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 PfWB Henker (Bd. 3, Sp. 811)   PfWB Peter (Bd. 1, Sp. 741)   PfWB Loch (Bd. 4, Sp. 1006) 
   Henker m.:
1.
a. 'Scharfrichter', Henker, Hinker [mancherorts]; vgl. PfWB Hasenhenker. SprW.: Der Schenker is gestorb, der H. lebt noch [ Gal-Dornf Chrusno Bagbg]. —
b. 'Teufel', in Wendungen wie: Zum H.! Geh zum H.! [mancherorts]; vgl. PfWB Deuhenker 1. —
c. 'abgetriebenes Pferd' [ KU-Diedk]. Syn. s. PfWB Mähre. —
2. 'Herabhängendes'.
a. 'lose anliegende Frauenjacke' [ NW-Gönnh LA-Wey Germh Don-Rudolfsgnad]; vgl. PfWB Peter 6, PfWB Flieger 3 a. —
b. 'Mädchenkleidchen', Henkerche (Dim.) [Kaislt]. —
3. s. PfWB Auf-, PfWB Bippel-, PfWB Flitschenhenker. — Südhess. III 266; RhWB Rhein. III 513; LothWB Lothr. 229 Hänger; ElsWB Els. I 353; Bad. II 618.

 

   Peter, Petrusm.:
1. Apostel Petrus, Peder (pēdər), selten Petrus (pēdrus). Seine Namenstage sind der 22. Februar (Petri Stuhlfeier) und der 29. Juni (Peter und Paul). Zum ersteren s. PfWB Peterstag. Petrus gilt als Wetterregent, daher die (scherzhaften) RA.: Hall beim P. um gut Werrer oon! [ KU-Schmittw/O, allg.]. De P. kechelt (kegelt), wenn es donnert [ KB-Kriegsf, KU-Bedb], P. rollt de Zowwer (Zuber) üwwer de Himmel, dass. [ GH-Zeisk]. Eine schlechte Tabaksorte wird scherzh. »Marke Petrus« genannt, unter Anspielung auf das Bibelwort: Er ging hinaus und weinte bitterlich [Wilde 239]. WR. zum Peter-und-Paul-Tag: Wann im März die Newwel fallen, gebt's zu Peder un Paul groß Wasser [ Gal]. Peder un Paul machen die Worzel faul, machen die Kersche rot, do brauche mer auch kei Brot [IB-Rohrb (Wilde 147)]. Weitere WR. s. Paul. Volksgl.: Im Wurmsegen tritt P. neben Jesus und Johannes als Heilender auf: Petrus und Jesus fuhren aus gen Acker, ackert drei Furchen, ackert auf drei Würmer; der eine ist weiß, der andre ist schwarz, der dritte ist roth; da sind alle Würmer tod. In Namen + + + sprich die Wortt drei Mal [RO-Sippf]. Jesus, Petrus und Johannes gingen hinaus, um zu ackern; da fanden sie ein Würmelein; das Würmelein soll sein weiß, schwarz und rot, daß alle

[Bd. 1, Sp. 742]
Würmer sind tot [ HB-Kirrbg]. —
2. männl. VN, im Spruchgut und in den Volksreimen mitunter einen dummen und faulen Menschen bezeichnend, in älterer Zeit oft in Verb. mit anderen Namen, s. die folgenden Stichwörter. Die Petercher sin gut for bei's Vieh, als Viehhirten [Krieger 40]. RA.: Er schläft, bes die Katz em Perer rift (ruft), von einem Langschläfer [ RO-Odh]. Hannes, was schaffscht dann?Ei nix, Mutter.Un du, Peder?Ei, ich helf 'm Hannes [ Gal-Bagbg]. SprW.: Hans wie Peder, fär sich sorcht jeder [ BZ-Dierb]. Peter heescht nit e jeder [ Don-Gottlob]. VR.: Wer schmeißt dann do mit Beere? Des is es Franz-Sepps Pere (Vers zum Schnellsprechen) [PS-Burgalb (Wilde 23)]. Man neckt den Namensträger Peter mit verschiedenen Reimen, z. B.: De Perer, wo stehrer? Im Stall. Was durer? Er gebt de Gail Furer. Was noch? Er putzt de Gail 's Loch [KU-Reiffb, verbr., auch Gal]; oder: Peter in dem Hinkelstall frißt die rote Eier all, die weiße loßt er leie, morje geht er freie [PfRSch. vom 11. 11. 1934]. Ein Kniereitervers: Hoppe, hoppe, Reirer (Reiter), Geil gehn uf die Weire (Weide), 's Fillche, des lääft weg, de Peder liecht im Dreck! [ LA-Mörlh]. Beim Händepatschen: Batsche, batsche, Peter, hinnerm Ofe steht er, nimmt das Schmeer un schmiert die Schuh, kommt die alte Katz dazu, frißt die Schuh und auch das Schmeer, frißt mer all die Teller leer [Feierowend 1950, Nr. 8]. Abzählreime: Eenemeene, Bohneblaad, unser Keenich hot gesaat: siewe Gaaße un e Kuh, Perer, schließ de Stall zu, werf de Schlissel iwwer de Rhein, morje soll's gut Werrer sein [ NW-Frankeck, auch RO-Obd]. Apfel, Birne, Zicke, Topfe, Ente, Geige, Feige, Hopfe, Iggel, Katze, Löwe, Maus, dummer Peder, Band heraus [GH-Kand Umg. St.Ingb]. Rätsel: Perer, Perer, Breinche, zackert hinnerm Zeinche, zackert ohne Plug un Schar, werd's ken Mensch im Dorf gewahr (der Maulwurf) [Kinder- und Volksreime in: Der Trifels vom 24. 12. 1933]. Andere VR.: Deff, deff, deff, de Völkersweiler Peter, der rappelt mit'm Geld, un sagt, des kann nit jeder; stolz wie en Graf, un wann er käner is, so setzt er sich in die Eisebahn un fahrt bis nach Paris [ BZ-Wernbg]. Der Peter von Saarbricke hat e Sack voll Micke, schmeißt wedder de Poschde, der Poschde kracht, Peter lacht [Hombg]. Mei liewer, liewer Peter, die Kersche werren rot, jetzt esse mer als Kersche, do spare mer e Stick Brot [Feierowend 1950 Nr. 8]. — Der Name Peter erscheint als zweiter Teil in einigen Doppelnamen, wie z. B.: Georg-Peter, Johann-Peter, Philipp-Peter. Zs.: PfWB Dreh-, PfWB Floh-, Grangel-, PfWB Hollen-, PfWB Hunde-, PfWB Knicker-, PfWB Knochen-, PfWB Lügen-, PfWB Schlapp-, PfWB Schnudel-, Struwwel-, PfWB Zappel-, PfWB Zottel-, PfWB Zwiebelpeter. —
3. Rubberschwiller Peder, Uzname für die Bewohner von PS-Ruppw. —

[Bd. 1, Sp. 743]

4. Schreckgestalt für Kinder, Perer [ LU-Hochd], de schwarz P. [ RO-Feilbg]. Schwarzer Peter ist auch eine Bez. für ein Kartenspiel. RA.: De schwarz P. is im Geldbeidel 'Das Geld ist mir ausgegangen' [ KL-Samb]. —
