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| PfWB herein-steigen (Bd. 3, Sp. 857) | PfWB steigen1 (Bd. 6, Sp. 493) | DWB steigen (Bd. 18, Sp. 1874) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1. 'sich nach oben (unten) bewegen', steie (daiə) [verbr. WPf nördl. VPf Christmann Kaulb 77 Henn Mda.-Int. 100 Müller Dietschw 61 PfId. 136 Schneckenburger 34 Krämer Gal 206], stḁie (dḁiə) [ KL-Frankst], steije (daijə) [KB-Bennhs LU-Dannstdt NW-Freinsh Haßl Iggb Kallstdt Lambert Penns 143], stäie (dęiə) [ HB-Böckw Ingb], steige (daigə) [ LU-Alsh, vereinzelt im Gebiet zwischen Lu'haf und Spey, BZ-Wilgws], steiche (daiχə) [verbr. SOPf Karch Gimmdg/Muttstdt 48 Schmitt Billh. 119], steische (daiə) [ LU-Altr Iggh Neuhf SP-Hanhf Schiffstdt]; zur Verbr. s. K. 1; Part. Perf. gestee (gədē) [Henn Mda.-Int. 100 Müller Dietschw 61], gestie (gədī) [WPf Henn Mda.-Int. 100 Mang 151 Schneckenburger 23, 34 Krämer Gal 206], gestie'e (gədīə) [ FR-Gr'karlb], g'steche (gdēχə) [PS-Busbg Erfw Schmitt Billh. 119], g'stieje (gdījə) [LU-Alsh Lambert Penns 143], g'stiche (gdiχə) [PS-Fischb Bertram § 90 Heeger Südostpf. 9 Schmitt Billh. 119]; Zs.: PfWB ab-, an-, auf-, aus-, be-, daher-, dahin-, darauf-, darüber-, ein-, PfWB ver-, herauf-, heraus-, herein-, herüber-, herum-, herunter-, hinauf-, hinaus-, hinein-, hinüber-, hinunter-, nach-, um-, zusteigen. Do neilich isse in de Frieh'/ im Bahnhof uff die Woh geschtieh! [Damm Dreifaltichkäät 55]. De Raach steit in die Heh [Krämer Gal 206]. Näwwel ausem Bodde schteie [Damm Pälzer 54]. De Newel aus de Däler schdeit / un wälzt sich bis en's Dorf enunner [Burgey Keschte 78]. Die Wolge steie [ KL-Siegb]. De Saft dut st. [ LU-Alsh LA-Rhodt]. De Gaul steit in die Heh, stellt sich auf seine Hinterbeine [ KU-Kaulb RO-Duchr/O'hs LU-Alsh BZ-Annw], steit beilings, geht mit den Vorderbeinen hoch [ BZ-Dernb]. Die Strooß (De Weeg) steit [ KU-Bedb FR-Bockh]. 's steit 'Es geht bergauf' [ KU-Schmittw/O]. Die Sunn steit [ FR-Bockh]. RA.: in die Klarer (Hosse) st. [ FR-Bockh]; en de Keller (en de Sack) steie misse 'in den Sack greifen müssen, Geld ausgeben müssen' [RO-Sippf KB-Mauchh]. Wann Buwe uf die Bääm steie, saht mer: die Affe steie, 's gebt Rehe, Verspottung [HB-Kirrbg ZW-Stamb KL-Alsbn KB-Bennhs]. Var.: Wannd Affe steichen gibts schäh Wetter [Bergz (Kamm 94)]. Der keicht wie e Logomodiv, wann's steit [ KL-Reichb]. Du kannscht mer uf de Buckel steie 'Laß mich in Ruhe!' [ RO-Dielkch KL-Heimkch]. Dem werr eich emol ufs Dach st. 'die Mei- [Bd. 6, Sp. 494] nung sagen' [ KU-Kaulb, vereinzelt], uf de Dach st. [ KU-Bedb]. Ich steich der uf de Kamm 'Mit Dir komme ich schon klar' [BZ-Dierb, Schandein Sprachsch. 25]. Do denksche: stein mer in die Tasch! 'Laßt mich in Ruhe!' [Ranssweiler 102]. SprW.: Wemmer de Kinner de Wille loßt, stein se em uf de Kopp [ Buch-Illisch]. Wer hoch steit, fallt dief [ Don-Gottlob]. Wu der Zaun am niddrischte is, steit jeder driwwer [vereinzelt Don Gal Buch]. WR.: Wann de Raach steit, werd's scheen [ ZW-Lambsbn LA-Freimh]. Wann die Newwel steien, gäbt's e schee Werre [ KL-Stelzbg]. De Newwel is in die Heh gesteh, 's kann Reen gewwe [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Soviel Newwel im Märze steige, / soviel Werrer im Sommer sich zeige [ KU-Brück]. Steigt der Newel in die Heh, / Sott mer net uf Reese geh [Penns-DeitschEck 1. 2. 1936]. KR.: Mutter, koch mer Zwiwweltee, / mein Leib, der dut mer weh; / jetzt is mer's in die Schiller gesteh, / o weh, o weh, o weh [ KU-Bedb]. — 2. 'höher werden, einen höheren Stand erreichen, zunehmen', auch übertr. De Preis steigt [ LU-Alsh], es g'stee [ KU-Adb Bedb]. Die Beamde sinn im Gehalt g'stegen [ BZ-Dernb]. Das Wasser (de Barometer, die Milch beim Koche) steit [KU-Schmittw/O RO-Sippf FR-Bockh]. Die Hoffnung steit [ FR-Bockh]. RA.: Der kann steije! 'kann wütend werden' [ KB-Mauchh]. Do is er'm gestieje 'zornig geworden' [ LU-Opp, RO-Schweisw FR-Bockh LU-Alsh BZ-Annw]. Wann mer'n angreift, wie er do steicht 'jemanden wütend machen' [ NW-Gimmdg]. Dem steit's Wasser in die Aa 'Er weint' [ FR-Kindh]. Do es mer awwer die Gall gestee 'Das hat mich geärgert' [ KU-Kaulb]. 's Blut steit em ins Gesicht [ KU-Schmittw/O]. Der Gickel 'Stolz' (Gückel 2 c α) is em g'stieje 'Er ist stolz geworden' [LU-Opp BZ-Dernb Schandein Sprachsch. 74]. Dem steit de Gickel 'Zorn' (Gückel 2 c β) 'Er wird zornig' [KU-Adb KB-Bennhs KL-Stelzbg Pirmas (NSZ 4. 7. 1939) FR-Studh NW-Kallstdt]. Dem steit glei de Kamm 'Er wird gleich erregt und heftig' [ KL-Erfb, vereinzelt]. Dem es ebbes in de Kopp gestie 'Er bildet sich etwas ein' [ HB-Breitft, vereinzelt]. 's Blut steirem en de Kopp 'Er wird leicht zornig; er ist beschämt' [ FR-Bockh, mancherorts]. Dem es sei Geld en de Kopp gestee 'Er bildet sich etwas auf seinen Reichtum ein' [ KB-Bischh]. Dem is die Millich 'Sperma' (Milch 2 a) in de Kopp g'stiche, von einem weibstollen Mann [Frankth]. De Wei (Des Bier) esch in de Kopp gestee 'Er ist betrunken' [ PS-H'einöd, ZW-Battw RO-Dielkch BZ-Klingmst]. De Zorn steicht em en de Kopp [ PS-Gersb GH-Hatzbühl Kuhdt]. Dem wer ich emol an de Krache st., Androhung von Prügel [ GH-Schwegh]. De Schleim (Schleim 2) (de Gift) steigt 'Der Zorn wächst' [ NW-Geinsh SP-Mechth]. BR.: Wann im November die Wasser steie, so werre se sich de ganze Winder zeije [ ZW-Hornb, GH-Leimh]. a. 1774: Schreyet nicht so laut, sonsten steygen wir euch auf den Buckel [Actum Sembach]. Volksgl.: Bei [Bd. 6, Sp. 495] großer Hitz därf mer nor langsam trinke, sunscht steigts gleie in de Kopp! [Krieger 8]. — 3. 'begatten', vom Tier. Der Stier steigt [ NW-Niedkch]; Syn. s. PfWB begatten. Wenn die Stute rossig ist, läßt mer de Hengst st. [ BZ-Dernb]. — RhWB Rhein. VIII 588/89; ElsWB Els. II 580 stigen; DWB DWb. X, II,2 1874 1steigen.
| gemeingerm. v. zur idg. wurzel stgh. got. steigan, ahd. stîgan, mhd. stîgen, as. stîgan, mnd. stîgen, ndl. stijgen, afries. stîga, ags. stîgan, engl. (veraltet) sty, anord. stíga, norw.-dän. stige, schwed. stiga. auszerhalb der germ. sprachen sind zu vergleichen: skr. stighnōmi schreite, air. tíagaim gehe, griech. στείχω schreite, steige, aslav. stignati kommen, erreichen, lit. staigtis sich beeilen, lett. staigaht gehen, wandern. vgl. dazu das lat. vestigium, das griech. στίχος, στοῖχος und weitere parallelen der idg. sprachen bei Feist, Falk - Torp, Kluge, Schade. das wort ist bis auf gelegentlich schwache conj. des imp. in st. flex. geblieben. auch der imp. ist noch im 16. jh. nur in der form steig bekannt. ältester beleg für die schwache conj. bei Schottel: du steige ber mich hin friedens sieg 5 ndr. im 18. jh. wird die unsicherheit gröszer. so begegnet steige bei ged. (1751) 1, 319; w. 3, 38; 15, 73 W. w. 6, 10 Gr.; Droysen: o Bal ... steige zu deines grabes steinmal 4Aeschylos (1884) 184. daneben wird steig gebraucht, z. b. von 2, 36 G.; w. 1, 132 H. nebeneinander einmal bei Klopstock: steig oft, und stark, gebet, viel ist der gnade! im sing. des prät. ist die stammvocalangleichung an den plur. seit etwa 1600 vollzogen. starkes schwanken aber noch im 16. jh. ausgleichformen finden sich z. b. bei Boltz, Scheit, Montanus, Fischart, H. Sachs. an alten belegen vgl.: der styg yn den prinnenden ofenn Turckey (1530) H 1a. als er auss dem schiff styge teutsch Cicero (1535) 19b. andrerseits sind belege für steig noch gegen ende des 16. jh.s zu finden. der guckler mit dem pferdtgen in die lfft ubersich steig von zäuberern (1592) 29. mit dem prät. ich stieg mischt sich im 16. und 17. jh. die nebenform stiege. frühe belege bei Schwarzenberg und Warbeck: als er ausz dem schiff styge teutsch Cicero (1535) 19b; und stige (= stieg) ir ein schmertzen und wehe in das haupt Magelone 46 B. er steige (prät.!) bes. bei Arigo dekam. K. (z. b. 38, 4; 88, 27.) in der zusammensetzung mit hilfsverben erscheint seit ahd. zeit die verbindung ich bin gestiegen. haben wird äuszerst selten verwendet, und nur in älterer zeit: so ... der dieb ... zum diebstall nit gestigen oder gebrochen hat Carolina art. 157; darnach ligt es ('des spillen teil' bei der pumpe) so hoch, als es gestigen hat Agricolas bergwerkb. (1621) 144. so vereinzelt auch schon früher. mhd. unz er mit lobe habe gestigen Haupts ztschr. 7, 485. auf die construction mit sein weist von älteren lexikographen 4, 771a hin. bedeutung und gebrauch. I. die bedeutung des rein sinnlichen schreitens. A. st. = gehen? [Bd. 18, Sp. 1875] die grundbedeutung der idg. wurzel (schreiten, gehen) ist im germ. eingeengt worden ( (1910) 441; Falk-Torp 1162). — wird eine anhöhe so steil, dasz zu dem schritt eine bedeutende kraftanstrengung gehört und die schritte überhaupt mehr stufenweise geschehen, so nennt man die bewegung nicht mehr gehen, sondern st. w. 1, 24 E. diese definition ist jedoch dahin zu erweitern, dasz unter st. ohne rücksicht auf die grössere oder geringere kraftanwendung überhaupt zunächst ein nach oben oder unten schreiten zu verstehen ist, sei es in senkrechter oder schräger richtung, sei es éin schritt oder ein längeres derartiges gehen. ein gewisses wiederaufleben der idg. bedeutung zeigen die modernen nord. sprachen. vgl. z. b. sti[ge] i nuv. bet. g ordbok 4, 129; stig fram, tritt näher, komm näher. stig in, herein! stig nu p! geh nun zu svensk-tysk ordbok 377 unter stiga. ebenso nd. compositionsbildungen mit kommen: an stigen kamen mit langsamen tritten und aus widerwillen herbey kommen brem. nd. wb 4, 1033; an und tostigen kamen angewandert kommen holst. idiot. 200. vgl. ferner idiot. hamb. 291. in Groningen ist st. zooveel als waden, loopen dor dick en dun wb. d. groningenschen ma. 403. ähnliche verwendung gelegentlich auch im hd., wo st. aber ebenfalls nicht das gewöhnliche gehen, sondern, mehr oder weniger deutlich, ein 'gehen mit hochgehobenen beinen' ( 808), ein 'stolzes und affektiertes einhergehen' ( 2, 741) bezeichnet: im deutschen ist es (d. h. st. 'gehen'), auszer im scherze, wo es sich allemahl auf die feyerliche erhebung der füsse zu beziehen scheint, in dieser bedeutung unbekannt 4, 333. so schon mhd.: oberthalp des dorfes strâze steig er über den anger 62, 31, wie denn überhaupt st. durch und st. über öfters der alten grundbedeutung des verbums nahe kommen mag (vgl. I, B, 1, d, α). aus späterer zeit: damit er (der junggeselle) gravitätisch steige der grausame wütrich (Polyphem) ... er (der widder) steiget auf der weide ... mit schnellem schritte fester ist st. gehen in der gauner-, studenten- und pennälerspr.: stegen, st. gehen, wandern, einkehren 4, 611, gehen pennälerspr. 12; st. 'heisst gehen, mit der nebenbedeutung des emsigen, schnellen' (?) studentenspr. 105. besondere burschikose raa.: zu dorfe, zu biere st.: vater kann dir erzählen, wie die studenten ... nachmittags zu dorfe st. br. von der universität 3. vgl. auch studentenspr. 128; 2, 558. st. = 'weggehen' in der Berliner ma. d. richt. Berl. (1904) 115. B. st. nach oben und unten schreiten. die rein sinnliche grundbedeutung des verbs bleibt jedenfalls ein nach oben oder unten schreiten von lebewesen, die dementsprechend von der natur ausgestattet sind. vgl. die begriffsbestimmung früherer wbb. (die definition bei 4, 771a 'überhaupt gehen, sich auf seinen füszen fortbewegen' ist abzulehnen): [Bd. 18, Sp. 1876] clere (= ascendere) stigin, st. 127a, scandere stigen steygen climmen 516b; st. scandere, ascendere, inscendere 385d; st. monter, se transporter en un lieu plus haut que celui où l'on étoit 2, 707a; st., montare, ascendere, salire, andar in sopra 239a. vgl. auch 4, 302. 1) st. ohne besondere bedeutungseigenthümlichkeiten vom menschen gebraucht. a) ohne grammatischen zusatz. schon in ältester zeit: thô the stigun sîne bruoder ...; (ut autem ascenderunt fratres eius) ahd. Tatian 104, 3; ähnl. 138, 15; mhd.: den wilden getwergen und wie ich stieg, zog von dem flusz der wiesen b) mit zugefügtem adverbiellen ausdruck der richtung: er stieg aufwärts 24, 9 W.; wie oft sind wir bergauf, bergab gestiegen 11, 300; immer höher musz ich steigen andere adverbia wachsen noch mehr, als es gelegentlich auch bei diesen proben der fall sein mag, mit dem verbalbegriff zum compositum zusammen, so empor, herab, heran, herauf, heraus, herein, herunter, hervor, hinab, hinan, hinauf, hinein, hinunter, nieder (vgl. dazu die einzelnen entsprechenden artikel). der früheste beleg: saei inn ni atgaggiþ þairh daur in gardan lambe, ak steigiþ aljaþro, sah hliftus ist Joh. 10, 1. c) accusativverbindungen. schon der alten sprache ist die hinzufügung eines acc. zu st. nicht unbekannt, der angibt, 'was man ersteigt' oder ein acc. des durchmessenen raumes ist. belege aus dem anord. und ags. bei synkretismus 98. im deutschen ist diese syntaktische verbindung zuerst as. nachzuweisen (zusammen mit präpositionalem ausdruck): sie an thena hôhan wal ganz geläufig ist diese accusativconstruction, wenn sich mit dem verbalbegriff ein adv. verbindet und so zu den composita von st. hinüberführt: als er ûf von der lîten im nhd. haftet beim simplex diese construction an bestimmten substantiven, und zwar bes. an deren pluralformen [Bd. 18, Sp. 1877] 'mit den hauptwörtern treppe, leiter, stiege ist es (st.) in dieser form am üblichsten, seltener mit anderen' 4, 332. zu ergänzen ist diese reihe jedenfalls noch durch berg, staffel, stufe und ihre synonyma: scandere clymen, stighen, also eynen bm, an leder nov. gl. 329a; ich steig ein tritt ... ein trapp, trep, staffel, stigel, spross an der leyter 123a; eine treppe zu st. ollapatrida 27, 21 Wiener ndr. ähnl. Schelmuffsky 16; eine hohe wendelstiege, welche ihm ... schmertzlich zu st. war asiat. Banise (1689) 16; dasz ... die stufen den, der sie st. soll, ermüden belust. 2, 181; Daniens Friederich ists, welcher mit blumen dir die berge muss ich steigen, andere wendungen: berg und tal, stainwend und alle brüch ... ze stygen de clar. mul. 299 Dr.; er thet waten und stygen ich wollt ein bäumlein steigen, d) st. in verbindung mit präpositionalen ausdrücken. beispiele sind schon ahd. und as. nicht selten, zahlreich dann im mhd. veraltete wendungen: st. ab und st. an, seit dem 17./18. jh. ausgestorben. vgl. die artikel ab und an und folgende belege: (st. ab) dem baum 385d, dem dach 193 B., dem hohen thurn 1, 43, 18 B. (st. an) den berg erste deutsche bibel 1, 16, 7 lit. ver., einen kreutzes pfahl poesis triumph. 