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| PfWB Höhle (Bd. 3, Sp. 1138) | PfWB Loch (Bd. 4, Sp. 1006) | PfWB Grütz-loch (Bd. 3, Sp. 495) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. 'Höhle in der Erde', Hehl (hēl) [verbr.], Huhl (hūl) [ KU-Kaulb Kreimb Rothsbg KL-Gimsb], Hihl (hīl) [mancherorts, auch Gal]; in die H. krieche [ NW-Kallstdt]. Zs. Lehmenhohle. a. 'unterirdische Behausung von Tieren', vgl. PfWB Bau 4 a, PfWB Loch. Zs.: PfWB Dachs-, PfWB Fuchs-, Lapenghöhle. BR.: Wann de Dachs an Lichtmeß sein Schatte sieht zwische 12 un 1 Uhr mittags, dann geht er nochemol 4 Woche in sein H. [ KB-Stett LU-Opp]. Im Fangspiel Fuchs aus de H. darf der Fänger außerhalb seiner H. nur auf einem Bein hüpfend mit seinem Taschentuch nach den anderen Spielern werfen. Wenn er die hüpfende Gangart unterbricht, jagen ihn die anderen mit Schlägen zurück in die H. Wird ein Mitspieler vom Taschentuch des Fuchses getroffen, dann muß dieser sofort zur H. laufen und die Rolle des Fängers übernehmen; er muß sich sehr beeilen, denn außerhalb der H. darf er von den anderen geschlagen werden [ KB-Kriegsf]. — b. α. 'Erdmulde als Lager von Tieren'. Zs. PfWB Löwenhöhle. RA.: Der Furchtlose geht 'm Leeb vor die H. [ FR-Albsh, mancherorts]. Eine BR. s. PfWB Bär 1. — β. s. Schinderhöhle. — c. übertr. α. scherzh. 'Haus, Wohnung'. Das is mol e alt H. [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Hütte 1 a. RA.: Er geht net aus de H. (auch: net vor die H.), vom Stubenhocker [ KU-Kaulb, mancherorts]. Bei dem Wedder bleibt mer am beschde in de H. [LA-Rhodt, verbr. SOPf]. Noot winscht e jeder gudi Nacht un dorchelt in sein Hielche [Keiler 137]. Sie geht 'm Deiwel vor die H. [ RO-Als, mancherorts]. — β. 'Platz, auf dem man beim Fangspiel nicht geschlagen werden darf' [verbr.]. Syn. s. PfWB Bott 1. — 2. a. 'enge Felsspalte' [ ZW-Riedbg]. — b. scherzh. 'Bett'. Ich geh in mein Huhl [ KU-Eschau, LA-Venn]. — Südhess. III 656/57; RhWB Rhein. III 752/53; LothWB Lothr. 242 Hihl; ElsWB Els. I 322; Bad. II 753.
| 1. a. 'natürliche Vertiefung im Boden'. α. 'Senke, enges Tal', Loch [verbr., Christmann Kaulb 73 Mang 102 Müller Dietschw 48 Schneckenburger 53 Lambert Penns 100 Beam Penns 66 verbr. Don Gal (Krämer Gal 143) Buch Rußl], Luch [ KU-Dennw/Frohnb HB-Kirrbg], Lorch [ Don-Bukin Schowe]; Pl. Lecher [verbr.], Lescher [mancherorts VPf, Schneckenburger 26]; Dim. Sg. Lech(e)lche [verbr. (außer SOPf) Beam Penns 64 verbr. Gal], Lech(e)l [mancherorts VPf verbr. SOPf O-PS, Otterstetter 130], Pl. Lech(e)lcher, Lechlich, Lechle; vgl. K. 27. RA. (Verwünschung): Däschde (tätest du) nore im Binger Loch leie! [ KU-Kaulb, KB-Kriegsf]. VR.: Buschper (Boßweiler) leit bei Querem, o jerem, o jerem, / Buschper leit im Loch, Forts. s. PfWB Boßweiler. — β. 