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 PfWB Höhle (Bd. 3, Sp. 1138)   PfWB Hütte (Bd. 3, Sp. 1281)   PfWB Laterne (Bd. 4, Sp. 794) 
   Höhle, Hühle, Huhlef.:
1. 'Höhle in der Erde', Hehl (hēl) [verbr.], Huhl (hūl) [ KU-Kaulb Kreimb Rothsbg KL-Gimsb], Hihl (hīl) [mancherorts, auch Gal]; in die H. krieche [ NW-Kallstdt]. Zs. Lehmenhohle.
a. 'unterirdische Behausung von Tieren', vgl. PfWB Bau 4 a, PfWB Loch. Zs.: PfWB Dachs-, PfWB Fuchs-, Lapenghöhle. BR.: Wann de Dachs an Lichtmeß sein Schatte sieht zwische 12 un 1 Uhr mittags, dann geht er nochemol 4 Woche in sein H. [ KB-Stett LU-Opp]. Im Fangspiel Fuchs aus de H. darf der Fänger außerhalb seiner H. nur auf einem Bein hüpfend mit seinem Taschentuch nach den anderen Spielern werfen. Wenn er die hüpfende Gangart unterbricht, jagen ihn die anderen mit Schlägen zurück in die H. Wird ein Mitspieler vom Taschentuch des Fuchses getroffen, dann muß dieser sofort zur H. laufen und die Rolle des Fängers übernehmen; er muß sich sehr beeilen, denn außerhalb der H. darf er von den anderen geschlagen werden [ KB-Kriegsf]. —
b.
α. 'Erdmulde als Lager von Tieren'. Zs. PfWB Löwenhöhle. RA.: Der Furchtlose geht 'm Leeb vor die H. [ FR-Albsh, mancherorts]. Eine BR. s. PfWB Bär 1. —
β. s. Schinderhöhle. —
c. übertr.
α. scherzh. 'Haus, Wohnung'. Das is mol e alt H. [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Hütte 1 a. RA.: Er geht net aus de H. (auch: net vor die H.), vom Stubenhocker [ KU-Kaulb, mancherorts]. Bei dem Wedder bleibt mer am beschde in de H. [LA-Rhodt, verbr. SOPf]. Noot winscht e jeder gudi Nacht un dorchelt in sein Hielche [Keiler 137]. Sie geht 'm Deiwel vor die H. [ RO-Als, mancherorts]. —
β. 'Platz, auf dem man beim Fangspiel nicht geschlagen werden darf' [verbr.]. Syn. s. PfWB Bott 1. —
2.
a. 'enge Felsspalte' [ ZW-Riedbg]. —
b. scherzh. 'Bett'. Ich geh in mein Huhl [ KU-Eschau, LA-Venn]. — Südhess. III 656/57; RhWB Rhein. III 752/53; LothWB Lothr. 242 Hihl; ElsWB Els. I 322; Bad. II 753.

 

   Hütte f.:
1.
a. 'baufälliges, verwahrlostes Haus', Hitt (hid) [weit verbr.]. Das is mol e aldi H. [verbr.], e baufällichi H. [ ZW-Battw]. Syn.: PfWB Arche, PfWB Bajes 1, PfWB Baracke 1, PfWB Bawelatsch 1, PfWB Bude 1, PfWB Burg 2 a, PfWB Butik 4, PfWB Gefälle 2, PfWB Gehutsch 1, PfWB Gelumpe 3, PfWB Gelurch 1, Gelürr(s) 1, PfWB Herberge 2 a, PfWB Hutsche1, PfWB Kanzel 2 b, PfWB Kaserne 2, PfWB Kastell, PfWB Kasten, PfWB Laterne, Lürch, PfWB Medine, PfWB Spelunke, Starkasten.
b. 'kleines Haus'. Sie wohnen in so'me klääne Hittche [verbr.]. SprW.: Jeder Zigeiner lobt sein Hitt [ Buch-Illisch]. a. 1792: bemelte Hüttgen zwischen der Papiermühl und dem grossen brühel [Groh Wörschw 65]. —
c. 'Schutzhütte in Wald und Feld'; 'm Ferschder sein H. [vereinzelt]. Zs.: PfWB Garten-, PfWB Schützen-, PfWB Waldhütte. —
d. 'Hundehütte'; 'm Hund sein H. [verbr.]. Zuruf an den Hund: Gehschde in dein H.! [ NW-Weish/S]. Zs. PfWB Hundshütte 1 a. —
e. s. PfWB Gift-, PfWB Schinder-, PfWB Stinkhütte. —
2. 'Hüttenwerk'. Ich han zuerscht in de Völklinger H. geschafft [ KL-H'spey]. Zs.: PfWB Glas-, PfWB Ziegelhütte. —
3. FlN in RO-Potzb: 's Blanze H., amtl. Bei der Hütte. a. 1592: vor der Hütten [ NW-Wachh]. a. 1791: Vor der Hütte [ KU-Gumbsw]. Zs. PfWB Harzhütte; vgl. auch PfWB Glashütte. — Südhess.

[Bd. 3, Sp. 1282]
III 870/71; RhWB Rhein. III 1047/48; LothWB Lothr. 246 Hitt; ElsWB Els. I 90/91; Bad. II 804.

