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 PfWB Hirsch-horn (Bd. 3, Sp. 1086)   PfWB Hirsch (Bd. 3, Sp. 1085)   RhWB Hirz (Bd. 3, Sp. 695) 
  -horn n.:
1. Pl. Herschherner 'nach oben stehende Hörner beim Rindvieh' [ KU-Bedb PS-O'simt]; vgl. PfWB Hirsch 2 a, PfWB Hirschgeweih 2. —
2. Dim. Pl. Herschherncher 'mit Hirschhornsalz gebackenes Weihnachtsgebäck' [ RO-Obd Pirmas Zweibr]. — Südhess. III 609; RhWB Rhein. III 697 and. Bed.; LothWB Lothr. 245; ElsWB Els. I 374 Hirzhörnel; Bad. II 730.

 

   Hirsch m.:
1. 'das wild lebende Tier H.', Hersch (här) [verbr.], (häÄ) [Kaislt Land], (här) [Lambert Penns 76 Don Gal Buch Rußl], Hasch [KU-Adb Buffington-Barba Penns 52], Harsch [am Donnersberg (Schandein Bav. IV/2, 237)]. Vergl. u. RA.: Er is flink wie e H. [ LU-Maud, mancherorts]. Er laaft (springt) wie e H. [KB-Bubh, verbr.]. Er hebt de Kopp, stolz wie e H. [ BZ-Dernb]. Des es e rechder H., wer sich dumm anstellt [ KB-Kerzh]. Do mecht mer doch grad e H. werre, wammer so Sprich mit anheere muß! [Heeger Kerwe 18]. a. 1484: eyn hircz [PfWeist. I 209 (PS-Burgalb)]. —
2.
a. Name für Rinder mit nach oben gebogenen Hörnern [mancherorts], für dunkelbraune Kühe [ PS-Ob'simt]. —
b.
α. 'dummstolzer Mensch' [ BZ-Dernb]. —
β. 'leicht aufbrausender, voreilig handelnder Mensch' [ ZW-Battw]. —
c.
α. Dorfteil von HB-Kirrbg, der gegen den Hirschbrunnen zu liegt: Im H. FlN in KU-Schmittw/O: Hinner'm H.
β. Gasthaus »Zum H.«, de H. [Zweibr]. — Südhess. III 607/08; RhWB Rhein. III 695/ 96; LothWB Lothr. 245; ElsWB Els. I 375; Bad. II 728/29.

 

  NRhWB Hirz das Tier selbst, abgesehen vom Hochwald u. einigen Teilen der Eif, dem MA.-Sprechenden nur durch Bilder bekannt, wird hęă, –ęr-, –i-, –īə-, –e-, Pl. -ə(n) genannt in nhd. Lautung; nur von alten Leuten hört man noch die echt mdl. Form, die auf germ. *herut zurückgeht: hīəts, –ē-, –ēə-, Pl. -tsə(n) Rhfrk, Mosfrk Rip (hier meist hīətsəbok; Elbf hir, aber hatsbok); das SNfrk bezeugt diese Form nur in den Kr. Erk, MGladb in RA. u. deutet das Wort als ‘Ziege’ (verächtl.); Klevld überliefert hę(r)t n.; Dinsl hat; Mettm-Cronenbg hats; Siegld nur in gəhantshīərts (s. d.) erhalten; für den ‘Hirsch’ treten diese alten Formen noch heute in RA. auf, während der Gattungsn. für das Tier Hirsch lautet [Saarl-Diefflen hir m. Hirsch, f. rote Kuh, hīəts f. Hirschkäfer]; aber in übertr. Bed. u. in alten Zs. steht ausschl. die alte mdl. Form m. [n. Kreuzn-Seesb (für den weibl. H.), Simm-Laub, Goar-Boppard, Aach 1833]: 1. Hirsch, cervus. RA. (mit Hirz): Flenk wie en H. Bo; flöck wie en H. (Ziege) MGladb-Hockst; de es su mager wie ne H. Köln; de sprengk (löf, rennt) wie en H. Rip, NBerg. Dat es och noch bal (es weər einmal wieder) dem H. am Horn bald verdorben, verloren Gummb-Nümbrecht Hombg, Altk-Eichelhardt (om); dos es dem H. os (an's) Horn gebonne Wittg. De es gleich of den H. gesatt (gesetzt) zornig, aufgebracht Merz-Losh. Dem sein kä (keine) Herner (Hörner) ze korz, de muss er bie en Hersch hon er ist

