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 PfWB Jakob (Bd. 3, Sp. 1332)   PfWB Schuh (Bd. 5, Sp. 1471)   PfWB Haus-schlappen (Bd. 3, Sp. 724) 
   Jakob m.:
1.
a. männlicher VN, auch 'der Träger dieses Namens', Jakob (jagob) [ NW-Deidh KL-Queidb], (jāgob, jgob) [mancherorts, auch Don Gal], Jakeb [PfId. 69], Jokob (jǫgob) [verbr.], Jokeb (jǫgəb) [verbr. südl. VPf], Schakob (agob) [mancherorts bes. VPf, PfId. 120]; Kurzformen: Jab (jāb) [IB-Biesing RO-Rehborn PfId. 69], Job (job, jōb) [mancherorts, Schandein Ged. 240], Jeb (jeb, jēb) [KU-Dietschw vereinzelt SWPf], Schak (ag) (aus frz. Jacques) [vereinzelt WPf], (āg) [mancherorts südl. VPf]; Dim.: Jobche [vereinzelt], Jebche (jebχə, jēbχə) [vereinzelt], Jackl [GH-Neubg Keiler 96], Jock(e)l (jǫgəl, jǫgl) [verbr.], Jäckel [vereinzelt], Jogel (jōgəl) [ KU-Eschau PS-Ruhbk], Gäbche [Schandein Ged. 73], Kob(el)che [Schandein Ged. 23], Schäkel [A. Becker Hedwig, S. 86 der Auflage 1896]; seltene Formen: Gobar [ KL-Stelzbg], Baabe [ RO-Lettw]. Zs.: Filipp-, PfWB Franz-, PfWB Georg-, PfWB Heinrich-, PfWB Johann-Jakob; PfWB Hundsjockel. RA.: Jakob soll ich heeße, eine Beteuerung [Don (Steinmetz)]. Er liet (lügt) jo noch besser wie mein Jokob! [Feierowend Nr. 24/1953]. Des is vum alde Job seim Werrer (der alte J. freute sich immer, wenn das Wetter keine Arbeit erlaubte, und sagte dann: Des is vun meim Werrer) [ NW-Frankeck Lambr]. VR.: De Jakob mit seim Zellrichkopp, der geht in de Stall un melkt de Bock; do schmeißt de Bock de Kiwwel um, un de Jakob fliegt im Kihdreck rum [ LU-Friesh]; einen ähnlichen VR. mit einer Katharina als Bezugsperson s. PfWB Bock

