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| PfWB Herz-blume (Bd. 3, Sp. 947) | PfWB schmieren (Bd. 5, Sp. 1181) | |||||||||||||||||||||||||||
| 1. 'eine weiche, streichfähige Masse auf einen Gegenstand auftragen', schmeere (mērə) [verbr. NPf mittl. und westl. WPf vereinzelt übrige Pf, Castleman Zwbr. 24 Christmann Kaulb 15 Glass 105 Henn Mda.-Int. 113, 115 Höh 54 Mang 99 Müller Dietschw 66 Schandein Ged. 248 Schneckenburger 23, 24, 43, Krämer Gal 189], schmiere (mīrə) [verbr. östl. VPf mancherorts SPf SOPf vereinzelt (nach dem Schd.) übrige Pf, Karch Gimmdg/Muttstdt 47, Lambert Penns 136 Beam Penns 94]; Part. Perf. geschmeert (gəmērt) [mancherorts WPf], geschmäärt (gəmrt) [ KU-Bedb ZW-Marthh RO-Dielkch KB-Biedh Bubh Gauh], geschmiert (gəmīrt) [mancherorts VPf vereinzelt übrige Pf, Kamm 84 Lambert Penns 136]; Zs.: PfWB an- 1, PfWB aus- 1, PfWB darauf-, PfWB ein- 1, PfWB ver-, PfWB vollschmieren 1; die Hoor (Haare) sch. 'Haare mit Pomade bestreichen' [ FR-Bockh]; das Brot sch. 'Brot beim Backen mit Wasser bestreichen, damit die Kruste glänzt' [ IB-Bliesmg/Bolch Ensh]; e Brot sch. 'eine Scheibe Brot mit Butter usw. bestreichen' [Kaislt, verbr., Krämer Gal 189]; die Sääg sch. 'die Säge mit Seife, Speckschwarte oder einem Saunabel einreiben, damit sie leichter im Holz gleitet' [ KU-Schmittw/O]. Das Schuhwerk wird mit Fett geschmeert 'Schuhe mit Lederfett einreiben, um das Leder zu pflegen' [Bd. 5, Sp. 1182] [ PS-Erfw]. Mer muß die Schuh emol sch. [ KU-Kaulb]. Die Hufe der Pferde werden mit Schuhschmeer geschmeert, zur Pflege der Hufe [ HB-Kirrbg]. Mit Schmalz wird das Kuchengeschirr geschmeert, damit das Backwerk nicht anhaftet [ PS-Erfw]. Du mol die Kucheblech sch. [LA-Gommh, mancherorts ges. Pf]. De Uhrmacher schmeert die Uhr [ LA-Mörzh, GH-Kand]. Die Bääm g'heeren gschmeert 'Die Bäume müßten mit Leimringen gegen Schädlinge umwickelt werden' [ NW-Freinsh]. Mer muß mol de Hahn uffm Torm sch., daß er net immer in en Loch guckt 'Man sollte das Drehlager des Turmhahnes fetten, damit er sich im Wind drehen kann' [ ZW-Gr'bundb]. So sin die Männer! - Große Sprich / Vun Sparsamkeit un Wertschaftskrieg / Un wann de Budder fehlt zum sch., / Dann kreischen se un räsonneere [Münch Werke I 150]. Ja saag! Was hen die juscht im Reff? / Uff eemol zu uns lowe! / Die schmiere uns die Aage zu / Un mir sin dumme Schwowe [Birmelin Penns Poems 30]. RA.: sich de Bauch sch. 