| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB Hurr-sau (Bd. 3, Sp. 1268) | PfWB Loch (Bd. 4, Sp. 1006) | PfWB Gänse-loch (Bd. 3, Sp. 32) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'kleiner Ball oder Kugel aus Holz oder Stein für das Sautreiben-Spiel', Hurrsau [ RO-Dielkch], Horr- [verbr. NWPf], Herr- [ KU-Erdb], Hirr- [Bd. 3, Sp. 1269] [ KU-Gumbsw], Harr-, Hassau [ KU-Etschbg Patb], Hussau [verbr. WPf mancherorts NPf FR-Albsh NW-Leistdt SP-W'see Lambert Penns 85 mancherorts Gal]. Das Spiel selbst trägt den gleichen Namen: H. spiele [verbr.]. Spielregel: In der Mitte des Spielplatzes wird ein größeres Loch, die Mittelkaut, gegraben. Um dieses Loch herum graben die einzelnen Spieler kleinere Löcher, in die die Treibstöcke hineingehalten werden. Der Abstand von Spieler zu Spieler beträgt etwa 1 m. Ohne eigenes Loch bleibt der Spieler, der zum Sautreiben bestimmt wurde; er steht mit seinem Stock außerhalb des Kreises. Die Spieler sprechen zweimal im Singsang: Loch um, Loch um (dazu verschiedene Varianten), wer kään Loch hot, der is drum. Aufgabe des Sautreibers ist es, die H. an den anderen Spielern vorbei in das große Loch zu treiben. Seine Gegner müssen das zu verhindern suchen, indem sie die H. ins Feld zurückschlagen, dabei aber für einen Augenblick das eigene Loch verlassen. Gelingt es dem Treiber, seinen Stock in das vorübergehend verlassene Loch zu stellen, dann ist er vom Sautreiben frei, und das Treiben muß derjenige übernehmen, der sein Loch verloren hat. Hat der Treiber die H. in das große Loch befördert, dann wird ein neuer Treiber ermittelt, indem ein allgemeiner Lochwechsel stattfindet und am Ende einer ohne Loch ausgeht. Diese Spielregel gilt für KU-Schellw und andere Orte der NWPf. In Varianten gilt sie in den übrigen Orten des Verbreitungsgebietes und in Gal, z. T. unter anderen Bezeichnungen: Pami, Bottrasch, Dullus, Gutzsäuchens, Hurrsäuchens, Hußsäu-, Lochherum, Sautreiben, -trögchens. — b. α. ein Klickerspiel, bei dem man einige Klicker in ein Loch legt und mit anderen Klickern danach schießt, Horrsau [ KU-Hüffl]. — β. ein Kartenspiel, bei dem der Besitzer der Königskarte auf den Kopf geschlagen wird, Hußsau [ FR-Mühlh]. — c. eine Begrüßungsart bei Kindern, wobei man einander an den Haaren faßt und leicht auf den Kopf klopft, Hußsau [ ZW-Gr'bundb]; vgl. PfWB hußsauen. — 2. verächtl. Bez. für eine ältere zänkische Frau, Horrsau [ KU-Konk]. — 3. 'Tannenzapfen', Hußsau [ LU-Muttstdt]; vgl. PfWB Butzel 4. — Südhess. III 855 hußsau 2c; RhWB Rhein. III 1028; Bad. II 801. —
| 1. a. 'natürliche Vertiefung im Boden'. α. 'Senke, enges Tal', Loch [verbr., Christmann Kaulb 73 Mang 102 Müller Dietschw 48 Schneckenburger 53 Lambert Penns 100 Beam Penns 66 verbr. Don Gal (Krämer Gal 143) Buch Rußl], Luch [ KU-Dennw/Frohnb HB-Kirrbg], Lorch [ Don-Bukin Schowe]; Pl. Lecher [verbr.], Lescher [mancherorts VPf, Schneckenburger 26]; Dim. Sg. Lech(e)lche [verbr. (außer SOPf) Beam Penns 64 verbr. Gal], Lech(e)l [mancherorts VPf verbr. SOPf O-PS, Otterstetter 130], Pl. Lech(e)lcher, Lechlich, Lechle; vgl. K. 27. RA. (Verwünschung): Däschde (tätest du) nore im Binger Loch leie! [ KU-Kaulb, KB-Kriegsf]. VR.: Buschper (Boßweiler) leit bei Querem, o jerem, o jerem, / Buschper leit im Loch, Forts. s. PfWB Boßweiler. — β. 