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| PfWB her-schießen (Bd. 3, Sp. 882) | DWB vorschieszen (Bd. 26, Sp. 1464) | |||||||||||||||||||||||
| 1) sich heftig, schnell, plötzlich nach vorn oder aus etwas herausbewegen. von flüssigkeiten: ein vorschieszender strahl; blut aus einer wunde vorschieszend; der strom schieszt vor Adelung. — von lebenden wesen: er schosz plötzlich aus dem winkel vor; dasz er der furcht war, hinter jedem baumstamm könne ein — ungethüm vorschieszen d. hosen d. herrn v. Bredow (1846) 1, 266; plötzlich, da er eben stolpernd vorschosz abenteuer d. Peter Farde (1929) 331; ein eber schieszt getroffen vor 2) freiere anwendung: es strömte das abendopfer [Bd. 26, Sp. 1465] wie ich an den schatten sehen konnte, die plötzlich über den mondbeglänzten platz vorschossen (1864) 3, 35. — übertragen: (wenn) der geist vorschieszt, zu haschen und zu ereilen theater 2 (1786) 164. 3) mit aufgabe der vorstellung einer plötzlichen, heftigen bewegung, hervorsprieszen, -keimen, -wachsen, vgl. DWB schöszling: die blume schieszt vor, ist vorgeschossen dt. orthogr.-gramm. wb. (1793) 293a; gleich wie die verständige gartner den forschisenden spröszling ire bestandstecken, grundstäb, pfäl ... suchen und beistellen 3, 285 Hauffen; das vorgeschossene gezweig 7/10, 80 H.; alsdann kömmt sie (die blüte) so plötzlich vorgeschossen er (der sprosz) schien zwar welck, jedoch er ist frisch vorgeschossen also gefiel dir auch, dasz aus dem klumpen erden 4) mit der vorstellung einer gedachten bewegung wie vorspringen, aber seltner als dieses; von bauteilen: eyn vorschieszender balck gl. 461b (proceres); dasz dach schieszt eine elle vor Adelung; 'vorschieszen ... hessisch für vorstehen von einzelnen backsteinen gesagt' baulex. (1882) 4, 436; (bilder) auff die vorschieszende hauptbalcken gesetzt theatrum amoris (1626) 135. — körpertheile: ein weib mit etwas vorgeschossenen bauch, die er schwanger zu sein vermeinte Heraclitus (1661) 535; (zur vollkommenen schönheit gehört) ein kinn mit einem grüblein, nicht zu weit, auch nicht zu wenig vorschieszend frauenz.-lex. (1715) 1757. — von einem landgebiet: dahero es terra procurrens, das vorschieszende land ... genennet wird erdspiegel (1665) 2. 5) vor etwas bewegen, so dasz es deckt, schlieszt (vgl. vorschieben 7): 'besliezet mir die tür': 6) wenn schieszen auf den gebrauch einer waffe bezogen wird, kann vor in verschiedenem sinne, räumlich oder zeitlich zu verstehen sein: vorschieszen, primo loco jaculari 1771; schieszet ihr vor, ich will nachschieszen teutsch-ital. dict. 2 (1702) 524a; (leute,) die hinter den steinhaufen der barrikaden vorschossen briefw. u. tageb. (1888) 1, 35; dasz es in dieser gegend nicht sitte sei, den nachbarn vorzuschieszen (bei der treibjagd) Grabenhäger (1897) 1, 367; vor dem eigentlichen wettschieszen zur probe und übung schieszen schweiz. idiot. 8, 1411; schwäb. wb. 2, 1670. 7) im entwickelten nhd. wird vorschieszen wie leihen gebraucht mit einem object, das in bestimmter oder unbestimmter weise geld bezeichnet: eine gröszere summe, tausend mark vorschieszen; vgl. vorschusz. daneben kann aber das verbum eine bestimmte sinnesfärbung haben, dasz nämlich die hingegebene summe vom schuldner zu einem bestimmten zwecke, z. b. einem unternehmen, verwendet werden soll: er schosz mir geld vor, pecuniam mihi suppeditabat 2, 500; die kosten vorschieszen, vorschusz thun; 'in noch weiterer bedeutung, schieszet man jemanden geld vor, wenn man ihm selbiges leihet oder borget, ohne zu bestimmen, ob es auf zinsen geschehe oder nicht, wofür auch vorstrecken üblich ist' Adelung. er meint, weil vorschieszen eigentlich bedeute 'schuszweise vorzählen', könne es nur bei gröszeren beträgen gebraucht werden: 'vier [Bd. 26, Sp. 1466] groschen leihet oder borget man, aber zehn thaler kann man auch vorschieszen.' im gebrauch der beiden verben vorschieszen und vorstrecken aber sei kein unterschied, wie man gemeint habe, nur sei das erste im 'hochdt.' üblicher als das zweite. vgl. auch wb. d. kaufmannsspr. 