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 PfWB Heim-gereite (Bd. 3, Sp. 777)   PfWB Ge-reite (Bd. 3, Sp. 220) 
   Heim-gereite f.: 'die einem Dorf oder einer Dorfgemeinschaft gehörende Gereite', s. PfWB Gereite1, ngrät [ LA-Venn], in der amtl. Schreibweise Haingeraide [verbr.]. — Der erste Wortteil (auch hein geschrieben) hatte urspr. auch die Bed. 'Dorf', vgl. Lexer Lexer I 1216.

 

  Ge-reite1 f.: 'das einer vorderpfälzischen Dörfergruppe zustehende Nutzungsrecht an einem Waldgebiet', vgl. Christmann FlN 130, K. S. Bader, Dorfgemeinschaft u. Dorfgemeinde (Weimar 1962, S. 138); vgl. PfWB Ganerbe 1. Zs. PfWB Heimgereite. Von Straßburg im Elsaß bis in die Gegend von NW-Dürkh entstanden an den östlichen Ausläufern der Vogesen und der Haardt 19 solcher Gereiten, davon 16 auf heute pfälzischem Boden. Zu den pfälzischen Gereiten zählen die 3 Pfalzgereiten (Weißenburger Mundat, Bergzaberner G., Leinsweiler G.), die 5

[Bd. 3, Sp. 221]
Heimgereiten (Oberheimgereite und vier Mittelheimgereiten), die 6 Haardtgereiten (Hambacher G., Neustadter G., Königsbacher G., Deidesheimer G., Wachenheimer G., Dürkheimer G.) und schließlich die als Ganerben bekannten Ganerbschaften von Herxheim und Bobenheim; vgl. K. 34 im PfGA u. K. 21 mit Textheft 7 (S. 267/68) im Pfalzatlas von 1963, auch PfW 10/1968, S. 5. Nach der um 1820 erfolgten Aufteilung auf die einzelnen Dörfer gibt es die Gereiten in der alten Form nicht mehr; erhalten hat sich aber der Name als Bezeichnung für die verschiedenen Waldgebiete, und zwar in der Schreibweise Geraide, Haingeraide. In BZ-Dernb grenzt der einstige Eußerthaler Klosterwald an die Gräd; auf alten Grenzsteinen des 18. Jh. sieht man noch heute die Zeichen der einstigen Godramsteiner G. - 15. Jh.: ein bischoff zu Spier soll sin ein schirmer vber den walt vnd hat recht, mit eim wagen vsz dem slosz zu Kirwiler brennholtz in demselben walde zu holen, vnd was der gereyden verbotten ist, das ist ime auch verbotten [PfWeist. I 336 (LA-Edk)]. 16. Jh.: Das vieh zu Gleißweiler wurdt den nechsten vom dorff vff die gereiden getrieben, soweit man dieselben erraichen khan, gleich andern gereidengenossen [ebd. II 668 (LA-Gleisw)]. a. 1609: buschmeister über den wald vnd gereide des Qverenbergs [ebd. I 102 (Bergz)]. — In der Bed. 'Bodenfläche, Bezirk, Raum' erscheint das Wort auch in den Zs. PfWB Baumgereite, PfWB Hofreite. — Das Grundw. gehört wohl zu mhd. gereiten 'zurechtmachen'; vgl. DWB DWb IV/1,2, Sp. 3626.