'kleinere Vertiefung, Spalte im Boden oder im Gestein' [mancherorts]; vgl. PfWB Kaule 1, PfWB Kaute 1; Zs.: PfWB Erd-, PfWB Lettenloch. Dort isch e L. im Grawe [ LA-Gommh]. RA.: Der sauft wie e L., von einem unmäßigen Trinker [ KU-Kaulb, verbr]. VR.: Äne, däne Dore, die Geiß gehrem Kore (geht im Korn) / De Hirt leit em Loch, hat Hals oun Bään gebroch [ WD-Niedkch]; einen weiteren VR. s. PfWB Trawaldin. — γ. 'sumpfige Vertiefung, Wasseransammlung' [mancherorts]; Zs.: PfWB Pfütz-, PfWB Binsen-, PfWB Bruch-, Topf-, PfWB Dreck-, PfWB Drill-, PfWB Driller-, Tümpel-, PfWB Enten-, PfWB Gänse-, PfWB Gieß-, PfWB Gumpen-, PfWB Huder-, PfWB Krotten-, PfWB Mur-, PfWB Sappch-, PfWB Sudel-, PfWB Sumpf-, PfWB Suttcher-, PfWB Sutter-, PfWB Wasserloch. Do is e sumpig L. [ FR-Heuchh]. — b. 'künstlich geschaffene Grube oder Vertiefung im Boden'. α. 'Spielgrube beim Hurrsau- und PfWB Klickerspiel [mancherorts]; vgl. PfWB Hußda1, PfWB lafa, PfWB Lochherum, PfWB Löchelns; Zs.: PfWB Kachelloch; VR. s. PfWB Hurrsau 1 a. — β. 'Vorratsgrube, in der Futterrüben eingegraben werden' [ KB-Orb NW-Weish/S LA-Böbing]; vgl. PfWB Kaule 1 a, PfWB Kaute 1 a; Zs.: PfWB Dickrüben-, PfWB Dickwurzel-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Rüben-, PfWB Rummeln-, PfWB Saurübenloch. — γ. 'Pflanzloch für Bäumchen, Tabakpflanzen, Reben, Bohnen u. a.' [mancherorts]; Zs.: PfWB Pflanz-, PfWB Stufenloch. — δ. 'Grube, in der Lehm, Sand, Kies gegraben wird' [mancherorts]; vgl. PfWB Kaule 1 c; Zs.: PfWB Kies-, PfWB Leimen-, PfWB Sandloch. — ε. 'Schindanger' [ LA-Böbing Leinsw Nd'hochstdt]; Zs.: PfWB Schinderloch. — ζ. 'Jauchegrube' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Pfuhl-, PfWB Senkloch. — η. 'Grube zur Hanf-, Flachsbearbeitung; vgl. PfWB Blauel-, PfWB Brech-, PfWB Dulf-, PfWB Hanfbrechloch. — θ. vgl. PfWB Brunnen-, PfWB Bohr-, PfWB Butter-, PfWB Grab-, PfWB Schließloch. ι 'von Tieren gegrabene Höhlung' [verbr.]; Zs.: PfWB Dachs-, PfWB Fuchs-, PfWB Hamster, Kornwurms-, PfWB Maulwurfs-, [Bd. 4, Sp. 1007] Maus-, PfWB Wurmloch. BR.: Sunnt sich de Dachs in de Lichtmeßwoch, kriecht er uf vier Woche willer (wieder) ins L. [ KU-Bedb, mancherorts], auch: Sieht de Dachs sein Schatte in de Lichtmeßwoch... [ LU-Böhl, mancherorts]. — 2. 'Öffnung oder Vertiefung am menschlichen oder tierischen Körper'. a. 