[Bd. 3, Sp. 1333]
1 a. Der Mond scheint, der Mond scheint; der Jakob liegt im Bett; streckt sein Bein zum Bett heraus und sagt, er hätt kee Deck [PfRSch. 11. 11. 1934]; einen VR. mit einem Philipp s. PfWB Bett 1 a. Vetter Jokob, Vetter Jokob, Vetter Jokob is do; hot alles versoff, hot alles verdon [ZW-Stamb]; Var. s. PfWB Vetter 2 b. Ach wo bleibt mein Jakobche, mein Jakobche so lang? Ei der sitzt am Remmelsberch (Remigiusberg) un hat die Hose iwwerzwerch [ KU-Etschbg]. Weitere VR. s. PfWB Puppe 2 b, PfWB Heidelbeere 1. Ein Kinderspiel: Ein Kind wird mit verbundenen Augen in einen Kreis gestellt und fragt: Jakob, wo bischt du? Die Mitspieler antworten: hinner de Hecke un flicke mein Schuh. Das suchende Kind ist bemüht, einen Mitspieler zu fangen, darf aber den Kreis nicht berühren; wenn es den Kreis berührt, rufen die anderen: Es brennt! [ KU-Kaulb, mancherorts]. —
b. 'Tag des Kalenderheiligen J. (25. Juli)', vgl. PfWB Jakobi, PfWB Jakobstag. WR.: Steht der Schlehdorn früh im Blütenschein, wird schon vor J. Ernte sein [ PS-Fehrb]. VR.: Es war einmal ein Mann, eine Frau und ein kleiner Bub; die reisten auf St. Jakob zu; und als sie nach St. Jakob kamen, war es ein Mann, eine Frau und ein großer Bub [Kaislt, PS-W'fischb]. In Gal-Schönth steht in dem gleichen Reim Stanz Jockle an Stelle von St. Jakob. a. 1319: zehn vntze heller zu sancte Widen an den stift an sancte Iacobes dage [OttbgUrkb. 325]. —
2.
a.
α. der wahre Jakob 'wer seine Ware auf dem Markt am besten zu verkaufen weiß' [mancherorts]; die Wendung »wahrer Jakob« soll auf den hl. Jakob von Compostela (Spanien) zurückzuführen sein, der alle anderen Heiligen im frommen Reden bei weitem übertraf [Rheinpfalz 7. 12. 1973]. Varne sein e halb Dutzend wahre Jakobbe aus Amerika gestann un hun ehr Sache faalgebott [Kühn Schnitze II 89]. —
β. der billige Jakob, auch eine Jahrmarktsfigur [Becker Vk. 336]. —
b.
α. in der Form Jockel, seltener Jokel 'ungeschickter, unbeholfener Mensch'; e rechder J. [mancherorts, auch Don Gal]; vgl. PfWB Tappschab, -schak, Kuh-, PfWB Stolperjockel und die Syn. bei Tappes 1 a. Du dappischer J.! [ LA-Leinsw, mancherorts]. —
β. 'fauler Mensch' [mancherorts]. Scherzh. Zwiegespräch: Jockel, steh uf, mer dreschen!Ich kann net, ich bin krank.Jockel, steh uf, mer essen!Ich kumm gleich! [ LU-Opp]; dass. mit Hannes s. PfWB aufsteigen. —
γ. 'wer sich gern taub stellt'; e dääwer Jockel [KU (Potzbg)]. —
δ. 'gutmütiger Mensch, der sich von anderen ausnutzen läßt'. Des isch 'n gurer Jockl [ LA-Edk Ob'hochstdt Germh]. RA.: Dem werr ich net de J. mache [ NW-Haßl Spey]. —
ε. 'übermütiger, sich verrückt gebärdender Mensch'. Des is mol e närrischer J. [ KU-Lohnw Don-St. Andreas]. Hasch schun so'n Schackel gesiehn? [ KU-A'glan KL-Wörsb]. —
ζ. e großer Joogel [ KU-Eschau]; e

[Bd. 3, Sp. 1334]
jetter Jockl [ NW-Erph]. —
η. 'schmutziger Mensch' in PfWB Schmier-, PfWB Schmutzjockel. —
θ. abschätzig von nicht näher zu bezeichnenden Personen: de Hansel un de Jockel [ NW-Haßl Spey]. RA.: Nit Hans un nit Jockel saage 'sich um eine eigene Meinung drücken' [PfL 11. 8. 1922]. —
c.
α. 'Rabe', die Schaak [IB-Ballw Erfw/ Ehling, PfId. 120]. Der Ruf des Raben wird gedeutet als: Jakob! Da, Jakob! [NW-Frankeck BZ-Dernb, Heeger Tiere II 10]. —
β. 'Häher', die Schaak [Ingb]; vgl. PfWB Herrschak. —
γ. Hundename für den Dackel, Schockel [ LU-Alsh]. —
d. 'Gebäck in der Form einer großen männlichen Puppe', Jakob [ ZW-Nd'aub PS-Ruhbk], Jokob [ ZW-Mauschb], Jockel [Schandein Bav. IV/2, 387]. Um dieses Riesengebäck wurde früher am Jakobstag getanzt [ebd., Stoll 172]. —
e. 'Apfelwein minderer Sorte, Haustrunk', Jakob, Jakebl [mittl. VPf (Bertram § 285)].

 


Aus den Nachträgen

2.
f. im Dim. Pl. Jakebscher 'Kinderschuhe' [Pirmas].

Südhess. III 941/ 42, 965; RhWB Rhein. III 1131 ff., 1177; LothWB Lothr. 265; ElsWB Els. I 405; Bad. III 19, 28.

 

   Schuh m.:
1.
a. 'Fußbekleidung (aus Leder, Gummi, Holz u. ä.)', Sg. u. Pl. Schuh [verbr. mittl.

