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| PfWB hoch-mütig (Bd. 3, Sp. 1105) | PfWB Stich (Bd. 6, Sp. 557) | RhWB Wurmstich (Bd. 9, Sp. 661) | |||||||||||||||||
1. 'eingebildet, stolz', hoch-, houchmidich, -mirich [verbr.]. Syn.: PfWB einbildisch, PfWB eingebildet, PfWB eitel 1 b β, PfWB hochgeschoren, PfWB -gestochen 1, PfWB -getragen, PfWB -nasig, PfWB stolz, überspannt. Er is h. wie e Poo (Pfau) [ NW-Deidh]. Des is mol e hochmidicher Aff [ KL-Hoheck], e hochmidicher Kichebensel [ KB-Kerzh]. Der Hochmidich hot Gritz im Kopp wie halwe Äppel [ BZ-Steinf]. — 2. 'hochfahrend'. a. 1464: Das sollen sie syttiglich vnd gutlich tun, vnd nit bawerische vnd hoemutige worte gebruchen [LibSecrM, Bl. 198]. — Südhess. III 628; RhWB Rhein. III 718; ElsWB Els. I 740; Bad. II 739.
| 1. a. 'stechendes Eindringen eines Messers, einer Stichwaffe usw.; Stichverletzung', Stich (diχ) [allg., Christmann Kaulb 77 Karch Jockgr/Nd'horb 154 Müller Dietschw 62], Stech (dęχ) [ LA-Ilbh Leinsw BZ-Wilgws GH-Leimh], die schwachflektierte Form Stichen nur in PfWB Stich 7 b; Pl. wie Sg.; Dim. Stichel [ BZ-Dernb], Stichelche [ LU-Alsh]; Zs.: PfWB Panz-, PfWB Messer-, PfWB Sichelstich; St. am Hals, beim Abstechen des Schlachttieres [ RO-Als]. Er hot en St. kriegt 'ist durch Messerstich verwundet worden, beim Streit' [ BZ-Dernb, vereinzelt]. RA.: met Stoß un St. [ KU-Schmittw/O]; e St. ins Herz gewwe 'kränken', bes. bei überraschenden schlimmen Nachrichten [verbr.]; e St. gebb, dass. [Krämer Gal 207]; em en St. versetze, wu net blut 'jemand durch spitze Worte kränken' [ LU-Böhl]. Jed Wort war mer e St. ins Herz [ LU-Opp]. Ich hab grad gemänd, es geht mer e St. ins Läwe [ PS-Erfw]. — b. 'der Nadelstich beim Nähen und Sticken; bes. Näh- oder Stickart', Stich [mancherorts]; Dim. Pl. Stichlich [ BZ-Dernb]; Zs.: PfWB Vorder-, PfWB Gabel-, PfWB Hexen-, PfWB Hinter-, PfWB Kochlöffel-, PfWB Kreuz-, PfWB Nadel-, PfWB Neben-, PfWB Stepp-, PfWB Überwendlingsstich. RA.: Die Hosse halle kein St. mien 'zum Flicken zu schlecht' [ KU-Schmittw/O]. Volksgl.: Mer soll nix an em ḁnneh losse oder mer kriegt en Feind fer jeder St. [Fogel Beliefs Penns Nr. 2046]; Var. Nr. 2045. — c. 'Insektenstich, Insektenbiß' [ ZW-Battw, mancherorts]; Zs.: PfWB Bienen-, PfWB Fliegen-, PfWB Floh- 1, PfWB Hornissels-, PfWB Hummeln-, PfWB Immen-, PfWB Insekten-, PfWB Mücken-, PfWB Schnaken-, PfWB Wanzen-, PfWB Wespen-, PfWB Wurmstich. Volksmed.: De St. met Zwewwele inreiwe [ KU-Schmittw/O]. De St. vun erre Weschp orrer erre Bien muß mer gleich ausdricke [ KL-Reichb]. — d. 