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| PfWB hocken (Bd. 3, Sp. 1120) | PfWB Rabe (Bd. 5, Sp. 334) | |||||||||||||||||||||||||||
I. intrans. 1. 'sitzen' (ohne und mit negativer Nebenbedeutung). a. von Mensch und Tier, hocke (hogə) [verbr. WPf NPf nördl. u. mittl. VPf], hucke (hugə) [mancherorts SWPf südl. VPf]. Zs.: PfWB da-, PfWB herum-, PfWB nachhocken. De Has hockt hinner'm Busch [verbr.]. Die Rawe hocken uf eem Klumbe [ Gal-Dornf]. Nooch de Iwung hän mer in de Wertschaft g'hockt un hän unsern Dorscht g'lescht [ FR-Hettldh]. Un um die Weltachs runderum, do hockt seit viele dausend Johr sei Pälzer Volk [Münch Weltgesch. 14]. Er huckt im Katzebänkel 'auf der Strafbank (in der Schule)' [ GH-Kand]. Wann der hockt, hockt er [ NW-Hardbg]; vgl. PfWB hockenbleiben 3 a, PfWB Hocker 1 a. Die Baan sein meer engeschlof beim Hocke [RO-Sippf, mancherorts]. Ich bin ganz steif vum Hucke [ KU-Bedb]. RA. u. Vergl.: Er huckt wie angeleimt [ BZ-Annw]. Mer hocken blott 'ohne Geld' [ KB-Rüssing]. Er isch am Parre seine Griewe g'huckt, vom Ausschlag am Mund [ PS-Schönau]. Er hockt voll Anschläch wie en Hund voll Fleh (Flöhe) [Land]. Spottvers auf LA-Offb: In Offebach hockt de Deiwel of'm Dach. Kinder werden geängstigt: Dort huckt de Moogel; er spauzt Feier un hot Brotwärscht in de Aue [ KU-Bedb]. VR. s. PfWB Apfelbaum, PfWB Birnbaum, PfWB Hasenhaus, PfWB Rabe. — b. von Dingen. Im Hof hot e Ster Holz ghockt [ LU-Muttstdt]. 's hän Brerrer (Bretter) dort gehockt [ KL-Morlt]. RA.: Dem hockt's vorne 'Er hat es auf der Brust' [ LU-Böhl]. Sein Hut hockt uf siwwe Schoppe 'sitzt schief' [ ZW-Bechhf]. Do hockt's un macht Aue 'Du bekommst es nicht' [ KU-Kaulb]. Do hockt's un hot e Hietche uf, dass., auch 'Es ist nicht so, wie du meinst' [KB-Mauchh, mancherorts, vereinzelt Don Rußl, verbr. Gal]. Do hucke se un han Hietcher uf, dass. [mancherorts Don]. Do huckt's, hat e Hietche uf un Brotwärscht in de Aue [Hebel 29]. — c. 'gebückt, ungeschickt sitzen, kauern' [vereinzelt, Wilde 25]. Die Gluck hockt uf de Eier [PS-Dahn, verbr.]. RA.: Do hockt er wie e Aff uf'm Nascht [ Buch-Illisch], uf'm Schleifsteen [ Don-Gertianosch], wie e Krott uf der Hechel [KL-Einsdhf Hebel 14 mancherorts Don Gal], [Bd. 3, Sp. 1121] wie e Krott uf'm Eezohn (Eggenzahn) [ Gal-Hartf Otths Dornf Lindf], wie e Krott uf'm Scholle [ BZ-Dierb, vereinzelt]. — 2. 'eine Gefängnisstrafe absitzen'. Zs. PfWB abhocken. Er hockt schun seit'me Johr [ZW-Battw, verbr.]. Er hot drei Johr se h. kriegt [ LU-Opp]. Er hockt in Zwääbricke [ NW-Freinsh]. All fingerschlang (fingerslang) hockt er im Kittche wege seine lange Finger [ ZW-Battw]. Un do hockt aa hinnig Trallje naun de Gollo [Kühn Schnitze I 202]. — II. trans. 1. a. einen h. er hot 's Kind uf de Disch gehockt [ KL-Reichb]. RA.: Den han se an die Luft gehockt 'vor die Tür gesetzt' [ ZW-Hornb]. Der werd net fett, aa wammer'ne in e Schmalzhawe hockt [ KL-Reichb, mancherorts]. Dem hun se de rode Hahn ufs Dach gehockt [RO-Sippf, ZW-Bechhf Gr'bundb]. Er hot'm en Floh ins Ohr g'hockt [Land]. Zs.: PfWB ein-, PfWB hinauf-, PfWB zusammenhocken. — b. etwas h. Do han se mein Name uf de Zerrel (Zettel) misse h.! [Firmenich II 8]. Zs.: PfWB auf-, PfWB durch-, PfWB verhocken. — III. refl. 1. sich uf de Stuhl h. [verbr. WPf NPf]. Hock dich e bißche! 'Nimm ein wenig Platz!' [verbr. WPf, selten mittl. VPf]. Hucken eich! [ IB-Rohrb]. Hock dich zu uns an de Disch [ ZW-Gr'bundb]. De Hahn hockt sich ufs Hinkel [ KU-Odb]. RA.: Hock dich uf dein vier Buchstaawe! [ GH-Schwegh]. — 2. sich gut (schlecht) h. 'sich gut (schlecht) verheiraten'. Sie will sich gut h. [verbr. WPf NPf mittl. VPf]. Sie hot sich schlecht gehockt [ KL-Hirschhn]. — Südhess. III 637 ff.; RhWB Rhein. III 869/70; LothWB Lothr. 251; ElsWB Els. I 317/18; Bad. II 745.
