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| PfWB Höhle (Bd. 3, Sp. 1138) | PfWB Fuchs (Bd. 2, Sp. 1625) | PfWB Sommer-tag (Bd. 6, Sp. 161) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'Höhle in der Erde', Hehl (hēl) [verbr.], Huhl (hūl) [ KU-Kaulb Kreimb Rothsbg KL-Gimsb], Hihl (hīl) [mancherorts, auch Gal]; in die H. krieche [ NW-Kallstdt]. Zs. Lehmenhohle. a. 'unterirdische Behausung von Tieren', vgl. PfWB Bau 4 a, PfWB Loch. Zs.: PfWB Dachs-, PfWB Fuchs-, Lapenghöhle. BR.: Wann de Dachs an Lichtmeß sein Schatte sieht zwische 12 un 1 Uhr mittags, dann geht er nochemol 4 Woche in sein H. [ KB-Stett LU-Opp]. Im Fangspiel Fuchs aus de H. darf der Fänger außerhalb seiner H. nur auf einem Bein hüpfend mit seinem Taschentuch nach den anderen Spielern werfen. Wenn er die hüpfende Gangart unterbricht, jagen ihn die anderen mit Schlägen zurück in die H. Wird ein Mitspieler vom Taschentuch des Fuchses getroffen, dann muß dieser sofort zur H. laufen und die Rolle des Fängers übernehmen; er muß sich sehr beeilen, denn außerhalb der H. darf er von den anderen geschlagen werden [ KB-Kriegsf]. — b. α. 'Erdmulde als Lager von Tieren'. Zs. PfWB Löwenhöhle. RA.: Der Furchtlose geht 'm Leeb vor die H. [ FR-Albsh, mancherorts]. Eine BR. s. PfWB Bär 1. — β. s. Schinderhöhle. — c. übertr. α. scherzh. 'Haus, Wohnung'. Das is mol e alt H. [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Hütte 1 a. RA.: Er geht net aus de H. (auch: net vor die H.), vom Stubenhocker [ KU-Kaulb, mancherorts]. Bei dem Wedder bleibt mer am beschde in de H. [LA-Rhodt, verbr. SOPf]. Noot winscht e jeder gudi Nacht un dorchelt in sein Hielche [Keiler 137]. Sie geht 'm Deiwel vor die H. [ RO-Als, mancherorts]. — β. 'Platz, auf dem man beim Fangspiel nicht geschlagen werden darf' [verbr.]. Syn. s. PfWB Bott 1. — 2. a. 'enge Felsspalte' [ ZW-Riedbg]. — b. scherzh. 'Bett'. Ich geh in mein Huhl [ KU-Eschau, LA-Venn]. — Südhess. III 656/57; RhWB Rhein. III 752/53; LothWB Lothr. 242 Hihl; ElsWB Els. I 322; Bad. II 753.
| 1. 'das Raubtier F.', Fuchs (fugs), Pl. Fichs (figs) [allg.]; Dim. Fichsje, -che (figsjə, -χə, selten -ə) [WPf NPf], Fichs(e)l, Pl. Fichsle [nördl. u. mittl. VPf, verbr. südl. VPf], Pl. Fichslich [um Land]; en F. ausgrawe [ LA-Gommh]; junge Fichs hole (aus dem Bau) [ KU-Schmittw/O]; rot wie e F., schlau wie e F. [allg.]. Zs. PfWB Silberfuchs. Er horcht wie e F. [ KU-Herschw/Petth], hat Auwe wie e F. 'scharfe Augen' [ KL-Weilb], sieht aus wie e geschunnener F. [ KL-Hirschhn]. RA.: Heit esch e Kält, daß die Fichs bellen [ BZ-Gossw GH-Kuhdt]. Er macht en G'sicht wie der daweräägich F. aus der Äschbach [ BZ-Dernb]. Verreckt der F., was koscht der Balg?, von einer wertlosen Sache [ RO-Obd]. Des is dort, wo die Fichs un die Hase enanner Gunnacht saan [RO-Dielkch, verbr., auch Don Gal Buch]. Do isch noch 'm F. sein Schwanz dran, von einer zu kurz geschätzten Wegstrecke [ PS-Erfw RO-Obd FR-Albsh LA-Gommh]; ähnlich von einer ungenauen Zeitangabe: e guri Stunn, die hot de F. gemeßt [ LA-Nd'hochstdt]; vgl. PfWB Fuchsstunde. Scherzfragen: Wann is 'n F. 