5. Name für Haustiere, bes. Katze, Hund, Ochs. —
6. Bez. für Kleidungsstücke.
a. glatt herabhängende Frauenjacke [verbr. um 1930], auch PfWB Flieger, PfWB Henker genannt. »Der 'Peder' ist ein blusenartiges Kleidungsstück mit Ellenbogenärmeln, vorn geschlossen, glatt herabhängend, unten umgesäumt und oben mit niedrigem Stehbörtchen« [ LA-Herxh]. Dieses Kleidungsstück wird mit Vorliebe bei der Heuernte getragen. Zs.: PfWB Blusen-, PfWB Flieg-, PfWB Sackpeter. —
b. 's Peterche, ein auf Taille gearbeitetes Frauenjäckchen [ RO-Messbhf]. —
c. Strickwams für Männer [ LA-Gleisw]. —
d. altes Kleidungsstück. Do, zieh denne alde Perer aan [Kaislt, verbr.]. —
7. 'Nachttopf', Pere [ KL-O'sulzb]. —
8. gebrennder (gebrannter) P. 'geröstete Mehlsuppe' [westl. WPf]. —
9. Peter und Paul, scherzh. für 'Mädchenbusen' [Klein Prov. 48, DWB DWb. VII 1577]. —
10. Als Bestimmungswort erscheint Peter in den ON Petersau, -bächel, -berg, Pettersheim (Näheres s. bei Christmann SN), sowie in vielen FlN, z. B. Petersberg [ NW-Dürkh], -born [ BZ-Albw], -brunnen [ LA-Maik], -halde [ NW-Deidh], -kopf [Kaislt NW-Deidh], -wald [ KL-Vogb, auch Mundatwald bei Weißenburg i. E.], -wingert [ BZ-Ingh]. — F.: In der WPf zumeist pērə(r), pērÄ(r), bei den Jüngeren zunehmend pēdə(r); Sonderformen: pīrər [ RO-Rehborn], pēlər [KU-Körbn u. Umg.], perər [ KU-Reiffb], pit [IB Don Lenauh (Dim.: pidχə)]; die VPf hat zumeist pēdə(r) bzw. pēdÄ(r), seltener pērə(r), pērÄ(r); vgl. Bertram 128/29. Bei den Galizienpfälzern, wie auch bei den Ältesten in der Pfalz (z. B. in KU-Kaulb) findet sich auch die ältere Form pēðər. — RhWB Rhein. VI 624 ff.; LothWB Lothr. 39; ElsWB Els. II 115; Bad. I 167/68; Hess.-Nass. II 571.

 

   Loch1 n.:
1.
a. 'natürliche Vertiefung im Boden'.
α. 'Senke, enges Tal', Loch [verbr., Christmann Kaulb 73 Mang 102 Müller Dietschw 48 Schneckenburger 53 Lambert Penns 100 Beam Penns 66 verbr. Don Gal (Krämer Gal 143) Buch Rußl], Luch [ KU-Dennw/Frohnb HB-Kirrbg], Lorch [ Don-Bukin Schowe]; Pl. Lecher [verbr.], Lescher [mancherorts VPf, Schneckenburger 26]; Dim. Sg. Lech(e)lche [verbr. (außer SOPf) Beam Penns 64 verbr. Gal], Lech(e)l [mancherorts VPf verbr. SOPf O-PS, Otterstetter 130], Pl. Lech(e)lcher, Lechlich, Lechle; vgl. K. 27. RA. (Verwünschung): Däschde (tätest du) nore im Binger Loch leie! [ KU-Kaulb, KB-Kriegsf]. VR.: Buschper (Boßweiler) leit bei Querem, o jerem, o jerem, / Buschper leit im Loch, Forts. s. PfWB Boßweiler. —
β. 'kleinere Vertiefung, Spalte im Boden oder im Gestein' [mancherorts]; vgl. PfWB Kaule 1, PfWB Kaute 1; Zs.: PfWB Erd-, PfWB Lettenloch. Dort isch e L. im Grawe [ LA-Gommh]. RA.: Der sauft wie e L., von einem unmäßigen Trinker [ KU-Kaulb, verbr]. VR.: Äne, däne Dore, die Geiß gehrem Kore (geht im Korn) / De Hirt leit em Loch, hat Hals oun Bään gebroch [ WD-Niedkch]; einen weiteren VR. s. PfWB Trawaldin. —
γ. 'sumpfige Vertiefung, Wasseransammlung' [mancherorts]; Zs.: PfWB Pfütz-, PfWB Binsen-, PfWB Bruch-, Topf-, PfWB Dreck-, PfWB Drill-, PfWB Driller-, Tümpel-, PfWB Enten-, PfWB Gänse-, PfWB Gieß-, PfWB Gumpen-, PfWB Huder-, PfWB Krotten-, PfWB Mur-, PfWB Sappch-, PfWB Sudel-, PfWB Sumpf-, PfWB Suttcher-, PfWB Sutter-, PfWB Wasserloch. Do is e sumpig L. [ FR-Heuchh]. —
b. 'künstlich geschaffene Grube oder Vertiefung im Boden'.
