Hutzel f.: 1.a. 'im Backofen getrocknete [Bd. 3, Sp. 1283] Birne' (meist ungeschält und ungeteilt), Hutz(e)l (hudsəl, hudsl), gew. Pl. Hutz(e)le [verbr., auch Auslandpfälzer, PfId. 68], Hotzel (hodsəl) [ RO-Unkb Messbhf Wilde 19]; vgl. PfWB Dörrbirne. Zs. PfWB Dörrhutzel. Mer essen im Winder gern Hutzele un Schnitze [ Gal-Josbg]. RA.: H. un Stiel fresse 'alles ohne Reste aufessen' [Beam Penns 56]. Jo, Hutzele!, Ausdruck der Ablehnung, der Verneinung [Kaislt]; vgl. PfWB husche. Man läßt ein Kind die scherzh. Aufforderung Saa Hutzele un kee Schnitz so lange wiederholen, bis es dahinterkommt, daß es nur Hutzele sagen soll [ Gal-Dornf]. Eine WR. s. PfWB Donnersberg 1. — b. 'gedörrte Pflaumen', Hutzele [verbr. (Wilde 276)]. — c. 'Dörrobst überhaupt', Hutzele [lothr. SWPf LU-Böhl NW-Haßl]. — 2. 'Fruchtzapfen der Nadelbäume'. a. der Kiefer und der Tanne, Hutzele [vereinzelt WPf]. Ans Weihnachtsbäämche hängt mer vergoldene Hutzelcher [ KU-Diedk KL-Stelzbg]. — b. nur der Kiefer, Hutzel [mancherorts, Kühn Hamet 115 Wilde 124], Hotzel [mancherorts NPf BZ-Billh], Hetzel [ LU-Dannstdt], Hetzelcher [ KU-Blaub Dennw/Frohnb]. Syn. s. PfWB Butzel1 4. — c. nur der Tanne, Hutzel [verbr., PfId. 68]. Zs. PfWB Tannenhutzel. — d. der Fichte, Hutzel [Kaislt]. — e. 'Nadelholzzapfen überhaupt', Hutzel [vereinzelt]. RA.: Wann de ganz Odenwald aussirbt, erb ich kään Hutzel, Ausspruch des Pessimisten [ LU-Muttstdt]; vgl. PfWB Backenbirne 6. — 3.a. 'alte Frau mit schrumpliger Haut'; e aldi Hutzel [mancherorts, Kühn Hamet 115 PfId. 68]; e alt Hutzelche [ KB-Weihf]; e guri Hutzel [Schandein Ged. 29]. — b. 'ältere Frau, die noch hinter den Männern herläuft'. Das is mol e doorich H.! [Ingb]. Um 1700: Es ist mir lieber, daß der alten Hutzel (gemeint ist die Hofdame Maintenon) Haß gegen mich währt als das Fieber [Liselotte Briefe 189]. — 4. s. PfWB Katzenhutzel. — Südhess. III 873 ff.; RhWB Rhein. III 1052/53; LothWB Lothr. 256; ElsWB Els. I 399; Bad. II 805. | | NRhWB Hutzel II Verbr. Rhfrk, Mosfrk (nicht Bitb, Prüm), Rip in Ahrw, Rheinb, Eusk, Bo, Köln, Bergh, Sieg, MülhRh, Berg in Waldbr, Gummb, Sol, Barm, Elbf, Lennep-Wermelsk Remschd, Düss-Ld; abseits Mörs, u. zwar uNahe ö. u. südl. Kreuzn-Monzing Langenth, Soonw, Simm-Ellern Rheinböllen hǫtsəl; sonst Rhfrk -u-; Mosfrk, Rip, Berg -o- [Sol, Düss, Elbf, Barm, Lennep, uWupp, Bo, Köln-Stdt -ot-; Wermelsk -øts-; Gummb-Dieringhsn hytsəlχən n., Pl. -χər]; Pl. -ələ, –əln f.: je nach Gebiet mit verschiedener Bed., u. zwar 1. von Früchten. a. getrocknete Birne. α. ungeteilte (oft auch ungeschälte), im Backofen getrocknete u. infolgedessen zusammengeschrumpfte Birne, im Gegens. zu den von Birnen u. Äpfeln hergestellten geschnittenen Schnitzeln, Biren-, Äppelschn.; H.