'Spatenstich, Tiefe eines Spatenstiches'; Zs.: PfWB Durch-, PfWB Schoren-, PfWB Spatenstich; zwei Stich mache, beim Roden im Weinberg [ NW-Duttw]. a. 1530: 2 graben ... 16 Ruthen lang vnd 2 stich dieff ... vffzuwerffen [GgHospR]. — e. 'der Teil am Hals des Schlachtieres, an dem der Metzger einsticht' [ LA-Nd'hochstdt]. — 2. a. 'kurzer, steiler Anstieg von Weg, Straße, Gelände', Stich [allg., Juner 82 Kamm 63 Müller Dietschw 62 Schmitt Billh. 130 Thielen 107 PfId. 137 Lambert Penns 143], Stisch (di) [ KU-Haschb/G KL-Enkb KB-Kriegsf BZ-Queichhmb], Stech [ KU-Hundh KB-Ilbh LA-Leinsw Wollmh BZ-V'weidth Wilgws], Stesch [ BZ-Dimb]; Dim. Stichelche [ KB-Boland], Stichel [ BZ-Dernb Schweighf]; vgl. PfWB Pfetze 6, PfWB Steige 1 a, PfWB Stichel; Zs.: PfWB Gassen-, PfWB Schosseestich; e ge'er (gäh 1 [Bd. 6, Sp. 558] 'jäh, steil') St. 'eine jähe Wegsteigung' [ RO-Feilbg Nd'mosch]; e stracker St. enuf [ PS-Kröpp]; en harter St. for's Viech [ GH-Freisb]. Da vorne missen mer en St. enuff [ FR-Studh]. Des es e beser St. [ RO-Dielkch]. Am St. muß mer vorspanne [ LA-Gommh]. Die Gäul packen's net den steile St. nuf [ BZ-Dernb]. Mitte im Weg is e langer St., do muß mer die Pär zwee- bis dreimol ruhe losse [ KL-Reichb]. Hinter Hochspeyer ist noch ein harter St., zum Glück nicht so lang wie die Steige [Bei uns daheim 1926]. Wie me naun an e große St. kummen, hot unser Gaul langsam gedan [Kühn Palz 96]. — b. FlN, Straßenname, mda. de Stich [ PS-Erfw KB-Gauh]; Zs.: PfWB Hart-, PfWB Katzen-, PfWB Kiesel-, PfWB Klosterstich; St. am Roten Steinbruch [ LA-Edk]; Bergzawwrer St. [ BZ-Ingh]; Konker St. [ KU-A'glan]; Wattwiller St. [Wilms Alph. 51]. a. 1560: die wiese am Stich [KSchArch. Gültbuch des Klosters Offenbach/Glan Bl. 32]. a. 1592: bei der gelerts Clausen vff dem Stich [StArch. NW-Dürkh D2 Grenzumgang]. — 3. 'starke Einwirkung von etwas', nur in RA.: 'verrückt sein', en St. hawwe (hun), vom Sonnenstich [mancherorts, Kraus Pat 33]; Zs.: PfWB Sonnenstich; Syn. s. PfWB verrücken 2 a. Ich kenn Verrickte an ihrm St. [Kraus Pläseer 6]. 'einen Dünkel haben, hochmütig sein' [ FR-Kindh]; Syn. s. PfWB Hochmut 1, PfWB hochmütig 1; 'betrunken sein' [mancherorts]; Syn. s. PfWB betrinken. Er hot sein Stech [ KL-H'spey]. — 4. Krankheit. a. 'plötzlich stechender Schmerz; Hexenschuß, Seitenstechen' [mancherorts]; Zs.: PfWB Seitenstich; en St. im Bän (en de Seit, em Kreiz, en de Bruscht, beim Lafe, dorch alle Glirrer) [mancherorts]. Do dut mersch so Stich in de Seit [ RO-Als]. Denne verfluchde St. han ich schun werrer in de Seit [ KL-Reichb]. — b. 'Atemwegserkrankung beim Pferd, Dampf 5 b'. Der Gaul hat e St. [ RO-Als]. — 5. a. 