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 PfWB Herbst (Bd. 3, Sp. 845)   PfWB Erne (Bd. 2, Sp. 945)   PfWB Heu-erne (Bd. 3, Sp. 959) 
   Herbst m.:
1. 'die Jahreszeit H.', Herbscht (härbd, häÄbd) [verbr., auch Penns Don Gal Buch Rußl], (hǟrbd) [ KU-Rothsbg NW-Iggb BZ-Nd'horb], Herbsch [ GH-Kuhdt], Hebscht (-ä-) [mancherorts WPf], Härribscht [Lambert Penns 75], Heerebscht [Buffington Penns Var. 224/24], Harbscht [mancherorts südl. VPf PS-Schönau Hirschth Bruchw RO-Rehborn], Harebscht [PSA 71]; vgl. PfWB Spätjahr. Zs.: PfWB Früh-, PfWB Spätherbst. Das is e schääner (e nasser, e kalder) H. [verbr.]. 's is grad wie im H. [ KL-Reichb]. Im H. loßt mer die Dumme Haschpelschmeer hole [ FR-Gr'niedh]. BR.: Viel Newwel im H., viel Schnee im Winder [ RO-Als]; eine andere BR. s. PfWB braten 1 c. Einen VR. s. PfWB Ernte 1 a. —
2. 'Ernte im H.'.
a.
α. 'Traubenlese' [allg. in Weinbaugebieten]; vgl. PfWB Traubenherbst. Zs.: PfWB Portugieser-, PfWB Vor-, PfWB Haupt-, Malinger-, PfWB Rot-, PfWB Weiß-, PfWB Weinherbst. Ich geh in de H. [verbr.]. RA.: Die is gebutzt wie 's Kättel im H., von einer mit schlampiger Kleidung [Bergz], wie 's Gretel im H. [ KU-Brück]. SprW.: Wer sich scheit vor Dreck un Speck, der bleib aus'm H. eweg [LA-Impfl]. a. 1514: Item 10 ß 8 Pfg. ist uff den hirbst gangen zu spier vnd berghußen zu lesen [GgHospR]. —
β. 'Ertrag der Weinlese'; e guder (e schlechder) H. [verbr.]; e voller H. 'guter Weinertrag' [ LU-Fußgh]; e halwer H. (nur der halbe Ertrag) [ KB-Zell]. Wann aach noch de H. mißlingt, noot kimmer barfuß lääfe [Keiler 9]. Zs.: PfWB Drittel-, Viertelherbst. RA.: Er isch em Aarsch wie de Bellemer H. (der vom Hagel vernichtet worden war), von einem bankrotten Unternehmer [ LA-Gommh]. a. 1578: als sie den herbst daselbst eingethan [WerschwSchR]. a. 1632: Es haben die Räben frostschaden gelitten, daß gantz vnd gar kein herbst gemacht [ebd.]. —
b. 'Ernte anderer Früchte' in PfWB Dickwurzel-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Kartoffel-, PfWB Rübenherbst. — Südhess. III 308/09; RhWB Rhein. III 541/ 42; LothWB Lothr. 238; ElsWB Els. I 371; Bad. II 629.

 

   Erne1, Ernte f.:
1.
a. 'Getreideernte'. Hauptformen: Äärn (ǟrn) mit Äären als Nebenform, Äärnt (ǟrnd) mit Äärent als Nebenform, Ääre (ǟrə), zur Verbr. s. K. 117. Seltenere Formen: Äärne [ PS-Lu'wink BZ-Schweighf], Aarn (neben Aaren) [ RO-Ruppeck FR-Merth NW-Deidh

