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| PfWB herum-trinken (Bd. 3, Sp. 922) | PfWB trinken (Bd. 2, Sp. 518) | PfWB rauchen (Bd. 5, Sp. 403) | |||||||||||||||||||||||||||||
| [Bd. 2, Sp. 519] hälmche t. [ebd.]. Loß mich e Maulvoll t.! [ LA-Herxh]. Der trinkt e Bauchbitt voll [ PS-Geisbg]. Er dut allegebott t. 'Er trinkt oft' [ RO-Obd]. Er dut 'm Becherche selieb (zuliebe) t. [ KU-Schmittw/O]. Er hot in de leere Mache (Magen) getrunke [ LA-Gommh]. Kaffee getrunk?, scherzh. Grußformel beim Vorübergehen an Arbeitenden zur Nachmittagszeit [ RO-Steinb]. RA.: Er hot Gall getrunke, vom Griesgrämigen [ LU-Opp]. Er macht e G'sicht, wie wann er Essig getrunk hätt [ PS-Gersb]. Er hot net 's Wasser verdient, wu er getrunke hot [ LU-Muttstdt]. Gell, du hoscht noch kään Kannelwasser getrunke? Androhung von Schlägen [ NW-Weish/S]. Er hot Plauderwasser getrunk, von einem Geschwätzigen [ Gal-Brotschk]. Der muß heit barfießig schlofe gehe un kalt Wasser trinke, scherzh. Trost für ein Kind, wenn ihm jemand wehgetan hat [ KL-Trippstdt Kaislt KU-Kaulb, ähnl. Don Gal Buch]. Wammer dich net hätt un de Leffel, mißt mer die Supp trinke [NW-Wachh, verbr., auch Don Gal Buch]. SprW.: Abwarte un Tee trinke! [KU-Kaulb Krieger 41] Volksmed.: Bei Dorchmarsch (Durchfall) trenkt mer kalt Wasser, bei Vergiftunge warem Wasser un Butter dren [ WD-Niedkch]. Volksgl.: Fer's Heemweh soll mer Kaffee darich der Spiellumpe seihe un drinke, dann vergeht em 's Heemweh [PennsDeitschEck 27. 2. 1954]; Var. s. bei PfWB Schlückser. Einen VR. s. bei PfWB Birne 1 a (Bd. I 935 Z. 31). — Im bes. 1. a. 'alkoholische Getränke trinken'. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB er-, PfWB herum-, PfWB mit-, PfWB nach-, PfWB ver-, PfWB voll-, vor-, weg-, PfWB zutrinken. Syn.: PfWB abbeißen 1, PfWB abheben I 2 f, PfWB abschießen 1 c, PfWB abtrinken 3 b, PfWB abziehen I 1 a δ, PfWB anfeuchten 2, PfWB anrauchen 2, PfWB ausblasen 2, PfWB ausbürsten 2, PfWB auspitschen, PfWB ausschwenken, PfWB ausstauben 3, PfWB ausstülpen, PfWB bamscheln, PfWB bamschen, PfWB bechern, PfWB perlen1 1, PfWB pfetzen 6, PfWB pitschen1, PfWB plämpern, PfWB blasen 3, PfWB prösteln, PfWB prosten, PfWB prostern, PfWB büffeln2, PfWB büffen2, PfWB pülvern 2, PfWB pumpen 1 b, PfWB bumpsen 3, PfWB bürsten 2, PfWB darangießen, -schütten 2, PfWB daraufmachen 2 a, -setzen 2 b, PfWB tanken 2, PfWB tätschern, PfWB dawiderschütten, PfWB tönen 2, PfWB torschen, PfWB tränken 1 c, PfWB trudeln, PfWB dudeln, PfWB tulpen, PfWB tuten, PfWB genehmigen, PfWB genießen, PfWB gießen (hinter die Binde, auf die Pfanne), gluckern, heben, hinunterbürsten, -drehen, -gießen, -jagen, -leeren, -schütten, -stürzen, kaufen, kippen, kneipen, knorksen, läppern, latzen, ledern, leeren, leisten, logeln, löschen (den