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 PfWB Haut (Bd. 3, Sp. 730)   LothWB Hutt (Bd. 1, Sp. 255b) 
   Haut1 f.:
1.
a. 'Haut des Menschen', Haut, Pl. Hait (haud, haid) [weithin herrschend], (hąud) [mancherorts mittl. WPf u. mittl. VPf (Bertram § 131)], (hāud) [vereinzelt mittl. VPf (Bertram § 131) verbr. südl. VPf (Heeger Südostpf. § 1 c)], Hout, Pl. Häit (hǫud, hęid) [mancherorts SWPf, s. K. 1], Hut (hud, seltener hūd) [lothr. SWPf]. Zs.: PfWB Hirn-, PfWB Kopf-, PfWB Menschen-, Reicheleutshaut. Er hot e helli (blassi, brauni, dunkli, g'sundi, glänzichi, feini, zarti, hoorichi, rissichi, runzlichi, schrumplichi, verschunneni, ufgesprungeni) H. [verbr.], e schrunzlichi H. [ LA-Ilbh], e sprock 'spröde' H. [ KB-Kriegsf]. Er hat e H. wie e Reweise (Reibeisen) [ KU-Kaulb], wie e Elefant [ KB-Biedh]. Sie hot e fein Haitl [ LU-Friesh], e fein Haitche [ KB-Kriegsf]. Die H. beißt (brennt, juckt, springt uf, schrumpelt ein) [LU-Böhl, verbr.]. Mir ware naß bis uf die H. [KU-Schmittw/O, verbr.]. Er hot blooe Flecke in der H., von Muttermalen [ LU-Limbghf]. 's is nix an'm wie H. un Knoche [KU-Diedk, verbr., auch Gal]. Scherzfrage: Wo is er? In der H. bis iwwer die Ohre [ Don-Gottlob]. RA.: Er hot e dicki H., wer sich nicht leicht aufregt [ LU-Opp]. Sie dun'm die H. abzieche 'beschwindeln ihn' [LA-Gommh, verbr.]. Sell ich d'r die H. einreiwe?, Androhung von Schlägen [ GH-Zeisk], die H. verschlaan [ KU-A'glan LU-Opp], die H. auskloppe [ KU-Diedk Pirmas], die H. gerwe [verbr. WPf]. Er hat'm die siwwent H. gesucht 'verhauen' [ HB-Höch], die neint H. gesucht [KU-Obw/T, verbr., auch Don Gal Buch Rußl], die unnerscht H. gesucht [ KL-Reichb]. Du kannscht mich gere (gern) han, dort wu de Buckel e Enn hot un die H. e Loch [ Don-Schowe]. Er is nix nutz, wo'n die H. anregt 'anrührt' [Pirmas, Horne Penns 96]. Do werd die H. versoff, von einem Leichenschmaus, bei dem es hoch hergeht [Pirmas]. Er leit uf de faul H. [KU-Schmittw/O, verbr., auch Don Gal Buch]. Do mecht (kennt) m'r aus de H. fahre, vor Ärger [BZ-Annw, verbr., auch Don Gal Buch]. Der Kranke steckt in keener gude H. [KU-Diedk, verbr., auch Don Gal Buch]. Er is mit hääler H. devunkumme [ LU-Oggh]. Er is mit H. un Hoor verlore [LU-Opp, verbr.]. De Deiwel holt 'ne mit H. un Hoor [ KU-Trahw PS-Saalstdt Pirmas]. Die Schwindler ziehen'm (strippen'm) die H. iwwer de Kopp [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch]. Er geht mich vun H. un Hoor nix an [ LA-Gommh, <]. Eß, was in d' Haut neingeht! [Zahn Pläsier 164]. SprW.: Speck un Sauerkraut fillt'm Bauer die H. [ LA-Nd'hochstdt]; Var. s. PfWB füllen 1. Jeder muß sein eegni H. zum Gerwer trage [Horne Penns 103]. Keener kann aus seiner H. [Krieger 10]. Einen Brauchspruch s. PfWB dreierlei. —
