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| PfWB Hünkel (Bd. 3, Sp. 1249) | PfWB Kraut-hünkel (Bd. 4, Sp. 567) | PfWB Butze(n)-mann (Bd. 1, Sp. 1428) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. a. = PfWB Huhn 1 a, Hink(e)l (hiŋgəl, hiŋgl), Pl. Hinkel und Hink(e)le [allg. WPf (ohne Ost-PS) NPf nördl. u. mittl. VPf, vgl. K. 207, verbr. Penns Don Gal Buch], Henkel (heŋgəl) [ IB-Aßw ZW-Maßw WD-Niedkch RO-Duchr O'hs]; Dim. Hinkelche, Pl. -cher [fast allg.], Pl. Hink(e)lich [ LA-Knöring BZ-Dierb]. Zs.: August-, PfWB Perl-, PfWB Pfau-, PfWB Brüh-, PfWB Trut-, PfWB Fleisch-, PfWB Gründonnerstags-, PfWB Hauben-, PfWB Land-, Lege-, PfWB Rauch-, PfWB Schott-, PfWB Suppen-, PfWB Welsch-, PfWB Zwerghünkel. Es gibt weiße, braune, schwarze, scheckiche, gesprenkelte H. [verbr.]. Mer hun e brieich H. 'brütendes H.' [ ZW-Wiesb]. Die H. gackern, ich muß se fidere [verbr.]. Sie dut die H. fihle, ob se Eier lege werren [ NW-Kallstdt]. Ich muß noch e H. schlachde, ausnemme, roppe [verbr.]. 's H. werd gekocht, gebroot [KL-Enkb, verbr.]. Die Gluck nemmt die Hinkelcher unner die Flitte [ KL-Matzb]. Die H. werre vum Hahn gereihert [ KL-Fischb]. Vergl. u. RA.: Der Unordentliche kummt doher wie e verroppt H. [ HB-Jägbg Kirrbg]. Er is hungrich wie 's Millers H. [ Gal-Sap]. Er sieht aus, wie wann ehm die Henkel 's Brout weggefreßt härre [ WD-Niedkch]. Sie geht erum wie e krank H. [verbr. NPf], wie e verschäächt 'verängstigtes' H. [KU-Kaulb ZW-Krähbg Heeger Tiere II 8]. Er guckt wie e scheel H. [verbr. SPf]. Er macht e Gesicht wie e H., wann's blitzt [ NW-Elmst Frankeck]. Dem geht's wie eme H., das e Ei leje will un net kann, von einem Aufgeregten [ KB-Bubh]. Die isch närrisch wie e H. vor Daa [PS-Erfw, NW-Deidh Hebel 15]. Er hot e Verstand wie e H. [ LA-Essing], e Gedächtnis wie e H. [Hebel 15]. Du hoscht e Aamooß (Augenmaß) wie e H. [verbr. Don Gal Buch]. Heitsedaags wollen die Eier g'scheider sein wie die H., von Heranwachsenden, die auf den Rat der Älteren nicht hören wollen [verbr. Gal]. Er denkt sich sein Dääl wie sell H. 'hält sich mit seinem Urteil zurück' [Kaislt]; der RA. liegt folgende Begebenheit zugrunde: Eine [Bd. 3, Sp. 1250] Frau kommt auf dem Markt an einem unentwegt schwatzenden Papagei vorbei und fragt den ein H. feilbietenden Bauern: Kann des H. net redde? Darauf antwortet der Bauer: Nää, des denkt sich sein Dääl. Dumme Leute geben de Hinkle Haai, un 'm Sääbock Wasser [ HB-Schwarzack]. Sie gehe mit de H. schloofe (uf die Stang) [KU-Trahw Kaislt, verbr., auch Don Gal Buch]. Der Friedfertige dut käm H. eppes [ KL-Siegb]. Ich wollt, ich wär e H.: morjens dät ich mein Ai lehe un ging dann de ganze Dag met'm Gockel spazeere [NPfGV Nr. 3/1926]. Wann die H. net lehe, muß mer'ne uf die Schwänz kloppe [ KU-Schmittw/O]. Sollen anwesende Kinder ein verfängliches Gespräch nicht mithören, so warnt man den Gesprächspartner: Still, die Hinkle kratze am Stroh [ Don-Gottlob]. Des kratzt kee H. mehr aus 'Das erfährt niemand' [ LU-Muttstdt]. Scherzh. Gespräch: O weh, 's kummt raus! — Was dann? — 's H. aus'm Hihnerhaus [ LA-Essing]. Neckreim für den Ort Kottweiler-Schwanden: Kottweiler-Schwane, do krähn die Hinkle wie die Hahne [ KL-Miesb]. SprW.: Nit alle Hinklich gäckse, wann se e Ei gelecht hawwe [LA-Impfl]. Nix is schlimmer, als wann e alt H. glucksich werd, von einem älteren Mädchen, das den Männern nachläuft [Krieger 12]. E blinn H. findt a mol e Kernche [Rockhs, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. E g'scheit H. legt aach emol newe 's Nescht [verbr. NPf, auch Don Gal Buch Rußl]; Var. s. Hebel 48. Wu die H. ausgebriht werre, dort welle sie aa schloofe [Penns]. Aus gebackene Eier gebt's ke H. [ PS-Saalstdt]. Määre (Mädchen), wo peife, Hinkele, wo krähe, soll mer zum Dorf enausjääe (hinausjagen) [ KL-Reichb], soll mer beizeide die Häls rumdrehe [verbr. Don Gal Buch Rußl Buffington-Barba Penns 97]; Var. s. PfWB Pfarrer 1. BR.: Wann sich die H. lause, gebt's Reen [ KU-Wahnwg Bedb KL-Wörsb ZW-Battw Käshf]. Wann die H. uf die Bääm fliehn, gibt's Rege [ PS-Vinn]. Wann sich die H. frih roppen 'die Federn ausrupfen, mausern', gebt's e harter Winder [ KL-Heilmosch]. Volksgl.: Wann en H. kräht, gebt's en Leicht 'Beerdigung' [Fogel Beliefs Penns Nr. 528]. Warze reibt mer mit Blut vu'me ganz schwärze H. [ebd. Nr. 1677]. Scherzh. Rat für eine Frau, die ihren Mann loswerden möchte: Du e schwarz H. ins Kloschter un loß'n dotbere (totbeten) [ LU-Böhl]. Die schwarz Katz, das schwarz H. sell (soll) kään Bauer aus'm Haus losse [ NW-Geinsh]. Rätsel: Was guckt 'me halwe H. gleich? 'Was sieht so aus wie ein halbes H. ? — Die anner Hälft [Horne Penns 105]. VR. s. PfWB Bippel 2 c, PfWB popeia. Scherzh. Heilsegen: Hääle, hääle, Sege, 's Kätzche sitzt uf'm Stege, 's Hinkelche uf de Mischt; 's wääß kään Mensch, was an deim Fingerche is [ KU-Diedk]. Einen AR. s. PfWB eins 1. a. 1522: 1 malter gersten mit den jungen hynckelln vffgangen des jars [Bd. 3, Sp. 1251] [LandsbgKellR]. — b. wild lebende Hühner s. PfWB Bläß-, PfWB Fasanen-, PfWB Feld-, PfWB Reb-, PfWB Wasserhünkel. — 2. übertr. a. 'einfältige Frau', zumeist in Verb. mit bestimmten Adj.: e ääbsch H., von einer Ungeschickten [Kaislt]; e aldes H. [ PS-Fehrb]; e dumm H. [BZ-Rinnth, verbr.]; e närrisch H. [KL-Siegb, verbr.]; e verfrornes H. 'wer leicht friert' [GH-Vollmw, verbr.]; e verliebt H. [ KU-Bedb]; e verschloofe H. 'Schlafmütze' [ KB-Gauh]; vgl. PfWB Huhn 2. Zs. PfWB Frier-, PfWB Kraut-, PfWB Schnapp-, PfWB Strupp-, PfWB Stubenhünkel. — b. α. die Gluck met de Hinkelcher 'Siebengestirn' [ HB-Kirrbg]. — β. Hinkle 'Tannenzapfen' [Wilde 124]. — γ. Hinkelcher 'Kiefernzapfen' [ KL-Ottbg Schneckhs]. Zs. PfWB Bibhünkel. Syn. s. PfWB Butzel1 4. — c. s. PfWB Geschwisterhünkel. — Südhess. III 814 ff.; RhWB Rhein. III 984 ff.; LothWB Lothr. 243; ElsWB Els. I 346; Bad. II 795.
