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| PfWB Jakob (Bd. 3, Sp. 1332) | PfWB Spitz-die-Schar (Bd. 6, Sp. 302) | PfWB Bach-stelze (Bd. 1, Sp. 506) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. männlicher VN, auch 'der Träger dieses Namens', Jakob (jagob) [ NW-Deidh KL-Queidb], (jāgob, jgob) [mancherorts, auch Don Gal], Jakeb [PfId. 69], Jokob (jǫgob) [verbr.], Jokeb (jǫgəb) [verbr. südl. VPf], Schakob (agob) [mancherorts bes. VPf, PfId. 120]; Kurzformen: Jab (jāb) [IB-Biesing RO-Rehborn PfId. 69], Job (job, jōb) [mancherorts, Schandein Ged. 240], Jeb (jeb, jēb) [KU-Dietschw vereinzelt SWPf], Schak (ag) (aus frz. Jacques) [vereinzelt WPf], (āg) [mancherorts südl. VPf]; Dim.: Jobche [vereinzelt], Jebche (jebχə, jēbχə) [vereinzelt], Jackl [GH-Neubg Keiler 96], Jock(e)l (jǫgəl, jǫgl) [verbr.], Jäckel [vereinzelt], Jogel (jōgəl) [ KU-Eschau PS-Ruhbk], Gäbche [Schandein Ged. 73], Kob(el)che [Schandein Ged. 23], Schäkel [A. Becker Hedwig, S. 86 der Auflage 1896]; seltene Formen: Gobar [ KL-Stelzbg], Baabe [ RO-Lettw]. Zs.: Filipp-, PfWB Franz-, PfWB Georg-, PfWB Heinrich-, PfWB Johann-Jakob; PfWB Hundsjockel. RA.: Jakob soll ich heeße, eine Beteuerung [Don (Steinmetz)]. Er liet (lügt) jo noch besser wie mein Jokob! [Feierowend Nr. 24/1953]. Des is vum alde Job seim Werrer (der alte J. freute sich immer, wenn das Wetter keine Arbeit erlaubte, und sagte dann: Des is vun meim Werrer) [ NW-Frankeck Lambr]. VR.: De Jakob mit seim Zellrichkopp, der geht in de Stall un melkt de Bock; do schmeißt de Bock de Kiwwel um, un de Jakob fliegt im Kihdreck rum [ LU-Friesh]; einen ähnlichen VR. mit einer Katharina als Bezugsperson s. PfWB Bock [Bd. 3, Sp. 1333] 1 a. Der Mond scheint, der Mond scheint; der Jakob liegt im Bett; streckt sein Bein zum Bett heraus und sagt, er hätt kee Deck [PfRSch. 11. 11. 1934]; einen VR. mit einem Philipp s. PfWB Bett 1 a. Vetter Jokob, Vetter Jokob, Vetter Jokob is do; hot alles versoff, hot alles verdon [ZW-Stamb]; Var. s. PfWB Vetter 2 b. Ach wo bleibt mein Jakobche, mein Jakobche so lang? Ei der sitzt am Remmelsberch (Remigiusberg) un hat die Hose iwwerzwerch [ KU-Etschbg]. Weitere VR. s. PfWB Puppe 2 b, PfWB Heidelbeere 1. Ein Kinderspiel: Ein Kind wird mit verbundenen Augen in einen Kreis gestellt und fragt: Jakob, wo bischt du? Die Mitspieler antworten: hinner de Hecke un flicke mein Schuh. Das suchende Kind ist bemüht, einen Mitspieler zu fangen, darf aber den Kreis nicht berühren; wenn es den Kreis berührt, rufen die anderen: Es brennt! [ KU-Kaulb, mancherorts]. — b. 'Tag des Kalenderheiligen J. (25. Juli)', vgl. PfWB Jakobi, PfWB Jakobstag. WR.: Steht der Schlehdorn früh im Blütenschein, wird schon vor J. Ernte sein [ PS-Fehrb]. VR.: Es war einmal ein Mann, eine Frau und ein kleiner Bub; die reisten auf St. Jakob zu; und als sie nach St. Jakob kamen, war es ein Mann, eine Frau und ein großer Bub [Kaislt, PS-W'fischb]. In Gal-Schönth steht in dem gleichen Reim Stanz Jockle an Stelle von St. Jakob. a. 1319: zehn vntze heller zu sancte Widen an den stift an sancte Iacobes dage [OttbgUrkb. 325]. — 2. a. α. der wahre Jakob 'wer seine Ware auf dem Markt am besten zu verkaufen weiß' [mancherorts]; die Wendung »wahrer Jakob« soll auf den hl. Jakob von Compostela (Spanien) zurückzuführen sein, der alle anderen Heiligen im frommen Reden bei weitem übertraf [Rheinpfalz 7. 12. 1973]. Varne sein e halb Dutzend wahre Jakobbe aus Amerika gestann un hun ehr Sache faalgebott [Kühn Schnitze II 89]. — β. der billige Jakob, auch eine Jahrmarktsfigur [Becker Vk. 336]. — b. α. in der Form Jockel, seltener Jokel 'ungeschickter, unbeholfener Mensch'; e rechder J. [mancherorts, auch Don Gal]; vgl. PfWB Tappschab, -schak, Kuh-, PfWB Stolperjockel und die Syn. bei Tappes 1 a. Du dappischer J.! [ LA-Leinsw, mancherorts]. — β. 