'n F.? — Wann'r ellää is [Horne Penns 106]. For was springt d'r F. 'm Berg nuf? - Vor'm Schwanz [ebd. 107]. SprW.: Der F. loßt (auch: verliert) die Hoor, awwer die Naupe 'Tücken' net [verbr., auch Don]; ähnlich vom Wolf. Die Fichs hän all ee Sort Hoor [Gal-Brig, verbr. Don Gal. Buch] Alde Fichs verwischt mer net deck 'oft' [ KU-Schmittw/O]. De F. geht doch emol en die Fall [ WD-Niedkch]. Zeit bringt Rose, saat de F., awer z'erscht die Knepp [Hebel 49]. VR. s. PfWB Amen 1, PfWB Pfeife 1 a, PfWB Kehraus, PfWB Sommertag. Kinder- und Turnspiel: F. aus'm Loch, F. aus der Hehl [verbr.]; Spielverlauf s. PfWB Höhle. Andere Spiele s. [Bd. 2, Sp. 1626] PfWB Garten, PfWB umschauen. Beim Schütteln des Säckchens mit den Losen sagt man: Rappel de Katz, em F., de Maus! Hol d'r eppes Hibsches eraus! [ KU-Schmittw/O]. — 2. a. 'rötlich-braunes Tier'. α. 'rotbraunes Pferd', auch Rufname [allg.]; vgl. PfWB Fuchsfüllen, PfWB -gaul, PfWB -hengst, PfWB -stute, PfWB -wallach. Zs. PfWB Gold-, PfWB Hell-, PfWB Kohl-, PfWB Rot-, PfWB Schweißfuchs. RA.: Er macht sich wie'm Sewerle sein F., wie er krepiert is [ Don-Ulmb]. — β. 'rotbraune Kuh', auch Rufname [KB-Kriegsf mancherorts VPf]. — γ. 'Schmetterling mit fuchsroten Flügeln' [mancherorts]. — b. α. 'Mensch mit rotem Haar', Schimpfw.; roder F. [verbr.]. Zs. PfWB Rotfuchs. Spottverse: Roler F., dein Hoor gehn aan, schitt e Trepfel Wasser draan! [ BZ-Steinf, NW-Neidfs Lambr]. Roter F., geh 's Bergel nuff, les die griene Äppel uff! [ GH-Weingt BZ-Dernb]. Roter F. im Hinkelsstall, freßt die rote Eier all, die weiße läßt er leie, morje geht er freie [ ZW-Battw Bechhf]; in einer Var. aus KU-Kaulb lautet der Schluß: marje geht er geie, iwwermarje kimmt er haam, bringt e Sack voll Geld met haam. Wer Sommersprossen hat, wird geneckt: Du rotgespreckelter F.! [ LU-Alsh]. — β. 'schlauer Mensch'. Des isch 'n F. [SP-Harths, verbr.], 'n schlauer F. [ LA-Herxh], e alder F. [KU-Schmittw/O, verbr.]. Zs. PfWB Schlaufuchs. RA.: Schmack's Fuchs, 's esch Riewesupp!, Aufforderung, in den sauren Apfel zu beißen [ BZ-Dierb]. — γ. Pl. Fichs, Uzname für die Bewohner von PS-Staffelhof, BZ-Heuchh, GH-Vollmw. Zs. PfWB Kalkofenfüchse. — δ. 'Schreckgestalt' in PfWB Speicherfuchs. — c. 'Klatschmohn' (nur. Dim. Pl.), Fichsle und Fichslich [Wilde 130]. Syn. s. PfWB Klapperrose. — d. α. 'rötlicher Klicker', Fuchs [ FR-Bockh], Fichsel [ SP-Schiffstdt]. — β. 'Goldmünze', Fichsje [ ZW-Battw]. Zs. PfWB Goldfuchs. — γ. 'rötlicher Wein', Fichsel [ Don-Schowe Torschau]. — Südhess. II 982 ff.; RhWB Rhein. II 848 ff.; Saarbr. 69; LothWB Lothr. 175; ElsWB Els. I 91; Bad. II 243/ 44.
