-schäfer m.: 'Schäfer im Klosterhof'. a. 1621: Häußlin ... so iezundt dem Hofschöffer [WerschwSchR, Bl. 4]. — | | PfWB ElsWB LothWB Schäfer das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk fər, –ē- [Simm-Buch Horn Corw Laub Schlierschd Stdt, Zell-Altlay Mastershsn fərt, –wərt]; Mosfrk -:- [Trier, Wittl, Bitb, Prüm, Malm, WDaun -ī:f-, –ī:w-; Bitb-Gindrf Mettend Metterich]; Rip -:f- [Monsch-Rohren -f-; Malm-Bütgenb -ęəf-; Malm-Aldring Vith, Schleid-Berk, Eusk-Friesh Lechenich, MüEif, Köln, Bergh, rip. Grevbr, Dür, Jül, Aach, rip. Geilk, rrhn. uWupp, Sol -if-; Sieg-ODollend -ip-]; nfrk. Berg -p-, –:- (dies auch Neuss, Duisb, Rees, Klev-Calcar, Geld-Capellen, Kemp-Amern SGeorg, Heinsb-Arsbeck Hülhv Myhl); SNfrk u. Geld-Leuth ępər, selten -i- [Kemp-STönis, MGladb-Korschenbr -ę-; Erk-Merbeck Örath, Heinsb-Erpen --; in der Selfk u. Eup, Kemp-Grefr, Erk-Elmpt (u. -ē:-), Geld-Hartef Straelen Walbeck Wankum, Mörs-Repelen Schaephsn -ī·ə.-; Heinsb-Süsterseel -ē:-]; sonst Geld, Mörs, Klev -ēp-, dies auch Dinsl, Düss-Hucking; MülhRuhr, Mettm-Velbert -ī·ă.p- [Geld-Pont -ēp- u. -ōp-] Sg. u. Pl. [SNfrk -ər, Klevld -ərs] m.: 1. wie nhd; früher, als die Bauern noch Schafe hielten, bedeutet Sch. der von den Schafhaltern gedungene Sch.hirt; später war der Sch. [Bd. 7, Sp. 852]
der Besitzer der Schafe, der mit ihnen oft weit im Umkreise zur Weide, auf Ödland, Stoppelfelder zieht; im SNfrk u. Klevld, wo Hirt kaum vorkommt, bedeutet Sch. Hirt jeder Art, also auch Kuhhirt; Gehilfe des Sch. bei grösseren Herden ist der Ongerschiffer Bergh-Hüchelhv; Onnerschöfer Aden-Herschb; Beischöper MGladb-Rheind; der Sch. im alten Sinne wurde früher (etwa vor 1900) auf Michelstag (Martins-, Wendelinus-, Gertrudentag, auch wohl auf Johannistag im Mittsommer) gewählt (gedungen) für ein Jahr, mündl. u. auf Ehrenwort; sein Jahr lief von Michelstag bis M. (op Michael donnt de Schiffer un de Schmedde usrisse verlassen ihren Dienst, Ziehtag Köln-Widdersd); war es allen Schafhaltern recht, so wurde der alte Sch. wieder gewählt, sonst ein anderer, der meist schon vorher bestimmt war; er fordert und die andern bieten; sein Lohn bestand gewöhnlich aus ca. 6 Morgen Land, 2 M. Wiesen; für jedes Schaf erhielt er 12 Pfd. Korn; sein Land wurde von den Bauern bestellt; er erhielt Gemeindeholz u. den Mittagsstiewel (Ruhezeit der Schafe im Pferch von 12—4 Uhr) (auch durfte er eine bestimmte Zahl eigner Schafe, die durch Zeichen auf dem Rücken kenntlich gemacht wurden, mit auf die Weide treiben); wurde ein Schaf verkauft, so erhielt er ein Trinkgeld; er ging wohl auch mittags reihum essen (wer sieben Schafe zur Herde stellte, musste für einen Tag die Kost für den Sch. geben Prüm-GrKampenbg); die Leute, bei denen er im Jahre schlief, mussten ihm das Abendessen stellen; am dicken (fetten) Donnersdag bekam er in jedem Hause ein Stück Speck u. einen Kochert Erbsen u. vom Kastrieren eines Schäfchens ein Ei (in der Regel geschah das K. in der Woche nach Pfingsten, so im WMosfrk); am Martinstage musste der Sch. ein Fässchen Branntwein zum besten geben Prüm-GrKampenbg; der Sch. war infolge seiner zahlreichen Kenntnisse (er war Tierarzt, Heilkundiger, Strumpfstricker) ein angesehener Mann, weshalb auf seine Wahl grosser Wert gelegt wurde (der hl. Sch. von Bergh-NEmbt als Heilkünstler, u. so waren viele Sch. weit bekannt u. viel aufgesucht); der Sch. peift (flet) gibt durch einen grellen Pfiff das Zeichen für eine ganze Nachbarschaft, dass er ausfährt u. dass man die Schafe herauslassen u. ihm zutreiben soll; der Sch. trägt den Hirtenstab mit Schaufel, de Schepp; mit Krampen (Haken) zum Einfangen der Schafe; von einer Schulter zur Hüfte trägt er den Leifreme (Balier) zum Befestigen seines Hundes (meist Koll (Kohle), weil er schwarz ist, oder Stipp genannt); er schickt den Hund aus: holl se; pack an; halt für; dreif se en de Furre; Spetz, op de Fur; Stüpp, en de F.; Kranz, drömhen, krieg den Grisen; Dicks, komm; hei bonne, hei ovve, hei əlo, dat wor et; der Schäfer ruft brrr, brrrt, brrr dä! wenn die Schafe halten sollen (prr ür Mörs-Hülsdonk; goi, hopp! vorwärts Mörs; fort ju! Daun; dä komm, no hem (hemo)! nach Hause. — Der Sch. u. Bauernregeln. Maria Lechmess hell on klor, Schepper, verwahr [Bd. 7, Sp. 853]
