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 PfWB Hinkel-stein (Bd. 3, Sp. 1042)   PfWB Hünkel(s)-stein (Bd. 3, Sp. 1257) 
  Hinkel-stein m.: 'unbehauener Naturstein, der ehedem wegen seiner Größe als Markierung im Gelände diente', Hinkelstään, -staan, in FlN Am H. [mancherorts]. Die älteste Erwähnung des Namens H. wohl in einer Grenzbeschreibung von Bolanden a. 1528, erhalten in Abschrift von 1700. a. 1533: den Bißheimer weck aussen hin in den Hinckelstein, der da inwendig den dreissig morgen steet vnd scheidet die drei gemarcken Vlbeßheim (Ilbesheim), Rüderßheim (Rittersheim) vnd Bißheim (Bischheim) [BrPr. 62, Bl. 2]; an anderer Stelle der gleichen Quelle: von demselben Hunckelstein. Ein H. bei KB-Morschh wird für 1554 und 1613 nachgewiesen [SSp., Morschh. Salb. 10; GGA, Akte 526b]. Bei Kaislt gab es drei solche Steine: Bereits 1600 wird von Vellmann der H. an der nördl. Stadtgrenze gegen Siegelbach erwähnt [Zink 35]. Als Bekrönung eines bronzezeitlichen Grabes beim Fröhnerhof mag der 1878 aufgefundene H. gedient haben [Zink 35]. Auf den dritten H. verweist der Name einer Waldabteilung und der Straßenname Am H. im Bereich des Betzenberges; sein Standort muß noch 1730 bekannt gewesen sein, denn der Stein wird im Waldumgangs-Protokoll erwähnt [Zink 35]. An der Grenze zwischen KB-Eisbg und KB-Kerzh gab es 1607 einen Hünkelstein [GdeArch. in KB-Eisbg]. An der Römerstraße von Worms nach Gallien wird im Bereich von FR-Bockh 1662 ein H. erwähnt [Christmann FlN 31]. Von dem schon 1609 genannten H. bei KL-Ottbg heißt es a. 1731: bey dem so

[Bd. 3, Sp. 1043]
genanten Hinkelstein, welches eine schwartze rauhe wackigte Felß [GGA. Akte 102 m]. Der über einer Sandgrube bei NW-Deidh stehende H. ist kaum von Menschenhand aufgerichtet worden, sondern ein gewachsener Fels mit einem Umfang von über 8. m. Das gleiche läßt sich von dem H. bei NW-Greth sagen. Von der Gefahr des Ablösens bedroht war um 1830 der H. bei FR-N'lein [M. Frey, Bayrischer Rheinkreis III 375]. Auch unterhalb des Weinbiets bei NW-Haardt gab es einen H. Wahrscheinlich aus einem einstigen Grenzstein umgeformt wurde der 1,20 m hohe Quaderstein bei LA-Burrw am Eingang zum Modenbachtal. Der H. bei BZ-Dierb zeigt im oberen Teil Spuren eines Bildwerks. — Nach Becker Vk. 13 dienten die Hinkelsteine ursprünglich religiösen Zwecken. Christmann (Menhire und Hinkelsteine in der Pfalz, Speyer 1947) sieht in dem Wort eine volksetymol. Umdeutung aus nicht erhaltenem Hünenstein; als Zwischenstufe könnten ältere Belege aus Lorsch (Südhess. III 554) herangezogen werden, ebenso ein Beleg von 1656 aus Handschuhsheim bei Heidelberg (acker am hünerstein). In KL-Mölschb und in KB-Dannfs läßt man ahnungslose Kinder das Ohr auf den H. legen, damit sie das Piepen von Küken hören können; dabei wird der Kopf mehr oder weniger sanft auf den Stein gestoßen. In KU-Hundh ist der H. ein einfacher Feldstein mit einer Vertiefung, aus der die Hühner Wasser trinken können. — Südhess. III 553/54.

 

  -stein 'unbehauener Naturstein' s. PfWB Hinkelstein. —