207: sollten ihr hochgräfliche gnaden ihnen die mittel ausz ihrer cammer vorschieszen schr. (1663) 58; (Massilia) hätte alles gold zum lösegelde des capitolium vorgeschossen Armin. (1689) 1, 482b; ach, kannst du mir nicht 6 reichsthaler vorschieszen (forstrœkke)? Holberg dän. schaubühne (1743) 4, 81; sollte er zu seiner rückreise geld brauchen: so schiesze es ihm vor 18, 262 M.; 1000 gulden ..., welche sie die gefälligkeit hatten meiner frau ... vorzuschieszen Göthe IV 20, 304 W.; ihr seyd hier auch noch geld für eure zehrung schuldig, sir John, für getränk und vorgeschossenes geld Shakespeare könig Heinrich IV. I 3, 3; er hatte die gefälligkeit, ihm alte röcke abzukaufen, ja sogar geld vorzuschieszen (1886) 4, 318; zehn tausend thaler ihm, womöglich, vorzuschieszen noch seh ich nicht, wie sie zu ihren vorgeschossnen geldern, (wucherer,) die gegen achtzig prozent, stets dienstbeflissen so hab ich sie gewählt und euch als preis, so zieht ihr eure schleusen auf: schieszt vor, 8) in der älteren sprache wird die räumlich-sinnliche vorstellung, dasz etwas vor jemanden hingeschoben wird, noch gefühlt, jemandem geld hinlegen, hinzählen; auch ein zeitlicher sinn von vor kann vorhanden sein, so kann das verbum in der bedeutung von vorausbezahlen gebraucht werden: vorschieszen, praenumerare, sumtus suggerere 1788; vorschieszen, contare i danari in presenza ò sù gli occhi di alcuno teutsch-ital. dict. 2 (1702) 519a; einem die kosten, den arbeitslohn, die fracht, seinen gehalt vorschieszen, voraus bezahlen ; vgl. schweiz. idiot. 8, 1412; sonst musz ich meine zuflucht zu dem h. von Röder selbst nehmen, mir ein oder zwey quartale vorzuschieszen 17, 19 M.; ich will ihn bald nach Carlsbad schicken und ihm das Michaelsquartal vorschieszen IV 23, 400 W.; bis er mir vorschieszt (vorausbezahlt) J. u. briefw. (1881) 414; jetzt müsse er die kosten vorschieszen, sonst bleibe die sache stecken (1907) 3, 136; die kosten der quittung hat der schuldner zu tragen und vorzuschieszen bürg. gesetzb. § 369. — fourniren, vorschieszen, in die compagnie einsetzen, wie die handelsleute tun (1720) 248; pränumerieren auf ein buch: die namen der vorschieszenden personen sind hinten beygedruckt d. neueste aus d. anm. gelehrs. (1751) 7, 885. 9) auf ein anderes object als geld wird das verbum selten bezogen: zu welchem behuff ... er landgraff Georg zu Hessen-Darmstadt viertausend malter korn vorzuschieszen ersuchet schwed. krieg 2 (1653) 378; die vorgeschosznen schuhe, hembde u. s. w. nicht über den effectiven werth anrechnen v. d. vollk. t. soldat (1726) 156; Jacob Tomms hatte lange zeit die vorgeschossnen früchte genau abgezahlt 5, 70 M.; die grundherren wurden gezwungen, ihren bauern getreide zur aussaat vorzuschieszen ges. schr. u. denkw. (1892) 2, 143. in freier übertragung; das wort acrostichon muszte ihr mein vater vorschüszen lebensl. (1778) 1, 78; [Bd. 26, Sp. 1467] den mann vielmehr beneid ich, dem ein freund 10) gegenüber der alten sprache ist in der neuzeit die bedeutungsentfaltung des verbums sehr beschränkt, s. oben fürschieszen und besonders schweiz. idiot. 8, 1409ff. einzelnes erhält sich in der fachsprache, landschaftlich, gelegentlich auch in der älteren nhd. schriftsprache. a) trans. vorragen lassen, vorbauen, vgl. schweiz. idiot. a. a. o. 1411 unten; 1412 vorgeschossen 1 c; vorgeschossene gebäu, protecta ac projecta clavis ling. lat. (1716) 337a. b) sich vorschieszen, sich vordrängen schweiz. idiot. 8, 1410. c) vorbringen, vorschlagen: dann wurden drei, nach andrer angabe vier für dieses amt 'vorgeschossen', d. h. bestimmte namhaft gemacht wander. in Vorarlberg (1895) 27. d) als ausdruck der schneider, an-, besetzen: einen beltzrock mit marder vorschieszen teutsch-ital. dict. 2 (1702) 524b; 'die schneider schieszen einen saum, ein gebräme vor' Adelung; barcht ahn beiden orden mit leinen vorgeschossen Frankfurter amts- u. zunfturk. (1914) 1, 326; (der anzug) ist blau, gelb vorgeschossen kom. theater (1820) 4, 26. e) vorschieszen im bergbau, 'wenn sich ein festes gestein, harter kamm oder knauer vorleget und den gang verdruckt' technol. wb. 8, 114b; harte kemme und knawer, so vorschieszen Sarepta (1571) 62a; wenn ein fest gestein vorschiest ausführl. berginformation (1693) 2, 91. f) aus der bedeutung über etwas hinausragen (4) entwickelt sich die anwendung im sinne von überschüssig sein, übrig bleiben: wenig schieszt für seinen haushalt vor, noch minder wird zurük gelegt quelle von 1807 im schweiz. idiot. 8, 1411. g) mit leichtem übergang, helfen, verschlagen: auch wird vorschieszen nichts alsdann
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