Brand), lotteln, lumpen, lüpfen, mahlen, mitnehmen, nehmen, nippen, rupfen, saufen, schaskenen, schlachten, schlenkern, schlucken, schlurfen, schmettern, schmieren, schnäpseln, schnapsen, schnärren, schnellern, schöpfen, schöppeln, schütten (hinter die Krawatte), schwächen, [Bd. 2, Sp. 520] PfWB schwefeln, PfWB schwenken, PfWB stauben, PfWB stechen, PfWB stemmen, PfWB stoßen, PfWB stülpen, PfWB stürzen, PfWB suckeln, PfWB süffeln, suffen, süffern, PfWB umstoßen, PfWB verdrücken, PfWB verhaften, PfWB verlöten, PfWB wamschen, PfWB wegmachen, PfWB weichen, PfWB zechen, PfWB zerren, PfWB zulegen, PfWB zupfen, PfWB zwitschern. Vgl. auch die Syn. zu PfWB betrinken. — α. intrans. RA.: uf pälzisch t. 'alle Gläser leeren bis auf den letzten Tropfen' [Wilde 263]. Aufforderung zum Trinken: Trink, awwer aus käm leere (Glas)! [ GH-Kand, PS-Erfw]. Trink, daß de was werscht! [ NW-Freinsh]. Trink emol, bischt eh kän Stiefkind! [ PS-Erfw]. Vadder, trink, mer sein Brirer! [Hebel 32]. E Veglche hot immer nore geß un geß un nie getrunk, un so is es verreckt (Aufmunterung zum Trinken) [Don (Steinmetz)]. Mer redt immer bloß vum viele Trinke, an de Dorscht denkt känner [Pirmas]. Zuruf an den Trinkenden: Trink g'sund! [verbr. Gal]. Zum ersten: Trink un steh! Darnach: Trink un geh! Trinkst du ferner und setzt dich nieder, ei, so such auch Geld herwieder [PfW. 1909 S. 88 (alter Weinspruch von 1669 aus KL-Fischb)]. Scherzw. des Trinkenden: Ich trink for eich all (wie der katholische Pfarrer beim heiligen Abendmahl) [ KU-Schmittw/O]. Er trinkt se all unner de Disch 'Er verträgt mehr als alle anderen' [ KL-Fischb, allg.]. Er trinkt for e Kreizer un stellt sich besoff for e Sechser [verbr. Gal]. Er raacht net, trinkt net, schnuppt net, un lebt ganz wie e Sau [ RO-O'mosch]; vgl. die Var. bei rauchen u. Sau. SprW.: Esse un Trinke halt Leib un Seel zamme [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]; dass.: Gut Esse un Trenke ... [ HB-Kirrbg], Gut gesse un getrunke ... [ LU-Friesh, KB-Kriegsf]. — β. trans. de Korze (den Kurzen 'Schnaps') t. [KU-Kaulb, verbr.]; e Schoppe t. [allg.]; e Halbschoppe t. [ GH-Kand]; e Stehschoppe t. 'vor dem Weggehen noch im Stehen t.' [ KU-Bedb RO-Obd]; vgl. PfWB Trollschoppen; enner (enne, en, ens usw., s. PfWB ein) t. [allg.]. Trinke mer noch ääns? [ KL-Fischb]. Vinzenz, trink ens! [ LA-Hainf]. Den kann mer trinke, bis eem die Finger gleichgewachse sin 'bis in Ewigkeit' [ KB-Zell]. Er hot en soviel (einen zuviel) getrunke [ LA-Gommh]. Er hot iwwer de Dorscht getrunk [ KU-Schmittw/O]. De Hofjäb hot de Korze e bißche arig gere gedronk [PfId. 187]. Der kann nix trinke, er sauft alles [ KB-Kerzh]. Beschääd t. 'trinken, wenn einem das Glas angeboten wird' [LA-Venn, verbr.]; Bruderschaft t. [allg.]; Winkuf t. 