[Bd. 5, Sp. 1472]
u. südl. VPf (außer Umg. Land) vereinzelt übrige Pf, Lambert Penns 146], Sg. Schuck, Pl. Schuh [verbr. WPf NPf nördl. VPf, PfId. 129 Christmann Kaulb 28 Müller Dietschw 68 Schnekkenburger 32, 49, 54 Höh 65, 90, Lambert Penns 146, verbr. Gal], Sg. Schuck u. Schuh [Otterstetter 74], Sg. Schuck, Pl. Schouh [ HB-Webh IB-Bliesmg/Bolch], Sg. Schuck, Pl. Schick [Mang 139, 141], Sg. u. Pl. Schuck [ GH-Hatzbühl Leimh N'potz], Sg. u. Pl. Schuch u. Schuuch [Umg. Land, Heeger Südostpf. 13]; s. K. 341; Dim. Sg. Schickelche, Pl. Schickelcher [verbr. WPf NPf mancherorts nördl. Hälfte der VPf, PfId. 122, 129, Christmann Kaulb 28, Lambert Penns 133 Don-Schowe Torscha, verbr. Gal], Sg. Schickel [mancherorts Kr. PS nördl. VPf], Sg. Schiekel [FR-Heuchh LU-Alsh/Gr Iggh LA-Böching Nußd BZ-Barbr GH-Büchbg Scheibhdt, Neubg (Heeger Südostpf. 35)], Sg. Schiekelche [ LU-Schauh], Sg. Schiehjel [ NW-Niedkch], Sg.(?) Schichle, Schiechle [ NW-Geinsh SP-Berghs Mechth GH-Lingf Erlb Hay], Sg.(?) Schiehle [ SP-Hanhf], Sg. Schichel, Schiechel [verbr. südl. Hälfte der VPf, Heeger Südostpf. 23], Sg. Schichelche, Schiechelche [mancherorts Umg. Land], Pl. Schichlich, Schiechlich [Umg. Land, Heeger Südostpf. 23], Pl. Schielich [östl. Land (PfId. 129)], Pl. Schicklin [ SP-Ottstdt], Sg. Schuckelche [vereinzelt WPf östl. NPf nördl. VPf], Sg. Schuhche [mancherorts nördl. VPf vereinzelt übrige Pf, Otterstetter 75, 109], Sg.(?) Schuhle [ SP-Heiligst]; Zs.: Abendmahls-, PfWB Arbeits-, Ball-, PfWB Bändel-, PfWB Pech-, Pelz-, PfWB Blitz-, PfWB Bott-, PfWB Braut-, Tanz-, PfWB Dreck-, PfWB Tuch-, Turen-, Turisten-, Turn-, Feld-, PfWB Filz-, PfWB Frauen- 1, Fußball-, Gärks-, Gebirgs-, Glitsch-, Gruben-, Gummi-, Haken-, PfWB Halb-, Haus-, Herren- 1, Hochschaft-, Hochzeit(s)-, PfWB Holz- 1, Jagd-, Jakobs-, Kamelhaar-, Kauf-, Kinder-, Kisselholz-, Klötzel-, Knöpf-, Kommis-, PfWB Kragen-, PfWB Lack-, PfWB Laschen-, PfWB Lasting-, PfWB Leder-, PfWB Morgen(s)-, PfWB Nestel-, PfWB Salband-, Schaff-, PfWB Schimmi-, PfWB Schlapp-, PfWB Schläppel-, PfWB Schnabel-, PfWB Schnall(en)-, PfWB Schnee- 1, PfWB Schnür-, PfWB Socken-, PfWB Sommer-, PfWB Sonntags-, PfWB Spangen-, Sport-, PfWB Stall-, PfWB Stramin-, PfWB Stroh-, PfWB Weiber-, Weibs-, Weibsleuts-, PfWB Werktags-, PfWB Wildleder-, PfWB Zeugschuh; weitere Bez. für verschiedenes Schuhwerk: Pantoffel 1, PfWB Paputschen, PfWB Pelzstiefel, PfWB Plüschpantoffel, PfWB Bottine, PfWB Bundstiefel, PfWB Tappen 3, PfWB Toffel1, PfWB Tritt 1cβ, PfWB Tritterling, PfWB Trittling 2, PfWB Turnschlappen, PfWB Elfer, PfWB Elfter, PfWB Filzstiefel, PfWB Filztappen, PfWB Fußwerk 1, PfWB Galoschen, PfWB Gangwerk, Gummistiefel, Gummistut-