'das ungewollte Sauerwerden (Verderben) von Lebensmitteln' [mancherorts]; Zs.: PfWB Essigstich. De Wein hot (krieht) en St., meist vom Essigstich [ NW-Wachh, mancherorts, Gal-Dornf]; die Supp [ LU-Böhl], das Ei [ BZ-Annw], die Milch [vereinzelt], das eingemachte Obst [ BZ-Gleisz], das Flääsch [ LU-Opp]. — b. 'das Brüchigsein von Buchenholz, das lange im Freien gelagert wurde' [ Gal-Josbg]. — c. 'eine Kleinigkeit von etwas, eine Spur von etwas', von Farben. Das Gelb hot e St. ins Griene [Kaislt]. Das Klääd hot e St. ins Gäle [ KL-Stelzbg]. RA.: en St. ins Griene hawe 'verrückt sein' [Land]. — d. 'eine senkrechte, zugeschwemmte Felsspalte' [ HB-Schwarzack]. — e. 'Merkmal der Eibefruchtung' [verbr.], Stisch [ NW-Lambr]; Zs.: PfWB Hahnenstich. Der St. fehlt, vom Hühnerei [ GH-Zeisk]; Eier wu ka St. hun, dass. [ RO-Falkst]. — 6. 'durch eine höhere Karte dem Gegenspieler Karten wegnehmen', en (keen) St. mache (krie'e) [mancherorts, Beam Penns 89 Krämer Gal 207]; vgl. PfWB Schneider 8 a. Nit jedi Herz-Dam macht de Stich. So i's a im Läwe [Kraus Putscheblum 9]. RA.: Der macht kää St. geeche dänne 'Der kommt nicht gegen ihn an' [PS-Rodalb [Bd. 6, Sp. 559] (Bernhard 154)]. — 7. in den RA. a. jemand im St. losse 'jemanden verlassen' [vereinzelt, Lambert Penns 143]. No hat es mir schun leed geduu, weil ich denne im St. losse muß [ PS-Lu'wink]. Ich loss dich net im St.! [Birmelin Penns Gezw. 79]. — b. Mer sieht ken Stiche 'Man sieht nichts' [PS-Schmalbg SP-Harths LA-Birkw Gommh GH-Leimh Nd'lustdt Schwegh Vollmw, SOPf (Heeger Nachl.)], ... ken Stich [ KU-Bedb KL-Weilb PS-Hintwdth]; vgl. PfWB stich(en)dunkel, PfWB stockdunkel. — 8. Maß, Maßzeichen. a. 'ein Schuhmachermaß' [ KU-A'glan]. ('die Entfernung zweier Stiche voneinander, bes. bei den Schustern, wo die 26 Abteilungen an der Maßlade St. heißen' DWB DWb. X, II,2 2691). — b. 'Prüfung des zu verkaufenden Weines, der Eichmarke usw. durch den Weinsticher'. a. 1590: Fuhrlohn vom Wein vnder Sieben Meillen, soll nur 6 fl. 2 d verstenn für Eich, Stich, Und Ungeldt [ZweibrUrkb. S. 144]; Zs.: PfWB Ab-, PfWB An-, PfWB Ausstich, PfWB Ausstichwein, PfWB Rück-, PfWB Weinstich. Bassermann-Jordan Weinbau II 833; Seebach-Halfer Haardt 81 ff. — 9. in weiteren Zs.: PfWB Be-, PfWB Bienen- 2, PfWB Mörtelbestich. — Stich 1 und Stich 2 sind im DWb. zwar in unterschiedlichen Wortartikeln abgehandelt, doch wird festgestellt: 2Stich 'steiler Weg, abschüssige Stelle' sei mit 1Stich 'Vorgang des Stechens' letztlich identisch ( DWB DWb. X, II,2 2673 ff. 1Stich, 2698/99 2Stich). — RhWB Rhein. VIII 657 ff.; LothWB Lothr. 498; ElsWB Els. II 572 f.
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