'fauler Mensch' [mancherorts]. Scherzh. Zwiegespräch: Jockel, steh uf, mer dreschen! — Ich kann net, ich bin krank. — Jockel, steh uf, mer essen! — Ich kumm gleich! [ LU-Opp]; dass. mit Hannes s. PfWB aufsteigen. — γ. 'wer sich gern taub stellt'; e dääwer Jockel [KU (Potzbg)]. — δ. 'gutmütiger Mensch, der sich von anderen ausnutzen läßt'. Des isch 'n gurer Jockl [ LA-Edk Ob'hochstdt Germh]. RA.: Dem werr ich net de J. mache [ NW-Haßl Spey]. — ε. 'übermütiger, sich verrückt gebärdender Mensch'. Des is mol e närrischer J. [ KU-Lohnw Don-St. Andreas]. Hasch schun so'n Schackel gesiehn? [ KU-A'glan KL-Wörsb]. — ζ. e großer Joogel [ KU-Eschau]; e [Bd. 3, Sp. 1334] jetter Jockl [ NW-Erph]. — η. 'schmutziger Mensch' in PfWB Schmier-, PfWB Schmutzjockel. — θ. abschätzig von nicht näher zu bezeichnenden Personen: de Hansel un de Jockel [ NW-Haßl Spey]. RA.: Nit Hans un nit Jockel saage 'sich um eine eigene Meinung drücken' [PfL 11. 8. 1922]. — c. α. 'Rabe', die Schaak [IB-Ballw Erfw/ Ehling, PfId. 120]. Der Ruf des Raben wird gedeutet als: Jakob! Da, Jakob! [NW-Frankeck BZ-Dernb, Heeger Tiere II 10]. — β. 'Häher', die Schaak [Ingb]; vgl. PfWB Herrschak. — γ. Hundename für den Dackel, Schockel [ LU-Alsh]. — d. 'Gebäck in der Form einer großen männlichen Puppe', Jakob [ ZW-Nd'aub PS-Ruhbk], Jokob [ ZW-Mauschb], Jockel [Schandein Bav. IV/2, 387]. Um dieses Riesengebäck wurde früher am Jakobstag getanzt [ebd., Stoll 172]. — e. 'Apfelwein minderer Sorte, Haustrunk', Jakob, Jakebl [mittl. VPf (Bertram § 285)].
Aus den Nachträgen 2. f. im Dim. Pl. Jakebscher 'Kinderschuhe' [Pirmas]. — Südhess. III 941/ 42, 965; RhWB Rhein. III 1131 ff., 1177; LothWB Lothr. 265; ElsWB Els. I 405; Bad. III 19, 28.
| 1. 'Bachstelze (Motacilla [Bd. 6, Sp. 303] alba)', Spitzdeschar (bidsdəār) [ KL-Stelzbg], Spitzeschar (bidsəār) [WD-Niedkch KL-Olsbr KB-Stauf]; Syn. s. PfWB Bachstelze 1. — 2. 'Kohlmeise (Parus maior)', Spitzeschar [ KU-Bedb Mühlb RO-Dielkch], Bitscheschar (bitəār) [ KU-Kaulb]. Un wann ich in de Acker fahr, / ... / dann peift sein Lied dr Spitzeschar [Kühn Hamet 5, Kühn Kumödi 65]. Unn wie die »Spitz-die-Schar« sich miht! / Aß wann vun ehrem ew'je Lied / die Knoschbe sellde springe [Christmann Grummet 8]. — 3. 'Zaunkönig (Troglodytes)', Spitzeschar (bidsəār) [ KU-Ehw]; Syn. s. PfWB Zaunkönig. — 4. 'Distelfink (Fringilla coelebs)', Spitzdieschar (bidsdīār) [ RO-Callb]. — 5. 'Wiedehopf (Upupa edpops)', Spitzeschar [ KU-Hinzw], Spitzscheer [ PS-Heltbg]; Syn. s. PfWB Wiedehopf. — Wohl nach dem Ruf der Vögel, vgl. PfWB Schar1 1, ähnl. Bildungen s. PfWB Hututut, PfWB Jakob 2 c α, PfWB rick, sakkerdinundidjee 2, PfWB Schnitzendieb, Wudwud; vgl. auch kiwitt 'Komm mit!' (unter PfWB Kauz).
| 1. 'der Vogel Motacilla alba', Bachstelz (-dęlds) [allg.], -stalz (-talds) [ PS-Schönau]. Syn.: PfWB Bachstürze, PfWB Backöfel, PfWB Ackermännchen, PfWB Stollfuß, PfWB Wippmadam. Unterschieden wird zwischen grooer 'grauer' und gääler 'gelber' B. Die lieft wie en B. 'läuft hurtig' [BZ-Dernb, verbr.]. Die hot kä Ruh im Hinnere wie e B. [ KU-Reiffb]. — 2. übertr. von einem flinken, dünnbeinigen Mädchen mit [Bd. 1, Sp. 507] schwänzelndem Gang [verbr.]. — 3. Bachstelze, Pl., Uzname für die Bewohner von BZ-Queichhamb [ GH-Rülzh]. — 4. = PfWB Libelle [ KU-Herschw/Petth HB-N'alth FR-Quirnh]. — 5. 'Kreisel' [ PS-Leim]. — 6. Pl. 'die über die Wasserfläche hüpfenden flachen Kiesel', Bachstelze [ KU-Theisbgstg]. — RhWB Rhein. I 357; Bad. I 105.
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