'es sich gemütlich machen' [Pf, ohne weitere Ortsangabe]. Es geht wie geschmeert 'Eine Sache (Vorhaben) geht leicht und gut, kommt schnell und ohne Stocken voran, funktioniert einwandfrei' [ZW-Ernstw, verbr. ges. Pf Krämer Gal 189], ebenso: 's laaft wie geschmeert [GH-Hatzbühl, Bergz (Kamm 84)], die Arwet geht wie geschmiert [ ZW-Battw]. Bes. häufig übertr. auf jemanden, der viel redet: e gschmierdi Zung [ GH-Zeisk, PS-H'einöd Rodalb]. Der hots Mailche wirrer gschmeert! [ SP-Harths]. Dere ehr Maul geht wie geschmeert [NW-Wachh, Bergz (Kamm 77)]. Ui! is dem sein Mailche heit gut geschmeert! [NPfGV 8/1934]. Die hot e Schnuut, die geht wie geschmeert [ LU-Altr]. Dem geht de Schnawwel wie geschmeert [ Don], 's Mundwerk ... [ BZ-Annw], sei Bäbber 'Plappermaul' ... [ KL-Reichb]. Der hot e Maulwerk wie geschmeert [ KU-W'mohr]. Sain Maul (Gosch, Schnuß) geht, me mäint, 's wär med Hexefedd (Hexenfett) geschmeert [KU-Schmittw/O, Hebel 22 Gal Rußl]. Ich han's em ins Maul geschmeert 'Ich habe ihm die Antwort in den Mund gelegt' [ KU-A'glan]. Schmeer der Butter druff un stell dich in die Sunn, scherzh. zu einem, dessen Bart nicht wachsen will [ KB-Kriegsf]. Du muscht die Schnuß mit Hinkelsdreck (Katzedreck, Gluckebutter, Gluckedreck, Entedreck, Entefett) sch., dass. [mancherorts Gal Buch]. Die Luft es so dick, daß mer se sch. kennt 'Es herrscht schlechte Stimmung' [ LA-Roschb]. Der is mit alle Salwe gschmeert, nor mit keener gude, von einem Tunichtgut [ Gal-Dornf, Don-Schowe Torscha]. Er (das) sieht aus wie e geschmeerter Schuck 'nicht schön aussehen', denn ein (mit Fett) geschmierter Schuh glänzt nicht so wie ein polierter [ KU-Schmittw/O]. Das tut er uns alle Dag ufs Brout sch. 'Diesen einen [Bd. 5, Sp. 1183] Vorwurf macht er uns täglich' [BZ-Dernb, KU-Kaulb Kreimb LU-Muttstdt BZ-Dierb, JKurpf. 1927 30]. Ich werd mich hüte noch e mol ebbes aus meiner Kinnerzeit zu verzähle, sunnscht gried mer's in de alte Tage noch uf's Brot geschmert [G. Klein in: PfPr. 5. 11. 1927]. SprW.: Lädder un Rädder muß mer deck sch. 'Wenn etwas erreicht werden soll, muß man oft (mit Gefälligkeiten) nachhelfen' [ BZ-Dierb]. Volksmed.: Hitzbobbele 'Hitzebläschen Hitz(e)purpel' werden mett Schweineschmalz geschmeert [LA-Impfl]. Bei schrundigen Händen muß mer Saufe dricke un met sieße Rahm sch. 'das angemengte, breiige Viehfutter (Saufen) durchdrücken und die Hände mit süßem Rahm einreiben' [ KU-Herschw/Petth]. Un wann de mit re Ax dich hackscht, / Ich will der rode, wie de's machscht; / Du schmierscht die Ax mol gut mit Fett / Un legscht sie dann juscht unnich's Bett [PennsDeitschEck 13. 8. 