6. andere präpositionale verbindungen sind bis heute im gebrauch geblieben, wobei die belege mit durch und über mitunter der bedeutung 'gehen' nahekommen mögen. α) präp. zur bezeichnung der zurückgelegten wegstrecke oder des überwundenen hindernisses: st. durch: wo man drausz od drein will msz man st. durch vil gefhrlich geng cosm. 389; dieser (der garnträger) steigt durch alle thäler und winkel 25, 109 W.; zwei knaben st. durchs gekräute Storm w. (1897 ff.) 8, 248; mehr redensartlich: durch dorn und disteln st. trost- u. geistr. schr. 1, 94. st. über: (er) über ein mauern steyge (salito sopra un muretto) dekam. 84, 31 K.; ungelumpt stig ubern tisch Grob. 2629 ndr.; über die ... wand st. polit. maulaffe (1679) 7; denen ... zeunen gleich, darber ein jeder st. wil Pathm. 91; als hätten wir über eine leiter st. sollen 43, 285 W. auch vom überschreiten eines gebirges: die grossen berge, über die wir gestiegen sind? 24, 42 W.; die ... leute waren ... über die Pyrenäen gestiegen röm. gesch. 2, 182. mit persönlichem objectsbegriff: wohl sinkt da in ewiges schweigen β) präp. zur bezeichnung des zieles: st. auf. sehr häufig: (sie) ... stigen auff die maur summerteil d. heyligen leben (1472) 16b; steigt auch ärszlings auf die dillen (= den boden) 9, 80, 1 K.; auf die hchste spitze der statt st. ehzuchtb. 286, 4 H.; stiegen sie auff die linden buch d. liebe (1587) [Bd. 18, Sp. 1878] 88d; morgens stieg er auff die banck 328 E.; allwo ich in einer hütten auff den schopff stiege vogeln. 2, 407, 1 Keller; dasz ich der erste bin, der ... auf das schaffot steigt 3, 346 G.; einsam steig ich auf die höhe ged. (1815) 16; seit er auf dieses gebirge stieg sagen 2, 15; wir stiegen ... auf den ... dachboden Storm w. (1897 ff.) 1, 243; stieg ... auf einen ... stuhl ges. w. 1, 5, 4; stieg die ... gesellschaft auf den thurm briefw. u. tageb. 1, 92. st. gegen: dasz sie ... gegen die höhe st. konnten schlosz Hubertus 2, 223 ges. schr. volksausg. st. in: th dich z wie katzen fleisch, st. nach: anscheinend erst später gebraucht (doch vgl. DWB st. nach 'in seinen besitz bekommen wollen' II, A, 3, b, β): nach Paulinzelle st. IV, 28, 228 W.; nach dem schlosse 4, 109 M.; nach dem Wittekindsthurm ges. schr. 4, 193. st. unter. selten: nun ... lassen sie uns unter die erde st. IV, 8, 339 W. st. zu: (er) z dem stayne steyg lied v. hürn. Seyfr. 46 ndr.; die zu den nestern st. v: d. falken 10 lit. ver.; der selb zn vogelnster stygt narrensch. 35, 36 Zarncke; unnd steig damit zu dem fenster buch d. liebe (1587) 91a. späterhin scheint st. zu, abgesehen von den formelhaft erstarrten ausdrücken der sondergruppen (vgl. I, B, 1, d, δ), selten zu werden. man verwendet die verbindung bis zu oder composita wie emporst.: in einem hinterhause stieg man bis zum vierten stock was ich erlebte 1, 190; stieg sie zum söller empor ges. schr. 1, 117. einfaches zu scheint sich mehr auf persönliche objectsbegriffe zu beschränken, zugleich in verbindung mit anderen präpositionalen zusätzen: und dieser jüngling will auf den Helikon zum Apoll und den musen st. briefw. 1, 19 Körte. γ) präpositionen zur bezeichnung des ausgangspunctes: st. aus: stige er ausz dem fasz rastb. 30 lit. ver.; Thetis stieg aus des wassers feuchtigkeit Ilias (1610) 1, 8b. ähnl. aus der carosse med. maulaffe 65; aus dem quell Pfeffel poet. vers. (1802 ff.) 8, 59, aus dem wagen 21, 174 W., aus dem grunde 2, 166 G. st. von: stig von dem crucz Alsf. passionssp. 180 Grein; desilire de curru vom wagen st. nomenclator lat.-germ. (1634) 372; Apollo steigt von den höhen des Olympus 3, 129 S.; vom bocke zu st. erz. schr. 7, 15; man stieg unmittelbar von der bodentreppe in das gemach ges. schr. 2, 317. δ) sondergruppen zu d mit z. th. schon nuancierter bedeutung des verbs: aa) zu bett st. u. ähnl. — schon alt ist ins bett st.: in mîn bétte nestîgo íh 2, 563, 21 P.; wer lsset gern alle leute zusehen, wenn ... er in das bette steiget die drey klügsten leute (1675) 314; die gräfin stieg über den knaben ins bett w. (1864) 2, 182. andere präp. in ähnl. verwendung: e er auf des münches petlein steyge dekam. 38, 4 K. erst später zu bette st. (vgl. mhd. ze bette gân): beleg aus unter 3, a, β. unser freund stieg zu bette 21, 82 W. entsprechend aus dem bette st.: eben war der major im begriff aus dem bette zu st. 24, 277 W. ähnl. w. (1864) 2, 18; Storm w. (1897 ff.) 1, 219. metonymisch dafür aus den federn st.: stieg der wirth aus den federn k.- u. h.-märchen (1812 ff.) 1, 33. [Bd. 18, Sp. 1879] bb) auf die kanzel st. u. ähnl.: auf die kanzel st. ascendere in concionem 124b. ähnl. nomenclator lat. germ. (1634) 483; auf die kantzel steygen, predigen 388a. die wendung eignet bes. dem 17. und 18. jh. rein wörtlich: nach verrichtem ... kirchengepreng steig der pfarrherr auff die cantzel wendunmuth 2, 122 Ö. ähnl. jobsiade (1799) 1, 53. ggs. von der cantzel st. hist. u. poet. kurzweil 42, 2 ndr. mit der nebenbedeutung: 'pfarrer werden': da st. wol grffliche und andere hohe standespersonen auff die cantzel und predigen schr. (1663) 14. ähnl. vom angehenden juristen ged. (1751) 1, 178. cc) auf den thron st. u. ähnl.: eine wendung des 17./18. jh.s mit dem nebensinn: 'die regierung antreten': es were kein wunder, dass der pretendent lust hatt, wider auff einen thron zu st. 1, 214 Menzel; den wir bald auf den kaiserlichen thron werden st. sehen gesch. d. Deutschen 4, 3. aus späterer zeit: war ein könig auf den thron der Karolinger gestiegen s. w. 14, 26; und da sie ihn (die heuchler den antichrist) aufforderten, auf den thron zu st. litteraturgesch. 78. ohne diese, heute durch die ra. den thron best. ersetzte nebenbedeutung: sie stiegen auf einen ... erhabenen thron Octavia (1685) 1, 747. ähnl. w. 3, 21. ggs. vom throne st. — wörtlich: götter steiget selbst von euern thronen dd) zu pferde st. u. ähnl. (mhd. nur ze orse sîn) bezeichnet auch 'fortreiten, fortreisen, eine heerfahrt unternehmen'. in älterer zeit allein in der form auf das pferd st.: die stigent auf LXX fll der eslin erste deutsche bibel 4, 389, 16 lit. ver.; bald hat er seine lust auffs hltzern pferd zu st. sat. ged. 70 ndr. aus neuerer zeit: ich steige mutig auf das rosz 4, 18 G.; und (wir) stiegen dort auf kürassierpferde ges. schr. 6, 297. seit dem 18. jh. bürgert sich der ausdruck zu pferde, seltener zu rosse st. ein: der unmuth ... stieg mit zu pferd poet. w. (1769) 2, 299; die knaben (wollen) ... zu pferde st. 41, 2, 327 W.; wenn zu pferd stieg Artaxerxes w. 1, 7. vgl. auch: uf Aristotelem staig ain frowe als uf ain rosse transl. 32, 6 K. ähnl. zu rosse st.: der schon um vier uhr betrunken zu rosse stieg Tieck schr. (1828 ff.) 4, 1. deutliche nebenbedeutung 'in den krieg reiten': unter der regierung des königs war der adel besonders in den französischen kriegen immer zuerst zu pferd gestiegen s. w. 38, 63. ähnl. = 'fortreiten': noch versuchte er ... zu pferde zu st., um ... das volk in aufruhr zu bringen Michelang. 1, 84. ggs. st. von, in älterer zeit auch ab dem pferde. ad pedes desilire schnell ab dem rosz steygen oder springen 28b; wenn mein herr steigt vom pferdt 17, 23, 3 K.-G.; das sie wol endlich mit schanden die fhnlein ... übergeben, von den pferden st., und also sich schimpfflich ruiniren müssen v. schwed. krieg 2, 898b. synonym: und als er zu hause vom rsselein stieg 1, 178 W.; ähnl. vom rosse st. Holtei vierzig jahre (1843 ff.) 1, 4; vom matten thiere st. Walther (1879) 213. gelegentlich wird für pferd auch das wort sattel gebraucht: vom sattel will ich wohl st. volksl. d. Deutschen 1, 420; ggs. ähnl. in den sattel st. Dreizehnlinden (1907) 93. ee) zu schiff, ans land st. u. ähnl. von jeher sagte man in das schiff st. dafür schon verschiedene belege im ahd. Tatian. (52, 1; 54, 1; 80, 7; 82, 3; 89, 4). später: conscendo auff steigen, in ein schiff st. XI ling. 324a; die Arcades dess kriegs erfahren [Bd. 18, Sp. 1880] dasz diese ... mit in das schiff st. wollten 43, 222 W. üblich ist auch die präp. auf: (er befahl einem knechte, dasz er) dar z (zum schiffe) wüte und dar auf stige (zu beachten ist der wechsel der präp.! vgl. das folgende.) dekam. 108, 1 K.; steigt (der Deutsche) auf ein schiff kl. schr. 8, 466. der ausdruck zu schiffe st. begegnet zuerst im 18. jh. ähnl. wie unter aa (ze bette gân) entspricht mhd. nur die wendung ze schiffe gên. z. b. Parz. 548, 14; Trist. 1557. vgl.: steigt nicht der kummer ... auch mit zu schiffe ged. (1774) 135, 1; ach! mein mädchen verreist! sie steigt zu schiffe! 1, 329 W.; am 31 sten august 1496 stiegen die fürsten zu schiff s. w. 1, 82. ggs. st. aus, in früherer zeit auch st. ab dem schiffe: der knecht ab dem schiffe steyg dekam. 108, 8 K.; so bald er ... ausz dem mrschiff stig Garg. 1, 32 ndr.; da stigen aus den nauen wir Ilias (1610) 45a; wie die helden aus dem schiffe st. H. Brunn kl. schr. (1898 ff.) 3, 225. parallel damit: in freundlicher oder feindlicher absicht auf, an das land st., von einzelnen, mehreren personen, auch von ganzen heeren gebraucht: sind (die herren) auffs land gestiegen persian. reisebeschr. (1696) 4a; die türckische armada ... steig bey der statt L. ... an das land Schweizerchron. (1606) 29b. ähnl.: als ihr an diese ... küste stieget 13, 227 G. auch ohne dasz die landung unmittelbar vom schiffe aus geschieht: dô was eines boumes ast, ff) andere wendungen, den vorhergehenden gruppen entsprechend, sind selten: als er zu wagen stieg 159 Bohtz; für den schwulst sie salbe suchte, 2) st. von thieren; ohne besondere unterschiede zum vorhergehenden, wenn die thiere zu ähnlichen bewegungen wie der mensch befähigt sind. so st.: ke bibel 91, 2 Bindseil. ähnl. briefe 102 Schücking, elephanten Plinius (1543) 8, 40, die gemse nomencl. lat. germ. (1634) 172, ein aff und bär äsop. fabeln 20. ebenso in accusativconstruction: die geys ... st. bergechte örter feldbau (1579) 143. auch wirkliches nach oben und unten schreiten der vögel wird von jeher durch st. bezeichnet: leyterlin ..., darauf die hüner zu dem fensterlin st. feldbau (1579) 101; ein schwanz zur unterstützung des körpers (des spechts) beim st. naturgesch. d. vögel 5, 248; st. vom flug der vögel s. unter II, DWB A, 1, b, α. st. der lurche und insekten gehört anscheinend dem 16. jh. an: die kleinen ameiszlein st. den leuten in die gerten Sarepta (1571) 23b; die flöh (werden) den weibern fast über die knie st. praktik 5 ndr.; ich will ab dir stygen (von einem floh) Äsop 188 lit. ver.; die krotten ... aus der erden st. feldbau (1579) 9. als fachausdruck der jägersprache bezeichnet st. das gehen von bär, otter und biber: der biber und fischotter st. aus dem wasser ans land ... (der bär,) der nie geht oder schreitet, sondern immer steigt Behlen forst- u. jagdkunde (1840 ff.) 5, 684; der otter steiget aus dem wasser jägerpractica (1754) 1, 41b. ähnl. Brehm thierleb. (1890 ff.) 1, 670; Noel Chomel 8, 1597. 3) besondere färbungen der bedeutung. a) st. in geschlechtlicher erregung, auch = begatten. α) von thieren. noch heute in der landwirts und thierzüchtersprache für gröszere und mittlere säugetiere auch weiblichen geschlechts gebraucht, bes. für rindvieh, für pferde, esel und schafe. belege aus älterer zeit, mit [Bd. 18, Sp. 1881] präpositionalem zusatz: wenn sie (die kühe) ... auf den stier st. feldbau (1579) 96. mit acc.: der schelchhengst, den man zu den stuten brauchen will, dieselben zu st. feldbau (1551) 185a; dieweyl kein gwild sein fruwlin mer steyget, wenn es tragendt wirt thierbuch (1563) 16b. ohne zusatz: wann ... der stier nicht st. wolt feldbau (1579) 97. ähnl. von elefanten Plinius (1543) 46, löwen 50, pferden 91, schafen 1081, pferden v. georg. cur. aucta 8. buch, 97a. β) vom menschen. coire ... onkuuscheit doen, stigen als die pferd 130c. grobsinnlich in der älteren umgangssprache: der abt ir nicht auf ir weiches leiblein steyge, sunder sy auf den seinen st. thet dekam. 38, 7 K.; sagt man doch, es sey ein grosz wunder, dasz die leüt auff einander steygen und bedürffen keiner layttern nit ... dann unser knecht ... nun schier syben jar alle nacht auff mich gestigen ist katzipori 142 lit. ver. daneben stehen ausdrücke, die den begattungsvorgang nicht unmittelbar berühren: ins ehebett st. und noch etwas abgeschwächter zum mädchen st.: ja mit was grszerm kan der sultan mich ergtzen, nein! das (st. ins ehebett) ist kein solches steigen, tanz uns den hochzeitsreigen, b) st. als sonstiger t. t. α) in der sprache besonderer gemeinschaften bzw. berufsgruppen. — unter st. versteht der turner auch das sprossenst. an einer wagerechten leiter und zwar auf deren unterseite (hangeln und st. im hangstand) vgl. bez. der gerätübungen 275. ferner kommt st., vom klettern auf leitern und gerüsten gebraucht vor: bei der feuerwehr: (Berliner) dienstanweisung (1900) 3, 1, A, 16; bei zimmerleuten und maurern: mit gunst bin ich heraufgestiegen; die bergmannsprache gebraucht st. vom einfahren in den schacht und dem arbeiten, bzw. dem aufsichtsdienst darin: si heiszen darumb steiger umb das, das si steticlich st. (perscandere), wan das (ist) ir geschefte, das si tag und nacht alle perkwerk best. mhd. wb. 678; mein vater, der in gott nun ruhnde steiger, β) sondergruppe 1. — in der landsknechtsprache und in militärischer verwendung nimmt st. verschiedene färbungen an: so wird es in verbindung mit über und von für gebirgsmärsche eines heeres gebraucht: hat Annibal sich bemühet uber die Pyreneischen berg zu st. Polybius (1574) 140; es sieht ihn (den prinzen Eugen) Wlschland ganz bestrzt von nie erstiegnen Alpen st. ged. (1751) 21; dann stieg er über das gebirg nach Thüringen s. w. 2, 150. der einfachen grundbedeutung nahe steht auch st., vom klettern auf einem kriegsschiff gebraucht: und was desz mehr erfordert an personen, so behend mit der sachen schieszen, werffen, st. und klimmen, wissen umb zu gehen kriegsbuch (1578) 1, 163a. im besonderen ist st. aber erstürmen, so jedoch, dasz die eigentliche bedeutung dabei immer wieder stark durchscheint (vgl. auch übersteigen [Bd. 18, Sp. 1882] A, 1, a): kein irdisch gewaltsamkeit mit geschtz, stigen, strmen, noch werffen solich slosz gewinnen mag rhetoric (1493) h 5b; also ... der gemain hauf ... sich zu sturmen und st. gericht quellen z. gesch. d. bauernkrieges 274 lit. ver.; in den städten, die mit gesten überleget gewesen, und die überfallen und gestiegen seind hist. rer. pruss. (1592) buch 7, 4a. ursprünglicher: auff disz gepirg sol man etliche feste warten setzen und also machen, das die feynd schwerlich darzu steygen mgen befest. d. stett (1527) D 1a. γ) sondergruppe 2. — st. in der gerichts- und verbrechersprache. in älterer zeit 'einbrechen' (üblich dafür auch einst.), meist in verbindung mit präp.: es sol niemant dem andern stigen oder geen in verschlossen obs-, wingart- oder krutgarten der stadt Worms reformation (1513) 87a; weliche aber neben in den schaffstal stygen, die sol man nit dulden 112 ndr. ohne zusatz mit betontem unterschied zwischen st. und stehlen: der teufel ... ist ein dieb, der st. kan, aber nicht stehlen etwas für alle 2, 195. vgl. ferner: so eyner erstlich gestolen hat ... und der dieb ... zum diebstall nit gestigen oder gebrochen hat ..., ist eyn heymlicher und geringer diebstall Carolina art. 157. andere wendungen der älteren gerichtssprache sind in den turm st. 