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 PfWB Hünkel (Bd. 3, Sp. 1249)   PfWB Schott-hünkel (Bd. 5, Sp. 1426)   RhWB Schottert (Bd. 7, Sp. 1752) 
   Hünkel n.:
1.
a. = PfWB Huhn 1 a, Hink(e)l (hiŋgəl, hiŋgl), Pl. Hinkel und Hink(e)le [allg. WPf (ohne Ost-PS) NPf nördl. u. mittl. VPf, vgl. K. 207, verbr. Penns Don Gal Buch], Henkel (heŋgəl) [ IB-Aßw ZW-Maßw WD-Niedkch RO-Duchr O'hs]; Dim. Hinkelche, Pl. -cher [fast allg.], Pl. Hink(e)lich [ LA-Knöring BZ-Dierb]. Zs.: August-, PfWB Perl-, PfWB Pfau-, PfWB Brüh-, PfWB Trut-, PfWB Fleisch-, PfWB Gründonnerstags-, PfWB Hauben-, PfWB Land-, Lege-, PfWB Rauch-, PfWB Schott-, PfWB Suppen-, PfWB Welsch-, PfWB Zwerghünkel. Es gibt weiße, braune, schwarze, scheckiche, gesprenkelte H. [verbr.]. Mer hun e brieich H. 'brütendes H.' [ ZW-Wiesb]. Die H. gackern, ich muß se fidere [verbr.]. Sie dut die H. fihle, ob se Eier lege werren [ NW-Kallstdt]. Ich muß noch e H. schlachde, ausnemme, roppe [verbr.]. 's H. werd gekocht, gebroot [KL-Enkb, verbr.]. Die Gluck nemmt die Hinkelcher unner die Flitte [ KL-Matzb]. Die H. werre vum Hahn gereihert [ KL-Fischb]. Vergl. u. RA.: Der Unordentliche kummt doher wie e verroppt H. [ HB-Jägbg Kirrbg]. Er is hungrich wie 's Millers H. [ Gal-Sap]. Er sieht aus, wie wann ehm die Henkel 's Brout weggefreßt härre [ WD-Niedkch]. Sie geht erum wie e krank H. [verbr. NPf], wie e verschäächt 'verängstigtes' H. [KU-Kaulb ZW-Krähbg Heeger Tiere II 8]. Er guckt wie e scheel H. [verbr. SPf]. Er macht e Gesicht wie e H., wann's blitzt [ NW-Elmst Frankeck]. Dem geht's wie eme H., das e Ei leje will un net kann, von einem Aufgeregten [ KB-Bubh]. Die isch närrisch wie e H. vor Daa [PS-Erfw, NW-Deidh Hebel 15]. Er hot e Verstand wie e H. [ LA-Essing], e Gedächtnis wie e H. [Hebel 15]. Du hoscht e Aamooß (Augenmaß) wie e H. [verbr. Don Gal Buch]. Heitsedaags wollen die Eier g'scheider sein wie die H., von Heranwachsenden, die auf den Rat der Älteren nicht hören wollen [verbr. Gal]. Er denkt sich sein Dääl wie sell H. 'hält sich mit seinem Urteil zurück' [Kaislt]; der RA. liegt folgende Begebenheit zugrunde: Eine

[Bd. 3, Sp. 1250]
Frau kommt auf dem Markt an einem unentwegt schwatzenden Papagei vorbei und fragt den ein H. feilbietenden Bauern: Kann des H. net redde? Darauf antwortet der Bauer: Nää, des denkt sich sein Dääl. Dumme Leute geben de Hinkle Haai, un 'm Sääbock Wasser [ HB-Schwarzack]. Sie gehe mit de H. schloofe (uf die Stang) [KU-Trahw Kaislt, verbr., auch Don Gal Buch]. Der Friedfertige dut käm H. eppes [ KL-Siegb]. Ich wollt, ich wär e H.: morjens dät ich mein Ai lehe un ging dann de ganze Dag met'm Gockel spazeere [NPfGV Nr. 3/1926]. Wann die H. net lehe, muß mer'ne uf die Schwänz kloppe [ KU-Schmittw/O]. Sollen anwesende Kinder ein verfängliches Gespräch nicht mithören, so warnt man den Gesprächspartner: Still, die Hinkle kratze am Stroh [ Don-Gottlob]. Des kratzt kee H. mehr aus 'Das erfährt niemand' [ LU-Muttstdt]. Scherzh. Gespräch: O weh, 's kummt raus!Was dann?'s H. aus'm Hihnerhaus [ LA-Essing]. Neckreim für den Ort Kottweiler-Schwanden: Kottweiler-Schwane, do krähn die Hinkle wie die Hahne [ KL-Miesb]. SprW.: Nit alle Hinklich gäckse, wann se e Ei gelecht hawwe [LA-Impfl]. Nix is schlimmer, als wann e alt H. glucksich werd, von einem älteren Mädchen, das den Männern nachläuft [Krieger 12]. E blinn H. findt a mol e Kernche [Rockhs, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. E g'scheit H. legt aach emol newe 's Nescht [verbr. NPf, auch Don Gal Buch Rußl]; Var. s. Hebel 48. Wu die H. ausgebriht werre, dort welle sie aa schloofe [Penns]. Aus gebackene Eier gebt's ke H. [ PS-Saalstdt]. Määre (Mädchen), wo peife, Hinkele, wo krähe, soll mer zum Dorf enausjääe (hinausjagen) [ KL-Reichb], soll mer beizeide die Häls rumdrehe [verbr. Don Gal Buch Rußl Buffington-Barba Penns 97]; Var. s. PfWB Pfarrer 1. BR.: Wann sich die H. lause, gebt's Reen [ KU-Wahnwg Bedb KL-Wörsb ZW-Battw Käshf]. Wann die H. uf die Bääm fliehn, gibt's Rege [ PS-Vinn]. Wann sich die H. frih roppen 'die Federn ausrupfen, mausern', gebt's e harter Winder [ KL-Heilmosch]. Volksgl.: Wann en H. kräht, gebt's en Leicht 'Beerdigung' [Fogel Beliefs Penns Nr. 528]. Warze reibt mer mit Blut vu'me ganz schwärze H. [ebd. Nr. 1677]. Scherzh. Rat für eine Frau, die ihren Mann loswerden möchte: Du e schwarz H. ins Kloschter un loß'n dotbere (totbeten) [ LU-Böhl]. Die schwarz Katz, das schwarz H. sell (soll) kään Bauer aus'm Haus losse [ NW-Geinsh]. Rätsel: Was guckt 'me halwe H. gleich? 'Was sieht so aus wie ein halbes H. ? — Die anner Hälft [Horne Penns 105]. VR. s. PfWB Bippel 2 c, PfWB popeia. Scherzh. Heilsegen: Hääle, hääle, Sege, 's Kätzche sitzt uf'm Stege, 's Hinkelche uf de Mischt; 's wääß kään Mensch, was an deim Fingerche is [ KU-Diedk]. Einen AR. s. PfWB eins 1. a. 1522: 1 malter gersten mit den jungen hynckelln vffgangen des jars