[Bd. 5, Sp. 1473]

[Bd. 5, Sp. 1475]
zer, PfWB Halbstiefel 1, PfWB Hausschlappen, PfWB Haustappen, PfWB Hochschaftstiefel, PfWB Holländer 4 a, Hollebolle, PfWB Holzbollen, -galoschen, -klappen, -kläpper, -klotz, -klumpen, -latschen, -pantinen, -schlappen, PfWB Horken, PfWB Kanone 2aβ, PfWB Kanonenstiefel, PfWB Kindersärge, PfWB Kläpper 1 e, PfWB Kloben II 1 c, PfWB Klotz 2aα, PfWB Klumpen 2 a, Knie-, PfWB Knöpfstiefel, PfWB Knorren 4b, PfWB Kommiß-, PfWB Kragenstiefel, PfWB Latschen1 2, PfWB Latscher1, Meilen-, PfWB Miststiefel, PfWB Quadratlatschen 2, PfWB Quanten, Reit(er)-, Rohr-, PfWB Rollstiefel, PfWB Rubatsch, PfWB Salbandschlappen, PfWB Salbandtappen, PfWB Sauschnüffel 2 b, -schnusse 2, PfWB Schlappen 1, PfWB Schleicher 3, PfWB Schlüpfes, PfWB Schlurfen, PfWB Schlüten 2, PfWB Schnürstiefel, PfWB Schwärenstecher 2, PfWB Schwolleschee 3, Siebenmeilen-, PfWB Sonntags-, PfWB Spangenstiefel, PfWB Spanioler 3; sunndagse (werdagse) Schuh [ RO-Dielkch]; g'schmeerde (g'wichsde) Schuh [ LU-Opp]. Vor 1900 hatte man im allg. nur ein Paar Schuhe, sie wurden werktags geschmiert und sonntags gewichst [ebd.]. Die Schuh genn mer gut 'stehen, passen mir gut' [ HB-Nd'gailb]; vgl. PfWB gehen 6 a. Er macht in Schuh 'handelt mit Schuhen' [ ZW-Bechhf]. Im Mai sinn die Schuh vun de Fieß kumm [Damm Nawwel 43]. Die Schuhcher schdehn drauß vor de Deer (am Nikolaustag) [Burgey Keschte 83]. Noue Schuh dunn fa geweenlich grickse 'knarren'! [IB-Ensh (Glass II 22)]. RA.: schwarz wie e Schuck 'sehr schwarz' [ KU-Bedb, mancherorts]; sich die Schuh ablaafe (abrutsche) 'viel gehen' [ LU-Altr]; die Schuh darrichlaafe, dass. [Beam Penns 97]. Er leit met Schuh un Strimp 'angezogen' im Bett [ KU-Schmittw/O]. Er sieht aus wie e geschmeerder Schuck 'sieht unschön aus' [ KU-Schmittw/O], is schwarz wie e Schuck 'sehr schmutzig' [Thielen So rerre mer 110]. Dem sei Schuch hän Hunger 'sind zerrissen' [ PS-Hintwdth], sperre ehr Mailer uf, dass. [ KU-Schmittw/O]. Die Schuh sein mer e halb Stunn se groß, scherzh. von zu großen Schuhen [ KU-Schmittw/O]. Die hat Melschbacher Fieß un Bariser Schickelcher, von einer mit plumpen Füßen und modischen Schuhen, in denen sie nicht gut laufen kann [Kaislt]. Mer muß die Schuh no de Fieß kaafe un net no'm Kopp 'nach dem Aussehen' [ebd.]. Der steht in de Schuh wie e Gääß im Äämer, von einem mit sehr dünnen Beinen und großen Schuhen [ebd., auch Gal]. E Kranker spart nix wie die Schuh (weil er nach der Genesung viel mehr ißt) [KU-Bechb LA-Impfl BZ-Dernb, verbr. Gal]. Met der ehrem Henkmaul kännt mer e paar Schuh sohle, von einer mit herabhängender Unterlippe [ KL-Siegb]. Die isch so langsam, dere kännsche im Laafe die Schuh sohle [PS-Rodalb (Bernhard 212)]. Einem Torhüter, der beim Fußballspiel nicht vor die Tor-