'kleinere Vertiefung, Spalte im Boden oder im Gestein' [mancherorts]; vgl. PfWB Kaule 1, PfWB Kaute 1; Zs.: PfWB Erd-, PfWB Lettenloch. Dort isch e L. im Grawe [ LA-Gommh]. RA.: Der sauft wie e L., von einem unmäßigen Trinker [ KU-Kaulb, verbr]. VR.: Äne, däne Dore, die Geiß gehrem Kore (geht im Korn) / De Hirt leit em Loch, hat Hals oun Bään gebroch [ WD-Niedkch]; einen weiteren VR. s. PfWB Trawaldin. — γ. 'sumpfige Vertiefung, Wasseransammlung' [mancherorts]; Zs.: PfWB Pfütz-, PfWB Binsen-, PfWB Bruch-, Topf-, PfWB Dreck-, PfWB Drill-, PfWB Driller-, Tümpel-, PfWB Enten-, PfWB Gänse-, PfWB Gieß-, PfWB Gumpen-, PfWB Huder-, PfWB Krotten-, PfWB Mur-, PfWB Sappch-, PfWB Sudel-, PfWB Sumpf-, PfWB Suttcher-, PfWB Sutter-, PfWB Wasserloch. Do is e sumpig L. [ FR-Heuchh]. — b. 'künstlich geschaffene Grube oder Vertiefung im Boden'. α. 'Spielgrube beim Hurrsau- und PfWB Klickerspiel [mancherorts]; vgl. PfWB Hußda1, PfWB lafa, PfWB Lochherum, PfWB Löchelns; Zs.: PfWB Kachelloch; VR. s. PfWB Hurrsau 1 a. — β. 'Vorratsgrube, in der Futterrüben eingegraben werden' [ KB-Orb NW-Weish/S LA-Böbing]; vgl. PfWB Kaule 1 a, PfWB Kaute 1 a; Zs.: PfWB Dickrüben-, PfWB Dickwurzel-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Rüben-, PfWB Rummeln-, PfWB Saurübenloch. — γ. 'Pflanzloch für Bäumchen, Tabakpflanzen, Reben, Bohnen u. a.' [mancherorts]; Zs.: PfWB Pflanz-, PfWB Stufenloch. — δ. 'Grube, in der Lehm, Sand, Kies gegraben wird' [mancherorts]; vgl. PfWB Kaule 1 c; Zs.: PfWB Kies-, PfWB Leimen-, PfWB Sandloch. — ε. 'Schindanger' [ LA-Böbing Leinsw Nd'hochstdt]; Zs.: PfWB Schinderloch. — ζ. 'Jauchegrube' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Pfuhl-, PfWB Senkloch. — η. 'Grube zur Hanf-, Flachsbearbeitung; vgl. PfWB Blauel-, PfWB Brech-, PfWB Dulf-, PfWB Hanfbrechloch. — θ. vgl. PfWB Brunnen-, PfWB Bohr-, PfWB Butter-, PfWB Grab-, PfWB Schließloch. ι 'von Tieren gegrabene Höhlung' [verbr.]; Zs.: PfWB Dachs-, PfWB Fuchs-, PfWB Hamster, Kornwurms-, PfWB Maulwurfs-, [Bd. 4, Sp. 1007] Maus-, PfWB Wurmloch. BR.: Sunnt sich de Dachs in de Lichtmeßwoch, kriecht er uf vier Woche willer (wieder) ins L. [ KU-Bedb, mancherorts], auch: Sieht de Dachs sein Schatte in de Lichtmeßwoch... [ LU-Böhl, mancherorts]. — 2. 'Öffnung oder Vertiefung am menschlichen oder tierischen Körper'. a. 'Darmausgang' [verbr.]; Zs.: PfWB Arm- 2, PfWB Arsch-, Kuharsch-, PfWB Scheißloch; RA. für 'den Hintern verhauen': 's L. vergerwe [ FR-N'lein], saame (säumen) [ KU-Kaulb], treffe [ PS-Geisbg NW-Kallstdt]. Er hot 's Lechl g'fitzt kriegt [ GH-Leimh]. Dem hert (gehört) e Tritt uf's L. [ KU-Schmittw/O]. Drohung: Geh weg, schunscht drer ich (trete ich) der uf's L., daß de Schuk stecke bleibt! [ PS-Erfw]. Setz dich uf dein L.! [ LU-Friesh]. Andere RA.: Abschlägige Antwort: Guck de Katz in's L., do siehscht Amerika [ LA-Maik]. Du kannscht mich gere han, dart wu de Buckl e Enn hot un die Haut e L., dass. [ Don-Schowe]. Der loßt sich liewer e Sääl dorch's L. ziege, als daß er eppes rausgibt, von einem Geizigen [ NW-Niedkch]. Der isch so arem, daß em 's Loch staabt (staubt) [ LU-Opp]. Der ist geputzt bis auf's L., von einem schlauen und hinterlistigen Menschen [Klein Prov. 72]. VR.: Gille, galle, / Loch verfalle, / Dokder hole, / Loch versohle [ LU-Dannstdt]; einen weiteren VR. s. PfWB Peter. — b. 