'Darmausgang' [verbr.]; Zs.: PfWB Arm- 2, PfWB Arsch-, Kuharsch-, PfWB Scheißloch; RA. für 'den Hintern verhauen': 's L. vergerwe [ FR-N'lein], saame (säumen) [ KU-Kaulb], treffe [ PS-Geisbg NW-Kallstdt]. Er hot 's Lechl g'fitzt kriegt [ GH-Leimh]. Dem hert (gehört) e Tritt uf's L. [ KU-Schmittw/O]. Drohung: Geh weg, schunscht drer ich (trete ich) der uf's L., daß de Schuk stecke bleibt! [ PS-Erfw]. Setz dich uf dein L.! [ LU-Friesh]. Andere RA.: Abschlägige Antwort: Guck de Katz in's L., do siehscht Amerika [ LA-Maik]. Du kannscht mich gere han, dart wu de Buckl e Enn hot un die Haut e L., dass. [ Don-Schowe]. Der loßt sich liewer e Sääl dorch's L. ziege, als daß er eppes rausgibt, von einem Geizigen [ NW-Niedkch]. Der isch so arem, daß em 's Loch staabt (staubt) [ LU-Opp]. Der ist geputzt bis auf's L., von einem schlauen und hinterlistigen Menschen [Klein Prov. 72]. VR.: Gille, galle, / Loch verfalle, / Dokder hole, / Loch versohle [ LU-Dannstdt]; einen weiteren VR. s. PfWB Peter. — b. 'weibliches Geschlechtsteil', auch von Tieren [mancherorts, Beam Penns 66]; Syn. s. PfWB Bunz. — c. 'Mund', im Rätsel L. uf L., Hoar ums L., was isch des? Mann mit Bart bläst Trompete [ LA-Gommh]. — d. 'Wangen-, Kinngrübchen', meist Dim. [mancherorts]; vgl. PfWB Lachlöchelchen. Er hot e Lechelche em Bart (Kinn) [RO-Sippf]. — e. vgl. PfWB Augen-, PfWB Hunger- 1, PfWB Nasen-, PfWB Sehloch. — 3. 'Öffnung, Vertiefung an Sachen'. a. an Gebäuden. α. 'Tür' [verbr.], bes. in den RA.: Do hat de Zimmermann 's L. geloß! 'Verschwinde aus dem Haus!' [Pirmas, verbr.], auch: Er dut em weise (zeiche), wu de Zimmermann 's L. geloß hot [Don-Schowe, mancherorts Pf]. Er will naus, wu keen L. esch, von einem Starrsinnigen [LA-Herxh, mancherorts SOPf, Hebel 22]. — β. 'Fenster, Einschlupf' [mancherorts]; Zs.: PfWB Tag-, PfWB Dunst-, PfWB Eulen- 1, PfWB Flug-, PfWB Futter-, PfWB Gall-, PfWB Gerüst-, PfWB Guck-, PfWB Hünkels-, PfWB Kappen-, PfWB Katzen-, PfWB Keller- 1, PfWB Luft-, PfWB Ruß-, PfWB Schall-, PfWB Reff-, PfWB Ruten-, PfWB Schlitz-, Schwaden-, PfWB Seich-, PfWB Windloch. RA.: Wann d' Wand nit wär, hätt 's Haus e L. [ Rußl-Katht]. — γ. 'Nische in der Kellerwand' [ LU-Opp]; Zs.: PfWB Ätz-, PfWB Betzen- 2, PfWB Grütz-, PfWB Hehl-, PfWB Kellerloch 2. — b. 'L. an Gegenständen' [verbr.]; Zs.: PfWB Ärmel-, Feuer-, PfWB Kessel-, PfWB Knopf-, PfWB Ofen-, PfWB Schlüssel-, PfWB Stiel-, Stoß-, PfWB Warzenloch; RA.: den Gürtel e L. enger schnalle 'hungern' [ KU-A'glan]. Antwort auf die Frage »Was bekomme ich?«: E Dreckelche [Bd. 4, Sp. 1008] mime (mit einem) Lechelche, das hängscht der an dei Hälsche! [mancherorts Gal]. Rätsel: Es ist inwendig hohl und auß voller Lecher? der Fingerhut [Hebel 115]. Riraribbel, geel is de Zippel, / schwarz is 's L., / wo mer de Riraribbel drin kocht Gelbrübe im schwarzen Eisenhafen [KL-Fischb, Hebel 121]. L., L., lauter L. un hält doch? die Kette [Hebel 116]. a. 1570: Der galgen muß ohn Nagl und ohn loch gemacht sein [ABlieskst. 77]. — Im besonderen: α. 'Zapfloch am Faß' [mancherorts]; Zs.: PfWB Schlauchzapfen-, PfWB Spund-, PfWB Zapf-, PfWB Zapfenloch. — β. 'Loch an der Flöte' [verbr.]; RA.: in ee L. blose 'immer das gleiche sagen' [NW-Hardbg u. Umg.]; de Finger im rechde L. han 'das Richtige getroffen haben' [ KU-Bedb, Diedk]. Er peift uf'm letschde L. 'Er lebt nicht mehr lange' [KU-Herschw/Petth, verbr., auch Auslandspfälzer]. — 4. 