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 PfWB herum-schlagen (Bd. 3, Sp. 911)   PfWB Pelz-nickel (Bd. 1, Sp. 693) 
  -schlagen st.:
1. trans.
a. etwas h.
α. = PfWB herumschürzen, -schlaa(e), -schlaan, -schlage, s. PfWB schlagen; de Ärmel (die Hosse) er. [ZW-Gr'bundb, verbr. WPf NPf]; vgl. um-

[Bd. 3, Sp. 912]
PfWB schlagen.
β. 'umwenden'; Haai er. [mancherorts WPf]; vgl. PfWB herumwenden 1 a. —
b. einen h. 'verhauen', vgl. PfWB herumstoßen 1 a. Dich schlag ich rum wie e junge Hund [ BZ-Hermbghf], wie en Danzbär [ GH-Max'au]. KR.: Kreschkinnel, kumm, schlag mich rum, daß ich zu dir in de Himmel kumm [ GH-Leimh]. Einen anderen KR. s. PfWB Pelznickel 1. —
2. intrans. mit etwas h. 'umherschlagen'; mit'm Schwanz er. [vereinzelt, auch Gal]. SprW.: Die Kuh mit'm dreckichschde Schwanz schlaat 's menscht rum [ Don-Gottlob]. —
3. sich mit etwas h. 'abquälen', umgspr. [verbr.]; vgl. PfWB herumplagen. — Südhess. III 398; Rhein. VII 1198 Z. 42; ElsWB Els. II 458; Bad. II 655. —

 

   Pelz-, Pelze-nickelm.:
1. 'vermummte Gestalt der Zeit vom 5. bis 24. Dezember', Belz-, Belzenickel, zur Verbr. s. K. 32; Belsnickel [Horne Penns 231 Lambert Penns 26], Pelznickel [Don-Tscherwk, verbr. Gal]. Syn.: PfWB Andreas, PfWB Beelzebub, PfWB Pelzmartin, PfWB Benzenickel, PfWB Besenmichel, Bolze-, Boze-, Bumpenickel, PfWB Hansel, PfWB Hanstrapp, PfWB Himmelsgeiß, PfWB Katzenmartel, PfWB Knecht PfWB Ruprecht, Kollmackes, PfWB Kollemolkes, PfWB Kolwes, PfWB Markolfus, PfWB Nikolaus, PfWB Rupel (Ruhpelz), Schuhputzer, Stuckert, Stutzesel. Der P. geht vielerorts am Abend des 6., in NW-Forst SP-Berghs

[Bd. 1, Sp. 694]
und Spey schon am Abend des 5. 12. um. Er examiniert die Kinder, belohnt die Braven und bedroht die Schlimmen. In den Tagen nach dem 6. 12. trägt er als dienender Begleiter des Christkindes den Gabensack. Während das Christkind sich gegenüber den Kindern freundlich zeigt, schüchtert sie der P. durch Poltern und Drohen ein. Vielerorts werden Christkind und P. nach der Gabenverteilung selbst beschenkt. In manchen Orten bringen die beiden keine Gaben; sie singen Lieder und führen Tänze vor, wofür sie Geld und Eßwaren erhalten. In KL-O'mohr Weltb Steinwd und BZ-Albw gehen am Nikolaustag gabenheischende Pelznickel um; es sind dies gewöhnlich Knaben und junge Burschen. Ähnlich ist es in Annw, wo sie kleine Pelznickel genannt werden. S. auch Christmann Vk. 54ff. — KR.: Belzenickel, Belzenickel, bum bum bum, haag (hau) die beese Buwe rum, awer net die Mädle mit de scheene Klädle [ LU-Neuhf, ähnlich PS-Geisbg Schmalbg KB-Kerzh O'wies LU-Alsh NW-Haßl Gimmdg BZ-Annw]. Belzenickel, bum bum bum, schlach die beese Määre rum, awer die brave Buwe nit; Belzenickel, Belzenickel, kriegscht mich nit [GH-Hatzbühl, verbr.]. Heit Owend kummt de Belzenickel. Was schafft er dann bei mer? Ich nemm ehne an de Zippelkapp un werf ehne vor die Der [ KL-Siegb]. S. auch bei Christkind. Der P. gilt auch sonst als Schreckgestalt für Kinder. Um sie beim Dunkelwerden im Haus zu halten, droht man ihnen: De B. kummt [KL-Einsdhf, verbr.]. —
2. 'Vogelscheuche in Gestalt und Aussehen des P.' [verbr., vorn. VPf]. —
3. 'unfreundlicher Mensch' [Pirmas bei Arbeitern (Otterstetter 262)]; 'eigensinniger Knabe' [ KB-Mauchh]; 'geschmacklos gekleideter Bursche' [ PS-Geisbg]. —
4. 'Weihnachtsgebildbrot in Gestalt des P.' [ PS-Lu'wink]; solche Gebildbrote als Christbaumschmuck [ LU-Alsh GH-Kuhdt]. — F.: fast allg. belds-, beldsə- (s. K.), beldsər- [ BZ-Dörrb Steinf]. Das Grundw. ist fast allg. -nigl; -negl gilt mancherorts in der SWPf. — RhWB Rhein. VI 612; Bad. I 145.