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 PfWB herein-gucken (Bd. 3, Sp. 854)   PfWB herein-schnausen (Bd. 3, Sp. 857)   PfWB schnausen (Bd. 5, Sp. 1266) 
  -gucken schw.:
1. 'zum Fenster hereinschauen', reingucke [verbr. VPf]; vgl. PfWB hineingucken, hereinblinkeln, PfWB -gaffen, PfWB -gückeln, PfWB -schielen, PfWB -schnausen, PfWB -sehen, PfWB -spitzen. —
2. 'zu einem kurzen Besuch kommen'. Vergeß net, bei uns reizugucke! [Kaislt]. — Südhess. III 316; Rhein. II 1480 Z. 34. —

 

  -schnausen schw.: 'in die Karten hereingucken', erinschnause [ KU-Kübbg]; vgl. PfWB schnausen 'schnüffeln', hereinspitzen.

 

[Bd. 5, Sp. 1266]
   schnausen schw.:
1.
a. 'an Speisen, an Süßigkeiten, am Weihnachtsgebäck naschen, heimlich etwas Gutes essen, stibitzen', auch von Katzen und vom Vieh gesagt, schnause (nausə) [verbr. WPf LU-Altr, PfId. 127 Müller Dietschw 66 Thielen 101 Wilms Alph. 49, Lambert Penns 137 Don-Lenauheim Schowe Torscha Jakob Eigw. 175 Albrecht 111 Krämer Gal 190 Buch-Illisch], schnuse (nūsə) [HB-N'alth ZW-Gr'steinhs Maßw Walshs KL-Landstl PS-Hintwdth Ruhbk Th'eischw W'fischb]; Part. Perf. geschnaust [KB-Kriegsf, Krämer Gal 190], gschnaust [Lambert Penns 137 Don-Lenauheim Schowe Torscha]; vgl. PfWB schmausen 1, PfWB schmecken, PfWB schnäken. Der dut häämlich sch. [ HB-N'alth]. Hosche (Hast du) geschnaust? [ KB-Kriegsf]. Dau kannscht 's Schnause iwwerhaabt net lorre 'Du bist dauernd am Naschen' [NPfGV 8/1934]. Un's Worschtstick war alsfort so läschterlich kleen, / Drumm schnaust sich der Lausert als hie un do een! [Müller Butterbärwel 17]. Die Buwe schnause sich Gummere (Gurken) aus'm Hawe un esse se so, d. h. sie essen sie ohne Brot [ KU-Schmittw/O]. Die Buwe sch. gere Obs [ KU-Schmittw/O]. Von naschenden Kindern: Gudsi 'Süßigkeit' sch. [ RO-Rehborn], am Guds'che sch. [ KU-Eschau]. Vorwiegend von Tieren (Hund, Katze, Kuh) gebraucht [ KU-A'glan WD-Niedkch RO-Mannw Ruppeck Unkb ZW-Maßw KL-Alsbn Erlb Heilmosch Hirschhn Hütschhs Schneckhs PS-H'eischw KB-Dreis Kriegsf Stett]. Wenn die Kuh auf der Weide bald da, bald dort anfängt zu fressen, schnaust sie [ IB-Nd'würzb]. 's Vieh geht sch. 'Das Vieh frißt verbotenerweise im Getreidefeld oder im Rübenacker' [ KU-Bedb]. Die Katz schnaust [ RO-Rehborn HB-Nd'bexb KL-Hütschhs Kottw/Schwand]. Sie war sch., wenn die Katze genascht hat [ RO-Unkb]. Die Hunn sch. gere 'Hunde stehlen gerne Knochen, Fleisch usw.' [ KU-Schmittw/O]. RA.: Ich geh der gleich sch.! 'Hör bloß mit dem Naschen auf!' [ ZW-Lambsbn]. Er schnaust wie e Katz [ KU-Hinzw]. Du hascht 'm Paff die Griewe geschnaust, do harrer (hat er) der e paar nogeworf, zu jemandem mit Ausschlag am Mund [ KU-Eschau]; vgl. PfWB Griebe 1 a und 2 a, PfWB Griebenmaul, -schnuß, -schnute. Neckvers für die Bewohner von RO-Unkb: Die Unkebacher Fause, / geh'n uff Moschel schnause. / Schnause de Moscheler alles ewegg, / hun die Moscheler dicke Dreck [Hebel 92]; vgl. PfWB Fausen, PfWB Moschel 2. —
b. 'herumstreichen und nach Eßbarem, nach Leckereien stöbern, z. B. vor Weihnachten nach versteckten Plätzchen suchen', schnause [mancherorts WPf, FR-Bissh], schnuse [IB-Herbh ZW-Stamb PS-Claus]; Zs.: PfWB durch-, PfWB herumschnausen; sch. geh [ RO-Lohnsf]. Er geht sch. [ KU-Herchw]. Sie schnaust iwweraal erum, for ebbes se erwische [ HB-Kirrbg]. —
2. 'nach Heimlichkeiten, Verborgenem