ə drüge Rip, Allg. RA.: Der is so derr (dürr, mager) wie e H. Kreuzn; drüg (trocken) wie en H. Rip. H.n sin gebackene Birn; Mädche, loss dech net verfihrn! Siegld. De hat dem en Hötzelchen in de Borre (Born) gehangen er hat das Mädchen geschwängert (wenn die H. feucht wird, quillt sie auf) Neuw-Asb. — H.n om Klomp getrocknete Obstschnitzel mit Klössen Mörs. — β. getrocknete Birnenschnitzel, nicht ringförmig, sondern zum Gehäuse hin geschnitten, hier u. da Mosfrk, Sieg, Gummb, Waldbr. — γ. Apfelschnitzel (u. Birnen-) Bo-Rösbg Witterschlick, Neuw-Asb, Altk-Wissen, Waldbr-Hurst Dattenf, Gummb-Hombg Lantenb, Lennep-Remschd Wermelsk. — Gebratener Apfel Sieg-Fussh Mülld. — δ. getrocknete Kirsche Trier-Trittenh. — b. kleine, wilde, fast ungeniessbare Birne, Holzbirne, zur Obstweinbereitung verwandt oder zur Fütterung der Schweine (Seihutzeln) Hunsr in Simm, Goar, Bernk, Zell, dann in Koch, Kobl, May-Kehrig, abseits Saarbg-Hentern, Bitb-Speicher; Holzapfel May-Hatzenport. — c. kleine, verkümmerte Frucht jeder Art (Apfel, Birne, Steinobst, Traube, Kartoffel) Simm, Goar, Saarbg, Trier bis Kobl, Wittl, Daun, May, Neuw, Siegld-Weidenau, Gummb-Drabenderhöhe Vollmerhsn, Schleid-Blankenh; de Apelbom kret nimmen (nur) H.n Daun-Tettschd; de Bom hot lauter H.n on Bernk-Merschd; an dem Grumberestock sin lauter so klen H.cher Wittl. — d. Tannenzapfen, Kieferapfel [Bd. 3, Sp. 1053]
Kreuzn-Rümmelsh Sobernh, Meis, Goar-Boppard. — 2. übertr. a. sachl. α. Hotzele Pl. Pressrückstände bei der Obstkrautbereitung Sieg-Eudenb. — β. Hotzeln Pl. Runzeln May-Cattenes. — γ. zusammengeschrumpftes, trockenes Gebäck Wittl-Cröv, Zell-Pünderich, Schleid-Reifferschd, Sieg-Lohmar, Köln-Stdt; trockne Brotreste Altk-Wissen. — b. persönl. α. alter, zusammengeschrumpfter Mensch mit Rnnzeln im Gesichte, bes. zusammengeschrumpftes, altes Frauchen, en al H. Allg. — Mageres Stück Vieh Saarbr. — β. kleines Mädchen; kleines, unförmiges Wesen; kleines, schwächliches, im Wachstum zurückgebliebenes Kind, Persönchen Bitb-Dudeld, Bernk-Merschd, Koch-Leienkaul, Zell-Trarb, Kobl, Ahrw-Remag; -ǫ-, meist -tsəlχən Prüm-Ihren Waxw. — γ. kurze, dicke Person, welche lange Kleider trägt Bitb-Dudeld. — δ. eine Frau, die stets arbeitet, ohne recht voranzukommen Wittl-Binsf. — ε. en arm H. eine arme Frau Trier-Stdt; eine langsame, alte Fr. Dür-Ellen. — ζ. dau lef (lieb) H. Kosew. Kobl-Stdt. — η. gutmütiger Mensch, bes. gute, alte Frau; en gut (treu, recht getrei) H. Birkf, Simm, Goar, Kobl, Westerw, Siegld, mSieg. — θ. einfältiger Mensch, die dumm H. Birkf, Bernk, Wittl-Bruch, Ahrw-Königsf Remag Sinzig. — ι. en bang H. bange Person Ahrw-Sinzig. — Abl.: Dat Gehotzels missratenes Backwerk Ahrw-Sinzig. |