[Bd. 5, Sp. 1476]
linie geht, hawwe se die Schuh angenaggelt [Rheinpfalz 28. 1. 1967]. Drohung: Mach un geh fort, orrer eich tret der de Schuck vor de Arsch! [ RO-Bistschd]. Geh weg, schunscht trerich der uf's Loch, daß de Schuck stecke bleibt [ PS-Erfw]. Kindern droht man: Du kimmsch met Schuh un Strimp in die Hell [RO-O'mosch (Eid 89)]. Er geht immer in gewichsde Schuh 'arbeitet nichts' [ BZ-Albw]. Sie hat die Schuh an 'hat das Sagen in der Ehe' [ PS-Hintwdth]. Ich weeß, wu em de Schuh drickt 'Ich weiß, was ihm fehlt' [ BZ-Albw]. Ich loß net die Schuh omer (an mir) abbutze 'Ich lasse mir nicht alles gefallen' [ KU-Schmittw/O]. Er tret em die Schuh aus 'verdrängt ihn von seinem Arbeitsplatz' [ KU-Bedb, PS-Hintwdth]. Se dun em alles in die Schuh schiewe 'geben ihm die alleinige Schuld' [ RO-Als]. Der schitt em annere 's Wasser in die Schuh 'gibt dem anderen die Schuld' [ PS-Hintwdth]. In dem seine Schuh mecht eich ewe net stecke 'In seiner Lage möchte ich mich nicht befinden' [ KU-Kaulb]. Der werd noch sei Schuh mit Weire binne 'Es wird ihm noch schlecht gehen' [Krieger 43]. Der kritt kei Stromp un kei Schuck an de Fuß 'bringt es zu nichts' [ WD-Niedkch]. Er hot kä ganze Schuh mihn 'ist verarmt, heruntergekommen' [ KU-Schmittw/O]. De Deiwel holt ne mit Schuh un Strimp [ KU-Trahw]. 's Herz fallt mer in die Schuh 'Ich habe Angst' [ KB-Kriegsf]. SprW.: Jerer wääß am beschde, wo'n de Schuh drickt [ KU-Schmittw/O, Don-Gottlob]. Jeder ziechd sich dän Schugg a, wuem bassd! [Braun Lääsebuuch 257]. Alles geht ouf, außer das, wo en die Schuh fällt [ WD-Niedkch]. Aus de Schuh wern Schlappe, mer muß sein Schulde berappe 'Man soll seine Schulden begleichen, bevor man alt wird' [ BZ-Dierb]. Wortspiel: Wann's Hait reent, werren die Schuh billich, wann's Morje reent, die Äcker (Gleichklang: Hait/heit Häute/heute, Morje/morje Morgen 'Ackermaß'/morgen; Var. s. PfWB Leder 1 a) [ KU-Bedb]. Volksgl.: Das Ehepaar wird reich, wenn einem Teil der Schuh in der Mitte zerreißt [ RO-Rehborn]. En Hund geht der net färt, as aus deim Schuh fresse loßscht [Fogel Beliefs Penns Nr. 670]. Wu alde Schuh verbrennt werre, bleiwe ken Schlange um de Weg [ebd. Nr. 1109]. Vgl. auch PfWB Hexerei 1. Wenn die Schuhe kreischen, sind sie nicht bezahlt [ ZW-Gr'steinhs]. Volksmed.: Der Schnuppe loszuwerre, rich dreimol in der Schuh! [Fogel Beliefs Penns Nr. 1391]. VR.: Heinerle, mach 's Lädel zu, / 's kummt e Frää mit krumme Schuh; / Hot en Zwicker uf de Nas. / Ei, ei, ei, was isch denn das? [ LA-Roschb]. Weitere VR. s. PfWB patschen 2, PfWB blau 4 i, PfWB tapfer 1, PfWB teuer 1, PfWB Franzose 1 a, PfWB Heller, PfWB hoppsa 1 b, PfWB Jakob 1 a, PfWB Lehrer, PfWB reuen. a. 1425: von zwain gefilzten schuchen knöppfelt oder gantz [LeinArch. (Löhne)]. a. 1444: 2 par hosen ... und schuwe [Zweibr I Nr. 541]. a. 1448: der schuch-