| 1. 'Tag im Sommer', Summerdaa, -dag, -daach, s. PfWB Tag [vereinzelt, Krämer Gal 200]. An so 'me scheene S. muß ich als raus [Kaislt]. a. 1425: einem taglohner der gewohnlich arbeitet einen Summertag 18 hlr vnd einen wintertag 1 ß hlr [Lein-Arch. (Löhne)]. — 2. 'der Sonntag Lätare mit dem an diesem Tag stattfindenden Brauchtum' (Einzelheiten s. weiter unten), Summerdag, -daach [mancherorts mittl. u. südl. VPf, Klein Prov. 157], genaue Verbr. um 1930: westl. bis zu einer Linie KL-Frankst NW-Elmst Iggb BZ-Wilgws PS-Haust, südl. bis BZ-Spirkb Sarnst Queichhmb, dann in einem Bogen bis Bergz und BZ-O'ottb von da über GH-Freckf Kand Kuhdt zum Rhein. Die nördl. der Linie KL-Frankst NW-Wachh Erph FR-Studh angrenzenden Bez. s. unter PfWB Stabaus 1. Karten von E. Christmann in: PfA K. 25, O. Bertram in: Hessische Blätter für Volkskunde 37/1939 64 (beide aufgrund von Materialien der Wörterbuchkanzlei). Die Verbr. um 1984/85 hat sich nach der K. von B. Benner/I. Ranly/B. Sachs in: H. Schwedt (Hrsg.), Brauchforschung regional. Stuttgart 1989 34, kaum geändert. Die örtlichen Ausformungen des an die- [Bd. 6, Sp. 162] sem Tage stattfindenden Festes sind unterschiedlich, gemeinsame Konstituenten fast aller Sommertagsfeste sind jedoch Umzüge (einzeln, in kleinen Gruppen oder auch in großen organisierten Aufzügen) von Kindern, die gabelförmige (s. PfWB Sommertagsgabel) oder gerade (s. PfWB Sommertagsstock) Stöcke tragen, die meist mit bunten Bändern geschmückt sind und auf denen eine Brezel (s. PfWB Sommertagsbrezel) und bisweilen auch ein Apfel steckt; s. Abb. 87 Sommertag und Abb. 28 und 88 Sommertagsstöcke. Mancherorts tragen die Knaben auch Holzsäbel (s. PfWB Sommertagssäbel). Die Kinder singen Lieder (s. u.) und heischen Gaben (Wecke, Brezeln, Eier, Speck, Süßigkeiten, Geld u. ä.). Begleitet wird der Umzug häufig von zwei als Sommer und Winter verkleideten Gestalten, der Sommer in Grün, der Winter in Stroh gehüllt. An manchen Orten (um 1930 in KL-Frankst NW-Iggb LA-Venn Bergz) wird der Winter verbrannt, indem man die Strohhülle oder einen Strohhaufen anzündet. An einzelnen Orten (um 1930 in NW-Forst Neustdt Niedkch Land BZ-Eußth Spirkb) wird ein Sommertagsspiel aufgeführt (vgl. PfWB Pläckeljude, PfWB Fingerhut 4 a, PfWB Mohrenkönig), das den Kampf zwischen Sommer und Winter zum Inhalt hat. Weiteres zum Sommertagsbrauchtum s. auch bei Stoll [Bd. 6, Sp. 163] ![]() [Bd. 6, Sp. 164] che, -lieder s. PfWB Brezel 1, PfWB Geschwisterkind, PfWB Stabaus 1; weitere Sammlungen von Sommertagssprüchen s. Firmenich II 15; Schandein Bav. IV,2 357/58; Kleeberger 29/30; A. Becker Pfälzische Frühlingsfeiern, Kaiserslautern 1908, ders., Sommertag, Neustadt 1931; Wilde 266-269; O. Bertram in: Hessische Blätter für Volkskunde 37/1939 73-101 (mit K. der versch. Typen); F. Heeger in: PfRh. 44/1971, H. 1/2 26-29, 63-66; Carl Pfalz im Jahr 77-112. a. 1687: Weil es eine alte Verstiftung, daß obige 3 fl. 6. Kr. an Weck ausgelegt und den Kindern am Sommertag in der Kirche ausgeteilt werden soll [Wenz 219 (LU-Iggh)]. a. 1728: Denen Kindern ahm Sommertag für weck geben 9 Batzen [PfMus. 22/1905 190 (LA-Arzh)]. — RhWB Rhein. VIII 208.
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