'beim Abschluß eines Kaufhandels die Beteiligten und Freunde freihalten', vgl. PfWB Weinkauf [Kirchhbol]. SprW.: Wer lang Wein trinkt, werd alt [Wilde 262]. Wer's glaabt, werd selig; wer Wein trinkt, werd fröhlich [ LU-Friesh]. Volksgl.: 'me Kind därf mer nix Stärkeres zu drinke gewwe, ebs (ehe er) en Johr alt is, 's wachst nimmi [Fogel Beliefs Penns Nr. 77]. Trinklied: Trink mer [Bd. 2, Sp. 521] noch e Treppche usw., s. PfWB Tropfen 2 a. a. 1534: ein pfennig werdt Brots vnd ein Mosz wein zu essen vnd drincken [SSp., Weistum von LU-Neuhf]. — b. 'regelmäßig und zuviel Alkohol t., der Trunksucht verfallen sein', vgl. PfWB Trinker, PfWB betrinken. Er trinkt, hot aangfang se t., hot sich 's Trinke aangewähnt [ NW-Kallstdt, allg.]. Er kann 's Trinke net losse [ KU-Schmittw/O]. — c. in älterer Zeit: Tabak t., s. PfWB Tabak 1 b. — 2. an der Mutterbrust t. 's Kind trinkt, kriet se trinke [ BZ-Dierb, allg.]; 'm Kind se trinke genn 'die Brust geben' [ KU-Bedb]. Sie loßt 's Kind noch t. [ LA-Gommh]. 's Kind dut Ditz t. [verbr. Don Gal Buch]. Ein Rätsel s. bei PfWB Faß. — F.: fast allg. driŋgə; dreŋgə in KU-Frohnf WD-Niedkch RO-Lohnsf: dręŋgə in HB-Kirrbg IB-Rohrb LU-Böhl. Part. Perf. gədruŋg fast allg. WPf, gedruŋgə fast allg. VPf (vgl. Linie gebroch/gebroche auf K. 1); gədroŋg u. gədroŋgə zum Inf. dreŋgə, dręŋgə. Präsensformen wie bei bringen. — Südhess. I 1733 ff.; RhWB Rhein. VIII 1367 ff.; LothWB Lothr. 104; ElsWB Els. II 760/61; Bad. I 560/61.
| 1. a. intrans. α. 'Rauch ausstoßen, sich Rauch entwickeln', raache (rāxə, rxə), rääche (rχə), raaiche (rāiχə), rääiche (riχə) [Verbr. des Stammvokals wie PfWB Rauch, PfId. 111 Christmann Kaulb 73 Mang 133 Schneckenburger 31, 52 Heeger Südostpf. 13 Krämer Gal 172], rääsche (rə) [mancherorts mittl. VPf (Bertram § 216)]. SprW.: Vum Rewach raacht de Schanschde (Schornstein) [ LU-Böhl]. Vun eppes muß de Schornschde rache [ KB-Bischh]. Wo's raacht, brennt's aach 'An jedem Gerücht ist etwas Wahres' [Krieger 33]. a. 1573: vnd als dick das feuer raucht, so ist der apt die buß schuldig [PfWeist. 279 (KB-Dreis)]. 16. Jh.: Wilcher man oder frauwe sitzt in dissem geriecht und wohnt und sin huß raucht [ebd. 469 (KU-Eßw)]. — β. 'rußen'. Die Lamp raacht [ NW-Frankeck Kallstdt]; vgl. PfWB blaken. — γ. Zs.: PfWB verrauchen 3. — b. trans. α. 'Rauch (des brennenden Tabaks aus der Pfeife, Zigarette usw.) einatmen und ausstoßen'; Zs.: PfWB an- 1, PfWB verrauchen 1; Duwak (Peif, Zigarr) r. [RO-Lettw, verbr.]; Mittel gegen Zahnschmerzen: raache [ KU-W'mohr]. Er raacht wie e Schornschde [ZW-Battw Hebel 18], wie wann e armer Mann backt [ebd. 18, KU-Ulm, mancherorts, Hebel 18], wie wann e armer Bäcker backt (mit grünem Holz, Tannen- und Kiefernreisern, die viel Rauch entwickeln) [Kleeberger 97, Zweibr Krieger 32]. Der hot sich die Schwinnsucht an de Hals geraacht [ LU-Opp]. Trostspruch eines starken Rauchers: Aß ich raach, aß ich huscht, aß ich nit raach, aß ich doch huscht; warum soll ich nit raache? [ NW-Hardbg]. Liewer nix esse als nit raache [Wilde 238]; weitere Var. s. ebd. 238 ff. 