'weibliches Geschlechtsteil', auch von Tieren [mancherorts, Beam Penns 66]; Syn. s. PfWB Bunz. — c. 'Mund', im Rätsel L. uf L., Hoar ums L., was isch des? Mann mit Bart bläst Trompete [ LA-Gommh]. — d. 'Wangen-, Kinngrübchen', meist Dim. [mancherorts]; vgl. PfWB Lachlöchelchen. Er hot e Lechelche em Bart (Kinn) [RO-Sippf]. — e. vgl. PfWB Augen-, PfWB Hunger- 1, PfWB Nasen-, PfWB Sehloch. — 3. 'Öffnung, Vertiefung an Sachen'. a. an Gebäuden. α. 'Tür' [verbr.], bes. in den RA.: Do hat de Zimmermann 's L. geloß! 'Verschwinde aus dem Haus!' [Pirmas, verbr.], auch: Er dut em weise (zeiche), wu de Zimmermann 's L. geloß hot [Don-Schowe, mancherorts Pf]. Er will naus, wu keen L. esch, von einem Starrsinnigen [LA-Herxh, mancherorts SOPf, Hebel 22]. — β. 'Fenster, Einschlupf' [mancherorts]; Zs.: PfWB Tag-, PfWB Dunst-, PfWB Eulen- 1, PfWB Flug-, PfWB Futter-, PfWB Gall-, PfWB Gerüst-, PfWB Guck-, PfWB Hünkels-, PfWB Kappen-, PfWB Katzen-, PfWB Keller- 1, PfWB Luft-, PfWB Ruß-, PfWB Schall-, PfWB Reff-, PfWB Ruten-, PfWB Schlitz-, Schwaden-, PfWB Seich-, PfWB Windloch. RA.: Wann d' Wand nit wär, hätt 's Haus e L. [ Rußl-Katht]. — γ. 'Nische in der Kellerwand' [ LU-Opp]; Zs.: PfWB Ätz-, PfWB Betzen- 2, PfWB Grütz-, PfWB Hehl-, PfWB Kellerloch 2. — b. 'L. an Gegenständen' [verbr.]; Zs.: PfWB Ärmel-, Feuer-, PfWB Kessel-, PfWB Knopf-, PfWB Ofen-, PfWB Schlüssel-, PfWB Stiel-, Stoß-, PfWB Warzenloch; RA.: den Gürtel e L. enger schnalle 'hungern' [ KU-A'glan]. Antwort auf die Frage »Was bekomme ich?«: E Dreckelche [Bd. 4, Sp. 1008] mime (mit einem) Lechelche, das hängscht der an dei Hälsche! [mancherorts Gal]. Rätsel: Es ist inwendig hohl und auß voller Lecher? der Fingerhut [Hebel 115]. Riraribbel, geel is de Zippel, / schwarz is 's L., / wo mer de Riraribbel drin kocht Gelbrübe im schwarzen Eisenhafen [KL-Fischb, Hebel 121]. L., L., lauter L. un hält doch? die Kette [Hebel 116]. a. 1570: Der galgen muß ohn Nagl und ohn loch gemacht sein [ABlieskst. 77]. — Im besonderen: α. 'Zapfloch am Faß' [mancherorts]; Zs.: PfWB Schlauchzapfen-, PfWB Spund-, PfWB Zapf-, PfWB Zapfenloch. — β. 'Loch an der Flöte' [verbr.]; RA.: in ee L. blose 'immer das gleiche sagen' [NW-Hardbg u. Umg.]; de Finger im rechde L. han 'das Richtige getroffen haben' [ KU-Bedb, Diedk]. Er peift uf'm letschde L. 'Er lebt nicht mehr lange' [KU-Herschw/Petth, verbr., auch Auslandspfälzer]. — 4. 'Schadstelle, Lücke' [verbr.]; Zs.: PfWB Sackloch. Er horre (hat ein) L. im Kopp 'eine Wunde am Kopf' [RO-Als, verbr.]