'ins gefängnis kommen' und die leiter st. 'am galgen hingerichtet werden': er tht es gern (ironisch gemeint!), ja wie die bauren in thurm st. spichw. schöne weise klugreden (1548) 85b; man bracht ihn zum gericht hinaus, II. die mannigfachen noch übrigen verwendungsarten des verbums st., die das ahd. bereits anbahnt, das mhd. weiter entwickelt, sind alle bildhafter natur. A. bildliches 'nach oben und unten schreiten, sich nach oben heben', bzw. 'nach unten senken' und 'zum vorschein kommen'. (in älterer zeit gern übersich und untersich st.) 1) bei wirklicher bewegung, von einem aufwärtsbewegen, ohne dasz dazu füsze vorhanden seyn müssen 4, 771a; vgl auch Schwan: st. monter signifie aussi s'élever 2, 707a. im mhd. anscheinend noch kaum vorhanden. a) vom menschen gebraucht, ist dieses st. ein ausdruck erst der heutigen zeit der zeppeline und flugzeuge. vgl.: als sie hörten, dasz ich mit kapitän Spiro in die luft gestiegen sei da träumen sie (1916) 95. in früherer literatur sind vergleichbare stellen naturgemäsz selten: dasz der guckler mit dem pferdtgen in die lfft uber sich steig von zäuberern 29; ähnl.: fühlte man sich vom boden der erde in die wolken st. Michelang. 1, 1. b) von thieren. α) von vögeln und insekten. bes. vom falken und der lerche: st., wenn der falk sich in die höhe schwinget 4, 273b. ähnl. Harsdörfer frauenzimmergesprechsp. (1641 ff.) 3, 116; wo die schellen der steigenden falken klingen alts. bilders. 4, 75. mitunter wird der flug selbst unter st. verstanden, wie übrigens auch bei anderen vögeln (s. unten): wenn sie fliegen, heyszt es gestigen feldbau (1579) 570; er (der falke) steigt, wenn er von oben herab auf denselben (den reiher) stszet öcon. u. physical. lexicon (1750 ff.) 8, 234. die steigende lerche scheint ein verhältnismäszig später ausdruck zu sein, bes. gern von dichtern des 18. jh.s und der folgezeit gebraucht: die lerche steigt in die luft frühling 1, 211; in die höhe poet. w. (1769) 3, 26: schmetternd steigt der lerchen chor auch in naturwissensch. zusammenhange: steigt das männchen (der feldlerche) ... in die höhe naturgesch. d. vögel 2, 168. übertragen: der steigenden lerche (gemeint ist die Karschin) fehlte die himmelsluft 20, 270 S. [Bd. 18, Sp. 1883] von anderen vögeln. raubvögel: der geier steigt über die berge volksth. lieder 336; kein adler, welcher steigt zur sunnen Eulensp. 9, 209 H.; der steigende adler Schubart bei w. 9, 17. entsprechend vom heraldischen adler: die fahne lasz zu Kolberg wallen, etwas modifiziert wird st. auch vom auerhahn, überhaupt vom federwilde der hohen und mitteljagd gesagt, wenn es sich auf einen zweig begibt forst- u. jagdkunde 5, 684. ähnl. 4, 771a; Noel Chomel 8, 1597; der auerhahn steiget oder tritt zu baume oder vom baume jägerpractica 1, 45b. von insekten: nun steigt sie (die mücke) in die luft einl. (1758) 1, 298. redensartliche verwendung vom st. der vögel in älterer zeit: = benebelt werden (?): dem philosopho fingen die tauben an zu st. schiltwache E 4 (vgl. DWB taube th. 11, sp. 168); = auf einen verrückten einfall kommen: Alexius ... was z zeiten im kopff verruckt ... einsmals, als ime die mucken stigend, gieng er z Urach in der kirchen uff und ab gartenges. 122, 6 B. β) von fischen. (vermischung von st. 'sich nach oben heben' und der grundbedeutung.) im besonderen bezeichnet st. hier auch ein 'stromaufwärts schwimmen' zum laichen oder um gedeihlichere nahrung zu finden: die steigenden oder dem flusse entgegengehenden fische allgem. haushalt.-lex. (1749 ff.) 2, 369a. ähnl. thes. 1022a; so st. die delphine ... in den Nilum Plinius (1543) 61. st. im sinne von einfachem 'nach oben schwimmen (?)' an der stelle: so gern ich einen hecht geschickt hätte ..., es ist noch zu kalt, darum steigt keiner Göthe IV, 20, 53 W. stark an die grundbedeutung erinnert als fachausdruck der fischersprache: des nachts steiget und schleicht er (der aal) aus dem wasser jägerpractica (1754) 4, 80a. γ) bei anderen, nicht in der luft oder im wasser sich bewegenden thieren bezeichnet st. ein sich emporheben auf der hinterhand, ein sich bäumen. so noch heute vom pferde gebraucht, als untugend und zeichen der unruhe: eine weitere untugend der pferde ist das ... st. illustr. tierheilkunde 257; Menas pferd scheute heftig und stieg kerzengrade w. 6, 283; der traber stutzte plötzlich ... stieg wild und prallte dann zur seite d. schlafende heer 1, 39; bei dichtern gilt dieses st. (mit recht?) auch als ein beweis für den mut des thieres: (das rosz) stampfte, stieg und wieherte ged. 43, 6; das schlachtrosz steigt, und die trompeten klingen dasz dieses st. schon älteren ursprungs ist, beweist eine stelle bei Harsdörfer: einer führt einen steigenden goldlöwen ... in einem blauen schilde frauenzimmergesprechsp. 4, 307. die ausdehnung von st. 'sich bäumen' auf andere thiere als pferde ist aber vereinzelt: unwillig steigt der greif (gemeint ist der Pegasus, also eigentlich auch hier das pferd.) 11, 21 G. c) st. von allerlei dingen, die eine gleiche oder doch vergleichbare bewegung haben: α) gegenstände, die z. th. aus eigner kraft sich frei aufwärts heben. [Bd. 18, Sp. 1884] bälle, kugeln, ballons: bälle, die ... über die wolken hinaus ... st. Lichtenberg verm. schr. (1800 ff.) 8, 341; heute habe ich ein kügelchen zum st. gebracht (bei einem experiment) br. 2, 116 L.; so liesz er ... eine der echten montgolfieren ... in die höhe st. Göthe II, 6, 103 W.; ein wildschwein von goldschlägerhaut, welches ich einmal als ballon ... st. sah w. 2, 100; der 'Sirius' (ballon) aber stieg mit neuer kraft da träumen sie (1916) 43. feuerwerkskörper: ir (der schlösser) viel theten gar laute schmatz, auch ohn zal viel steygender fewer 2, 391, 16 K.; das Fridericus III ... sich ... einer steigenden raqueten verglichen polit. redner (1677) 576. drachen. erst seit dem 18. jh., das dieses z. b. bei den Chinesen längst bekannte spielzeug, im abendlande, jedenfalls in Deutschland aufgebracht haben dürfte: seht wie st. ihre drachen 16, 52 W.; pater Beccaria stellte einige versuche an ..., wobei er den papiernen drachen in die höhe st. liesz II 1, 12 W.; drachen st. zu lassen, war dieser grosze marktplatz ... sehr geeignet bilderb. 9. β) ebenso ist st. der ausdruck für das 'sich heben' von dingen, die auf ihrem wege durch die luft nicht freie bewegung haben, sondern, irgendwie befestigt oder gehalten, diese bewegung nur in engeren grenzen ausführen können. so vom hissen des segels und der flaggen: das segel steigt! das segel schwillt 4, 309 W.; da stiegen flaggen ungezählt w. 1, 58. von an seilen oder durch maschinelle vorrichtung in die höhe gezogenen oder nach unten gelassenen dingen: zwischen dem sinken und st. des vorhangs 24, 380 W.; an langem seil wird nahrung ihm gereicht, von der bewegung der schaukel; auf den schwung selbst übertragen: wenn Hanne nur in schaukeln schwebt, wie mutig steigt ihr schwung poet. w. (1769) 3, 99. vom ruder: nach wenigen augenblicken sah Victor schon die beiden ruder taktmäszig st. und fallen w. 3, 316. auch vom schaukeln eines bootes selbst: doch weckte vom eisernen schlaf ihn nicht das st. und sinken des wiegenden nachens verm. schr. 1, 282. ein geläufiger ausdruck ist in diesem zusammenhange die steigende (ggs.: sinkende) wage, oft auch in übertragenem sinne gebraucht: die volle schale der scheinbaren glückseligkeit steige zur hölle br. 10 L.; ähnl. w. ernster gatt. 5, 26; wenn die eine schale (der wage) sank, so stieg die andere Storm w. (1897 ff.) 1, 219. in prägnanter bedeutung 'unglück haben': in dem augenblicke, da seine schale zu st. anfangt schlesw. litbr. 217, 29 dld. 30; ursprünglicher noch: gott wog das recht, und Oskars schale stieg dram. w. (1828) 3, 19. das st. der wage musz alt sein, wie der gegenstand es selbst ist. vgl.: leip und kint, leut und land uf wâge d) st. von flüssigkeiten, mitunter auch an die bedeutung st. C erinnernd (vgl. eindeutige belege dieser art unter II, C, 1, b, γ): α) wasser u. ähnl. allgemein: dann das wasser steyget nit gen perg, man dring es den bef. d. stett E 4b; wenn das gefsz halb mit wasser gefüllt ist und wir schütten den gewogenen sand in das wasser, so wird das wasser nun st. chem. br. 78 anm. in anderem sinne: des menschen seele [Bd. 18, Sp. 1885] von wellen und wogen: die wllen stigen uber sich jeder welle seh ich nach: der Scamander stieg in die hh, auff ihn (Achill) zutrang, recht eigentlich wird st. so auch von sprudeln und den strahlen der wasserkünste gebraucht: er (ward) einen mächtigen strahl gewahr, der wie aus einem springquell bis an die decke des gewölbes stieg 4, 55 M.; um zwölf stiegen die groszen fontainen ges. schr. 6, 206. β) entsprechend bei getränken und säften: lasz den trank im becher st. w. 1, 139; es steigt und steigt im hals der flasche, häufiger vom saft der pflanzen: damit der safft, welcher von unten an uber sich gestigen ist, in die jungen zweige schlage feldbau (1579) 324; da der safft wieder in die stämme steigt winterflucht (1678) vorr. A 4a; solange die säfte im st. sind v. ges. br. 3, 622; ihr seht den saft in alle zweige st. w. (1836) 4, 4. γ) vom quecksilber: das quecksilber der glocke fing stark an zu st. br. 2, 87 L. aus älterer zeit mit verwendung eines compositums: so wird das quecksilber alles herber st. mineral. (1580) 50a. vom quecksilber im wetterglase: mit dem st. und fallen der quecksilbersäule im barometer standortgewächse 196. metonymische ausdrucksweise führt von hier zum st. und fallen des barometers und thermometers selbst: die steigerung der stimmen bey steigendem barometer IV, 38, 12 W.; das thermometer ... konnte nicht höher st. 22, 292 W.; schnelles st. des wetterglases 45/47, 430 H. übertragen: das thermometer unserer erwartung stieg und fiel s. schr. 2, 5; je nachdem der barometer der mädchenlaune stieg oder fiel hungerpastor 2, 122; wie ich eine weile ... nicht gezahlt hab und hab vom kellner was begehrt, so ist der barometer seiner dienstfertigkeit aufs hinauswerfen gstiegen 1, 7. e) staub, rauch, dampf, flammen u. ähnl.: der dampff übersich steigt confectbuch (1548) 15b; dampff unnd rauch op. (1616) 2, 524 H.; flammen Ibrah. sultan (1680) 5; man konte den aus seinem gipffel steigenden dampff ... observieren ins. Felsenburg 48, 14 Ullrich; stieg ... der staub in die luft 151 Bohtz. o steiget, Moskaus flammen, [Bd. 18, Sp. 1886] aus dem lindenkranze stiegen gastliche rauchsäulen ges. w. 5, 32; eine maschinenwerkstatt, draus ... qualm und feuersäulen in die luft stiegen ges. w. 1, 5, 226. im besonderen vom tabaksqualm: er saugt begierig am geliebten rohr, aus der Akropolis hallenden kuppeln wie kömmts, dasz öfter nicht da meiner seufzer glut bis an den himmel steiget f) nebel, dünste, wolken u. ähnl. nebel und dünste: der nebel steic als er ê pflac wie viel thau im mertz vom himmel steigen, seht, wie die feuchte nebelschicht g) von dingen, die anderen sinnesorganen als dem auge zugänglich sind: α) luft und luftströmungen: des sturmes, der aus den aufgerissenen klüften steigt w. 3, 290; es stieg ein trüber nebelwind vom Rheine (übertr.) Rückert w. (1867 ff.) 1, 16; wenn ... ein feuchter wind sich genöthigt sieht, schnell an dem abhange einer bergkette in die höhe zu st. nebelsagen 5. bei starker personifizierung nähert sich st. der bedeutung des tatsächlichen 'nach oben und unten schreitens': Zephyr steigt aus seinen höhlen auch vom atem, überhaupt vom luftstrom, der aus dem munde ausgestoszen wird: den kopf musz man (beim flötenspiel) beständig gerade ... in die höhe halten: damit der wind im st. nicht verhindert werde anweisung d. flöte z. spielen 30; nur des odems steigen β) gase, düfte, gerüche: bis der sulphur ... nicht mehr steigt oder sich sublimieren wil magna alchymia (1583) 24; lasz, herr, des opfers düfte steigen [Bd. 18, Sp. 1887] den ... feldern w. (1864) 2, 105; aus diesen blättern steigt der duft des veilchens br. in d. heimat 87; beim erwärmen ... steigt (das ammoniak) in das bierglas chem. feldpredigten 1, 32. h) vermischtes zu den gruppen c—g. st. vom spillentheil bei der pumpe: darnach ligt es (das spillentheil) so hoch, als es gestigen hat Agricolas bergwerckb. (1621) 144. vom sog. franz. oder zuhaltungsschlosz in übertragener verwendung: eine andere art der zuhaltung (d. h. des eisenstückes im thürschlosz, das den riegel in jeder lage unverrückbar macht), welche man die steigende zu nennen pflegt, unterscheidet sich von der gewöhnlichen ... darin, dasz sie nicht um eine drehungsachse im bogen, sondern in gerader richtung sich bewegt, und unter rechtem winkel mit der längenabmessung des riegels auf und niedersteigt technol. encycl. 12, 470. vom aufgehenden teig, zu st. II, C hinüberdeutend: ich esz ein selig brot, mit schweisz zwar eingeteiget, aber das mütterchen gosz in die bräunliche kanne den kaffee ... 2) mehr als in den wendungen unter 1 vermischen sich mit der nuance 'sich nach oben heben', bzw. 