1938]. VR.: Schornschdefeecher kreireweiß / freß gebackne Beere / freß was dein Hundel scheißt / kannscht dein Maul mit sch. (ältere Berufsneckerei) [ LA-Nußd]; Var. s. PfWB Schornsteinfeger. Mer esse Beere (Birnen), mer drinke (trinken) Beere (Birnenmost), mer han aa Beere for ufs Brot se sch. (Birnenmus), als Neckreim gegenüber birnenreichen Orten gebraucht [KU-Bedb, in Var. verbr. SPf (Wilde 23)]. Ähnlich: Essen (Eßt) Beere un trinken (trinkt) Beere, ehr kennen eich aach Beere ufs Brot sch. un kennen aach noch Beere tunge [ Gal-Bagbg]. Quetsch un Beere han geblüht, / daß sich alle Äscht gebiecht. / Hui, do kann ma Latwerch rühre / fers ganze Johr uffs Brot ze sch. / Latwerchhäwe, erden Gscherr, / kafn nor mei War nit leer (Händlerruf) [PfL 15. 9. 1934 (BZ-Wernbg)]. a. 1425: von eyner Ohssen hute zu bereiden vnd zü smieren [LeinArch. (Löhne)]. a. 1521: Item 1 alb. vor 1 lb seuffen (Seife) die kelter spynel mit zu schmyren [GgHospR]. a. 1772: Hernach hab ich ihm ein Fußwasser gemacht und die ... Füß gebutzt und geschmiert ... ja ich hab sie müssen schmieren und penseln [Zivilverhörprotokoll in: Pfälzer Heimat 24/1931]. — 2. a. 'nicht schön und unsauber schreiben, klecksen, Tinte verwischen', schmeere [NW-Freinsh, mancherorts ges. Pf]; Zs.: PfWB ab- 1, PfWB voll- 2, PfWB hinschmieren 1. Der schmeert [ LU-Böhl]. Mei Ferrer (Feder) schmeert [ WD-Niedkch, BZ-Dernb]. — b. 'schlecht, flüchtig, nachlässig arbeiten', schmiere [ KL-Rodb Pirmas]; Zs.: PfWB ane-, PfWB hinschmieren 2. — 3. 'trinken, zu trinken geben'; Zs.: PfWB verschmieren 1 b α; die Kehl sch. [ FR-Bockh]; annere die Gorjel sch. 'eine Runde spendieren' [ LU-Opp]. Mer hän ään geschmeert 'Wir haben einen getrunken' [VPf]. Jede Daag die Gorjel geschmeert, die Weiwer veehrt - die Schulde vemehrt 'Aufforderung zum unbekümmerten Genuß der Lebensfreuden' [Krieger 63]. [Bd. 5, Sp. 1184] Mer han uns aach net lumpe losse un han geschmeert 'zu trinken gegeben', daß ehr Gorjel net trucke werd [Krieger 23]. Un pitsch, for die Gorjel se schmeere, e Humbe [Kraus Arwed 15]. RA.: Dem muß mer die Kehl sch. 'Dem sollte man etwas zu trinken geben, wenn man etwas von ihm will' [ FR-Bockh]. — 4. a. in RA.: 'jemandem mit Worten schmeicheln, schöntun'. Aam de Brei ums Maul sch. [KU-Kaulb, KL-Reichb PS-Rodalb (Bernhard 163) Frankth FR-Kindh, Bayer Hackm. 61 Ph. Gimmel in: Die Pyramide (Wochenschrift zum Karlsruher Tageblatt) 31. 8. 1930 Gal-Josbg]; Zs.: PfWB an- 2 b, PfWB herumschmieren. ...so schmeern mer em de Brei ums Maul erum [PfMHk. 42/1925 175]. — b. 'jemanden mit Geschenken, mit Geld bestechen' schmeere [PS-Rodalb (Bernhard 163) NW-Hardbg Haßl Spey, Klein Prov. 128 PfMHk. 42/ 1925 174]. Er hot geschmeert [ PS-Geisbg]. Der läßt sich sch. [ LU-Opp]. Der loßt sich das was koschte, / well wenn ma uns nit schmeert, / do dät er rasch verroschte (von den Beamten) [Kraus Arwed 9]. SprW.: Wer schmeert, der fährt [Krämer Gal 189]. Wer gut schmeert, der gut fährt 'Wer reichlich Schmiergelder gibt, erreicht sein Ziel besser' [KU-Diedk Kaulb Kreimb O'alb Schmittw/O Zweibr Kaislt KL-Reichb KB-Bischh LU-Alsh/Gr Opp NW-Hardbg Bayer Hackm. 