.: Verwandt Blut dut net gut 'Verwandtenehen taugen nichts' [ KL-Reichb]. — b. Blut und Volksart, bes. in den Zs. PfWB Hessen-, PfWB Bauern-, Maurerblut. SprW.: Hessisch Blut is Buttermilch, bayrisch Blut werd net all [ RO-Wintbn]. Bolisch Blut dut keem Deitsche gut, Warnung vor Ehen mit Fremdvölkischen [verbr. Don Gal Buch Rußl-Odessa]. Zweerlaai Blut dut uf eem Kisse net gut, dass. [ Gal-Sap]. Blut is dicker wie Wasser [Fogel Prov. Penns Nr. 163]. Blut is [Bd. 1, Sp. 1041] kää Buttermilch [Pirmas]; vgl. PfWB Pfälzer 2. — 4. Blut und Mensch in der RA.: Des isch noch e jung Blut, von einer jungen Frau [ LA-Gommh]. — 5. Blut überirdischer Wesen in den Zs. PfWB Teufels-, PfWB Engelsblut; Pflanzennamen in PfWB Jesu-, PfWB Johannis-, PfWB Muttergottesblut. — 6. Pflanzensaft in PfWB Rebenblut; vgl. auch PfWB bluten. — F.: blūd fast allg., blūr (!) 1930 in KU-Konk, blud WD-Niedkch. — Südhess. I 963 ff.; RhWB Rhein. I 806/ 07; Saarbr. 31; LothWB Lothr. 53; ElsWB Els. II 172; Bad. I 272/73.
| 1. 'eine Gabe überreichen', schenke (ęŋgə, eŋgə), Part. Perf. g(e)schenkt [verbr., Christmann Kaulb 10 Mang 90 Henn Mda.-Int. 112, Lambert Penns 132 Krämer Gal 183], schinke (iŋgə) [RO-Als KL-Trippstdt (Alte) PS-Gersb Hintwdth], schinke, Part. Perf. geschunk [Müller Dietschw 64]. Der dät alles geschenkt nemme [ KU-Bedb]. Der Kaufmann schenkt nix eweg [ PS-Erfw]. RA.: halb (halwer, fascht) g(e)schenkt 'billig, preiswert' [verbr.]. Bei dem kriescht alles halwer geschenkt 'Er verschleudert seine Ware' [ NW-Freinsh]. Des is geschenkt se deier, von schlechter Ware [ KU-Bedb]. Mer meent, er hätt en g'schenkt kriggt, von einem schlecht sitzenden Anzug [ LA-Maik]. Er hot g'schenkt kriet 'ist begnadigt worden' [ LU-Friesh]. Mer kann em Glääwe (Glauben) sch. 'Man kann ihm vertrauen' [ GH-Kand]. Wenn jemand niest, sagt man: Baß uf, du kriggscht heit noch was g'schenkt (nämlich den Schnupfen) [ KU-Schmittw/O, LU-Dannstdt]. Vgl. auch PfWB Mark3 1. SprW.: 'me g'schenkde Gaul guckt mer net ins Maul [ZW-L'wied, verbr.]. Liewer de Maa (Magen) verrenkt, wie em Wert was geschenkt [Kaislt, mancherorts]; Var.: die Gorjel [Bd. 5, Sp. 930] verrenkt [Krieger 6]. 's werd eem nix geschenkt [Krämer Gal 183]. Geschenkt bleibt geschenkt, bes die ganz Welt versenkt 'Ein Geschenk kann nicht zurückgefordert werden' [Thielen So rerre mer 123]; dazu der Spruch: Schenke, schenke, nimmien gewwe; finne, finne, widder gewwe [KU-Kaulb, in Var. verbr., auch Don Gal Buch Rußl]; vgl. PfWB eng 3. a. 1473: hait man yme die bußen geschingkt [PfWeist. (KB-Dannfs)]. — 2. '(den Säugling) stillen' [verbr., Thielen 17]; vgl. PfWB stillen, PfWB Schenkamme. Das Kind werd g'schenkt [ LA-Wollmh]. Die Mudder kann's nit sch. [ KB-Kerzh]. — 3. '(Getränke) ausschenken'; Zs.: PfWB aus-, PfWB einschenken 1. a. 1567: vnd wer da wein schencken will, der soll den burgermeister darbei nemmen, vnd soll ihm daß faß weißen [PfWeist. 322 (RO-Ebbg)]. — 4. s. die Zs. PfWB einschenken 2. — Südhess. V 248/49; RhWB Rhein. VII 1043/44; LothWB Lothr. 439; ElsWB Els. II 421.
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