'nach unten senken' die spielarten 'nach oben und unten schreiten' und 'zum vorschein kommen', wenn die im verbum st. liegende bewegung sich selbst ins bildhafte verflüchtigt. dabei nehmen die bedeutungsunterschiede der drei gruppen an plastischer kraft ab, und es entsteht ein eigenartiges ineinanderflieszen der bedeutungsarten. reichhaltiges material erst in neuerer zeit. a) dem bisher betrachteten stehen die fälle eines bildlich gedachten 'sich emporhebens', bzw. 'sich nach unten senkens' am nächsten. frühnhd. auch hier die wendung übersich und untersich st.: α) von personen: steigt, steigt zugleich durch die bestirnte luft β) von sachbegriffen: es dunckt sie (die trunkenbolde) oftmals, die erde steyge uber sich vom zusauffen C 1a; hoch steigt mir jetzt die welt gleich einem federballe Thümmel reise in d. mitt. prov. (1791 ff.) 1, 6 (vgl. zu diesem ausdrucke gehobener stimmung die sondergruppe steigendes herz u. ähnl. II, A, 3, a, α, bb). so auch vom 'gehoben werden' auf dem glücksrade und in ähnlichen, allgemeineren wendungen: des gelücks gefährt und kind kreisend ist der dinge lauf, es stieg und sank mein blick auf seinen zügen 2, 291. bes. auch als symbol eines seelischen interesses, vor allen dingen erotischer erregung:[Bd. 18, Sp. 1888] blicke, die zu heftig steigen, b) der grundbedeutung am nächsten kommt nicht selten st. im sinne des einfach ins bildliche übertragenen 'nach oben und unten schreitens' (ohne wirkliche bewegung!) schon im ahd. vgl. zum folgenden α, cc, falls nicht bedeutungsmischung mit II, C vorliegt: so dû ze túgede gestiget (!) 2, 548, 12 P.; ähnl. später: steic der herre ze tugente, êrste wil ich eben setzen mînen fuoz er wolde vurbaz stîgen α) von personen. aa) im anschlusz an alte beispiele der letztgenannten art ist der vorstellungsinhalt von st. zunächst derselbe wie bei der grundbedeutung des verbums, nur rein gedanklich gefaszt: sie st. ... auf den kampfplatz, der dem gegner bequem ist IV, 9, 299 W.; steige auf das theater und lasz hören, was du ... vorzubringen hast w. 3, 38; diese ... aus dem boden gestiegene erscheinung hungerpastor 2, 96. entsprechend von gespenstern und geistern: der ihm des Varus furchtbarn geist mit bildhafterem ziel- oder ausgangsbegriff: sie sind in die tiefe der ewigen pein gestiegen chron. 17 Diemar; die menschen, die ... in ihre alte snden fusstapfen st. Reinicke fuchs (1650) 134; aus der tiefe der zeiten an das tageslicht gestiegen, sonnen sich diese menschen ges. w. 1, 12. redensartlich sagt der Wiener die leute steign lassen im sinne eines vergeblichen steigens, eines sie 'zum narren haltens' 156. auch hier begegnen wieder accusativverbindungen: die erste staffel der hoheit, welche Simplicius gestiegen Simpl. 5 ndr.; heimliche pfade, die ich st. wollte Grimm dwb. vorr. IIIa. bb) in anderen fällen ist die zu grunde liegende vorstellung von st. nicht mehr in wörtlichem sinne möglich, so in wendungen wie ins herz st., jemandem auf den kopf st. überhaupt bei st. in verbindung mit körpertheilen und entsprechenden synonyma, vgl. sondergruppe II, A, 3, b, δ und II, A, 3, a, β, aa). so ferner, den belegen unter aa) nahekommend: also knd ihr z hof nichts gwinnen mit personification des eigentlich nicht pers. subjectsbegriffes: und mutter Flora steigt allmehlich aus dem neste Schellmuffsky 52. vielleicht stehen solchen fällen die burschikosen raa., ins glas, in die kanne st. und schon zum folgenden (cc) hinüberdeutend, ins examen, in die ehe st. u. ähnl. nahe. vgl. ztschr. f. d. wortforsch. 4, 313; Eugen muszte von Schnon aus in die kanne st. J. Buchhorn 3Hohenstaufen 45; ich habe schwer zu schanzen. ... im oktober steige ich ins examen 33. cc) häufig und schon alt (vgl. oben zu b) ist in diesem zusammenhange st. in verbindung mit abgezogenem ziel- [Bd. 18, Sp. 1889] oder ausgangsbegriff: got ... erleücht ouch nit alle christen, die es auch understond z stygen uff die hohen rte der keuscheit 1, 27 ndr.; die styeg der gnaden ..., daran er (der mensch) nochmals steygen mag zuo gtem wesen tewtsche theol. 409; sonderlich ist es nicht rahtsam, das man in den geheimen rahtschlus gottes ... st. wolle v. Pathm. 127; als Jesus in das dreiszigst ... jahr gestigen war evangelia (1646) F 1b; aller elemente toben, du, den aus nacht mit jungem glanze zum lehramt steiget man durch unterschiedene stufen β) von sachbegriffen. aa) entsprechend den fällen unter α, aa. absolut gebraucht: das niderland würd zst. haben, will es in das oberland praktik 26 ndr. mit präpositionaler verb.: und das schermesser steyget nit auf sein haubt erste deutsche bibel 5, 11, 30 lit. ver.; wächst aber wo die zung und steiget über zaun, die höhn und wälder schon steigen ein paradies der herrlichkeit und grösze die wolke sank, und mählich stiegen glieder (des priesters auf der kanzel) eine taube soll sich schwingen in lichtem glanze wandelt zu berge steigt mein haar das ... haupthaar ... stieg himmelwärts [Bd. 18, Sp. 1890] in absichtlicher besonderheit: dem herrn bürgermeister stiegen die haare und die zipfelmütze in die höhe Storm w. (1897 ff.) 4, 212. — veraltet: gen berg st.: und stygen mir ghen perg di har teutsch Cicero (1535) 135; sprichw. (1541) 48b; der es in sein hertz nemme, dem wird dass haar bass gen berg st. op. (1616) 2, 666 H. bb) eine bedeutend geringere plastik des ausdruckes zeigen wendungen, die nicht concrete dinge als subjects- und zusatzbegriffe des ziel- bzw. ausgangspunctes zu st. hinzufügen, sondern entweder nur an einer stelle noch concrete dinge aufweisen oder sich sogar an beiden stellen ins gebiet des abgezogenen verflüchten: mit noch concretem subjecte: disz haus steigt wieder in den stand, und was will Cromer nicht vor fehler andern zeigen du wirst doch nimmermehr mit allen grillen zeigen, und was uns blindes ohngefähr nur dünkt, nun stieg der trübe wust nebelbilder steigen dämmernd euer (der sinnen) frevelndes beginnen 3) sondergruppen. a) ohne weitere modification der bedeutung: α) mit besonderen subjectsbestimmungen. aa) steigende gestirne, steigendes licht usw. — dasz das aufgehen der gestirne bereits im mittelalter ein st. genannt wurde, läszt sich vielleicht aus der Walther- stelle erschlieszen: sô stîgent mir die sinne die sonne steigt, die stunde naht, [Bd. 18, Sp. 1891] vom monde: was so innig bewegt; glühte das abendroth, die scene wechselt, langsam streicht der grosse bär gleichfals bey tag und nacht besunder — die ra. sein stern ist im st. = er hat glück, er kommt vorwärts scheint der neueren zeit anzugehören: Sullas stern blieb immer im st. röm. gesch. 2, 371. ähnl. jahrb. d. Grillparzerges. 2, 319; sterne steigen, sterne sinken: im engsten zusammenhange mit dem st. der sonne wird st. vom licht, von der dunkelheit u. ähnl. dingen gebraucht, anscheinend noch nicht in früherer zeit und bes. in phantasievoll malender ausdrucksweise: über des tannenwalds schwermüthge schatten der morgen graut; der herbst steigt von den bergen und steigt zu thal der winter, bb) steigender sinn, steigendes herz u. ähnl. — darin mischung von rein bildhaftem 'nach oben schreiten' und 'sich emporheben'. schon mhd. häufiger: ir schœne so vil freuden gît, und wie die sehnsucht innger sich entfachte, hoher, steiler, fester felsen, darauf Hellas freiheit ruht! [Bd. 18, Sp. 1892] deine gestalt hat sich verändert, höher steigt deine brust und deine augen glänzen 5, 2, 119 G.; 1, 100. synonym: steigendes blut: jede teilnehmung des hörers; jedes st. und fallen des fluthenden blutes ... ist hier mit unbeschreiblicher kunst und einsicht bemerkt ästhetik d. tonkunst 213. allg. von seelischen wallungen: mein blut ist gar zu dumm, es steigt und fällt zu rasch w. 4, 89 W. cc) steigende töne u ähnl. αα) st. von tönen. klängen, geräuschen u. ähnl. gesagt, bedeutet zunächst ein 'zum vorschein kommen, sich heben, beginnen'. schon mhd.: der schal ze himel steic krone 207. später allgemein von der menschlichen stimme und ihren lauten, bzw. tönen, die ihnen gleichen: verworrene kreischende stimmen wenn von allen völkern ... es steigt ein heulen durch die lüfte steigt ein siebenfaches wehe die seufzer steigen himmelwärts wie eure bitten heisz gen himmel steigen und seine andacht steigt wie loh aus des schneees einsamkeit zärtliche gesänge steigen mit dem abendschein zu mir lieblich steigen betgesänge aufs engste mit steigenden tönen u. s. w. verwandt ist das von den zugrunde liegenden seelenstimmungen gebrauchte steigen des dankes: preis dir unendlicher! steigt freudig in die lufft zu den erhabnen höhen, anhang. — studentensprachlich hat vielleicht der ausdruck steigendes lied eine gröszere entwicklungsreihe begründet. von 2, 558 ist die ra. ein lied steigt, ggs. fällt schon für Fischart (ohne genaue stellenangabe) nachgewiesen. aus dem frühen 18. jh.: der [Bd. 18, Sp. 1893] cantus steigt auf der bude sittengesch. d. dtsch. studententums 116b. nach diesem auch heute noch ganz gebräuchlichen ausdrucke (vgl z. b. 3 Hohenstaufen 99) sind (wohl erst modern) viele andere raa. gebildet: eine rede, aufführung, mensur, ein bierskandal, konvent, landesvater, salamander, der doktor, auch ein halber, ein ganzer (vgl. in: ztschr. f. dtsch. wortforsch. 4, 313): es schäumt der wein, der ganze steigt 96 allg. dtsch. kommersbuch 264. unechtes comp.: so stieg die sache (mensur) weiter a. a. o. 99. in halb burschikoser verwendung: wie, wenn und wo die küsse steigen, ββ) in anderer verwendung bezeichnet steigender ton ein inneres musikalisches st., indem der hellere ton als über dem tieferen stehend empfunden wird, wobei auch das hinaufklettern der noten im schriftbilde einer composition mitgewirkt haben mag. zu dieser bedeutung tritt weiterhin der begriff der gröszeren oder geringeren intensität der stimme oder des instrumentalen tones, ohne dasz beides im einzelfalle immer scharf zu trennen ist. unzweifelhafte belege der letzten art s. unter II, DWB C, 1, b, γ. eine ältere begriffsbestimmung, bzw. erklärung bei Jacobsson: st. einer oktave, (musiker). das ordentliche aufst. einer oktave ist, wenn man von der finalnote durch die vornehmsten sonos oder klaves stufenweise aufsteiget 4, 273b. — ggs. fallen oder sinken der töne, melodischer theilgebilde und ganzer melodien. steigende töne (noten): wann nun zwey basznoten per gradum st. oder fallen, so musz man ... den motum contrarium gebrauchen generalbasz 127; das st. und fallen ... der natrlichen tne einl. (1758) 1, 226. ähnl. 17, 116 M. steigende melodische einheiten: eine grosse steigende tertz vollk. capellmeister 154; eine steigende secunde art d. clavier zu spielen 1, 77. steigende melodien: steig(enden) schoberw(eis) Pang. Schobarts gemerkbüchl. 153 ndr.; gsang der ins ee. ff. steiget musica instr. deutsch (1896) 194; die melodie ist leicht und steigend 25, 303 S.; st. und sinken der melodie aesthetik 3, 935; bravurpassagen ..., welche bis ins hohe e st. Mozart 1, 426; die letzten worte ... stiegen sehr hoch mit einem klang, der in der luft blieb und antwortete, nachdem der gesang längst verhallt war Eva Sehring 23; den ... refrain, der stieg und niederfiel 24. ähnl. in allgemeinerer anschauung von sprachmusik: daher die wahl der wrter, die stellungen der redensarten, das symetrische st. und fallen der harmonie einl. (1758) 1, 43. (entsprechend von der stimme der singvögel: sie (die nachtigall) läszt die ... gesänge bald st. bald fallen Brockes ird. vergn. (1721 ff.) 8, 16.) γγ) übertragung auf die metrik war von vornherein gegeben. dem st. musikalischer töne entspricht dort die stärkere klangvollere betonung der hebungen im vergleich zu den senkungen. so wird st. in metrischen betrachtungen schon des 17. jh.s gebraucht. nachklänge noch im 19. jh. — ein vergleich zwischen musik und metrik in dieser beziehung bei J. A. Scheibe: da alle taktarten im st. und fallen anfangen knnen, ... so ist zu merken, dasz alle steigenden taktarten mit dem jambischen, ... sylbenmasze zu vergleichen sind d. critische musicus 347. — steigende wörter und silben: unsere sprache ist reich an steigenden oder jambischen nennworten beyträge z. crit. hist. 5, 59; von dem st. und fallen der worte und sylben a. a. o. 72. steigende silben sind in diesem zusammenhange silben, die für vershebungen geeignet sind: es st. vollere längen [Bd. 18, Sp. 1894] und überlängen, die dennoch der takt niederzwängt; es sinken andere so tief, dasz sie nicht oder kaum in der hebung der verse bestehen können zeitmessung 14. — steigender versfusz und steigender vers: ionisches sylbenmasz besteht aus steigenden ionischen sylbenfüszen lyr. ged. 258; der steigende iambus, — der fallende trochäus reinigk. d. dtsch. spr. 429; iambische oder steigende verse sind, welche aus lauter iambis bestehen und im scandiren gleichsam immer höher st. anfangsgründe z. teutsch. poesie 52. — in versen nicht jambischen charakters, z. b. im hexameter, spielt die cäsur für den begriff st. und fallen eine rolle: die erste zeile (des metrums — gemeint ist der hexameter alles kann lehriger fleisz durch wagen gewinnen und heben — ist) zusammengesetzt von zween dactilischen versen, einem fallenden und einem steigenden ged. u. lat. inschr. 67. anderseits Fr. Schlegel: der hexameter. seine bewegung ist weder steigend noch sinkend pros. jugendschr. 1, 226. im reime bezieht sich st. auf männlichen, stumpfen reim, ein ausdruck des 17. jh.s: die einsylbigen reimwort werden genennet männliche oder steigende poet. trichter 1, 32. ähnl. haubtsprache 858; anzeiger der ... einstimmigen (d. h. reimenden) mnlichen oder steigenden wrter verm. Helicon 1, 273. δδ) sonstiges. selten wird st. in musikalischem sinne von anderen subjectsbezeichnungen als von tönen u. s. w. gebraucht. vom sänger selbst: Calliope darunder sang, oft berrascht er uns durch unverhofften fall, vom finger des klavier spielenden: das fortsetzen eines fingers ohne abwechslung, das st. des daumens auf einen halben ton art d. klavier zu spielen 1, 38. ja auch übertragung auf die entsprechenden tongebiete der instrumente selbst kommt vor: was hingegen zur rechten hand lieget (auf dem klavier) ..., steiget aufwerts und lautet feiner und hher kleine generalbasschule (1735) 69. β) sondergruppen mit besonderen gramm. zusätzen als ziel- oder ausgangsbegriffen zu st. aa) einen gröszeren umfang nehmen die mannigfachen verwendungen von st. an, in denen die bezeichnung eines körpertheiles oder ein dafür substituierter begriff als grammatischer zusatz zum verbum hinzutritt. αα) mit persönlichem subjectsbegriff verbunden, steht st. den unter II, A, 2, b, α, bb genannten fällen nahe: die commission arbeitet jetzt an einem Alexandercodex, sie steigt auf die schultern ihrer vorgänger rest. d. staatsw. 