| 1. a. 'Rabe', auch: 'Raben- oder Saatkrähe', Rab (rāb), Pl. Rawe (rāwə) [verbr. WPf NPf nördl. VPf, PfId. 111 Christmann Kaulb 90 Mang 82 Altenhofer 33 Müller Dietschw 55 Otterstetter 42 Heeger Tiere 10, verbr. Don Gal Buch], Raw [ KU-Albess], Rob [ KB-Einsth]; zur Verbr. u. Genus der F. in der Pf s. K. 312; Zs.: PfWB Dreck-, Kohl2-, PfWB Kolk-, PfWB Luder-, PfWB Spitzbubenrabe; Syn.: PfWB Jakob 2 c α, PfWB Kob, PfWB Krak 1, PfWB Rabert, PfWB Rabtigall, PfWB Ramme 1, PfWB Rammet, PfWB Rappe1 1; e zohmer R. 'ein zahmer R.' [ KU-Schmittw/O]. Rawe lerne plaurere (Rabe kann man zum Sprechen abrichten) [ebd.]. Der is (so) schwarz wie e R., vgl. PfWB rabenschwarz [verbr.], hot e Gesicht wie e R. 'eine dunkle Gesichtsfarbe' [ KB-Kriegsf]. Ein unmusikalischer Mensch hot e Stimm wie e R. [ RO-Als], singt wie e R. [verbr.], krackst (krächzt) wie e R. [LU-Opp, Land]. Wann die Rawe so Schrei dun, do is eppes los (dann ist ein Raubtier in der Nähe, oder sie haben ein Aas gefunden) [ KU-Schmittw/O], do kummt de Schitz (der Feldhüter) [ KL-Wörsb]. Stimme des Raben: raab, raab [ FR-Albsh]. RA.: Er will zwee Rawe an eem Schwanz fange [ Gal-Sap]. Einem mageren, abgetriebenen Pferd flie'e die Rawe noo [ KL-Weilb]. SprW.: Een R. hackt (selten: kratzt) em annere kä Aag aus [Krieger 38, (mit Var.) verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. Wo Aas is, sammele sich die Rawe [ RO-Als]. E R. is kä Dischdelfink [Krieger 35, verbr.]. 's macht kee R. e Nachtigall [Land]. Volksgl.: Wann veel Rawe beienanner sein, gibt's Krieg [ KU-Schmittw/O]. KR.: Rab, Rab, dein Nescht brennt, / Siwwe Junge sin vebrennt; / Ääns lebt noch, ääns schwebt noch; / 's anner huckt unnerm Dach / Hat sich halwer scheppgelacht [ HB-Kirrbg]. Var.: Ääns kummt 's Stäächel rab, / Hat e rodi Zibbelskapp [Bergz (Kamm 101)]. Rab, Rab, dei Nescht brennt, / Die Junge brenne met; / Die [Bd. 5, Sp. 335] ![]() [Bd. 5, Sp. 337] Alde soll de Deiwel hole, / Die Junge awwer net [KU-Rothsbg (Mang 231)]. Var.: Die Alde, die han's angesteckt, / Die Junge awwer net [ KU-Bedb]; Schitt e bißche Wasser dran, / Dann flie'e se widder met [ KU-Kaulb]; Siwwe Junge sein verbrennt, / Do is die Alt fortgerennt [ KU-Schmittw/O]. Rab, Rab, dei Nescht brennt, / Die Junge sin schun dot, / Un wann se noch net dot sin, / Do sin se feierrot [Pirmas]. Andere VR. s. PfWB Atzel 1, PfWB bimbam, PfWB Ofenloch, PfWB Quack, PfWB reiten 1 a, PfWB Saft, PfWB Schnecke. AR.: Änne, zwänne, dränne, fure, funke, rawe, schawe, dicke, datsch [ KL-Queidb]. BR.: Zu Jerje (Georg, 23. April) muß der R. sich im Korn verberje [ Gal-Brunndorf]. WR.: Wann die Rawe kreische, gebbt's Rään [ KL-Matzb, vereinzelt]. — b. vgl. PfWB Dohl-, PfWB Kolk- 1, PfWB Nebelrabe. — c. 'Libelle' in der Zs. PfWB Bachrabe. — 2. übertr. a. persönl. α. 'Mensch mit schwarzem Haar' [ KU-W'mohr]. — β. 'Mensch mit besonderen, seltenen Eigenschaften'; in der Wend. e weißer Rab [S. Brandstätter in: PfMus. 7/8 1925 167]; vgl. 2bα. — γ. Neckname der Bewohner von KU-Bechb Schellw ZW-Hengstb KL-Pörrb, Pl. Rawe; Zs.: PfWB Kolkrabe 2, Quäckrabe; Ortsneckerei s. PfWB Grumbach. — δ. 'Huhn mit schwarzem Federkleid' [ KL-Lind]. — b. sachl. α. 'etwas Seltenes, Besonderes; Ausnahme'; e weißer Rab [KU-Schmittw/O PS-Fehrb Krieger 35]; vgl. 2aβ. — β. 'angebranntes Gebäck'; Dim. Pl. Räbcher backe [ KL-Katzw Hirschhn]. — Südhess. IV 1167/68; RhWB Rhein. VII 6 ff.; LothWB Lothr. 400 bei Ramm.
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