[Bd. 3, Sp. 696]
sehr dumm Neuw-Dierd. Was man nicht haben mag, Ärger udgl., dat jagt me dem Hirsch an et Honn Gummb-Berghsn. Wie weit geht der Hirsch en de Wald? Bes en de Medde, dann gehr er nomol eraus Bernk-Bruchw. — Wie der Hersch in de Brunst geht (um Ägidi, 1. IX.), so geht er ach eraus Birkf. — 2. übertr. a. andere Tiere. α. hīətsχə junges Reh Eusk-Zülp. — β. Ziege, in RA. (s. o.) MGladb-Rheind Hockst Neuwerk, Erk-Keyenbg; hīənts verächtl. Eusk. — γ. Hirschkäfer, u. zwar hirts, –īə-, –ē-, –ę- Saar, Mos in Trier, Wittl, Bernk, Kobl, WEif in Bitb, Prüm; abseits Kreuzn-Eckw, Ahrw-Walporzh [hȳərts Saarbg-Schoden Ockfen; -ō- Ottw-Leb Lab; hīərtsən Bernk-Wintrich; hīərtsχən Saarl-Dilling; hī Daun-Üdersd, Wittl-Reil, Koch-Bremm, Zell-Merl; hērts f. der weibl. mit den kurzen Hörnern Bitb-Betting; hīrtst Saarbg-Freudenbg; das Geschlecht m.; doch f. Saarl-Diefflen, Bitb-Mettend]. RA.: Dof (taub) wie en H. Daun-Müllenborn. Den hät en H. em Kopp er bildet sich etwas ein Saar, Kobl. — δ. dieselben Formen = braunes Rind, das am Halse dunkler wird, Rufn. Saar, Malm; verächtl. unbrauchbares, schmales, am Halse schwaches, kleines, zu zierlichen Knochenbau aufweisendes, auch zu altes, störriges Rind Saar, Trier, Bitb, Wittl, Daun [Saarl-Diefflen, Ottw-Dirming, Prüm-Balesf hir, –e- unterschieden von hīəts 2 a γ; Geschlecht f. Saarl]. — ε. hēts m. Stier Dür-Stdt 1880. — b. von Menschen. α. hīəts ein magerer Mensch; en schmalen H. Sol-Leichl, Sieg-ODollend; e gurigen H. Saarbg; en herts, dau elennigen H. Trier-Mehring; hēts kleiner M. Düss-Stdt. — β. hīəts ein Schwerhöriger; en dawen H. Saarl, Ottw, Merz, Saarbg, Trier. — γ. hēts flinker Mensch Köln-Stdt. — δ. hēts Narr Bergh-Glesch. — ε. en gruss Hirz f. langes Frauenzimmer uWupp 1870; hīənts f. eine hässliche alte Juffer Eusk; scherzh. Mädchen Prüm-Mürlenb 1860; en properen Herz ein sauberes Mädchen; e schnasegen H. frisches, blühendes Mädchen Trier-Stdt; hęr mageres Weib Ottw-Aschb. — c. sachl. α. hīəts, Pl. -tsə m. Gebildweck zu Nikolaus in Tierform Neuw-Rheinbrohl, Rheinb-KlAltend, Eusk (hīənts f.), Bo-Walberbg, Sülzt, Altk-Wissen; gewöhnl. in Form eines Mannes mit eingebackener Tonpfeife uAhr, Sieg-ODollend Mond Bergh Stield. — β. hirts Drehbohrer, in der Bergmspr. Saarbr. — γ. hīərts allerkleinster Klicker Kobl-Stdt. — δ. hīəts grosse Heugabel Saarbg-Wehing. — ε. hēts scherzh. Hut Trier. — ζ. hirkən verächtl. Chaiselongue, schlecht gearbeitet, mit zu dünnen Stempeln Düss-Stdt.