[Bd. 5, Sp. 1267]
in einer Wohnung, einer Schublade, in Büchern usw. stöbern, etwas durchsuchen, herumschnüffeln, auskundschaften', schnause [KU-Wolfst Kus ZW-Käshf Zweibr KL-Queidb U'sulzb Kaislt PS-Geisbg H'eischw KB-Ilbh BZ-Dernb, Donnersberg (PfId. 127) Bayer Hackm. 62 Juner 90 Müller Dietschw 66 Schandein Ged. 248], schnuse [PS-Rodalb (Bernhard 166) LA-Venn Don-Schowe Torscha]; Zs.: PfWB ausschnausen; sch. gehn [Zweibr]. Er schnaust dorum [Wilms Alph. 49]. Der do schnaust mer alles aus, von einem Neugierigen [ KL-Hütschhs]. Die zwett Strooß links, dort muscht-de schnause [Siebenlist 19]. —
3.
a. 'stehlen' [KU-Bedb Cronbg Erdb Gumbsw Heinzhs Hundh Lohnw Nerzw O'alb Obw/Tiefb Wolfst RO-Dielkch Odh Rehbn KL-Stelzbg PS-Geisbg, Thielen 101]; Syn. s. PfWB stehlen; schnause gihn [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'wildern' [ RO-Dielkch Feilbg Pirmas]. Er geht sch. [Pirmas]. —
4. 'verstohlen den Mädchen nachlaufen, zu den Mädchen gehen', von jungen Männern, schnause [ KU-Bedb HB-Schwarzack KL-Drehthhf]. Er geht gere sch. [ KU-Bedb]; vgl. PfWB herumschnusseln. —
5. 'beim Kartenspiel zusehen', vom 5. Spieler, wenn 4 miteinander spielen [ KU-Ehw KL-Eulbis Reuschb]; Zs.: PfWB hereinschnausen; Syn. s. PfWB kiebitzen 1. —
6. 'im Haushalt herumwirtschaften', schnause [ IB-Aßw KL-Dansbg Schneckhs], schnuse [ PS-Trulb]. —
7. '(nach einer Anstrengung) heftig atmen, schnaufen', auch von Tieren, schnuse [HB-Medh Peppk IB-Ballw Bebh Bliesmg/Bolch Ensh Erfw/Ehling Eschring Gersh Reinh Rubh Seelb Witth ZW-Gr'steinhs PS-Schweix, IB-Ensh (Glass 108) Ommh (Walle 35)]; Syn. s. PfWB schnaufen 1 b. Er schnust [IB-Eschring]. Der schnust awer! [ PS-Schweix]. Die Kuh schnust [ PS-Schweix]. De Dokder seed, ich hädds Schnuuse 'Schweratmigkeit, Asthma' [IB-Ensh (Glass 108)]. — RhWB Rhein. VII 1570/71; Lothr. 463; ElsWB Els. II 508 schnaüsen; Schwäb. V 1040 schnäusen; Hess.-Nass. III 339; DWB DWb. IX 1209.