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 PfWB Herbst-apfel (Bd. 3, Sp. 845)   PfWB Apfel (Bd. 1, Sp. 304) 
   Herbst-apfel m.: eine Apfelsorte, Herbschtappel, Pl. -äppel [ LU-Opp]; vgl. Sommer-, PfWB Winterapfel. —

 

   Apfel m.:
1. 'die Frucht des Apfelbaumes'. Edelapfel und Wildapfel werden als Poß- und PfWB Wild- oder Holzapfel unterschieden. Die Entwicklung des Apfels in BR.: Nohch Johanni (24. 6.) kämer Ebbel esse, do sin se g'salze [NW-Dürkh (Wilde 9)]. Peder un Paul (29. 6.) macht die Äppel faul, macht die Beere 'Birnen' sieß un de Krotte lange Fieß [ Don]. Am Jakobsdaag (25. 7.) werr'n die Äppel g(e)salzt 'bekommen sie einen würzigen Geschmack' [NPf NWPf (Wilde 9)]. Jakob salzt sie, Barthel (24. 8.) schmalzt sie, Michel (29. 9.) bricht sie, Nickel (6. 12.) ißt sie [ PS-Schönau]. Bartholomä (24. 8.), wer Korn hot, der sä; wer Grummet hot, der rech; wer Eppel hot, der brech [FR-N'lein LA-Siebding verbr. Gal]. Uff St. Gallustag (16. 9.) muß jeder Appel in de Sack [VPf]. E Weißrieb zu Weihnachte, en Appel noch Pingschte un e Mädel vun dreißig Johr, die hän alle drei de Geschmack verlor [Feierowend Jg. 6 (1954) Nr. 6, S. 1]. Vergleiche:

[Bd. 1, Sp. 305]
Bäckelcher wie Eppelcher 'rot wie Äpfelchen', e G(e)sicht (e Keppche) wie e E. u. ä. [verbr.]; gsund wie'n A. [ LU-Friesh], rund wie 'n A., von einem fetten Gaul [ LU-Friesh], verschrumbelt wie e Eppelche an Weihnachte [WPf]. RA.: Do muß mer in de(n) saure Appel beiße 'sich ins Unvermeidliche schicken' [allg.]. Die wollen jemand uf de Appel setze 'hintergehen' [Krieger 46]. Der hot Gritz im Kobb wie halwe Eppel, vom Hochmütigen [ BZ-Steinf]. Uff deine Bääm gibts aach wormige Eppel (bei übergroßem Familienstolz) [ BZ-Rohrb]. Der hot kään Appel gesse, wann er nit zwämol g'schält war [ LU-Opp]. Der stobbelt Ebbel, wu noch ke abgemacht sin, wer Äpfel stiehlt [verbr. vorn. VPf (Wilde 9)]. Gell, du machscht gleich die Ä. for zwäi Johr ab, wenn einer Tragästchen abschlägt [ KU-Schmittw/O KB-Bischh]. SprW.: De Appel fallt net weit vum Stamm (vum Baam) 'Die Kinder sind wie ihre Eltern geartet', auch in der ironischen Abwandlung: De Appel fallt net weit vum Beerebaam [allg.]. En fauler Appel steckt d'r anner aan [Fogel Prov. Penns 6]. Wann d'r Appel mol zeitich (reif) is, fallt 'r runn'r [ebd. 6]. Hätt Adam Pälzer Wein besesse, Hätt er den Abbel nit gegesse, Spruch auf einem 200 Jahre alten Faß in Sausenheim [Wilde 262]. VR.: Käthel, Rätsch, Bohneflätsch, geh in's Kaisers Garde, ropp die schenschte Eppel ab, de Kaiser werd dich stabe [ SP-Schiffstdt]. Kathrinche vum Bach hot laurer scheen Sach, hot Eppel gedämpt un de Finger vebrennt [ KU-Reiffb]. En blitzroder Abbel hängt owe in de(r) Luft, mein allerliebscht Schätzel kummts Dal unne ruff [Neustdt u. Umg.]. Drei, sechs, nein, Michel kum herein, setz 'm Gaul de Sattel uf, blos 'm hinne nei, sin gebackene Ebbl drin, gehören all dein [ LU-Friesh]. Weitere Beispiele s. Wilde 10. Rätsel: Ebberle, Bebberle unner de Bank, Ebberle, Bebberle ower de Bank, 's isch ke Dokter im ganze Land, der dem Ebberle, Bebberle helfe kann (fauler Apfel) [ GH-Weingt]. Rätsel: Vorne wie en Appel, in de Midd wie e Sprausäckel, hinne wie e Spazierstöckel (Katze) [Hebel 119 Wilde 10]. Scherzverse: Wit 'n Appl? Stouß dein Kopp werrer d' Staffel [ LA-Essing]. Abbel, Kawalerabbel, Geh an de Kuh ehr Loch un rabbel [Frankth (Wilde 10)]. Zum Schnellsprechen: Wer schmeißt dann do mit Ebbel? Des is es Franzsepps Seppel [PS-Burgalb (Wilde 10)]. Abbel, Babbel, Blätter, Blütenbaum [Wilde 10]. AR.: Äbbel, Nuß un Kuche, du mußt suche [GH-Weingt (Wilde 10)]. Wer geht mit iwwer die Brick Äppel strenze soo dick?, An- und Aufruf der Kinder, sich zu sammeln, um irgendwohin spielen zu gehen; bei 'soo dick' wird mit beiden Armen eine weitausholende Kreisbewegung gemacht [verbr. WPf KB-Bischh]. Beim Spiel »Macht auf das Tor« halten die beiden Tormädchen jedes Kind auf und