α. 'Spielgrube beim Hurrsau- und PfWB Klickerspiel [mancherorts]; vgl. PfWB Hußda1, PfWB lafa, PfWB Lochherum, PfWB Löchelns; Zs.: PfWB Kachelloch; VR. s. PfWB Hurrsau 1 a. —
β. 'Vorratsgrube, in der Futterrüben eingegraben werden' [ KB-Orb NW-Weish/S LA-Böbing]; vgl. PfWB Kaule 1 a, PfWB Kaute 1 a; Zs.: PfWB Dickrüben-, PfWB Dickwurzel-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Rüben-, PfWB Rummeln-, PfWB Saurübenloch. —
γ. 'Pflanzloch für Bäumchen, Tabakpflanzen, Reben, Bohnen u. a.' [mancherorts]; Zs.: PfWB Pflanz-, PfWB Stufenloch. —
δ. 'Grube, in der Lehm, Sand, Kies gegraben wird' [mancherorts]; vgl. PfWB Kaule 1 c; Zs.: PfWB Kies-, PfWB Leimen-, PfWB Sandloch. —
ε. 'Schindanger' [ LA-Böbing Leinsw Nd'hochstdt]; Zs.: PfWB Schinderloch. —
ζ. 'Jauchegrube' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Pfuhl-, PfWB Senkloch. —
η. 'Grube zur Hanf-, Flachsbearbeitung; vgl. PfWB Blauel-, PfWB Brech-, PfWB Dulf-, PfWB Hanfbrechloch. —
θ. vgl. PfWB Brunnen-, PfWB Bohr-, PfWB Butter-, PfWB Grab-, PfWB Schließloch. ι 'von Tieren gegrabene Höhlung' [verbr.]; Zs.: PfWB Dachs-, PfWB Fuchs-, PfWB Hamster, Kornwurms-, PfWB Maulwurfs-,

[Bd. 4, Sp. 1007]
Maus-, PfWB Wurmloch. BR.: Sunnt sich de Dachs in de Lichtmeßwoch, kriecht er uf vier Woche willer (wieder) ins L. [ KU-Bedb, mancherorts], auch: Sieht de Dachs sein Schatte in de Lichtmeßwoch... [ LU-Böhl, mancherorts]. —
2. 'Öffnung oder Vertiefung am menschlichen oder tierischen Körper'.
a. 'Darmausgang' [verbr.]; Zs.: PfWB Arm- 2, PfWB Arsch-, Kuharsch-, PfWB Scheißloch; RA. für 'den Hintern verhauen': 's L. vergerwe [ FR-N'lein], saame (säumen) [ KU-Kaulb], treffe [ PS-Geisbg NW-Kallstdt]. Er hot 's Lechl g'fitzt kriegt [ GH-Leimh]. Dem hert (gehört) e Tritt uf's L. [ KU-Schmittw/O]. Drohung: Geh weg, schunscht drer ich (trete ich) der uf's L., daß de Schuk stecke bleibt! [ PS-Erfw]. Setz dich uf dein L.! [ LU-Friesh]. Andere RA.: Abschlägige Antwort: Guck de Katz in's L., do siehscht Amerika [ LA-Maik]. Du kannscht mich gere han, dart wu de Buckl e Enn hot un die Haut e L., dass. [ Don-Schowe]. Der loßt sich liewer e Sääl dorch's L. ziege, als daß er eppes rausgibt, von einem Geizigen [ NW-Niedkch]. Der isch so arem, daß em 's Loch staabt (staubt) [ LU-Opp]. Der ist geputzt bis auf's L., von einem schlauen und hinterlistigen Menschen [Klein Prov. 72]. VR.: Gille, galle, / Loch verfalle, / Dokder hole, / Loch versohle [ LU-Dannstdt]; einen weiteren VR. s. PfWB Peter. —
b. 'weibliches Geschlechtsteil', auch von Tieren [mancherorts, Beam Penns 66]; Syn. s. PfWB Bunz. —
c. 'Mund', im Rätsel L. uf L., Hoar ums L., was isch des? Mann mit Bart bläst Trompete [ LA-Gommh]. —
d. 'Wangen-, Kinngrübchen', meist Dim. [mancherorts]; vgl. PfWB Lachlöchelchen. Er hot e Lechelche em Bart (Kinn) [RO-Sippf]. —
e. vgl. PfWB Augen-, PfWB Hunger- 1, PfWB Nasen-, PfWB Sehloch.