| 1. a. 'unordentlich gekleidete weibliche Person', Schimpfw., -hinkel [ ZW-Bechhf KL-Fockbg/Limb]. — b. Buben verwenden scheltend dieses Wort gegenüber Mädchen, die Mutter gegenüber ihrem kleinen Kind, etwa wenn sich dieses rutschend auf dem Boden bewegt [ HB-Kirrbg]. — 2. a. 'Begleiter des Christkinds' [ PS-Heltbg]. Syn. s. PfWB Pelznickel 1. — b. 'Schreckgestalt, die Kinder ängstigen soll'. Das K. kommt dich hole! [Dimel 146]; vgl. PfWB Krautboz, PfWB Butzenmann 1 a. — Südhess. III 1794 and. Bed. —
| 1. 'Schreckgestalt, mit der man Kinder ängstigt'. a. allgemein, Butzemann [verbr. wie PfWB Butzenbär 1, jedoch ohne Südteil von NW u. Nordteil von LA, vgl. K. 77, Lambert Penns 35 Don-Apatin Gal Buch], Botze- [ Don-Ulmb Tschest Segenthau]. Du gehscht an der Kreizweg unnich de Brick, en Butzemann kummt un er packt dich am G'nick; noh schiebt er dich links uf em grade Weg naus, dar kumme drei Sai zu'me Fingerhut raus [Birmelin Penns Gezw. 69]. Syn.: PfWB Bachhammel, PfWB Banbutz, PfWB Bär 2 b, PfWB Bärbär, PfWB Bärbutz, PfWB Bärenmartel, PfWB -mummel, PfWB Bärmuckel, -wutz, -wux, PfWB Bauwauz, PfWB Bauzenmann, PfWB Pelzmartin, PfWB Peter 4, PfWB Bobas, -bo, -boks, -boz, PfWB Bokes, PfWB Bokesmann, PfWB Bole, PfWB Bolesik, PfWB Bolloks, [Bd. 1, Sp. 1429] ![]() [Bd. 1, Sp. 1431] böser Mann, Bowäks, Boz(en) 3 a, PfWB Bozenbär, -lockes, PfWB -mann, michel, PfWB -nickel, PfWB Bullewuks, -wutz, PfWB Butz2 3, PfWB Butzenbär, PfWB -bauz, PfWB -bummel, PfWB -feger, PfWB -gampel, PfWB -martel, PfWB -mul, PfWB -mummel, PfWB -nickel, PfWB Dunkelmann, PfWB Feger, PfWB Fürchtebutzen, PfWB Goldarsch, PfWB Grauelkater, PfWB -mann, PfWB Graukatze, -pfetze, -wadel, PfWB Gugucks, PfWB Hakenmann, PfWB Hans PfWB Trapp, PfWB Hüttenhammel, PfWB Katzenmartel, Kirchenmichel, PfWB Klopfer, PfWB Kollemolkes, Kollmakes, PfWB Kolwes, PfWB Kornmann, -mutter, -lockes, PfWB Markolfus, PfWB Maus, PfWB Nacktarsch, PfWB Niemand, PfWB Ratte, PfWB Rattenkaspar, PfWB Rattmaus, PfWB Rehbock, schwarzer Mann, schwarzes Schäfchen, Speckmaus, Speicherfuchs, Stromer, Wauwau, Wildsau, Woks, Wolf, Wolloks, Wowoks, -woz, Wuksemann, Wullebär, -butz, -watz, -wuk, -wuks, -wutz, Wutz, Wutzenbär, -mann. Karte 77 berücksichtigt nur die gebietbildenden Bezeichnungen Boze, Bozemann, Butzebär, -mann, -mummel, Wolloks, Wollewoks, Wullebutz, -wuks und ihre Spielformen, s. die Legende der Karte. — b. beim Dunkelwerden [ KL-Bruchmühlb RO-Wartbg Börrstdt FR-Hettldh BZ-Dimb Gal-Dornf]. Syn. s. PfWB Nachteule. — 2. 'Vogelscheuche', Butzemann [ KB-Kriegsf NW-Hardbg Freinsh], -männel [ SP-Heiligst]; vgl. PfWB Butz2 5. — 3. 'verhärteter Nasenschleim', Butzemann [ KU-Sand]; vgl. PfWB Butz2 7 a. — Südhess. I 1275/76; RhWB Rhein. I 1191 u. 1194; Bad. I 391.
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