1, 181; die sakermentsleiter, auf der ich in den schoos Abrahams st. wollte 2, 91 G. mit übertragung auf personificationen und bildlicher verwendung des begriffes schosz: weil ihr land ... aus dem schoos des meers gestiegen war 13, 315 S.; nach jenen frohen tagen, deren morgen noch unwirklicher und entsprechend metaphorischer: die all nackend geen, wie sy ausz mtterleib st. weltb. (1534) 225a; schönstes kindlein Jesu zart, — ra.: was für ein narr ist unserm jungen ... in den kopf gestiegen? s. schr. 3, 268. redensartlich wirken auch entsprechend gebrauchte wendungen, die ein feindliches vorgehen bezeichnen: zu leibe st.: wir müssen ihnen (dem gesindel) zu leib st. komödienbüchl. (1859) 112. ähnl. von [Bd. 18, Sp. 1895] thieren: aber hhnchen ... stieg der ente tüchtig zu leib k.- u. h.-märchen (1812 ff.) 1, 31. zu kopfe st.: hastu (der papst) ... mir vollens uff den kopff understunden ze stygen chronicon helvet. 1, 25b; herr! rotte diesen schwarm und alle heuchler aus, zum tüchlein st.: ey lasz mich du on not und schwyg, auf das leder st.: Achilles steugt (!) ihm auff das lder auf die haube st.: ich stieg ihm natürlich auf die haube briefe v. u. a. Herwegh 258. auf das dach st. ist schon im 17. jh. bekannt: Achilles (d. i. Gustav Adolf) steiget dir gewaltig auf das dach dreiszigjähr. krieg 303. später: da stieg ich lieber den leuten, wie der herr lieutenant, aufs dach lebensläufe 3, 2, 400. in übertragender umbildung: so wie ein welscher hahn, wenn ihm ein hirte pfeift, ββ) bei nichtpersönlichem subjecte erscheint st. am häufigsten in verbindung mit den theilen des menschlichen körpers, die gemeinhin als vermittler und träger der seelischen thätigkeit gelten oder früher als solche angesehen wurden. (schon frühnhd., erst später aber reicher entwickelt und jetzt wieder zurückgehend.) st. in verbindung mit brust und herz sagt man von jeher bes. von seelischen dingen: gedanken, gefühlen, affecten und deren äuszerungen, auch von tönen, liedern, schreien, seufzern u. ähnl. in die brust st.: und furchtbar steigt in eines weibes brust aus der brust st.: was seuffzer st. nicht aus der erlauchten brust v. schr. 1, 274 König; die süszen gefühle ... so jung und leichtgeschwingt sie aus meiner brust stigen leben u. ges. 1, 102; da kommen gelübde aus der brust gestiegen dies buch geh. d. könig 1, 203; so stieg das lied aus seiner brust 2, 421; ein schrei stieg aus ihrer brust Storm w. (1897 ff.) 1, 166. synonym ist aus dem busen st.: dann steig aus deinem busen die volle frucht 2, 174 W. entsprechend aus dem herzen st.: so steiget alsobald des nachbarn miszgunst aus dem hertzen Reinicke fuchs (1650) 345; den trübsinn, der aus meinem herzen steigt w. 4, 216; und hörst du keinen wunsch aus ihrem hertzen st.? v. schr. 2, 732 König. das gegentheil zu den letztgenannten fällen sind die schon länger veralteten wendungen zum herzen, zu herzen und, bes. frühnhd. gebraucht, in das herz st. namentlich die beiden ersten redensarten haben dabei gern den nebensinn: eindruck machen, nachdenklich stimmen. in das herz st.: das ynn des menschen hertz solch vermessenheyt hat mugen st. 9, 345, 9 W.; das, welchs ... in keynes menschen hertz gesthiegen ist 10, 364, 6; mir steigt eine kleine freude ins herz s. schr. 1, 238. —zum, bzw. zu herzen st.: disz stiege ihr noch allzusehr zum hertzen, dasz ihr unstern so viel andere unschuldige mit drückte Lohenstein Arminius (1689 ff.) 1, 439b; soll euch meine schlechte rede ... durch das ohr zum herzen st. fortgepfl. lustwald (1657) 2, 33; nie war ihm sein unglücklicher entschlusz so zum herzen gestiegen ges. schr. 4, 99. verhältnismäszig früh ist auch zu herzen st. bezeugt: von dem üblen ... geblüthe, so ihnen mannigfach zu hertzen steiget frauenz. lexicon 52; denn das man [Bd. 18, Sp. 1896] offte sihet und höret, dasselbige steiget endlich zu hertzen Reinicke fuchs (1650) 70. wem wird nicht zu herzen steigen in abgezogener form entsprechen die zuerst im 17. jh. auftauchenden, jetzt im allg. nicht mehr üblichen ausdrücke: ins gedächtnis st.: aber nun stieg dem Lykomedes alles ... wieder ins gedchtnisz w. 254 Bohtz. zu gedanken st.: aber dasz es ernst sey mit dieser minne, zu gemüte st.: dasz ohnzweiflich dem leser teutschen sprache bewandnisz viel anderst, als es vielleicht gemeinet, zu gemte st. kan haubtsprache 5, 12; mir sind ... bedenken zu gemüth gestiegen deutsche schr. 2, 143; nach und nach stieg ihr die eifersucht zu gemüthe ges. schr. 3, 120. mitunter auch mit dem ausgesprochenen nebensinne 'eindruck auf jem. machen, ihn in wallung bringen' (vgl.zum herzen st. und weiter unten zu kopfe st.): schweigen ist nicht iedem leichte; doch ist leichter noch verschweigen, in die seele st.: jetzo stieg der gedank in meine zürnende seele Odüssee 160 Bernays. so auch noch bei G. Keller: der frieden ... stieg auch in meine seele ges. w. 1, 151. in den sinn, zu sinne st.: der dritte versz ... der mir zu sinne stieg Herkuliskus (1665) 1215; stiegen mir meines ... seelsorgers ... warnungen noch oft zu sinne s. schr. 1, 162. von nichtseelischen dingen: dem ... hund und hasen in den sinn stiegen 1, 162. umfangreich ist auch ein bezugnehmen auf den menschlichen kopf und seine theile. nur ein anderer ausdruck für die bisher behandelten wendungen ist ins hirn st.: stieg ... die frage mir ins hirn Storm w. (1897 ff.) 3, 249. auch von dingen, die auf die sinnesorgane einwirken: wann sie (die jungfrauen) ... das nastchlein frs maul heben, dasz der geruch nit inns hirn steig Garg. 12 ndr.; dünste, welche hernach ins gehirn st. anthropodemus (1666) 1, 26; dem vetter scorpion stieg dieses ins gehirne sonst verbindet sich in raa. dieser gattung st. mit den bezeichnungen der einzelnen sinnesorgane selbst: töne und geräusche st. z. b. ins ohr, gerüche in die nase, gesichtseindrücke in die augen: ins ohr st.: welch ein ... päan steigt ... in mein ohr lyr. ged. 119. die scham stieg (dem mädchen) ins ohr, in die seele und zur gesellschaft auch auf die wangen 3, 289 S. in die nase st.: den widrigen geruch, der uns ... in die nase steiget crit. dichtkunst 1, 81; der würzige geruch stieg ihr in die nase ges. w. 6, 204. ähnl. vom dunst unseres herrgotts canzlei 2, 113. auch redensartlich im sinne von 'verdrusz erwecken': die gschicht mit der kitzgeisz steigt mir in d nasen und verdirbt mir die ganze freud schlosz Hubertus 1, 77 ges. w. volksausg. ähnl. 1, 239. in die augen st.: ihr (der sonne) glanz kan desto eh uns in die augen st. Hofmannswaldau ged. (1697 ff.) 2, 30 Neukirch; ein heiszes gefühl der liebe stieg ihr in die augen Hilligenlei (1905) 384. gern wird 'in die augen st.' von thränen gesagt: dieses ware ... so entfintlich zu hören, dasz ihm auch die thränen deshalben in die augen stiegen Octavia (1685) 1, 751. ähnl. 7/10, 451 H. entsprechend ins auge w. (1811) 1, 132; Pfeffel pros. vers. (1810 ff.) 5, 84. selten ist der ausdruck aus den augen st.: die Athenienser verehrten ... diese tugend als eine göttin ... aus ihren augen stiegen die [Bd. 18, Sp. 1897] thränen Nicodemus quaerens 2, 561. ebenso unter die augen st.: Thusnelden stieg ... die schamröte unter die augen Lohenstein Arminius (1689 ff.) 1, 80a. eigenartig sind weitere verbindungen von st. mit auge bei Brentano, zu st. II, A, 1, d und II C hinüberdeutend: die thränen stiegen ihr in den augen 5, 317; wie seine augen voll thränen stiegen, da er Isidoren ansah 7, 129. st. in verbindung mit lippen und mund eignet u. a. der stimme und ihren äuszerungen: von ihren lippen stieg ein stilles dankopfer gen himmel Pfeffel pros. vers. (1810 ff.) 7, 159; aus den rothen lippen des weibes stieg ein seufzer Storm w. (1897 ff.) 5, 188; heroische verse st. auf ihre lippen Eva Sehring 5. vgl. auch: sein (des pulvers) donner übertäubt die luft, und auf des täuschers bleichen mund andere theile des kopfes: stirn, schläfen, wangen, auch das ganze gesicht dienen mit den präpositionen auf, in, über vorwiegend dem ausdruck die röte steigt und ähnl. wendungen als angabe des zieles: stieg eine schnelle freude auf ihre stirn einl. (1758) 2, 324; steigt ... das feuer in die stirne crit. schr. 1, 78; bis in die schläfen steigt ihm die verlegene röte Matterhorn (1916) 62; da sah ich ... ein roth in seine wangen st. w. 1, 319. ähnl. ges. schr. 4, 100; das feuer stieg ihn (vor zorn) ins gesichte asiat. Banise (1689) 286. ähnl. 21, 73 W.; röthe ... stieg auf ihr antlitz ges. schr. 2, 180, über ihr blasses gesicht ruhe ist d. e. bürgerpflicht (1852) 1, 34, farbe ... in ihr gesicht familie Barchwitz 2. entsprechend wird der den eben genannten wendungen zugrunde liegende physiologische vorgang durch das blut steigt wiedergegeben: Ottos blut stieg feurig auf die wangen (aus scham und ärger) w. 4, 35. ähnl. aus stolz 5, 1, 8 G., aus stolzer bescheidenheit Walther (1879) 215; kinder, denen das blut ins gesichte steigt s. schr. 7, 126; s. w. 3, 171, in das antlitz verl. hs. 2, 96. st. in verbindung mit haupt und kopf. auch das wird vom st. des blutes gesagt, anscheinend eine vergleichsweise moderne ra., die bisweilen nur den rein physiologischen vorgang zum ausdruck bringen will: und schwindelnd bei dem sauren beugen es macht fast den eindruck, als ob solche raa. alten wendungen nachgebildet sind, die mit dem bildlichen bewegungsvorgange zugleich die nebenbedeutung des 'berauscht werdens' verbinden. von alkoholischen getränken: der herr Christus sich besorgt, der wein solt ... ins haupt st. J. Nas antipap. eins und hundert (1567 ff.) 1, 105b. ähnl. zu dem haupte Petrus de Crescentiis 63a. noch bei Tieck: der wein ist euch zum haupt gestiegen schr. (1828 ff.) 1, 100; wem das bier ... nit in kopff steiget Sarepta (1571) 193b. ähnl. s. schr. 1, 68; zu kopfe akad. roman (1690) 557; w. 6, 174 Gr. andere getränke: das mir das wasser (in Karlsbad) mehr als sonst zu kopfe steigt und auf die augen wirkt IV 29, 264 W. [Bd. 18, Sp. 1898] dämpfe und dünste: die dmpff st. in das haubt Grob. 345 ndr. da stigen ir die dünst von den newen wein und dem essen in kopff nachtb. 43 B. ähnl. ollapatrida 363, 26 Wiener ndr. vgl. auch DWB als ihnen aber der rebengeist zu kopfe stieg s. schr. 31, 133. sonstiges. bestimmte subjectsbegriffe: stiege ir ein schmertzen und wehe in das haupt Magelone- 46 B. dem könig ist Hellas in den kopf gestiegen ges. schr. 13, 63. ebenso: dieser lyrische hauch ges. schr. 1, 110, der sieg Roland v. Berlin (1840) 3, 381, das geschwätz Horacker (1876) 119, die volksgunst dtsch. gesch. im 19. jh. (1879) 1, 344. subjectsbegriffe allgemeinerer art: wenn man guten wein hat, so trinkt man seines mädchens gesundheit, das steigt in den kopf samml. v. schauspielen (1764) 7, 81; es steigt ihm gleich alles zu kopf 2, 116; mein herz duftet schon so stark, dasz es mir betäubend zu kopfe steigt w. 3, 78 E. — meistens gilt in den typen mit nichtpersönlichem subject st. von allgemein seelischen, im besonderen auch gedanklichen dingen. so konnte sich hier der eigenartigefall entwickeln, dasz der gedankeninhalt eines ganzen satzes als subject zu st. construiert wurde, sei es in der form eines infinitivausdruckes oder eines vollständigen nebensatzes; selten und veraltet: als Moses viertzig jar alt war, steig es in sein hertz, zu besehen seine brüder 16, 27, 21 W.; die natur zu meistern, steigt meines gleichen nie zu sinn d. verkl. Amor 1, 129 (var.); ihm war ... zu sinne aber dasz es ernst sey mit dieser minne, er (der kunstrichter) steht am gestade der poesie, st. in verbindung mit bezeichnungen anderer körpertheile ist bei subjectsbestimmung durch einen sachbegriff selten: gesegnet sey das licht, da die verlangte frucht vereinzelt bezeichnet der gramm. zusatz zu st. den ganzen körper, bzw. die person selbst: als vnglück ist gar in in gestiegen weinspiel 1647 ndr. bb) in religiöser redeweise verbindet sich st. von jeher gern mit himmel und eignet besonders den engeln, Christus und gott: engil steig fon hímile ahd. Tatian 217, 1; dû, Christe, stíge ze hímele 2, 258, 1 P. vgl. auch in verwandtem zusammenhange: hímil séhet ir indân,thie éngila ouch hera nídargân. [Bd. 18, Sp. 1899] er (der weise) zeigt, auszerchristlich. von antiken göttern: ein starck und grosz gebäude, ... ggs. zur hölle st.: ich glaube, das er (Jesus) tzu der helle ist gefaren odder gestigen 2 ält. katech. 31 ndr. von der antiken unterwelt: wir mssen zuor inn die hell st. Odyssea (1537) 45a. cc) zu grabe st. — ins grab st. oder ähnl. ist schon in früher zeit eine umschreibung für sterben: Andreucze ... in das grab steyge dekam. 88, 27 K.; wenn sie (Cleopatra) ins grab ... steigt Cleopatra (1680) 2, 118. in neuerer zeit: Catharina sey ... vom throne ins grab gestiegen IV 9, 287 W.; die ... aufhetzer stiegen einer nach dem andern ins grab röm. gesch. 2, 43. seltener ist die präposition zu: ich weisz ... wie er (Kretin) ... zu seinem grabe steiget Hoffmannswaldau ged. (1697 ff.) 1, 9 Neukirch. in formelhafter erstarrung: getröstet können wir zu grabe st. 14, 383 G. ggs. aus dem grabe st.: hundertfältig st. die geister der geschichte aus dem grabe III 1, 310 W.; dann steig ich gewaffnet hervor aus dem grab, der ganzen welt geschicht musz meinen rum bezeugen, gern hat der ausdruck auch religiöse färbung: gott stieg aus seinem grabe 303; wir ruhn, und steigen grosz und klein, b) neben den vorstehenden sondergruppen, deren eigenart in der besonderheit ihrer subjectsbestimmungen, bzw. ihrer grammatischen zusätze liegt, stehen wendungen, die systematischer, als es in einzelheiten bisher der fall war, bedeutungsspielarten aufweisen. α) ganz vereinzelt ist st. in 'sich in etwas zertheilen': gleichwie ein junger roszmarin ... β) st. nach 'etwas zu erringen, zu erjagen suchen' gehört mehr der älteren sprache an. mhd. vgl.: wâ der schaz hin wêre, [Bd. 18, Sp. 1900] Maximilian steigt nach gemsen Garg. 293 ndr.; da einige jungen nach spatzennestern stiegen w. (1811) 1, 303. in mehr bildhafter verwendung: wer uff syn eygnen synn uszflügt schtze ..., hingegen ist der mann auch seinem weibgen eigen, vor dem hertzogen er sich neigt, γ) st. über 'übertreffen, über etwas hinausgehen, etwas überwinden'. schon ahd. das comp. ubarstîgan in dem hier geltenden sinne: V, 7, 26; 2, 253, 15 P.; mhd. belege im mhd. wb. 2, 2, 631 unter überstîge, aber auch: ir vreude steic ob ir clagen passional 99, 5 K. nhd. mehr auf die ältere epoche beschränkt: aa) von personen: alszo steygt der Endchrist ubir gott 7, 175, 3 W. determiniert: der componist Jomelli steigt in dieser arie weit über den dichter 5, 20 Sch. in etwas anderer fassung: der weg, auf dem man über sternen steigt trauersp. 