's Raache schmackt em nimmi (ein Anzeichen schwerer Krankheit) [Wilde 238]. 's Raache hot en mitgenumme [Lu'haf], unner die Erd gebrocht [ LU-Neuhf]. Abschlägig zu einem kleinen Jungen, der gern rauchen möchte: Raach de Katz ehrn Schwanz! [LU-Ruchh, verbr., Feierowend 20/ 1949 7]; Var. s. PfWB Tabak 1 b, PfWB Eltern1. Scherzh. zu kleinen Kindern von aufsteigendem Dunst oder Nebelwolken im Wald: Die Hase raachen [Bd. 5, Sp. 404] [ RO-Hochst, mancherorts]. Er trinkt net, er raacht net un laaft de Herd net noo, abwertend, von einem Einzelgänger [ FR-Saush]; Var. s. PfWB trinken 1 a, PfWB leben 2. RA.: Er raacht kän Gure 'Er ist grob, rücksichtslos, streng', von Lehrern, die mit Prügeln strafen [NW-Elmst, KU-Kaulb Kreimb Schmittw/O KL-Reichb Kleeberger 97 Wilde 238], 'schlecht aufgelegt' [Otterstetter 260 Krieger 44 KU-Schmittw/O]. SprW.: 's Raache is e jungr Stolz un e aldi Gewohnheit [ Don-Gottlob]. Neckbrauch: durch d' Ohre rääche. Der Neugierige muß sich hinter den Raucher stellen und ihm die Augen zuhalten, damit der Rauch durch die Ohren entweichen kann. Im geeigneten Augenblick werden ihm mit der Zigarette die Finger verbrannt [ GH-Zeisk]. Einen VR. s. PfWB Straßburg. — β. = PfWB räuchern 1, rauche [IB-Eschring GH-Neubg], raache [verbr. WPf mittl. VPf mancherorts nördl. VPf äußerster S der VPf], raasche [ RO-Imsw], rääche [verbr. Umg. Land], rääsche [ BZ-Queichhmb]; zur Verbr. s. K. 313; vgl. PfWB schwarzgeraucht; Abl.: PfWB berauchen; 's Flääsch raache; geraacht Flääsch [ KL-Weilb]; geraachdi Worscht [ LU-Altr]. Ein Mittagessen: Supp, Gemies un geräächt Flääsch [ PS-Erfw]. In d'r ow're Schtub e Schtang voll Werscht, / Im Schornschte geraachte Schinke [Claus 27]. — 2. a. 's Peifche raache 'wiederkäuen' [ KU-Reichsth KB-Gauh]. — b. 's raacht 'Es kostet Mühe' [PfId. 110]. — c. 's räächt 'Es spukt' [ LA-Venn]. — d. in der Wend. Er raacht 'Er ist zornig' [ RO-Semb]; Ggs.: PfWB verrauchen 2. Er raacht em; Dem raacht er, dass. [SP-W'see, verbr., Otterstetter 260]. Do raacht's 'Da gibt es Ärger, Zorn' [PfRSch 7. 1. 1927, mancherorts]. Drohung: Nimm dich in Aacht, sunscht hat's geraacht! 'Bring mich nicht in Wut, sonst gibt es Hiebe!' [ ZW-Battw, RO-Lohnsf NW-Haßl Spey]. Deutung des Amselgesanges: Rääicht er deer? Meer rääicht er net 'Bist du zornig? Ich bin es nicht'; bei Wutausbrch eines anderen gefragt oder gepfiffen [KU-Schmittw/O, NW-Elmst PS-Ruhbk Sunndag 28/1966 (als Gedicht)]. — e. Zs.: PfWB anrauchen 2. — Südhess. IV 1261 ff.; RhWB Rhein. VII 154/55; LothWB Lothr. 398; ElsWB Els. II 223, ALA II 92; DWA XIX 10.
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