61 Hebel 44 Schandein Sprachsch. 61 PfMHk. 42/1925 174 Fogel Prov. Penns Nr. 1915]. Wer net schmeert, der fahrt net [ Don-Schowe]. War gut schmert dar gut fert, / War schmert mit Dor (Teer) fawrt we 'n Nor (Narr) [Horne Penns 104]. — c. 'jemanden betrügen', Rotz an de Backe schmeere [ WD-Niedkch]; Zs.: PfWB an- 2 a, PfWB ausschmieren 2. — 5. 'verfälschen, verwässern, panschen', nur im Zusammenhang mit Wein; Wein schmeere [ KB-Zell NW-Kallstdt Wachh]; gschmeerder Wein [KB-Zell PS-Leim (Saarpfalz 8/1939 150), Wilde 261]; gschmeerdi Brüh [ NW-Wachh]. De Wei is geschmeert [Neustdt, Krieger 7]. Den ganzen Herbst hindurch konnte jeden Tag Wein oder Most verkauft werden. Aber nach dem Herbst war gar keine Nachfrage mehr. Wie sie ihr Sach gehabt haben zum Schmieren hat das Kaufen aufgehört. Den ganzen Winter und das ganze Frühjahr war gar keine Nachfrage mehr [LA-Mart (Franz 124)]; vgl. PfWB Weinschmierer. — 6. a. 'verhauen, eine Ohrfeige geben' [ BZ-Eußth]; vgl. PfWB Schmierung 2; Zs.: PfWB ab- 2, PfWB durch-, PfWB ein- 2, PfWB herunterschmieren; Syn. s.: PfWB verhauen 1 und PfWB ohrfeigen; em e paar sch. [verbr.]; eni sch. [ZW-Ixh Pirmas (Otterstetter 223) PS-H'eischw L'mühl FR-Bobh LU-Schauh Spey BZ-Billh]. Ich schmeer dä ääni [KL-Lind (Höh 138)]. Ich han 'm eni geschmert [ ZW-Bechhf]. Du wirst g'schmiert [ GH-Freckf]. Wie dich muckscht kriescht äni g'schmeert! 'Sobald [Bd. 5, Sp. 1185] du dich rührst, aufbegehrst, bekommst du eine Ohrfeige!' [ LA-Wollmh]. — b. 'schlagen', in einem Kinderspiel: »Sobald aber die ersten Sommertage sind, daß der Boden im Frühjahr kaum abgetrocknet ist, werden die Stecken geschnitten, daran die Treibschnur geknüpft und lustig übermütig die Wintersteifheit in kräftigen Hieben und Schwüngen an dem Danzdobber (Tanztopper 'Kreisel') ausgetollt. Er bekommt eine g'schmert, daß er zehn Meter und mehr springt, zum Hallo und Stolz des Treibers« [BZ-Annw (Der Wasgau-Bote Nr. 13/1934)]. — 7. beim Kartenspielen: 'dem Spielpartner Karten mit hohem Punktwert im Stich zuspielen', schmeere [RO-Dielkch, verbr.]. Ich schmeer! [ NW-Freinsh]. Jetzt kannst du sch.! [ LA-Gommh]. — 8. nur präd.: Blumenname für 'gebrochenes Herz (Diclytra spectabilis)', geschmierde Madamme [ ZW-Marthh]; Syn. s. PfWB Herzblume; K. 197. — 9. vgl. PfWB auf-, PfWB verschmieren 1bβ. — RhWB Rhein. VII 1488 ff.; LothWB Lothr. 455 schmeren; ElsWB Els. II 485/86; Schwäb. V 1003 ff. schmiren I; Hess.-Nass. III 298/99; Kluge-Seebold22 643/44.
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