3. 'Öffnung, Vertiefung an Sachen'.
a. an Gebäuden.
α. 'Tür' [verbr.], bes. in den RA.: Do hat de Zimmermann 's L. geloß! 'Verschwinde aus dem Haus!' [Pirmas, verbr.], auch: Er dut em weise (zeiche), wu de Zimmermann 's L. geloß hot [Don-Schowe, mancherorts Pf]. Er will naus, wu keen L. esch, von einem Starrsinnigen [LA-Herxh, mancherorts SOPf, Hebel 22]. —
β. 'Fenster, Einschlupf' [mancherorts]; Zs.: PfWB Tag-, PfWB Dunst-, PfWB Eulen- 1, PfWB Flug-, PfWB Futter-, PfWB Gall-, PfWB Gerüst-, PfWB Guck-, PfWB Hünkels-, PfWB Kappen-, PfWB Katzen-, PfWB Keller- 1, PfWB Luft-, PfWB Ruß-, PfWB Schall-, PfWB Reff-, PfWB Ruten-, PfWB Schlitz-, Schwaden-, PfWB Seich-, PfWB Windloch. RA.: Wann d' Wand nit wär, hätt 's Haus e L. [ Rußl-Katht]. —
γ. 'Nische in der Kellerwand' [ LU-Opp]; Zs.: PfWB Ätz-, PfWB Betzen- 2, PfWB Grütz-, PfWB Hehl-, PfWB Kellerloch 2. —
b. 'L. an Gegenständen' [verbr.]; Zs.: PfWB Ärmel-, Feuer-, PfWB Kessel-, PfWB Knopf-, PfWB Ofen-, PfWB Schlüssel-, PfWB Stiel-, Stoß-, PfWB Warzenloch; RA.: den Gürtel e L. enger schnalle 'hungern' [ KU-A'glan]. Antwort auf die Frage »Was bekomme ich?«: E Dreckelche

[Bd. 4, Sp. 1008]
mime (mit einem) Lechelche, das hängscht der an dei Hälsche! [mancherorts Gal]. Rätsel: Es ist inwendig hohl und auß voller Lecher? der Fingerhut [Hebel 115]. Riraribbel, geel is de Zippel, / schwarz is 's L., / wo mer de Riraribbel drin kocht Gelbrübe im schwarzen Eisenhafen [KL-Fischb, Hebel 121]. L., L., lauter L. un hält doch? die Kette [Hebel 116]. a. 1570: Der galgen muß ohn Nagl und ohn loch gemacht sein [ABlieskst. 77]. — Im besonderen:
α. 'Zapfloch am Faß' [mancherorts]; Zs.: PfWB Schlauchzapfen-, PfWB Spund-, PfWB Zapf-, PfWB Zapfenloch. —
β. 'Loch an der Flöte' [verbr.]; RA.: in ee L. blose 'immer das gleiche sagen' [NW-Hardbg u. Umg.]; de Finger im rechde L. han 'das Richtige getroffen haben' [ KU-Bedb, Diedk]. Er peift uf'm letschde L. 'Er lebt nicht mehr lange' [KU-Herschw/Petth, verbr., auch Auslandspfälzer]. —
4. 'Schadstelle, Lücke' [verbr.]; Zs.: PfWB Sackloch. Er horre (hat ein) L. im Kopp 'eine Wunde am Kopf' [RO-Als, verbr.]. Ich han e L. im Zahn [Kus]. Du hascht e L. im Strump [ KU-Bedb]. Sie hot e L. im Klääd wie e Kopp [ LU-Alsh]. RA.: e L. in de Daach brenne, sagt man, wenn jemand morgens das Licht zu lange brennen läßt [KU-Körbn, verbr., auch Gal]; e L. in de Dag schlofe 'lange in den Tag hinein schlafen' [ PS-Schopp, mancherorts]; de Flicke (Placke) newe's L. setze 'etwas verkehrt machen' [ BZ-Dierb, mancherorts]; Fachausdrücke beim Kegelspiel: e L. werfe (hinstelle) 'die mittleren Kegel herauswerfen' [ LU-Opp, mancherorts]; dem annern 's L. butze 'die restlichen Kegel des Vordermannes wegräumen' [ RO-Dielkch]. Mei Geldbeidel hat e L. 