[Bd. 1, Sp. 306]
fragen: 'Appel orrer Beer?' Wer Appl sagt, stellt sich hinter das Applmädchen, wer Beer sagt, hinter das Beeremädchen. Vorher haben die beiden Tormädchen ausgemacht, was Appl und was Beer bedeutet, entweder Himmel oder Hölle [ LA-Edh]. Volksgl.: Wenn man Äpfel abmacht, soll man die Art (d. h. einige Äpfel) hängen lassen, damit es das nächste Jahr wieder Äpfel gibt [KU-Schmittw/O (Wilde 9)]; vgl. HwbAbergl. I 510. Nooch de Weihnachde hänn die Äppl goldne Steel 'Stiele' [ LA-Edh]. Wer Warzen vertreiben will, braucht sie nur mit einem Stückchen Apfel einzureiben und dieses dann unter dem Dachkandel (Dachtraufe) zu begraben [NPf (Wilde 9)]. Ein Traum von sauren Äpfeln bedeutet Streit, ein solcher von reifen, guten Äpfeln Glück [verbr. Wilde 9]. a. 1464: oppel, bieren oder anders deszgleichen [Grimm Weist. V 698]. a 1532: Eppel (Pl.) [Lgb. Kloster Seebach]. a. 1552-1557: die öpfel [LeinArch. Bl. 29]. —
2. Apfel im Schlafrock 'mit Teig umbackener Apfel', Appel im Schlofrock [verbr.]; vgl. PfWB Apfelkrapfen. —
3. übertr.
a. histor. 'Reichsapfel'. a. 1246: den gulden appel (Trifelsinventar). a. 1592: ein Kaiserischer Apffell beim Wachenheimer Creutz gehawen [StArch Dürkheim D. 2]. —
b. Pl. 'weibliche Brust'. Die hot scheene Äppelcher [Zweibr Pirmas]. —
c. scherzweise für 'Hintern'. Ich bin ball uff de Abbel gefall(e) [Kaislt LU-Friesh]. Auch für 'Kopf des Menschen' [verbr.]. Ich schlaa dr an de Appel, daß de Krutze wackelt [ PS-Kröpp]. —
d. Pferds-, Gaulsapfel (s. d.). —
e. Pl. 'Beulen, die von Schlägen herrühren'. Er hot sei Äppel krie(ch)t [verbr.]. Er kriet Äppel uf de Appel [ KU-Wolfst KL-Wörsb]. — Zs.: PfWB Adams-, PfWB Aug-, PfWB August-, PfWB Bach-, PfWB Back-, PfWB Paradies-, PfWB Bauch-, PfWB Pelz-, PfWB Pferds-, PfWB Pfuhl-, PfWB Pfund-, Bismarck(s)-, PfWB Bohn-, PfWB Poß-, PfWB Brücken-, Champagner-, Christkind(s)-, PfWB Tafel-, PfWB Taffet-, Dampf-, PfWB Tann-, PfWB Teufels-, Dorn-, Dürrgarten-, PfWB Eis-, PfWB Erd-, PfWB Ernte-, PfWB Faß-, Fäßchen-, Frier-, Früh-, PfWB Gall-, PfWB Gauls-, Gehanns-, PfWB Gelb-, Gewitz-, PfWB Granat-, PfWB Grau-, PfWB Hafer-, Hain-, PfWB Heimen-, Heimer-, PfWB Holz-, PfWB Jakobs-, PfWB Johannis-, PfWB Kaiser-, Kalville-, PfWB Katharinen-, Karthäuser-, PfWB Kläpper-, PfWB Koch-, PfWB Kohl-, Leder-, PfWB Liebes-, PfWB Matt-, PfWB Mutter-, PfWB Quitt-, PfWB Rabau-, PfWB Rosen-, PfWB Rot-, PfWB Sauer-, Schafnasen-, PfWB Schlaf-, PfWB Schläfer-, PfWB Schuh-, PfWB Schul-, PfWB Sommer-, PfWB Spät-, PfWB Stech-, PfWB Stram-, PfWB Streif-, PfWB Süß-, PfWB Weihnachts-, PfWB Wein-, PfWB Weiß-, PfWB Welsch-, PfWB Wild-, PfWB Winter-, PfWB Wunderapfel. — F.: Sing. meist abl; ḁbl verbr. NWPf u. mittl. VPf, hier mancherorts, z. B. NW-Ungst Erph LA-Nd'hochstdt, bis in o übergehend (vgl. Bertram 14), sowie westl. u. nördl. Teil der südl. VPf. »Oft ist bei älteren