[Bd. 5, Sp. 1477]
mann zwein schuch [Grimm Weist. V 600 (Abtei Limburg)]. a. 1521: Item ½ gulden den meuden vor schuw bezalt [GgHospR]. a. 1560 (Kopie 16. Jh.): vnd sollen die von Henne dem ghanerbenforster zwen rode schug geben [PfWeist. 557 (NW-Freinsh)]. —
b. s. die Zs. PfWB Händschuh 1. —
2. bei Tieren.
a. 'die Klaue des Schafs', Pl. Schuh [LA-Impfl]. —
b. 'die Niere des geschlachteten Schweines', Dim. Pl. Schuckelcher [ KB-Mauchh]. —
c. 'das Hufeisen'. Ein Pferd, das beschlagen wird, kriet neie Schuh [ HB-Kirrbg]. —
3. Pflanzennamen.
a. 'Knabenkräuter (Orchideen)', Dim. Pl. Schickelcher [NPf u. Bliesg (Wilde 136)]; Zs.: PfWB Goldschückelchen 2, PfWB Herrgottsschuh 1 e; Syn. s. PfWB Wiesennägelchen. —
b.'Blüten des Ginsters', Dim. Pl. Schickelcher [mittl. VPf (Wilde 71)]; Herrgottsschuh 1 b. —
c. 'Hornklee (Lotus corniculatus)', Dim. Pl. Schickelcher [KB-Albish (Wilde 133)]; vgl. PfWB Rasselklee 2. —
d. 'Blüten der Robinie', Dim. Pl. Schickelcher [Frankth u. Umg. (Wilde 210)]. —
e. s. die Zs. PfWB Frauenschuh 2, PfWB Goldschückelchen 1, PfWB Hahn(en)-, Herren- 2, PfWB Herrgotts- 1, PfWB Lieberherrgotts-, PfWB Muttergottesschuh.

 


Aus den Nachträgen

3.
f. nur Dim. 'die Pflanze Eisenhut (Aconitum)', Schickelche [ KU-Lohnw Kus PS-Hengsbg Windsbg], Schickele [ PS-Kröpp]; Syn. s. PfWB Sturmhut.


4. ein Teil der Windmühle, Schuck [ RO-Dielkch]. —
5. FlN, spitzer Schuh 'in eine Spitze auslaufendes kurzes Tälchen zwischen steilen Waldhängen' [ ZW-Battw]. —
6. ein (um 1930 größtenteils veraltetes) Längenmaß [verbr. VPf O-PS mancherorts WPf NPf]; vgl. PfWB schuhlang; Zs.: Werkschuh; Maßangaben: 28 cm [RO-Odh KB-Mauchh NW-Frankeck Kallstdt LA-Impfl], 28-30 cm [ LA-Gommh], 30 cm [ KL-Reichb], 30-33 cm [ PS-Erfw], 3 Sch. = 1 m [ WD-Niedkch LU-Oggh]; vgl. WKW 37. 14. Jh.?: einen fuszphat vier schu with [PfWeist. 238 (NW-Deidh)]. a. 1563/64: das 200 schuch langck ist [Zweibr I 255, S. 3]. a. 1628: acht schuch weit [PfWeist. 600 (LU-Fußgh)]. a. 1683: undt soll jede trifft auf die 32 schuh weit sein [ebd. 693 (KB-Göllh)]. —
7. s. die Zs. PfWB Bann-, PfWB Eis-, Glitsch-, PfWB Händ- 2, PfWB Heiden-, PfWB Hemm-, PfWB Herrgotts- 2, PfWB Holz- 2, PfWB Mähmaschinen-, PfWB Rad-, PfWB Reiß-, PfWB Roll-, PfWB Rott-, PfWB Schleif-, PfWB Schlittschuh. Südhess. V 790 ff.; RhWB Rhein. VII 1854 ff.; LothWB Lothr. 468; ElsWB Els. II 401/02.

 

  -schlappen Pl.: 'Hauspantoffeln', -schlappe [ LA-Gommh]; vgl. PfWB Hausschuhe, PfWB -tappen 1. —