[Bd. 3, Sp. 1251]
[LandsbgKellR]. —
b. wild lebende Hühner s. PfWB Bläß-, PfWB Fasanen-, PfWB Feld-, PfWB Reb-, PfWB Wasserhünkel. —
2. übertr.
a. 'einfältige Frau', zumeist in Verb. mit bestimmten Adj.: e ääbsch H., von einer Ungeschickten [Kaislt]; e aldes H. [ PS-Fehrb]; e dumm H. [BZ-Rinnth, verbr.]; e närrisch H. [KL-Siegb, verbr.]; e verfrornes H. 'wer leicht friert' [GH-Vollmw, verbr.]; e verliebt H. [ KU-Bedb]; e verschloofe H. 'Schlafmütze' [ KB-Gauh]; vgl. PfWB Huhn 2. Zs. PfWB Frier-, PfWB Kraut-, PfWB Schnapp-, PfWB Strupp-, PfWB Stubenhünkel. —
b.
α. die Gluck met de Hinkelcher 'Siebengestirn' [ HB-Kirrbg]. —
β. Hinkle 'Tannenzapfen' [Wilde 124]. —
γ. Hinkelcher 'Kiefernzapfen' [ KL-Ottbg Schneckhs]. Zs. PfWB Bibhünkel. Syn. s. PfWB Butzel1 4. —
c. s. PfWB Geschwisterhünkel. — Südhess. III 814 ff.; RhWB Rhein. III 984 ff.; LothWB Lothr. 243; ElsWB Els. I 346; Bad. II 795.

 

  -hünkel, Schutt-n.: 'Huhn ohne Schwanzfedern', Schotthinkel [KU-Bedb Kaulb Hundh Ingb ZW-Gr'bundb KB-Albish NPfGV 11/1935], -henkel [ WD-Niedkch], Schutthinkel [ KU-Eschau]; vgl. PfWB Schottert. Das sieht aus wie e Sch., von einer buntgekleideten Frau [Ingb]. Südhess. V 741; RhWB Rhein. VII 1751 und K. 41.

 

  PfWB Schottert ǫdərt nach Wk. VII 41 Saarbr-Güding, Ottw-Humes, Meis, Kreuzn, Simm, Goar, Zell (Hunsr u. Mos), Koch-Stdt, Kobl, Aden, Neuw, Altk-Daaden NFischb Wallmenr Weitef; -d-, –t- Trier-Fell Mehring, Bernk-Wintrich, Wittl-Bruch Meerf Reil, Bitb-Biesd Speicher, Prüm-Balesf; -ęd- Kobl, May; -ad- SNeuw; -t-

[Bd. 7, Sp. 1753]
Aden, Ahrw-Cassel; -ǫt- Sieg-Honnef Schmitten, Köln-Deutz, Bergh-Blatzh; Pl. -də(n), –tə m.: verächtl. 1. schwanzloses Huhn. — 2. übertr. a. persönl. α. -ad- Mädchen mit schlechtem Haarwuchs Neuw-Datzeroth. — β. -ǫd- kleines Weib Kobl-Stdt. — γ. -d- Dummkopf Wittl-Meerf. — b. sachl. α. -d- Krug ohne Henkel Wittl-Meerf. — β. -ǫd- schlaff herabhängender Gegenstand Aach-Herzogenr (abseits). — γ. -ǫd- Osterei, beim Kippen auf beiden Enden eingeschlagen Simm-Kirchbg.