Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Heu (Bd. 3, Sp. 955)   PfWB Hau (Bd. 3, Sp. 694) 
   Heu n.:
1.
a. 'Heu des ersten Grasschnittes', Haai (hāi, hi, hi), Hai (hai, hḁi, hąi), Hau (hau), Hää (h) [zur Verbr. s. K. 198]. Auslandspfälzer: Lambert Penns 83 Hoi; Gal hi, selten hāi. Zs.: PfWB Alt-, PfWB Voll-, PfWB Klee-, PfWB Schmielen-, PfWB Wiesenheu. Mer gehn (fahren) ins H. [NW-Kallstdt, verbr.]. Den beim Heumachen Tätigen wird von Vorübergehenden zugerufen: H. mache? [ BZ-Annw], oder: Werd H. gemacht? [ SP-Mechth], oder: Is 's H. ball dehääm? [ KU-Hundh]. Arbeitsgänge der Heuernte: 's H. wenne, damit es von allen Seiten austrocknet [LA-Herxh, verbr.]; 's H. schippe, dass. [ NW-Ruppbg]; 's H. verspreede 'die abgemähten Schwaden zum Trocknen ausbreiten' [verbr.

[Bd. 3, Sp. 956]

Gal]; 's H. ufsetze (auf kleine Haufen) [KB-Kriegsf, verbr.]; 's H. haife, dass. [Beam Penns 54]; 's H. ausenannerschmeiße 'die kleinen Haufen vor dem Einfahren nochmals ausbreiten' [ KB-Kriegsf]. 's H. werd uf'm Haaiwaan gelad [KU-Diedk, verbr.]. Do kann noch e Gelee (Gelege) H. uf de Waa [ ZW-Battw]. Er hat e Waa voll H. gelad, so hoch wie e Kerchetorm [ebd.]. Wann 's Wedder halt, kammer morje H. fihre 'einfahren' [LA-Birkw, verbr.], auch: H. enfahre [ WD-Niedkch]. 's H. werd uf de Haaispeicher abgelad [KB-Bischh, verbr.]. Die Kinner helfen 's H. träpple 'festtreten' [ LA-Nußd]. Desjohr git's kän H. [ LA-Herxh]. Es war viel Arwet un wennich H. [ KU-Krottb]. 's H. is gut trucke (trucke wie Pulver, is därr, is rappeldärr) [NW-Kallstdt, verbr.]. Wann 's H. net gut trucke heemkummt, groozt es 'schimmelt es' un riecht sticksich [ Gal-Dornf]. Vergleiche u. RA.: Das is trucke wie H. [ Don-Neupasua]. Des is leicht wie H. [ Gal-Josbg]. Do leit alles dorchenanner wie H. un Stroh [ KU-Blaub Nerzw Buch-Illisch]. Der Reiche hat Geld wie H. [PS-Gersb, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]; dazu der iron. Zusatz: awwer net so lang [ RO-Feilbg]. Der Dumme hot H. im Hern (Hirn) [ LU-Altr]. Der Geizige frißt H. [ GH-Zeisk]. Jetz is H. hunne 'Jetzt habe ich es satt' [Pirmas]. Wer das Gähnen nicht verbergen kann, wird gefragt: Hoscht 's H. ball all dehääm? [ RO-Lohnsf]. Er gebt de Hinkele H. un 'm Säbock Wasser, wer von Landwirtschaft nichts versteht [ HB-Schwarzack]. Er dut im Summer am liebschde Schnee scheppe un im Winder H. mache, vom Faulenzer [ ZW-Gr'bundb]. Warum solle mer net aa H. mache, wann grad die Sunn scheint?, so rechtfertigt man

[Bd. 3, Sp. 957]
den höheren Butterpreis bei auftretender Butterknappheit [ KU-Hinzw]. Er hot sein H., von einem Betrunkenen [ KL-Fischb H'spey NW-Weidth]. SprW.: Mer muß H. mache, wann die Sunn scheint [ KU-Diedk PS-Saalstdt Pirmas Zweibr]. Beim schääne Werrer kann jeder Faulenzer H. mache [ HB-Höch]. 'm Besoffene weicht e Fuhr H. aus [verbr. Don Gal Buch]. Verderbt mer mein H., so wachst mer mein Kraut. 'Lange Regenzeit schädigt die Heuernte, bewirkt aber gute Krauternten' [ KU-Schmittw/O]. Vgl. das SprW. bei geheien 1 a. BR.: Nasser April, kihler Mai, fillt die Keller un bringt brav H. [KU-W'mohr, verbr.]. Wann's uf Kärfreidag regert (regnet), gebt's hocher Wind un net viel H. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1132]. Ken Rege uf der eerscht Mai, gebt's a ken H. [ebd., Nr. 953]. Bläst der Juni in sein Horn, steht es gut um H. un Korn [ KL-Wörsb]. Wie die Blume an Froleichnamsdag därren, so därrt 's H. [ LA-Siebdg Nd'hochstdt KB-Kriegsf GH-Knitth]. Wann's kän faul H. gebt, gebt's aa kän Hawwer [ KL-Weilb]. Wann d' Schmäll 'Dolden und Rispen der Gräser' e Pfund wiegen, wird 's H. deier [ GH-Neubg]. Vgl. auch die BR. bei Breme1 1 a. VR.: Ins H. wie e Braut, in d' Stopple 'zum Kornschneiden', daß em graut, von der Art des Kleidens bei der Feldarbeit [ GH-Zeisk, KL-Stelzbg]. Vgl. auch den KR. bei Esel 1 (I 968, Z. 36 ff.). Volksgl.: Am Heiligabend wurde zur Zeit der Mette H. in den Garten gelegt, damit es Heilkraft bekäme [(1925) GH-Hatzbühl]. Scherzfrage: Wie lang schlooft die Katz uf'm H.? Antwort: Bis 's Ohmet druf kummt [Horne Penns 108]. Ein Fragespiel mit Kindern s. PfWB fressen 1. a. 1333: wan hauw oder graß in der wiesen ist [PfWeist. II 644 (KU-Glanmünchw)]. a. 1354: das sollen die burger genieszen mit hau und omut (Ohmet) bisz s. Gallen tag [Grimm Weist. V 688 (ZW-Hornb)]. a. 1415: (Im Ramser hoff) sollen sie heues vnnd stros genug nemmen [PfWeist. II 595 (NW-Friedh)]. a. 1446: das hawe zu megen vnd zu machen [KellR Lichtenberg]. a. 1521: eynem knecht vor 22 tage hauwe zu langen [GgHospR]. a. 1604: ein Wagen voll haw [SSp., Lgb. 120, Bl. 214]. a. 1608: welche herrn auch geben vnd bestellen sollen heüw, stroh [PfWeist. II 724 (FR-Gr'karlb)]. —
b. zwettes H. 'Grummet' [ NW-Esth Don-Abtshs]. —
2. in Pflanzennamen, s. PfWB Vogel-, PfWB Hart-, PfWB Schaftheu. — Südhess. III 458 ff.; RhWB Rhein. III 584 ff.; Lothr. 232/33; ElsWB Els. I 395/96; Bad. II 667/68.

 

 Hau3 s. PfWB Einhau.