 

   Laterne, Lanterf.:
1.
a. 'tragbare Leuchte, deren Öl- oder Kerzenflamme gegen Wind und Wetter durch ein Glasgehäuse geschützt ist', Ladern (laˈdęrn, laˈdärn) [verbr. nördl. u. mittl. VPf östl. NPf östl. WPf vereinzelt SOPf und WPf, Lambert Penns 96 mancherorts Don Gal Buch Rußl], Latern [vereinzelt Don Gal], Ladarn [PSA 77 Gal-Königsberg Rußl-Neuliebtal], Latan [ Rußl-Speyer], Ladonn [Danner Penns 60], Lander (ˈlandər, ˈlḁndər, r) [verbr. westl. NPf westl. WPf, Guentherodt Frz. 71 Höh 46 Keiper 63 Kühn Hamet 122 Müller Dietschw 47 PfId. 85, mancherorts Don Gal-Bagbg Rußl-Neuliebtal], Loander [ IB-Habkch], Lantre [ IB-Ormh], Lonnda [IB-Ensh (Glass II 38)], Lan-

[Bd. 4, Sp. 795]

dern [ PS-Rodalb Gal-Beckersdorf], Lantanter [ KL-O'arnb Rodb], Pl. Laderne, Land(e)re; vgl. K. 271; Zs.: PfWB Blech-, PfWB Sack-, PfWB Stall-, PfWB Sturmlaterne. Er kann die L. ausmache 'löschen' [ NW-Freinsh]. Er hot kei L. am Wache g'hatt [ LA-Gommh]. Sei Glatz leicht wie e L. [ BZ-Annw]. RA.: Mir geht e L. uf 'Mir fällt etwas ein, ich habe etwas begriffen' [ NW-Erph, mancherorts]. Der hat kä Schei vun erer L. 'Der hat keine Ahnung vom Fach' [Krieger 20]. Er dut Leit mit de L. am hellichte Dag suche 'Er macht unnötige Anstalten' [NW-Hardbg u. Umg., mancherorts]. Dich dät ich suche mit der ausgeblasne L.! 'Du kannst mir gestohlen bleiben!' [ NW-Geinsh, vereinzelt]. Sell ich der mit

[Bd. 4, Sp. 796]
de L. winke? 'Brauchst du noch eine deutlichere Aufforderung?' [ LA-Wollmh] Der fallt (fliet, dreht sich) do rum wie 'n Forz (Floh) in de L. [ LU-Friesh, Don-Schowe Gal-Brotschk Dornf Sap]. Ich hun e Hunger un sein so leer wie e L. [ KB-Bischh]. VR.: De Itzig un de Schmule, / die gingen in die Schule./ De Itzig der muß lerne, / de Schmul der butzt Laderne. / De Itzig nimmt e Bichlbrett, / schlacht 'm Schmul die Nas eweg [ LA-Hainf]. Leih du mer dein Ladernche, / heit Nacht es stockfinschter, / es leicht kan Sternche [ KB-Kriegsf]. a. 1535: Item 1 ½ alb. ... matis spengeller vmb ein lantern [ZweibrLSchrR Nr. 419]; a. 1535: hat Cornely vor die alt lantern zu bessern geben [ebd.]. a. 1581: auch soll keiner

[Bd. 4, Sp. 797]
mitt einn licht ohne lander in sein scheiwer gehen [PfWeist. 46 (KU-A'glan)]. a. 1596: 1 Zerbrochen Lanttern [WerschwSchR 596]. —
b. 'Straßenbeleuchtung' [mancherorts]; Zs.: PfWB Straßenlaterne. —
2. übertr.
a. 'Kopf' in der RA.: Ich schlag der uf die L.! [ LU-Alsh/Gr, PS-Burgalb]. —
b. 'großer weißer Fleck am Kopf des Pferdes' [ Don-Schowe]. —
c. 'altes, baufälliges Haus' [mancherorts mittl. WPf SP-Schiffstdt]; Syn. s. PfWB Hütte. —
d. 'abgenagtes Gerippe vom Geflügel' [ FR-Tiefth]; vgl. DWB DWb. VI 277 Laterne 9. —
e. Fachausdruck beim Kegelspiel; e L. hinstelle 'die drei mittleren Kegel herauswerfen' [ LU-Limbghf]. —
f. 'Samenkopf des Löwenzahns' [Wilde 165]; vgl. PfWB Laternenblume 1. —
3. vgl. PfWB Himmelsternlaterne. — F.: Die beiden Typen Laterne, Lanter finden ihre Entsprechungen in mhd. laterne, lanterne ( Lexer Lexer I 1823, 1839), die schon in lat. laterna, lanterna grundgelegt sind. Pfälz. Lanter steht mit rhein. Lanter, nl. lantaren, engl. lantern in Zusammenhang und ist wegen der frühen Bezeugung im Pfälzischen und wegen der Anfangsbetonung nicht in neuerer Zeit aus frz. lanterne entlehnt. — Südhess. IV 156/57; RhWB Rhein. V 154/55; LothWB Lothr. 329; ElsWB Els I 622.