708 Palm; mit abgezogenem object: steig ja nicht über dein vermögen evangelia (1646) E 3a. bb) von thieren: so hort man die vgel ... mit lieblichem gesang zsammenstimmen, gleich als wann ... einer über den anderen vermeint z st. und mit gesang obzliegen 2, 140 B. cc) von sachbegriffen: die grösze meiner schuld ist über mich gestiegen dtsch. ged. 1, 6 L.; das sszeste, so an dir ist, dd) ra. über den kopf st.: dasz die europäischen angelegenheiten ... anfangen mir über den kopf zu st. ges. schr. 10, 182; ähnl. die arbeiten anzfda. 16, 242. vgl. dazu aus älterer zeit: die witz steigt drey spannen ber den kopf, nimium sapere, plus justo, ultra peram sapere 354b. δ) schlieszlich seien noch einige fälle zusammengestellt, in denen st., mit verschiedenen präp. verbunden, den besonderen sinn eines 'sich geistig beschäftigens', eines 'wohin gelangens' und 'sich zuwendens' in geistiger arbeit [Bd. 18, Sp. 1901] bedeutet, vgl. die fälle unter II, A, 2, b, α, cc, mit denen die folgenden nachweise in enger verbindung stehen: bei allgemeinerer zielangabe: nachdem wir bis hierher in unserer rede gestiegen sind Platon 6, 261. mit angabe eines bestimmteren zieles: sodann st. wir von den kleinen geselligen verknüpfungen zu den höheren und mächtigeren rest. d. staatsw. 1, XLIX; auf die weise steigt man in die tiefen der geschichte 3, 395 S.; ins gebiet der töne 22, 62 S.; in die menschliche natur nachgel. schr. 1, 9; mit dem ersten januar stieg ich (beim studium des menschlichen körpers) aufs schlüsselbein, verbreitete mich auf die brust und so weiter IV 8, 329 W. vgl. auch unter stärkerer annäherung an st. I: verlassen wir den deich und st. ins land, dann sind wir erst im eigentlichen reiche der gräser 3 marschenbuch 114. neben dem simplex stehen in solcher verwendung die comp. herauf-, herabst. u. ähnl.: durch alle diese betrachtungen st. wir zuletzt zum menschen herauf Göthe II 8, 22 W.; st. wir von da zu den unausgebildeten pflanzen herab, so scheint sich der unterschied zu verlieren II 6, 74 W. ein anderes, wenn auch ähnliches 'sich zuwenden' bei Seb. Franck: Philippus war den Rmern seer feinde, dann er sahe, das die statt st. wolt, zu auszrottung aller könig und potentat chron. Germ. (1538) 131. B. ohne die bisher betrachteten bewegungsarten bedeutet st. so viel wie 'emporragen', indem die sprache auf die im st. überwundene erhebung die thätigkeit des überwindenden subjects überträgt. im ahd., mhd. anscheinend noch nicht vorhanden, auch frühnhd. noch selten, erst seit dem 18. jh. reicher entfaltet. 1) vornehmlich vom naturbilde der landschaft gebraucht und den erhebungen in ihr. a) zunächst von dingen, die ohne weiteres als dreidimensional gedacht werden. α) ganze gebirge: st., immer höher werden. so sagt man von dem gebirge wenn es aus dem thal hinaufwärts steiget. das st. des gebirges wird in ein sanftiges, das unvermerkt höher wird, und in ein stückliches oder jähes, wo das gebirge lachter vor lachter sich erhöhet, eingeteilt 4, 273b; dasz das erdtrich ... grausamlichen hoch übersich gegen dem himmel steigt cosm. (1564) 3; da das apenninisch gebirg-erstlich in die hhe steiget Schweizerchron. (1606) 8b; gegen westen zieht steigend die Plattenschneide zu einer unbedeutenden erhebung hinaus aus d. nördl. Kalkalpen 403. β) berge, felsen, inseln u. ähnl. berge und felsen: hoige berghe, stigende in die wolken pilgerf. d. ritters v. 149; hinten an ... steigt der felsen in die höhe 6, 20 W. übertragen: der dichter ... musz vergnügen erwecken und nutzen bringen. und hier st. zween erschreckliche berge in die höhe, welche zu erst., gleichsam keinem gelingt 3, 459 Sch. hügel: ein steigender hügel rettete noch den rest 277 Bohtz; ein ... hügel, der aus dem thale steigt verm. w. 55. im besonderen vom grabhügel: oder wenn ich den fall eines der blühenden wo sein gebeugter Gleim auch von bodengestaltungen, die von wasser begrenzt oder ganz umgeben sind, indem sich hier in die vorstellung des 'emporragens' noch der besondere nebengedanke eines tatsächlichen emportauchens aus dem wasser mischen mag (vgl. die beispiele unter II, A, 2, c, β, aa). küsten: jene lange blaue küste, die ... in den ocean steigt ges. schr. 4, 122. klippen: eine aus dem wasser steigende klippe seebuch 8; inseln: von steigenden inseln oden 2, 114, 12 M.-P.; würdest du die insel Capri aus den fluthen st. sehen w. 1, 309. mit metonymischer verwendung von hügel für insel: [Bd. 18, Sp. 1902] der see, welcher itzt breit, dann, versteckt γ) vom pflanzenwuchs, wobei im einzelfalle mehr oder minder bewuszt auch die bedeutung 'emporwachsen', 'sich emporheben' in den begriff des verbums hineinspielen mag. ganze wälder: ihr steigenden wälder w. (1811) 1, 18. weniger wörtlich: zur wolke st. ... der deutschen dichter haine oden 1, 161, 13 M.-P. bäume: wie kertzengrad st. sie (die bäume) in die luft forts. d. pegnitzschäferei 2; mitten aus diesem brunnen kahm ein indischer palmbaum über sich gestiegen rosenmând (1651) 193; die ... fichte steigt verm. ged. 1, 61; die ceder steigt bis an der wolken rand recht as een palmenbohm äver sök stöcht bei ein vermischtes braun, nebst den beglückten lorbeerzweigen, ... bei manchen pflanzen ist steigend auch ein bestandtheil des wissenschaftlichen oder volksthümlichen namens, hier freilich wohl öfters mehr das 'emporwachsen', als das 'emporragen' bedeutend: securidaca volubilis steigender bailstrauch vollst. lex. d. gärtnerei u. botanik 9, 38. vgl. auch die mit steig zusammengesetzten pflanzennamen unter den comp. von st. anhang. — bei weiteren belegen, die st. ebenfalls stärker im sinne des 'emporwachsens, sich emporhebens' betonen, mischt sich mitunter in die so gestaltete bedeutung auch noch die vorstellung von einer materiellen zunahme (vgl. DWB st. II, C): nicht anders dringt und steigt die blüte wie der tag kl. schr. 2, 371; weil dieses gewchse (spargel) allezeit steiget, so musz man es mit der erden und etwas mist berschtten v. georg. cur. aucta (1715) 3, 392a. wieder liegt mehr der ton auf dem 'emporwachsen' in folgenden fällen: wann die samen anfahen in die hren zu st. feldbau (1579) 52; dasz sich ein schwacher baum durch sttzen aufwrts zieht, von keimen, die zum lichte wollen steigen, b) von mehr flächenartigen oder doch als flächen wirkenden gebilden der landschaft, auch unter verwendung einschlägiger compp. des verbums: wir sahen ungeheure gletscher herunter ins thal st. IV 4, 129 W.; saftige wiesen st. links und rechts hügelan ges. schr. 3, 159: von der Flensburger bucht steigt ein thal aufwärts ges. schr. 7, 24. 2) st. von werken menschlicher arbeit im gelände der landschaft. a) entsprechend gilt st. von wegen, straszen u. ähnl.: eine weile steigt der weg über matten IV 4, 84 W.; sie (die heerstrasze) steigt nie zu schnell in die höhe skizzen 1, 42; die strasse ist im beständigen st. und fallen ges. schr. 1, 219; kleine sträszchen stiegen nach beiden seiten v. Eva Sehring 104. übertragen: deines ruhmes steigende bahn ged. (1774) 104, 12; ähnl. von des schicksals ... bahn w. 1, 133 H. bes. ist st. in diesem sinne schon früh von den gängen eines bergwerks gebraucht worden: st., man sagt dieses [Bd. 18, Sp. 1903] .. auch von den straszen eines grubengebäudes, wenn sich der boden mit seinem einen ende immer mehr und mehr von dem zentro der erde weiter wegzieht und entfernet 4, 273b; das er die wasserseige (d. h. die sohle oder den boden eines stollens) nicht st. lasse uber stolns gebrauch, da in hundert lachter nur eine st. sol, damit das wasser fortgehe Sarepta (1571) 21a; zu gleicher weisz seindt under den schwäbenden gngen etliche, die sich seiger gericht, andere aber die sich flach, auch andere, die sich steigendt und fallendt auszbreiten Agricolas bergwerckb. (1621) 44. b) werke der baukunst. α) ganze städte: wer träte aus den öden, wüsten steppen β) einzelne bauten und ihre theile. sah ich ein gebäude mit stufen in die höhe st. krit. u. sat. schr. 157. besonders so von schlössern und gotteshäusern: paläste von marmor st. dort hoch in die wolken Geszner schr. (1777 f.) 1, 59; er (der Kölner dom) steigt w. 1, 59; unter einwirkung der bedeutung 'sich heben': und so fest und ungebeuget es (das schloss am meer) möchte sich nieder neigen und wenn der freiheit tempel aus dem leide und muth, auf steigenden gevieren γ) öfters wird st. von bauten auch im sinne eines stufenmäszig sich vollziehenden und fortsetzenden emporragens gebraucht und nähert sich somit stark der bedeutung II A und II C: zusehens steigt das werk an unterschiednen stellen es steigt der neue bau mit einer jeden stund es formt sich der altar, der eingang steigt. 3) sonstiges. a) st. von theilen des menschlichen körpers. α) steigender busen, im 18. jh. aufkommend und fast immer von der weiblichen brust gebraucht: der busen steigt, wenn er sich beim athemholen, seufzen u. s. w. erhebt und ausdehnt 4, 771b. [Bd. 18, Sp. 1904] ein harnsch deckt deinen schlanken leib, an meines mädchens seite die büsche lauschten und die lüfte schwiegen, in hoffnungsfülle ihr busen steigt der blendenden glieder in allg. gebrauche nicht auf die weibliche brust beschränkt, entspricht steigende brust dem steigenden herzen vgl. II, A, 3, a, α, bb. β) ähnl. in seiner bedeutung schillernd, wird dieses st. auch sonst gelegentlich von körpertheilen gebraucht: ein runder arm, ein hals der fleischigt steiget jarl Irold sprachs; der könig schwieg, veraltet ist in diesem zusammenhange das von der wehenthätigkeit der gebärmutter früher gebrauchte st.: darvon (von der arzenei) gib ..., (wenn) die mutter st. will, 2 lffel voll artzneybuch (1595) 2, 25. ähnl. auch aufst.: das auffst. der mutter uteri strangulatio 2, 701. vgl. th. 1, sp. 749. b) vermischtes. st. 'hinaufreichen' von kleidungsstücken: filzhüte, mäntel trugen sie, in die tiefe der tiefen, in jeder gasse stiegen ehrenbogen 13, 201 G. von sich krümmenden, wölbenden linien wird st. auch sonst, und zwar schon früh gebraucht: so man sie (die zirkellini) aber steygen macht ... so wirt eyn schlangenlini darausz messung A 2b. entsprechend von den gewölbten augenbrauen: seine steigenden augenbrauen 5, 444. C. die letzte, aber sehr umfangreiche bedeutungsspielart des verbums in bildhafter verwendung unterscheidet sich von den bisher erwähnten dadurch, dasz mit st. gleichzeitig eine zunahme des subjectsbegriffes in irgendeiner richtung verbunden ist: crescere zunemen, wachsen, st. sich bessern überhand nehmen thes. 214b. so schon ahd. und mhd., doch gelangte dieser gebrauch erst seit dem 18. jh. zu besonders reicher entfaltung. nicht mehr lebendig ist ein derartiges st. in verbindung mit einem ganzen satze als subjectsbegriff: durt ists im st. gewest, das diabolus hat wollen multos seducere 17, 1, 51, 12 W.; selten ist in diesem zusammenhange [Bd. 18, Sp. 1905] auch die ausdrucksweise übersich st., die, überhaupt auf die ältere zeit beschränkt, häufiger st. 'sich nach oben heben' entspricht (vgl. II, A, 1 u. 2): das sehen wir in elementen, wiewol dieselben von natur widereinander sein, noch machen sy sich zesamen in wachsunden dingen, und st. uber sich durch empfindlich leben bis zum menschen tewtsche theol. 72; darnach schleusz ein cubum c. l. m. n., der helt zwey mal so vil innen als der cubus c. d. e. f. disz steyget so oft im dupliren ubersich, als du es machen kanst messung O 1a. ebenso vereinzelt der ggs. untersich st. abnehmen: wan das kind widder kind hat, da steigt die lieb unter sich, uud geht sehr ab der lieb ... gegen die eltern 6, 251, 31 W. im gebrauche von st. 'zunehmen' sind weiterhin zwei verschiedene arten zu unterscheiden. einmal erfährt der grammatische, zu st. gehörende subjectsbegriff unmittelbar eine zunahme, eine mehr äuszere an umfang, grösze u. s. w., oder eine mehr innere an intensität, z. b. steigender reichtum und steigende kraft. mehr der vergangenheit eignet demgegenüber ein anderes st., dessen subjectsbegriff nur mittelbar, d. h. in irgendeinem ihm anhaftenden accidens, die steigerung erfährt, z. b. menschen und länder st., wo eine zunahme etwa des ansehens der in frage stehenden gemeint ist. — grammatische zusätze zu st. werden in diesem zusammenhange mehr oder weniger nothwendig, um ausdrücken wie der mensch steigt erst die nothwendige begrenzung zu geben. ohne grammatischen zusatz stehen solche wendungen der spielart st. II, A, 2 noch verhältnismäszig nahe, weshalb sie die brücke von dort zu st. 'wachsen, zunehmen' bilden können. 1) st. ohne zusatz. a) mit nur mittelbarer zunahme des subjectsbegriffes, wobei es sich um ein wachsen der materiellen und geistigen macht handelt. α) von personen: ahd.: súndige gestîgent (kommen vorwärts, in die höhe) 2, 130, 28 P. ähnl. ûfstîgen mhd.: welt ir und diu muoter mîn sachte steigen das ist sicher, und hat besser ein geschikk, β) von menschlichen gemeinschaften. familien: swâ ein künne stîget, ganze völker: die zeichen ihres (d. h. der völker) sinkens oder steigens schr. f. u. an s. l. Deutschen 2, 357; seit Luther st. wir ges. schr. 7, 307; der Franzose ... dem Deutschen gegenüber ... stieg gewaltig frz. rev. 4. entsprechend auch von synonymen begriffen, ländern, staaten und städten: er (gott) gibt einem jeden lande seine zeit zu wachsen und zu st. 16, 5, 12 W.; ein nicht mehr steigendes reich Lohenstein Arminius (1689 ff.) 2, 1066; Anhalt wachse! Anhalt steige ged. (1751) 1, 319. [Bd. 18, Sp. 1906] ähnl. wohl auch: unterdessen wanderte die welt durch tausend verwandlungen, ... throne stiegen — stürzten ein 3, 581 G. sonstiges. von militärischen formationen: so trete denn der rechte flügel an! γ) von sachbegriffen, wobei das zunehmen sich vielleicht mehr auf den inneren oder äuszeren werth bezieht. wissenschaften, künste, handwerke: alle künste seyn gestiegen marckschiff (1596) E 2; vorbothen des steigens einer wissenschaft gesch. d. Deutschen 2, 85; wie sie (die kunstdenkmäler) ... gestiegen sind wahrh. d. nat. rel. 65, 26; naturwissenschaft im sinken. geschichte im st. Göthe III 6, 261 W. wörter, sprache u. ähnl.: die prächtigen und ausgesuchten wörter sind im st. frauenzimmergesprechsp. 