'Das Geld ist mir ausgegangen' [Pirmas, verbr.]. Ich han e L. im Mage 'Ich habe Hunger' [ ZW-Nd'aub, mancherorts]. Der guckt e L. in die Luft (in die Wand, in de Borrem, in die anner Woch) 'Er starrt, träumt vor sich hin' [ BZ-Gossw, mancherorts]. Der schießt (schlagt) e L. in die Luft 'trifft vorbei' [ ZW-Battw, mancherorts]. Das is besser wie e L. im Kopp, von einer minderwertigen Sache [mancherorts Gal, Rußl-Katht]. Der macht ee L. zu un 's anner uf 'Er behebt einen Mißstand, indem er einen neuen schafft', bes. 'Er bezahlt Schulden mit geborgtem Geld' [Kaislt, NW-Hardbg u. Umg. Krieger 48]. Die Freindschaft (die Bosse) hat (han) e L. 'ist (sind) zu Ende' [Land, mancherorts]. VR.: Mittwoch, / do hot die Woch e L. [ LU-Opp]. Einen weiteren VR. s. PfWB Tanz 1 a. —
5. übertr.
a. 'Behausung, Zimmer', verächtl. [mancherorts]; Zs.: PfWB Bar-, PfWB Dreckloch 2; RA.: net var's L. enauskumme 'nicht das Haus verlassen können' [ KU-Kaulb, NW-Haßl Spey]. —
b. 'Gefängnis, Arrestlokal auf dem Dorfe' [verbr.]; Zs.: PfWB Betzen- 1, PfWB Bummer-, PfWB Damper-, PfWB Sitzenloch; Syn. s. PfWB Kittchen 1. Er kummt ins L. [LU-Alsh, verbr.]. Der is erscht

[Bd. 4, Sp. 1009]
aus'm L. kumme [ NW-Freinsh]. —
c. 'Richtung, aus der das Wetter herankommt' [mancherorts]; Zs.: PfWB Regen-, PfWB Regenwetter-, PfWB Wetterloch. De Wind kimmt aus aam L. [ KB-Kriegsf]. —
d. 'Richtung', bes. 'Blickrichtung', in der RA.: in een L. gucke 'nachdenklich in eine Richtung starren' [Kus, mancherorts, Hebel 25]. —
e. Personenbez., meist abschätzig; vgl. PfWB Pott-, PfWB Fixfeuer-, Grau-, PfWB Hunger- 2, PfWB Saft-, PfWB Sauf-, PfWB Sauloch.
6. Pflanzenname, s. Stopf-dirdas-Loch, PfWB Stopf-mir-das-Loch. —
7. FlN, Am (Im) L. [ PS-Schmalbg KB-Mauchh Zell KL-Wörsb LU-Assh NW-Iggb Speybn LA-Burrw Edk BZ-Ingh], in hist. Quellen auch für viele andere Orte belegt; Zs.: PfWB Büchten-, PfWB Eulen- 2, PfWB Geißen-, PfWB Katzen- 2, PfWB Krottenloch 2; Am Gerhardsborner L. [ PS-Hetths]. Bei der Herleitung der FlN ist nicht immer eindeutig zu entscheiden, welche zu Loch und welche zu mhd. lōch 'lichter Wald' (vgl. PfWB Loh) gehören. — Südhess. IV 363 ff.; RhWB Rhein. V 507 ff.; LothWB Lothr. 342; ElsWB Els. I 549.