[Bd. 1, Sp. 307]
Leuten (der mittl. VPf) noch neben jüngerem allgemeinen a zu hören« (Bertram 14). Umlaut im Sing. (ebl) wurden 1956 gemeldet für RO-Steinb KB-Mauchh Morschh Ilbh Gauersh Einselth Niefh Immh Boland Dannfs Jakobsw Dreis FR-N'lein; ḁbfl gilt in der Südostecke der Pfalz, s. Karte 1. Diese durch die Schriftsprache gestützte Form dringt von Süden her langsam vor; 1928 wurde für die Orte Niederotterbach, Freckenfeld, Minfeld Appel gemeldet, die heute Apfel haben. Hingegen weist das weiter nördlich gelegene, von Orten mit Appel, Gippel umgebene Heuchelheim an Stelle des früheren -pfheute -pp- auf. Das gleiche gilt für 10 weitere, tiefer im Landesinnere gelegene Orte, bei denen jedoch die Meldung Apfel für 1928 offenbar auf einem Irrtum beruht. In dem weiter südlich, inmitten des Bienwaldes gelegenen Büchelberg das Ende des 17. Jahrhunderts von Ansiedlern »aus dem nördlichen p-Gebiet« gegründet wurde [Heeger Südostpf. 36], hat sich -pp- bis heute erhalten. Pl.: ebl bzw. ebfl; SOPf verbr.: ebliχ ebfliχ.