6, A 5b; damit die teutschen verse nicht fallen (d. h. an werth sinken), sondern st. mögen deutsche schr. 1, 486; die sprache steigt, wo der monarch sie liebt noch eigentlicher von lebensmitteln, bedarfsarticeln, geld u. ähnl. (zunahme des werthes!). lebensmittel und bedarfsarticel: steigend — und fallende waaren merces, quarum pretium augetur et imminuitur 2, 701. so st.: getreide klag d. arm. mannes 8, pfeffer ged. 129, zeug w. 2, 80, lebensmittel s. schr. 2, 274. münzen und geld: das gold steiget und fällt Harsdörfer teutsche secretarius (1656 ff.) 1, 420; nach dem werth der steigenden und fallenden ducaten bergb. (1734) 189a. bes. von papiergeld und werthpapieren: die actien st. oder fallen ala mode sprach 11a; das papiergeld ist ... im st. IV 21, 265 W.; so stiegen doch die österreichischen ... papiere w. (1890) 2, 177, 4; die actien stiegen wieder s. w. 30, 131. in nichteigentlichem sinne wird der ausdruck die actien st. dann zu der heute geläufigen bezeichnung eines zunehmenden erfolges, glückes: unterdessen scheinen mir unsere actien eben nicht gestiegen, sondern etwas gesunken zu sein im briefwechsel zw. Jac. u. W. Grimm u. Dahlmann 1, 74. auf andere dinge als werthpapiere u. s. w. übertragen: die ideen haben ihren cours. sie sind im st. 3, 246. sonstiges. andere fälle, in denen das subject zu st. einen begriff des materiellen besitzes bezeichnet, gehören vielleicht nur bedingt hierher und deuten wohl mehr nach II, C, 1, b hin: gott ... wlle ... (das) bergwerck ... in st. und auffnehmen kommen lassen Sarepta (1571) vorr. 4a. ähnl.: lasz uns das bergwerg bawen, selten bezeichnet das subject des verbums dinge, bei denen ein anderes accidens als der werth sich vergröszert: die graben der ... stadt waren (infolge regens) ... gestiegen v. schwed. krieg 2, 109a. b) st. wachsen bei unmittelbarer zunahme der subjectsbezeichnung: α) von allgemeinen begriffen: breite deutsche schr. 2, 41, wechsel s. w. 1, 96, grösze IV 28, 38 W., in einer steigenden und sinkenden folge 46, 77 W., vervollkommnung Athenäum 2, 27, stadium [Bd. 18, Sp. 1907] dies buch geh. d. könig 2, 308, ausbreitung w. 2, 7 E., eine ... steigende dose von zärtlichkeit Pfeffel pros. vers. (1810 ff.) 5, 182, vermehrung röm. gesch. 1, 226, fülle th. 1, 18, fortschritt gesch. d. dtsch. dicht. 5, 233, ausdehnung röm. gesch. 2, 56, schwierigkeit 1, 349, verwendung waldbäume 169. β) speciell mathematische begriffe. steigendes masz und steigende zahl: in steigendem masze Michelang. 1, 95; s. w. 14, 172; die zahl ... steigt s. w. 5, 31; wie steigt die anzahl s. w. 2, 56; ... ist die bürgerzahl in stetigem st. röm. gesch. 2, 82; steigende volkszahl gesch. d. dtsch. bodens 162. im bes.: steigendepotenzen und steigende reihen; ggs. fallen: je nachdem jedes folgende glied einer reihe gröszer oder kleiner ist als das nächst vorhergehende, heiszt dieselbe eine zunehmende (steigende) oder fallende lehrbuch d. allg. arithmetik (1882) 414. γ) physikalisches: von festen körpern: weil es (das kupfer) beim erstarren sich ausdehnt (steigt) technol. encycl. 9, 2. ähnl. bei Muspratt: dabei zeigt sich das kupfer blasig ... (st. des kupfers) chemie (1893) 4, 1822. von flüssigkeiten (vgl. die belege unter II, A, 1, d, deren bedeutung in die der folgenden stellen mehr oder weniger hineinspielen mag): die wasser st. vierzig tag bibl. hist. 287, 27 Kurz; aus den steigenden wassern der sündflut ges. schr. 2, 114; er untersuchet, warum das meer ... gestiegen und höher gewachsen? d. neueste a. d. anmuth. gel. 1, 82. übertragen: mit der steigenden fluth der parlamentsherrschaft ged. u. erinn. 1, 277; in der steigenden fluth des entsetzens Droysen Äschylus4 (1884) 372. optische und akustische dinge: licht u. ähnl. (vgl. auch II, A, 3, a, α, aa): schon mhd.: der tac stîgende wart Tristan 8942. wie das licht des steigenden morgens ges. w. 10, 75. ähnl. w. (1864) 3, 278; da in der steigenden dämmerung es immer einsamer geworden war Storm w. (1897 ff.) 4, 253; 264. farbe (als ausdruck seelischer erregung): da begann mit steigender röthe die jungfrau Luise 1, 380. geräusche, töne u. s. w. (vgl. II, A, 3, a, α, cc): dieses (kriegsgeschrei) ... wuchs ... und stieg gesch. d. Deutschen 1, 37; ein steigendes ... rasseln w. 3, 56; einer stimme ..., der man anhört, dasz sie auch st. und schwellen kann in meisternovellen 2, 178; nur lispeln hört ich, ... sonstiges. von temperaturen: die hitze steiget v. teutsche jäger 1, 259a; die wärme kommt dann wieder zum st. erdkunde 5, 406. übertragen von innerer theilnahme gesagt: er ergreift der herzogin hand mit steigender wärme 12, 103 G. ähnl. ges. schr. 11, 228. δ) st. auf physiologischem gebiete: leben und lebensdauer: mit steigendem alter naturgesch. d. vögel 7, 358. schon zum seelischen hinüberdeutend (ε): immer strebe so fort, und deine natürlichen gaben [Bd. 18, Sp. 1908] ges. schr. 2, 195, entzündung was ich erlebte 1, 34. ε) st. 'wachsen' in seelischer beziehung. aa) intellectuelles und künstlerisches wirken. fertigkeiten und begabung, z. th. vielleicht noch nach δ hinüberdeutend: den steigens begierigen witz des menschen crit. schr. 1, 54; dasz meine kraft ... steiget verm. schr. 1, 106. ähnl. frz. rev. 73; st. und fallen ... des musikalischen geschmaks leben u. ges. 1, 178; fertigkeit, die ... steigt I 12, 533; steigende energie und kraft ges. w. 14, 56. von schärfer bestimmtem einzelkönnen: nach II, A, 3, a, α, cc, ββ hinüberdeutend: fürchte die treue sprechung (declamation), die ganz, was du dichter ihr gabest, bb) trieb- und gemütsleben. allgemein: steigender: affect nachgel. schr. 1, 59, leidenschaftlichkeit gesch. d. tanzes 1, 218. freude und schmerz: vergnügen 47, 25 W., entzücken s. ged. (1825) 1, 268, wohlgefallen ges. schr. 1, 167, verwunderung und freude Tieck schr. (1828 ff.) 20, 137, genusz Mozart 4, 275. interesse, zuneigung, verlangen: steigender ehrgeitz ev. kirchenlied 1, 77, liebe dtsche schaubühne (1741) 1, 27, treue ged. (1751) 1, 112, bewunderung 5, 8 S., zärtlichkeit 10, 316 Gr., theilnahme ges. schr. 6, 3, neugier Jürg Jenatsch 102, mitgefühl Horacker 75, eifer ged. u. erinn. 2, 153; das sinken und st. des interesses Winckelmann 2, 1, 143. von animalischem verlangen: mordgier (des löwen) verm. ged. 2, 224, freszlust Jac. Grimm Reinh. fuchsvorr. XXII. ausdrücke der angst: sein entsetzen stieg s. schr. 31, 88, mit steigender angst weber (1892) 85, unruhe mütter 80; ausdrücke der abneigung: der hasz ... muszte st. verm. w. 2b, 44; steigender: troz 4, 66 G., bosheit päckchen satiren 73, widerwille schr. 1, 198 Schlesier, ungeduld gesch. v. Dännemark 1, 196, 3, wut in: briefe v. u. an Herwegh 90, unwille Mozart 1, 204, gährung s. w. 16, 96, erbitterung röm. gesch. 5, 33, heftigkeit ges. schr. 4, 308, abneigung Winckelmann 1, 102, erregung vorstadtgesch. 56, unbehagen v. Grabenhäger 2, 90. sonstiges: stieg ... der muth und dünkel 25, 152 W. ähnl. röm. gesch. 2, 33. äuszerungen von affecten und seelischen eigenschaften: in worten: meine steigenden fragen 23, 173 W.; steigende klagen tageb. 1, 117; steigender jubel ges. schr. 9, 24. in gedanken und thaten: wie die snd ... steiget hosenteuffel 6 ndr.; zeiten ..., in welchen ... schande und laster ... gestiegen lauter wahrheit (1585). A 3a; es steige die tyrannei ges. schr. 14, 84. ζ) st. zunehmen von dingen des praktischen, gesellschaftlichen, staatlichen lebens und schaffens. aa) begriffe des handels und verkehrs: allgemein: der handel steiget ged. (1751) 1, 13. ähnl. erdkunde 1, 470; die handlung (d. handelsgeschäft) [Bd. 18, Sp. 1909] stieg 5, 288; einem ... steigenden verkehr röm. gesch. 1, 135. specieller: st. und fallen der aus- und einfuhr allgem. dtsche bibl. (1765 ff.) anh. zu bd. 25/36, 2304. werth, preis u. ähnl. 'st. von preisen 'höher gehen', gegensatz fallen' wb. d. deutschen kaufmannsspr. 183; die preise st. i prezzi montano si alzano 2, 231c; der webekunst ... gestiegener werth Lohenstein Arminius (1689 ff.) 2, 7. ähnl. Leberecht Hühnchen 21; obgleich die preise gestiegen sind IV 19, 155 W.; st. und fallen der preise münzkunde 184. übertragen: von dem st. und sinken des inneren werthes Schleiermacher II 2, 4, 39. synonym: der curs steigt. in eigentlicher bedeutung: damit der kurs des goldguldens wieder stiege Florentiner wolltuchindustrie 208; er sprach vom wechsel der course, vom st. und fallen erz. schr. 3, 12. übertragen: marketenderin: umarm deinen vater, du dukatenlippel! bb) arbeitsgewinn, wohlergehen, verlust, noth. allgemeines. steigende wohlfahrt ged. (1751) 1, 389, steigendes glck poet. w. (1769) 2, 148, ähnl. Tieck schr. (1828 ff.) 7, 183, noth und jammer ged. 126, gewinn IV 38, 132 W., mangel s. schr. 3, 111, bedürfnisz ges. w. 6, 402, nachfrage Florentiner wolltuchindustrie 284. determiniertere begriffe materieller art: ausgaben, einnahmen, besitz: seine güter stiegen 2, 355 G.; die ... steigenden auflagen (d. h. steuerabgaben) s. schr. 7, 134, ausgaben erz. schr. 11, 16, kosten s. w. 1, 219, mieten 37, 249, geldbuszen w. 6, 189; er sprach von seinem ... steigenden verdienst, seiner steigenden einnahme II 3, 170 W.; sein gehalt stieg Leberecht Hühnchen 41; die steigende schuldenlast dtsche studien 48. vgl. auch den ausdruck steigende forderungen z. b. bei Tieck schr. (1828 ff.) 91, 407; s. w. 1, 140; 31/32, 144. entsprechende begriffe ideeller art. st. wird gebraucht von: der ehre Harsdörfer teutsche secretarius (1656 ff.) 2 )( )( 5b, des lutherthums ... ehre ged. (1751) 1, 325, des reiches flor neueste ged. (1750) 50, verdienst Parnasz (1735) 4, der flagge ruhm verm. schr. (1755) 2, 180, ansehen Wieland Agathon (1766 ff.) 2, 118, vorrang beispielsamml. 2, 218, hoheit (d. königin Luise) II, 4, 31, macht erdkunde 1, 315, macht der finsterniss 3, 169, weihe der arbeit arbeit 55, glanz und ruhm des römischen namens röm. gesch. 2, 69, kapitalmacht dtsche studien 87, übergewicht des adels ges. schr. 2, 85. — ggs.: mit der steigenden nullität der comitien röm. gesch. 2, 260. von gnade und gunst: gnade und grosse gunst steigt langsam engl. comöd. 206, 10 Creizenach. cc) freiheit, gesittung, cultur und ihr gegentheil: seitdem stieg denkfreiheit antisymb. 2, 71; steigt ... die cultur ... 48, 58 W.; bei steigender cultur v. beruf uns. zeit ... 12. — unordnung, zerrüttung u. ähnl.: die steigenden miszverständnisse ges. w. 6, 316; der immer steigende tumult Mozart 3, 285; stieg ... die soziale zerrüttung röm. gesch. 2, 43. vgl. auch den ausdruck steigende gefahr: durch Edgars ankunft steigt die gefahr für Donald ges. schr. 1, 56. 2. st. 'wachsen' mit grammatischen zusätzen. die grammatischen zusätze zu st. 'zunehmen, wachsen' entsprechen in ihrem aufbau den in der grundbedeutung des verbums (I B) dargelegten typen. auch hier tritt der acc. des inhalts, treten adverbien und präpositionale ausdrücke sinnergänzend zum begriffe des wortes hinzu. a) grammatische zusätze zur näheren begriffseinengung der unter C, 1, a genannten fälle. sie bestimmen das accidens näher, das bei nur mittelbarer zunahme der subjectsbezeichnung für das 'anwachsen' in frage kommt (vgl. sp. 1905 unter C). [Bd. 18, Sp. 1910] α) st. an etwas. solche wendungen bezeichnen gewissermaszen eine bildliche leiter, auf deren sprossen sich die dem st. 'anwachsen' zugrunde liegende, ebenfalls bildhafte bewegung vollzieht. von personen, bzw. personifizierten thieren: wenn du einmahl an ehren steigst äsop. fabeln 22. das alter der ausdrucksweise zeigt eine Marnerstelle: der milte man ie stîgende β) st. in etwas zur bezeichnung des gebietes, worin die zunahme des subjectsbegriffes als geschehend gedacht wird. bei personen. meist bezeichnet der zusatz einen affect, eine seelische eigenschaft, einen begriff der werthschätzung: vom niedren steigt man hoch, vom hohen steigt man nieder; verbreitet ist die wendung in der achtung st. (u. ähnl.) so steigt man: in (der) gnade s. w. 1, 163 Gr., in der liebe und achtung ges. schr. 3, 205, in (der) gunst erz. schr. 2, 47, in der öffentlichen meinung briefe v. u. an 208. vgl. auch: dasz jungfrauen nicht, wie äcker, durch fruchtbarkeit im anschlage (werthschätzung) st. kreuz- u. querzüge 1, 7. anderer inhalt des präpositionalen zusatzes: wie hoch st. in ihren geheimnissen die persischen weisen Lohenstein Arminius (1689 ff.) 1, 109b; den in ihr (d. h. in der prälatur) im st. begriffenen Winckelmann 2, 1, 89. bei sachbegriffen. im preise st. u. ähnl.: alles steigt im preise schr. (1771) 1, 14, fische 2, 32 G., steinkohlen w. kom. gatt. 2, 265, lebensbedürfnisse reden 3, 5 Kohl; wo alles ... im geldwerth gestiegen ist röm. gesch. 1, 273. auf nichtmaterielles übertragen, steigt im preise: das leben dram. w. (1828) 3, 80, der streitgegenstand geist d. röm. rechts 3, 1, 24, das bürgerrecht röm. gesch. 