. Ich han e L. im Zahn [Kus]. Du hascht e L. im Strump [ KU-Bedb]. Sie hot e L. im Klääd wie e Kopp [ LU-Alsh]. RA.: e L. in de Daach brenne, sagt man, wenn jemand morgens das Licht zu lange brennen läßt [KU-Körbn, verbr., auch Gal]; e L. in de Dag schlofe 'lange in den Tag hinein schlafen' [ PS-Schopp, mancherorts]; de Flicke (Placke) newe's L. setze 'etwas verkehrt machen' [ BZ-Dierb, mancherorts]; Fachausdrücke beim Kegelspiel: e L. werfe (hinstelle) 'die mittleren Kegel herauswerfen' [ LU-Opp, mancherorts]; dem annern 's L. butze 'die restlichen Kegel des Vordermannes wegräumen' [ RO-Dielkch]. Mei Geldbeidel hat e L. 'Das Geld ist mir ausgegangen' [Pirmas, verbr.]. Ich han e L. im Mage 'Ich habe Hunger' [ ZW-Nd'aub, mancherorts]. Der guckt e L. in die Luft (in die Wand, in de Borrem, in die anner Woch) 'Er starrt, träumt vor sich hin' [ BZ-Gossw, mancherorts]. Der schießt (schlagt) e L. in die Luft 'trifft vorbei' [ ZW-Battw, mancherorts]. Das is besser wie e L. im Kopp, von einer minderwertigen Sache [mancherorts Gal, Rußl-Katht]. Der macht ee L. zu un 's anner uf 'Er behebt einen Mißstand, indem er einen neuen schafft', bes. 'Er bezahlt Schulden mit geborgtem Geld' [Kaislt, NW-Hardbg u. Umg. Krieger 48]. Die Freindschaft (die Bosse) hat (han) e L. 'ist (sind) zu Ende' [Land, mancherorts]. VR.: Mittwoch, / do hot die Woch e L. [ LU-Opp]. Einen weiteren VR. s. PfWB Tanz 1 a. — 5. übertr. a. 'Behausung, Zimmer', verächtl. [mancherorts]; Zs.: PfWB Bar-, PfWB Dreckloch 2; RA.: net var's L. enauskumme 'nicht das Haus verlassen können' [ KU-Kaulb, NW-Haßl Spey]. — b. 'Gefängnis, Arrestlokal auf dem Dorfe' [verbr.]; Zs.: PfWB Betzen- 1, PfWB Bummer-, PfWB Damper-, PfWB Sitzenloch; Syn. s. PfWB Kittchen 1. Er kummt ins L. [LU-Alsh, verbr.]. Der is erscht [Bd. 4, Sp. 1009] aus'm L. kumme [ NW-Freinsh]. — c. 'Richtung, aus der das Wetter herankommt' [mancherorts]; Zs.: PfWB Regen-, PfWB Regenwetter-, PfWB Wetterloch. De Wind kimmt aus aam L. [ KB-Kriegsf]. — d. 'Richtung', bes. 'Blickrichtung', in der RA.: in een L. gucke 'nachdenklich in eine Richtung starren' [Kus, mancherorts, Hebel 25]. — e. Personenbez., meist abschätzig; vgl. PfWB Pott-, PfWB Fixfeuer-, Grau-, PfWB Hunger- 2, PfWB Saft-, PfWB Sauf-, PfWB Sauloch. — 6. Pflanzenname, s. Stopf-dirdas-Loch, PfWB Stopf-mir-das-Loch. — 7. FlN, Am (Im) L. [ PS-Schmalbg KB-Mauchh Zell KL-Wörsb LU-Assh NW-Iggb Speybn LA-Burrw Edk BZ-Ingh], in hist. Quellen auch für viele andere Orte belegt; Zs.: PfWB Büchten-, PfWB Eulen- 2, PfWB Geißen-, PfWB Katzen- 2, PfWB Krottenloch 2; Am Gerhardsborner L. [ PS-Hetths]. Bei der Herleitung der FlN ist nicht immer eindeutig zu entscheiden, welche zu Loch und welche zu mhd. lōch 'lichter Wald' (vgl. PfWB Loh) gehören. — Südhess. IV 363 ff.; RhWB Rhein. V 507 ff.; LothWB Lothr. 342; ElsWB Els. I 549.
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