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| PfWB Heu-bodem (Bd. 3, Sp. 958) | PfWB Bodem (Bd. 1, Sp. 1067) | |||||||||||||||||||||||||||
[Bd. 3, Sp. 959]
| 1. 'Erdboden'. a. als Fläche, auf der man steht, geht usw., Bodd(e)m, Borr(e)m, Boll(e)m, Bodde, Borre, Bolle, Boor(e)m, s. F. Zs. PfWB Erds-, PfWB Erdsgrunds-, PfWB Grunds-, PfWB Grundserdsboden. Er is uf de Bollem g'falle [ LU-Altr, allg.]. De Blitz es en de Borrem gefahr [ KB-Albish]. RA.: Er nemmt de Bodde unner die Fieß [Krieger 40]. Dem is de Borm unner de Fieß zu hääß worr, wie schd. [ KL-Siegb]. Du geheerscht ungespitzt in de Borrem geschlaa [PS-Rodalb, verbr.]. Ich schlaan der uf de Backe, daß de de Borrem suchscht [KU-Lohnw, verbr.]. Er hot de Borrem gekißt 'ist hingefallen' [ KL-Ottb Reichb]. Er loßt 's Maul hänge bis uf de Bodem (auch: Borrem) 'ist böse, schmollt' [KU-Diedk, verbr., auch Gal]. Er wachst in de Boddem enin wie e Gellerieb, von alternden Menschen [ KU-Diedk]. Eich (ich) gihn ufem deitsche Borrem, wenn die Sohlen durchgelaufen sind [RO-Rehborn, verbr.]. BR.: Die Schwalwe fliehe am Borrem, Anzeichen für schlechtes Wetter [KL-Reichb, verbr.]. Volksgl.: Mer därf net iwwer 'n Kind schritte, wann's uf'm Bodem oder Grund leit, oder 's wachst net [Fogel Beliefs Penns Nr. 43]; vgl. auch PfWB trocken. Rätsel: In der Hand is es weiß, uf'm Bodem geel (das Ei) [ Rußl-Worms]. — b. 'Ackererde', vgl. PfWB Bau, PfWB Baugrund. Bei uns hammer gure (guten) Borrem [ KL-Gimsb, allg.]; schlechter, truckner, nasser, leichder, schwerer, warmer, kalder, miller 'lockerer', steifer, fetter, maschdicher, wilder 'gewachsener' B. Zs. Fließ-, PfWB Hanf-, Kies-, Lehm-, Moor-, PfWB Sand-, Schleich-, PfWB Wingertsboden. BR.: E Rieb läßt nix im Bollem wie e Loch [ KU-Bedb]. Von einem kräftigen Menschen oder Tier sagt man: aus em Borem gewachs [ KB-Kriegsf]. SprW.: Rode Hoor un Erleholz wachsen uf kääm gude Bodde [ GH-Schwegh, allg., auch Gal Don Buch]. Rode Hoor un Butterblume wachsen uf kem gure Borrem [WPf (Wilde 44)]. Uf'm harte Boddem wachst 's beschte Holz [verbr. Gal Buch]. — c. als Teil der Landschaft, Grund und Boden, Landbesitz. a. 1314: uf sime bodeme, dar uffe der schade ime geschehen ist [SpeyUrk. 218]. a. 1515: [Bd. 1, Sp. 1068] weist man das holz und bodem desselben walds den iczgenenten nonnen und Alexandern zu [Grimm Weist. V 566 (GH-Lingf)]. a. 1532: von grunt vnd boddem des spittals (zu Deidesheim) [SSp., Lgb. des Klosters Seebach]. a. 1563/64: wie vil morgen ire Bödem haben [Zweibr. I, S. 4]. FlN a. 1600: Der ander Fluhr wird genant der Lange Bottem [Kurpf., Fasz. 168 (KU-Wolfst)]. — d. 'Grab'. Er leit schun lang unnerm Borm [ NW-Frankeck, allg.]. RA.: Du bringscht mich noch unner de Boddem 'ärgerst (kränkst) mich noch zu Tode' [ NW-Haßl, allg.]. — 2. übertr. 'sichere Grundlage'. RA.: Do muß mer doch aa ufm Borem bleiwe [KL-Hirschhn, verbr.]. Er is widder uf feschde Borrem kumme 'hat sich geschäftlich wieder erholt' [ LU-Alsh]. SprW.: 's Handwerk hot e goldene Borrem [ KU-Schmittw/O]. — 3. B. in Gebäuden. a. 'Fußboden' [allg.]; de Borrem diele 'Fußboden legen' [ZW-Battw, verbr.]; de Borm (bǫÄm) butze 'reinigen' [Kaislt, allg.]. Der Saal war so voll, daß hett ke'n Abbel uff de Bod(e)m falle kenne [»vielfach« nach Wilde 9]. Zs. Borden-, PfWB Fuß-, PfWB Stubenboden. — b. 'Dachboden', Bodde [ LA-Gommh GH-Nd'lustdt]. — c. 