1, 78. so auch scherzhaft von personen: sind die poeten noch nicht im preise gestiegen und haben mit anderem inhalt des präpositionalen zusatzes: so sie (die substanzen) in ihr hoffart steigent op. (1616) 1, 44 H.; dass die charaktere ... in leidenschaftlicher erregung st. ges. schr. 5, 371; dein land nimmt in der grsze zu, in etwas st. zur bezeichnung des grades der zunahme s. unter δ. γ) st. mit etwas, wobei gemäsz den sp. 1905 unter C gemachten unterschieden insofern eine zweitheilung stattfindet, als einmal nur das in frage kommende accidens die zunahme erfährt, anderseits bei den unter II, C, 1, b aufgeführten wendungen auch das subject zu st. selbst an der steigerung theilnimmt. aa) ersteres wird besonders deutlich, wenn das subject zu st. eine person ist: mein nachbar, der steige ... [Bd. 18, Sp. 1911] mit seinen gtern so weit (nur das hab u. gut vergröszert sich!) Reinicke fuchs (1650) 345; dasz sie (die schauspielerin) mit ihrer stimme so lange stiege 17, 121 M. ähnl. die geläufige ra. mit seinen forderungen st. z. b. England u. Italien 1, 299. schon zum folgenden hinüberdeutend mit sachl. subjectsbegriffe: ey, mit den jahren steigt auch unsre wissenschaft dtsche schaubühne (1741) 5, 455. bb) gleichzeitige zunahme im subjectsbegriffe und im präpositionalen ausdruck (entsprechend den wendungen unter II, C, 1, b): die gier ... steigt mit der entsagung söhne d. thals 1, 185; der werth (literarischer producte) steigt mit der grsze ganz unverhltniszmszig Athenäum 1, st. 2, 122; mit der kultur st. die bedürfnisse 10, 32 Gr.; die kraft und würde der einzelnen ... steigt und fällt mit der kraft und würde ihrer arbeit arbeit 9. stark pleonastisch: je nachdem das wasser mit der fluth stieg 9, 51 G. gern enthält der präpositionale ausdruck dabei einen begriff der zeit: wie des knigs krafft mit seinen jahren steigt geb. schr. 52; mit jedem jahre steigt der ... beyfall s. schr. 6, 70; das missverhältniss steigt mit jeder stunde ges. schr. 10, 136; die sehnsucht stieg mit jedem postag br. 1, 168 Waitz; die fluth steigt mit jeden augenblick marschenbuch 34. verblaszter sind wendungen wie: es steigt der muth mit der gelegenheit Shakespeare 5, 25; das komische der handlung steigt mit ihrem fortgange schlesw. lit. br. 149 dld. 29. δ) bestimmter formen den vergleich zweier dinge hinsichtlich ihres anwachsens die seit dem 18. jh. auftauchende wendung in dem selben masze wie etwas st. und deren synonyma. etwas (sinkt und) steigt: in eben dem maasze gesch. d. Deutschen 3, 535. ähnl. gesch. d. röm. rechts 1, 66, in eben dem verhältnisse 10, 212 M. ähnl. 49, 31 W.; in gleicher proportion Wieland Agathon (1766 ff.) 2, 171, in gleichem schritte auch einer 1, 98. b) grad und menge des mit st. bezeichneten wachsens. α) in unbestimmter fassung. aa) adverbia: wie weit steigt doch die heutige klugheit die drey klügsten leute (1675) 101. ähnl. 25, 84 W.; desto mehr steigt oder fllt das verdienst verm. w. 1, 11; stufenweise st. dtsche sprachkunst (1748) 20; etwas st. IV 1, 178 W.; nicht wenig st. kl. schr. 3, 3. — vgl. dazu mit hinzugefügtem zielbegriff aus mhd. zeit: ie baz unt baz steic der herre ze tugente Rolandslied 1, 25 Gr. vor allem beliebt ist von jeher die der ursprünglichen bedeutung am meisten entsprechende ausdrucksweise hoch, höher, mit präpositionalem zusatz zu hoch st. (vielfach annäherung an die bedeutung st. II, A, 2.) schon ahd. und mhd.: déro uirtús hôh ist kestígen 2, 49, 11 P.; daz iuwer lop dâ ... stîget ... hô 85, 3. ähnl. 233, 31; hoher denne ie wibes name gestige Maria 181, 34 in Fundgr. 2. aus späterer zeit, entsprechend den fällen unter II, C, 1, a, α: Etius wollte ... z hoch steygen Schweizerchron. (1606) 192b; wenn dich dein eygen lob ... nicht reitzen ... thut, hher zu st. Äneis 69a; ich will lieber Fuchsmundus ... verbleiben, als also hoch st. (d. h. general werden) ollapatrida 31, 36 Wiener ndr.; so dachte ich durch mein reisen immer hher und hher zu st. Schelmuffsky 76 grösz. ausg. sie trauen uns nicht, entsprechend den fällen unter II, C, 1, a, γ: da sols gesetz nicht so hoch st. (d. h. an machtvollkommenheit) 34, 2, 23 W.; das weidwerk (ist) ... höher ... gestigen jagd u. weidbüchl. 58; so hoch pfleget die kunst zu st. rosenmând (1651) 77; unsere ... muttersprache ..., wie hoch sie ... gestiegen verm. Helicon 1, 7; nachdem aber ist die artillerie noch höher gestigen v. d. vollk. teutsche soldat 55; [Bd. 18, Sp. 1912] noch höher stieg die musik ästhetik d. tonkunst 6; je mehr das gold fiel, desto höher stieg es 5, 109. entsprechend den fällen unter II, C, 1, b nach dem hohen st. der nilwasser erdkunde 1, 638. — wenn der feifel (eine geschwulstkrankheit der pferde) höher steigt feldbau (1579) 154; meine jahre (sollen) an deiner hand hoch st. w. 1, 39. — je hher dein erkenntnisz steigt s. schr. 2, 103; die bewunderung ..., die immer höher st. würde 46, 7 W.; sollte ihre bosheit höher st. w. (1811) 3, 191; und könnte höher ein versprechen steigen, ohne diesz wre der preisz ... noch viel hher gestiegen s. schr. 1, 194. — mein reichthum wre so hoch gestiegen pol. redner 29; das glck ist hoch gestiegen Königsb. dichterkr. 94; die noth stieg so hoch röm. gesch. 1, 351. — wenn solcher (zank) hoch stiege v. d. wunderbaren 176; je höher die gesittung steigt arbeit 17. bb) präpositionale ausdrücke. in die höhe, zur höhe, zu einer höhe st.: das trojanische reich mit sieg verblaszter sind wendungen, die solche sinnlich anschaulichen begriffe (höhe, stufe) durch abgezogene vorstellungen ersetzen: eine ... zerstreutheit, die oft bis zum unglaublichen stieg Tieck schr. (1828 ff.) 5, 440; als die unordnungen ins unerträgliche stiegen s. w. 1, 144. vgl. auch: zum übermaasze werden sie ihn (den schmerz) ... nicht st. lassen nachgel. schr. 1, 216. sonstige präpositionale wendungen: im vierten jahrhundert stieg die anzahl der ... mönche auf mehr als sechsundneunzigtausend einsamkeit 1, 331; da steigt der verlust ohne grenzen w. 15, 191 Gr. vgl. auch DWB st. über II, A, 3, b, γ. nicht selten wird durch den präpositionalen zusatz auch das stufenmäszige anwachsen zum ausdruck gebracht (vgl. stufenweise st. II, C, 2, b, α, aa): bei dem leidenden Philoktet steigt der dichter von stuffe zu stuffe 15, 359 S.; er ... stieg von stufe zu stufe w. 3, 121; in Wien ... stieg er von stelle zu stelle s. w. 30, 21. übertragen: er steigt von blamage zu blamage briefw. 2, 409 Nerrlich; er stieg von einer würde zur andern bibl. ält. schriftwerke d. Schweiz 2, 3, 64. ähnl. schon in älterer zeit: tugent und laster sind der art, dasz sie ... immerz von einer untugent und laster in das ander steigt (!) sprichw. (1541) 1, 161b. β) grammatische zusätze in bestimmter formulierung. aa) bezeichnung der menge der zunahme. accusativverbindungen, z. th. mit hinzugefügtem adv. der richtung: Paulus ..., der eine stufe höher stieg als die gewöhnlichen asketen einsamkeit 1, 165. in freierer verwendung: so offt er ein jar steigt und lter wirt weltb. (1534) 149b; weil der scheffel korn ... vier groschen gestiegen polit. maulaffe (1679) 25; das wasser steigt stündlich 1 zoll br. an s. braut u. gattin 43. entsprechend in substantivischer form des verbums: ein st. des meeresspiegels von wenigen hunderten von metern völkerkunde 343. die präp. um: das schuldtwesen ist ... gestiegen umb 39 244 thl. acta publ. 1, 39 Palm; dasz die volkszahl ... um den vierten theil gestiegen ist 42, 1, 21 W.; wenn ihrer [Bd. 18, Sp. 1913] 5, 149; seine auslagen stiegen nur um den werth des mehr an papier dram. w. (1828) 8, 115. bb) bezeichnung des zielpunktes der zunahme. aufs höchste st. u. ähnl. (nicht selten gebraucht): das die pracht ... auf das höchste gestiegen ist discourse der mahlern 2, 124. ähnl. steigt aufs höchste: die gährung im volke 7, 162 W., die kunst einander zu ermorden gesch. d. Deutschen 1, 9, die einheit (Deutschlands) magazin f. d. dtsche spr. 2, st. 1, 6. weniger gebräuchlich und veraltet ist: am höchsten st.: vom glück des menschen P. Gerhard bei ev. kirchenlied 3, 360; von verwicklung und verwirrung Athenäum 1, 2, 170. zum höchsten st.: von der tugend ostl. lorbeerhayn (1657) 4b, tichterkunst Lohenstein Arminius (1689 ff.) 1, d 2a. synonym aufs äuszerste st.: seine ungeduld stieg aufs äuszerste 23, 51 W. entsprechende verwendung eines substantivs und anschlusz an die ursprüngliche bedeutung von st. im ausdruck zum gipfel st. — mit attributivem gen.: dadurch man zum hchsten gipffel der ... ehre und gewalt gestiegen ist kirchen u. ketzerhist. (1699) 103b; steig du zum gipfel des ruhms 2, 36 G. einfacher: da wird dein ruhm zum gipfel st. ged. (1751) 1, 17; Charlottens krankheit stieg schnell bis auf den uszersten gipfel Seb. Nothanker 1, 63. synonym: war die genugthuung zu dem höchsten punkte gestiegen ges. schr. 2, 161. hyperbolisch: st. bis zum himmelsthron P. Gerhard bei ev. kirchenlied 3, 424, zur sonnenkugel ged. 111, bis an die wolken 150, zum himmel päckchen satiren 16, zum sternenhange w. (1811) 1, 332. mit anlehnung an das st. der quecksilbersäule im barometer und thermometer. von meteorologischen erscheinungen selbst: war die hitze auf den äuszersten grad gestiegen vorstadtgesch. 106. übertragen ähnl. von beherztheit und dreistigkeit gesch. s. lebens 1, 213; war die ... erbitterung ... zu einem solchen grade gestiegen briefw. 2, 50 Nerrlich. anscheinend modern werden so auch körpertheile als bezeichnung des grades der zunahme verwendet. rein sinnlich: bis en t water innen hals stigt seemannsspr. 21. übertragen: die schande stieg uns an den hals hungerpastor 3, 234; der jammer ... war ihm fast an die kehle gestiegen leute a. d. walde 2, 90. substantivische zielbegriffe nicht unmittelbar sinnlicher anschauung. zahlen und verwandtes: das ... der ... palmorden ... auf 789 mitglieder gestiegen d. neuspr. teutsche palmb. 34; die anzahl der einwohner steige auf 8000 reise 1, 172; ein ... gedicht, das etwa auf 6 gesänge und 2000 hexameter st. kann IV 9, 284 W.; die disticha ... st. ... gegen zweyhundert IV 11, 16 W.; man steigt ... auf vierzehn millionen v. 6, 262; ihre infantrie stieg bis auf 2000 mann dtsche gesch. 4, 204; Schlettstadt selbst stieg ... auf 900 schüler s. w. 1, 175/176; der puls stieg auf 130 schläge im briefw. zw. Jac. u. W. Grimm u. Dahlmann 1, 461. ausdrücke des werthes und preises: die preise ... st. von 30 sous bis zu 20 franken ges. schr. 5, 237. veraltet in allgemeiner formung: das ... alles ... auf bermszigen preis gestiegen v. schwed. krieg 2, 72b; und da auch solches wasser auf viel geld solte st. mercks Wien 86. begriffe einer mehr intensiven, inneren zunahme. in physikalischem sinne: wenn der ton zu seiner gröszten kraft stieg 25, 69 W.; den ... sonnenstrahl, der hier den sandboden bis zur gluthitze von 54 gr. Reaum. st. macht erdkunde 1, 732; auf dem gebiete des seelenlebens: zu einer solchen reife war die begierde ... in meinem gemüth gestiegen 30, 151 W. mit zielbegriffen, die ebenfalls dem seelenleben entnommen sind: als die zuneigung ... zur ... zärtlichkeit gestiegen war Seb. Nothanker 1, 17; steigt sie (die bewunderung Friedrichs d. Gr.) fast zum tragischen mitleid [Bd. 18, Sp. 1914] 17, 40 S.; so stieg seine verwunderung bis zum erstaunen Wieland Agathon (1766 ff.) 2, 49; sein denken steigt ... bis zum empfinden 1, 152 G.; eine gunst ..., die ... bald bis zur äuszersten vertraulichkeit stieg w. 3, 222; schaam und zorn ... stieg endlich bey ihr zu einem grausamen hasz 2, 329 Sch. vgl. auch: die leidenschaft der liebe steigt in ihnen (den spanischen 'sylbenmaaszen') oft bis zum schönen wahnsinn 18, 56 S. — begriffe, nicht unmittelbar dem seelenleben entnommen: sein ton stieg zu einer ... vertraulichkeit Pfeffel pros. vers. (1810 ff.) 1, 63; die noth stieg zur verzweiflung erdkunde 2, 159. — herzog Ernst, dessen hang zur chimie bis zur goldmacherey gestiegen v. Lori baier. bergrecht XXVII. eigenartig ist die ausdrucksweise: doch will man sklavisch ihn (den löwen) bezähmen, begriffe des praktischen, gesellschaftlichen und staatlichen lebens: zwei derselben (der staaten) stiegen zu höherer macht s. w. 1, 55; stiegen die wissenschaften und künste ... zu einem nicht geringen flor ält. schriftwerke d. Schweiz 2, 3, 36. stark pleonastisch: die macht der Thebaner ... war hoch gestiegen zu groszer herrschaft s. w. 4, 184. und ganz vereinzelt bekommt st. zu etwas überhaupt die bedeutung 'zu etwas werden, sich zu etwas gestalten': dasz Marots versteck zu einer so bedenklichen verlegenheit für Francoise stieg ges. schr. 3, 146. — besonders gilt das den vorstehenden ausführungen entsprechend umkleidete st. von persönlichen subjectsbegriffen und nähert sich dann wieder stark der bedeutung II, A, 2, c: sind Ruolland und Ollyfier inn so grosze hoffart gestigen Haimonsk. 93, 29 lit. ver.; der einst ... zu hohen eren stieg Rückert w. (1867 ff.) 1, 94. so vielleicht auch schon ahd. und mhd.: so dû ze túgede gestîget 2, 548, 12 P. ähnl. Rolandslied 1, 25 Gr. (vgl. aber auch II, A, 2, b). mit eingeengterem zielbegriffe: schon ahd.: tér ... ze consulatu gestéig 1, 145, 28 P. später: Altringer ... war ... bis auf die hohe charge des generalats gestiegen v. schwed. krieg 2, 480a; als kayser Gratian zum kayserthum gestiegen v. schr. (1732) 64 König. ebenso: zu den oberen bedienungen Alfred 123, zum range eines brigadiers schr. 2, 97, zur würde eines königs erdkunde 2, 50. gelegentlich werden in diesem zusammenhange — jetzt veraltet und durch emporst. verdeutlicht — die zwischenbegriffe wie würde u. s. w. auch fortgelassen: Napoleon stieg ... bis zum feldherrn des französischen heeres in Italien schr. f. u. an s. l. Deutschen 1, 234; ich stieg ... bis zum häuer 4, 117 M.; er stieg vom kammerdiener bis zum marechal de France ges. schr. 4, 102; der vater, als er zum kanzler von Frankreich stieg frz. rev. 26. III. sprichwörtliche wendungen. A. zu st. I, B: wer gern fisch isset, der musz ins wasser st. proverb. copia (1601) 3, 493; wer des morgens rcklings aus dem bette steiget, dem gehet selbigen tages alles verkehrt rockenphilos. 1, 96. in accusativverbindung: so wollen sie auch alle hohe bäume st. und das ganze dorf fressen (= sich stolz gebärden) bettel- u. garteteufel Y 7a. ebenfalls in älterer zeit: nach braunen kirsen steigt man hoch sprichw. (1541) 1, 81a; 110. ähnl. sprichw. 115. — von thieren: je höher der affe steigt, je mehr er den hintern zeigt 3; gemsen st. hoch und werden hoch gefangen 70; steigt der floh bis übers knie, zu st. II, C hinüberdeutend, wird bis zum ende des 18. jh.s die vorstellung variiert, dasz mit kühnem st. leicht auch ein jähes fallen verbunden sei: [Bd. 18, Sp. 1915] die hie ze hôhe stîgent nichts härters, als entgegen allem wer steigen wil, fah unden an. B. zu st. II, A, 2: quae nihil ad te, ne velis scire sch dich selbs in deinem hausz, steig in dich selbs sprichw. (1541) 1, 7b; man musz gott nicht in seine rathstube st. Schweizer sprüchw. 131. dem 16. jh. eignet: es sihet im so gleich, als were er im mit einer leytern ausz dem hindern gestigen sprichw. (1541) 2, 73b. ebenso u. ähnl.: sprichw. schöne weise klugreden 26b; nachtrab 42 Kurz; Garg. 159 ndr.
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