de Uərze (Futterreste) wahr! Geilk. Wenn M. L. de Sonn op et Messeboch (-buch) schingk (scheint), moss der Schiffer de Uərze opbenge (aufbinden) Neuss-Gohr, Grevbr, MGladb, Mörs-Schaephsn, — op et Mösbett (Mistbeet) schinnt, dann mott der Schepper noch sess (6) Weəke de Hutele stipe MGladb-Rheind, Erk, — der Bär senge Scheng (Schein) süht, muss der Schiffer de Uərze opbenge Bergh, — e gen Kerk de Sonn op de Kerze schint, don mott der Schiəper vör de Schop de Uərte sess Weəke long verwahre Heinsb-Kirchhv. L. donkel, werd der Schäwer en Jonker un der Bauer en Edelmann Bernk-Horath. Et as kän Aprel su got, he schnecht (schneit) dem Schiefer op den Hot Bitb, Prüm u. so Mosfrk, Rip, Berg verbr. Springen de Krutte (Frösche) en de Bach, moss de Sch. of de Wis (Wiese) bleiwe May-Wassenach. — RA.: Ful (träge) wie enne Scheper Mörs, Dür, Ahrw-Sinzig. De legt sich su bret (breit) elar (dahin) wie en Schiefer gesagt, wenn einer sich breit, bes. bei Tisch, macht Prüm-Schlausenb. Sch. un Angelfescher hon et faulste Lewen, un wenn mer sei hirt (hört), as et grad et Gegendäl Bitb-Wiersd. Der fullste Sch. hät de fettste Schof Siegld. Enne Schiəper ka beter hondert Schop höə (hüten) äs de Lüt et Geld Heinsb, Duisb. Töschen (zwischen) Dag on Donkel geht de Schepper lonke (lauern) Geld-Leuth. Der Schäfer hät geflöt die Frau ist schwanger Schleid-Marmag. De Schiefern han jo all et Gewessen am (im) Bocksesack sie stören sich nicht am Gewissen Prüm-Krautschd. Der Sch. hot den Hamel verlor, an (und) N. N. hot en fond (gefunden)! er hat das Hemd aus der Hose heraushängen Bitb-Niedersgegen. Fex (Hund), komm no hem, de Pap begennt te stechele, sät de Schepper, wie de Pastur van de goən Hirt prädiget Geld-Leuth. Frej (freie) mar ersch, sät de Scheper för sinnen Hond, dann saste (sollst du) de Stert noch wäll hange loten Mörs. Wat gut is vor de Kält, is ach (auch) g. vor de Wärm, sat de Schäfer, do deht er im Summer de Mantel an Simm-Horn, Heinsb. Du häst en guder Schöper gegewen zu dem Trägen Gummb-Wiehl. De hat de Schiffer gebützt (geküsst) er hat Ausschlag am Munde Grevbr-Otzenr. Et es so kalt, dat der Hond vom Sch. läft (läuft) Neuw-Dierd. De Wolf zom Schäəffer mache den Bock zum Gärtner Malm, Mörs-Gerdt. — Im Kinderld. Schiffer met de Schopen het te lang geschlopen! Neckr Sol. Alle vierzehn Dage geht de Schiffer jage; Sch., Sch., stompe Fott, wienih geht de Sonn op? dass. Grevbr-Otzenr. Schiefer, Sch., dau Lamerschwanz, dau gähs net an (in) de Rusekranz, en anern moss et sen, en a. m. et sen! dass. Bitb-Feilsd. Rene (regne), r., Wolke, de Schiefer hat gemolke siwwe Gessen (Geissen) one ene Bock, dat guf en got Melchzopp; de Bock, de guf de Schmand fer owwe drop! Prüm-Elchr. Sch., beann ding Hennche (Hündchen) a, darr et mich net bisse kann; bisst et mich, da strof ich dich, dausend Daler kost et dich! Siegld-Hainchen. Et soll en Sch. de Schof höden (hüten) övver en holle Sifen (Schlucht), do konnt hen se net erövverkreien, do mot hen se erövverpifen (-pfeifen); on [Bd. 7, Sp. 854]
we he reid gepoffen hatt, do feng hen an zo melken, molk hen och e schwarz Lamm mot enem wisse Flecken; dat L., dat hatt de Au (Mutterschaf) net mih, de Sch. mot et lecken Schleid-Berk. Hopp, Mariännche, h., M., loss de Pöppche danze; der Schäfer kommt, der Sch. k., der steckt dech en sei Ranze! May-Monreal. Beiss en de Kliss (Klösse), dann beste nemmi bis (böse); b. em Sch. en de Hot, dann beste widder got! Neuw-Dierd. — A.: Weər? B.: De Schipper (auffallend für den rip. Ort) Scheər sitt va Kölle bis heərə Sieg-ODollend. — 2. übertr. a. der Mann im Monde u. der Vollmond Prüm-Elcherath. — b. fule Sch. ein Faulenzer Kref-Osterath. — c. fuller Sch. Kohlschnake Siegld. |