[Bd. 2, Sp. 946]
BZ-Dernb], Aarne [ PS-Nothw], Eerr) [ KU-Roth], Eeren (ērən) [ GH-Rh'zab], Aare [ WD-Hoof], Äär (ǟr) [ HB-N'alth], Aar [KB-Mauchh (neben Äären)], Eere (ērə) [ KU-Friedhs ZW-Gr'bundb], Aarnt (neben Aarent) [ BZ-Schweig], Ääret (ǟrəd) [ BZ-Albw]. Auslandspfälzer: Äärn (ǟrn, ǟrən) [Don-Schowe Torscha Werb Tscherwk Sekitsch verbr. Gal Rußl-Rastatt], Aarn [Gal-Hohenb u. Umg. bis Königsberg], Äärne [Don-Sekitsch Rußl-N'liebstal], Ääre [ Gal-Beckersd], Äärnt [verbr. Don Gal Buch Rußl-Worms], Ärn/Arn [Penns (PSA 15)]; vgl. PfWB Abmachen, PfWB Schnitt. Heit is Wedder for die Ääre [ ZW-Battw]. Ich geh in die Äärn, um mitzuhelfen [LU-Alsh, verbr.]. SprW.: 's is net alle Dag Äärn [Fogel Prov. Penns S. 12]. Mit der Äärn soll mer immer am Samschdag aanfange, das is e leichter Dag [Gal-Sap, verbr. Gal Buch]. Uf d' Wisse (beim Heumachen) wie'n Daub (Taube, d. h. gut angezogen), en d' Äärn wie'n Raup (Raupe, d. h. in schlechten Kleidern) [ LA-Herxh]. Wer im Häämache (Heumachen) nit gewwelt (gabelt), in de Äärn nit zawwelt (zappelt, hier 'sich rührt'), im Herbscht nit frih ufsteht, der guck, wie's'm im Winder geht! [BZ-Dierb, verbr. (Wilde 104)]. WR.: Steht der Schlehdorn früh im Blütenschein, wird vor Jakob (25. Juli) Ernte sein [ PS-Fehrb]. Wann die Blume welke an Frooleichnam, gebt's e pidderich (s. PfWB pittern 'regnen') Ääre [ KU-Hundh]. Wann's uf Marie Himmelfahrt (15. August) reent, gibt's e nassi Äären [ FR-Bockh]. a. 1344: nach der erne [OttbgUrkb. 426]. a. 1357: in der schuren, darin dasselbe closter sin gud zu erne jnnefuret [PfWeist. I 257 (KB-Dreis)]. a. 1480: mit dem knecht den er zu wynachten dingt vnd mayde die er zu der eren dinget [MHVPf. 1870, S. 4]. a. 1480: den andern frohntag ihn der erndt [PfWeist. I 445 (KL-Erlb)]. a. 1501: Item hat mein herr von Limpurg oder ein pfleger im fronhofe einen vorschnit 'Recht, vor anderen zu ernten' in der ehern [Grimm Weist. V 587 (SP-Schiffstdt)]. a. 1529: von den pferden ... zu beschlagen in der Eern [SpeyGgHospR]. a. 1539: zwey huner, eins zu ernn vnd eins zu fasenacht [PfWeist. I 327 (LA-Edk)]. a. 1553: korn in der erndt zu schneiden [ABlieskst 25]. a. 1553: in der errent, sobald die von Bließcastel ihre schuldige frohn gethan [ebd. 30 (IB-Lautzkch)]. um 1567: im ernd [PfWeist. I 72 (KL-Baalbn)]. a. 1579: in der ärndt [ebd. I 225 (NW-Dackh)]. a. 1537: so hat sy macht in der erren ein vorschnitt zu thun [SSp., Schöffenweistum Falkenstein, S. 75]. a. 1707: Die adeliche seynd zur ernd ein garb von jedem morgen ... schuldig [PfWeist II 589 (NW-Freinsh)]. a. 1772: Dung, als das einzige wahre Mittel, die Aernden ergiebig zu machen [Bemerkungen der phys.-ök. Gesellschaft in Kaislt, S. XI]. —
b.
α. 'Ertrag der Ernte 1 a'. Die

[Bd. 2, Sp. 947]

Schloße hän die Äärn verschlache [ GH-Vollmw]. Die Ääre is schlecht ausgefall [KL-O'arnb, verbr.]. RA.: Dem hat's die Äärnt verschlaa, deshalb schaut er so mißmutig darein [Rockhs]. SprW.: Wie die Soot, so die Äärn [ RO-Dielkch]. WR.: Wann die Felder en ganzer Winder mit Schnee zu sin, gebt's en guti Äärn [Fogel Beliefs Penns Nr. 1210]. a. 1471: helffen die ern intun [SSp., Kirchschaffnei Zweibr. Bl. 18]. —
β. von Erträgen anderer Pflanzen, s. Tabaks-, Grundbirnen-, PfWB Heu-, Honig-, PfWB Kirschen-, Kohlernte; vgl. PfWB Herbst. Die Obschtbääm gewwen desjohr e guri Äären [ NW-Freinsh]. —
2. übertr.

[Bd. 2, Sp. 948]
Bei dem nasse Werrer hält de Dokter wirrer Äärə [ RO-Lettw]. — Zur Lautform: Die Formen mit ē- (ēr, ērə, ērən) erhalten (bei Längung) die Qualität des mhd. Stammvokals (erne), die mit ǟ- (ǟrn, ǟrnd, ǟrə u. ä.) zeigen die im Pfälzischen weithin in Erscheinung tretende Senkung des Vokals vor r + Kons.; die Formen mit ā- (ārə, ārn, ārnd u. ä.) stellen den äußersten Grad dieser Senkung dar. Die Dehnung des Vokals vor r + Kons. ist im Pfälzischen häufig anzutreffen, vgl. z. B. r 'Garten', dǟr 'sterben', r 'Kirbe', rd 'Wurst'; Näheres hierzu bes. bei Bertram §§ 33, 40, 89, 102, 122, 162. Schwund

[Bd. 2, Sp. 949]
des auslautenden -e wie in ǟrn, ǟrnd gilt in der Pfalz fast allg.; Ausnahmen sind selten. In ǟrən, ǟrənd ist ə Sproßvokal wie in ārəm 'arm', gǟrən 'gern' u. a. Das auslautende -d in ǟrənd, ǟrnd u. ä. ist alt bei uns, wie dies die historischen Belege erweisen. — Südhess. I 341/42 arn, II 258/59; RhWB Rhein. I 255/56; ElsWB Els. I 68; Bad. I 706/07.

 

   Heu-erne, -erntef.: 'Heuernte', Ha(a)iäärn, seltener -äären [verbr., auch Gal], -ääre [verbr. NWPf], -ernt [verbr.], (hǟrn) [ NW-Geinsh], (hārn, -ān) [mancherorts südl. VPf], (härnd) [verbr.]; zur Verbr. s. K. 199. Syn.: PfWB Heuet, PfWB Heumachen, PfWB -zeit. Mir hawwe e schlechdi (nassi, regnerischi, verregndi) H. [ LU-Alsh]. BR.: Därrt 's Gras am Fronleichnamsdag, so gibt's e gudi H. [ NW-Haßl Geinsh KL-Stelzbg]. An Fronleichnamsdag Ree, gibt's e nassi H. [ NW-Bobh]. — Zu den Formen des Grundworts s.

[Bd. 3, Sp. 960]
PfWB Erne, PfWB Ernte. Südhess. III 461 Heuarn, 462 Heuarnte; RhWB Rhein. III 590 Heuarn; Bad. II 671.