'Erdgeschoß der Scheune', Borrem, Borm [ KU-Breitb HB-Schwarzack PS-Burgalb BZ-Wilgws], Bodde [ IB-Aßw]; 'Raum seitlich der Scheuertenne' [ NW-Haßl Spey]; vgl. PfWB Bodemscheuer. Zs. PfWB Dach-, PfWB Heuboden. — 4. 'Grundfläche hohler Körper'. a. von Gefäßen. De Zuwwer muß e neier Boddem krie [ FR-Bockh, allg.]. Am liegenden Faß wird der vordere vom hinteren Boden unterschieden. RA.: 'm Glas uf de Boddem gucke 'trinken' [ FR-Grünstdt]. Des schlaat em Faß de Bodde aus! 'Jetzt langt es!' [Krieger 38]. Er macht (endlose) Gesprächer wie e Keez, wo keen Borrem hot [Hebel 19]. a. 1541: den großen Wasser zuber zu bindenn ... vnd ein Newen bodem darin zu machen [GgHospR]. a. 1590: 4 alter sib ... mit neuwen bödemen zu bessern [HornbSchR]. Zs. Brenken-, Bütten-, Eimer-, PfWB Faß-, Kübel-, Stirn-, Zuberboden. — b. α. 'Boden der Hosentasche'. RA.: Dem sei Sack hat ken Borre 'Bei dem hält sich kein Geld' [ SP-Harths, RO-Odh]. — β. 'Hosenboden'. Hosse met doppeltem Borem [ KL-Hütschhs, allg.]. Zs. PfWB Hosenboden. — γ. 'Schuhsohle', Borrem [ KU-O'alb]. — c. 'Bodenbrett des Wagens, des Karrens' [verbr. bes. NPf WPf, Klein Wag. 112]; vgl. Bodem-, PfWB Unterdiel. Zs. Leiter-, PfWB Wagenboden. — d. 'B. des Magens' in der RA.: Der hot gar ken Boddem, von einem Unersättlichen [ LU-Friesh, allg.]. — 5. 'Unterlage'. a. 'aus Draht geflochtener Untersatz', Borrem [ FR-Albsh]. — b. a. 1525: ein altar Duch mit eim Roden samethen bodem [SpeyDomKl.]. — c. 'Tortenboden' [verbr.]. — 6. 'Faß'. a. 14. Jh.: were aber, das einer daruber win herin furte, der [Bd. 1, Sp. 1069] solte von jedem bodem ein lb. heller zu einung (Strafe) geben [PfWeist. I 238]. a. 1425: umb einen zwen eymerigen boden [LeinArch. (Löhne)]. — F.: Hauptform ist bǫrəm, die den größten Teil der WPf (einschl. NPf) sowie den Westteil der VPf einnimmt. Der Vokal der Endsilbe wird nur sehr flüchtig gesprochen. Für einen Streifen, der sich durch die Mitte des Gebietes in westsüdwestlicher Richtung hinzieht, ist bǫrm und bǫÄm anzusetzen; mehrere Gewährspersonen schreiben sogar Bomm, Bom (bǫm). Für die Orte KU-Ulm Erdb Pattb Bedb A'glan IB-Bliesmg/Bolch Bebh HB-Böckw Seyw RO-Messbhf ZW-Lambsbn und LU-Altr wurde 1935 bǫləm ausgewiesen. In einzelnen Orten, so z. B., KU-Kaulb Kreimb, sprechen die Alten noch die ältere Form bǫðəm. Bei der jüngeren Gener., bes. in den Städten, ist häufig schon bǫdəm zu hören, das als feiner gilt. KU-Schmittw/O: bōrəm u. bǫrəm, NW-Gimmdg: bōrəm. Die auf mhd. boden zurückgehenden Formen bǫdə u. bǫrə waren schon 1935 in der SOPf bis westl. Pirmas gebietbildend. Die Grenze zwischen ihnen und bǫrəm verläuft von (die genannten Orte ohne Endungs-m) PS-Schweix über Pirmas PS-Hintwdth BZ-Annw Land LA-Bornh LU-Limbghf nach SP-Ottstdt (ausgenommen die Orte LA-Essing O'hochstdt Nd'hochstdt GH-Zeisk Bellh). Man spricht bǫdə hier an der pfälzisch-badischen Grenze sowie in Pirmas und im Raume südöstl. dieser Stadt; bǫrə in einem breiten Streifen von der pfälzisch-elsässischen Grenze bis nach PS-Hintwdth und ostwärts bis LA-Gleisw sowie in einem kleinen Gebiet westlich von Pirmas. BZ-Steinf hat bǫlə. Unter dem Einfluß der Schriftsprache dringt bǫdə gegenüber bǫrə vor; vgl. Otterstetter 104. Auch im bǫrəm-Gebiet, bes. in den größeren Städten, ist diese Form bei der Jugend schon häufig anzutreffen. Für Don Gal Buch gelten bǫðəm u. bǫdəm; für Penns werden bǫdəm u. bǫdə angegeben, vgl. PSA Karte 37, Lambert Penns 31. — Südhess. I 984 ff.; RhWB Rhein. I 830; ElsWB Els. II 14; Bad. I 278.
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