'Schadstelle, Lücke' [verbr.]; Zs.: PfWB Sackloch. Er horre (hat ein) L. im Kopp 'eine Wunde am Kopf' [RO-Als, verbr.]. Ich han e L. im Zahn [Kus]. Du hascht e L. im Strump [ KU-Bedb]. Sie hot e L. im Klääd wie e Kopp [ LU-Alsh]. RA.: e L. in de Daach brenne, sagt man, wenn jemand morgens das Licht zu lange brennen läßt [KU-Körbn, verbr., auch Gal]; e L. in de Dag schlofe 'lange in den Tag hinein schlafen' [ PS-Schopp, mancherorts]; de Flicke (Placke) newe's L. setze 'etwas verkehrt machen' [ BZ-Dierb, mancherorts]; Fachausdrücke beim Kegelspiel: e L. werfe (hinstelle) 'die mittleren Kegel herauswerfen' [ LU-Opp, mancherorts]; dem annern 's L. butze 'die restlichen Kegel des Vordermannes wegräumen' [ RO-Dielkch]. Mei Geldbeidel hat e L. 'Das Geld ist mir ausgegangen' [Pirmas, verbr.]. Ich han e L. im Mage 'Ich habe Hunger' [ ZW-Nd'aub, mancherorts]. Der guckt e L. in die Luft (in die Wand, in de Borrem, in die anner Woch) 'Er starrt, träumt vor sich hin' [ BZ-Gossw, mancherorts]. Der schießt (schlagt) e L. in die Luft 'trifft vorbei' [ ZW-Battw, mancherorts]. Das is besser wie e L. im Kopp, von einer minderwertigen Sache [mancherorts Gal, Rußl-Katht]. Der macht ee L. zu un 's anner uf 'Er behebt einen Mißstand, indem er einen neuen schafft', bes. 'Er bezahlt Schulden mit geborgtem Geld' [Kaislt, NW-Hardbg u. Umg. Krieger 48]. Die Freindschaft (die Bosse) hat (han) e L. 'ist (sind) zu Ende' [Land, mancherorts]. VR.: Mittwoch, / do hot die Woch e L. [ LU-Opp]. Einen weiteren VR. s. PfWB Tanz 1 a. — 5. übertr. a. 'Behausung, Zimmer', verächtl. [mancherorts]; Zs.: PfWB Bar-, PfWB Dreckloch 2; RA.: net var's L. enauskumme 'nicht das Haus verlassen können' [ KU-Kaulb, NW-Haßl Spey]. — b. 'Gefängnis, Arrestlokal auf dem Dorfe' [verbr.]; Zs.: PfWB Betzen- 1, PfWB Bummer-, PfWB Damper-, PfWB Sitzenloch; Syn. s. PfWB Kittchen 1. Er kummt ins L. [LU-Alsh, verbr.]. Der is erscht [Bd. 4, Sp. 1009] aus'm L. kumme [ NW-Freinsh]. — c. 'Richtung, aus der das Wetter herankommt' [mancherorts]; Zs.: PfWB Regen-, PfWB Regenwetter-, PfWB Wetterloch. De Wind kimmt aus aam L. [ KB-Kriegsf]. — d. 'Richtung', bes. 'Blickrichtung', in der RA.: in een L. gucke 'nachdenklich in eine Richtung starren' [Kus, mancherorts, Hebel 25]. — e. Personenbez., meist abschätzig; vgl. PfWB Pott-, PfWB Fixfeuer-, Grau-, PfWB Hunger- 2, PfWB Saft-, PfWB Sauf-, PfWB Sauloch. — 6. Pflanzenname, s. Stopf-dirdas-Loch, PfWB Stopf-mir-das-Loch. — 7. FlN, Am (Im) L. [ PS-Schmalbg KB-Mauchh Zell KL-Wörsb LU-Assh NW-Iggb Speybn LA-Burrw Edk BZ-Ingh], in hist. Quellen auch für viele andere Orte belegt; Zs.: PfWB Büchten-, PfWB Eulen- 2, PfWB Geißen-, PfWB Katzen- 2, PfWB Krottenloch 2; Am Gerhardsborner L. [ PS-Hetths]. Bei der Herleitung der FlN ist nicht immer eindeutig zu entscheiden, welche zu Loch und welche zu mhd. lōch 'lichter Wald' (vgl. PfWB Loh) gehören. — Südhess. IV 363 ff.; RhWB Rhein. V 507 ff.; LothWB Lothr. 342; ElsWB Els. I 549.
| ||||||||||||||||||||||||||||||
|
| ||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||||||