b. 'die Haut des Tieres', vgl. PfWB Fell 1 a. Zs.: PfWB Aalen-, PfWB Bären-, PfWB Pferds-, PfWB Bocks-, PfWB Farren-, PfWB Vieh-, PfWB Fisch-, PfWB Gänse-, Gäuls-, PfWB Geißen-, PfWB Hasen-, PfWB Hünkels-, PfWB Kalbs-, PfWB Katzen-, PfWB Krotten-, PfWB Kuh-, PfWB Nick-, PfWB Ochsen-, Rinds-, PfWB Schlaf-, PfWB Schlangen-, Zickelchens-, PfWB Ziegenhaut. Er dut 'm Has die H. abziehe [verbr.]. Die Katz freßt die Maus mit H. un Hoor [PS-Erfw, verbr.]. Haitche, wie stinkschde, Geldche, wie klingschde, Ausspruch der Abdeckersfrau [ NW-Kallstdt]. Einen Bastlösereim s. PfWB viehfahn. SprW.: Aus anner Leit ehrer H. is gut Rieme schneide [KU-Bedb, verbr. Gal]. a. 1425: von eins jerlings hute 'H. eines einjährigen Tieres' [LeinArch. (Löhne)]. —
2.
a. 'Hülle'. Die Kersch (die Quetsch, de Persching) hot e zarti (e dicki) H. [verbr.]. Vum Nußkern muß mer die H. abziehe [verbr.]. 's Ei hot e dinnes Haitel [NW-Freinsh, verbr.]. Er eßt die Worscht mitsamt de H. [verbr.]. Rätsel von der Zwiebel: Es steht im Acker, hält sich grin un wacker, hat viele Hait, beißt alle Leit [KU-Schmittw/O, KL-Reichb Hebel 120 Don Heuf mancherorts Gal]. Zs.: PfWB Ei-, PfWB Glücks-, PfWB Regen-, Schmalz-, PfWB Wursthaut. —
b.
α. 'dünne Schicht auf der Oberfläche einer Flüssigkeit'; die H. uf der Millich [allg.]. Zs. PfWB Milchhaut. —
β. 'dünne Schicht auf der kalten Suppe, auf dem Wein im Faß, auf der Tinte, auf der Marmelade' [verbr.]. Volksmed.: 's Haidel, as sich ufs Wasser stellt, macht en gut Plaschter [Fogel Beliefs Penns Nr. 1414]. —
γ. 'Zungenbelag'; e weiß Haidel uf de Zung [ LU-Alsh]. —
3. e hardi Hut 'Schwiele' [ IB-Gersh]. Zs. PfWB Hornhaut. —
4. zur Bez. einer Charaktereigenschaft; e ehrlichi H. [ NW-Freinsh, mancherorts]; e gudi H. [ LA-Gommh]. Das is mol e guri H. 'ein hilfsbereiter Mensch' [ KU-Bedb PS-Erfw NW-Hardbg]. Des is e beesi H. 'ein böser Mensch' [ LU-Opp]. — Südhess. III 191 ff.; RhWB Rhein. III 372 ff.; LothWB Lothr. 255 Hutt; ElsWB Els. I 389/90; Bad. II 585/86.

 

  Hutt [hut fast allg.; haût D. Si. — Pl. hít, hait; Demin. hidəl] f. Haut: us de H. springe; nass bitz uff d’ H.; d’ H. uff der Milch Ri. Hom. Rom. Ha. Rdaa.: Mit H. un Hor; die Person geht mich van H. un Hor nix an es ist nicht das geringste Verwandtschaftsverhältnis vorhanden Fa. u. s. Er isch en de H. wenn ere nit geschind (geschunden) isch antwortet man, wenn nach jemand gefragt wird Ersd. Er steckt in der H. bitz iwer d’ Ohre; wenn er nit dort isch, isch er verlore Ha. Ri. Rom. I mecht nit in sinere H. stegge ibid. Er kreït de nint H. getroff (er kriegt die 9. Haut geprügelt) Bo.; ebber d'nint H. suche einen gründlich durchprügeln Hom. Ri. Et geht fir d’ Haut es geht ans Leben Si. Äm d’ Haut iwer d’ Oeren zeïhen Si. A kenger gudder Haut stêchen D. Si.

[Bd. 1, S. 256a]