Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Hasen-braten (Bd. 3, Sp. 682)   PfWB Braten (Bd. 1, Sp. 1163) 
 -braten m.: wie schd., -brode, -brore, -brole, s. PfWB Braten [allg.]; H. un Nudele (Nule), ein beliebtes Essen an Weihnachten [ KB-Kriegsf BZ-Annw]. Südhess. III 145; Rhein. III 285 Z. 3; Bad. II 567. —

 

   Braten m.:
1.
a. 'Fleisch zum Braten', im Gegensatz zum Suppenfleisch, Brode, Broðe, Brore, Brole, s. F. [allg.]. —
b. 'kräftiger, wohlgenährter Mensch'. Des isch en Brore [ GH-Kand, KU-Kaulb NW-Frankeck]. Zs. PfWB Teufels-, PfWB Hundsbraten. —
2. 'gebratenes Fleisch' [allg.]; e saure B. [verbr.]. Zs. Christ-, PfWB Dachs-, PfWB Tauben-, PfWB Ernte-, PfWB Fastnachts-, PfWB Gänse-, PfWB Hack-, Hammel-, PfWB Hasen-, PfWB Herbst-, PfWB Hirsch-, PfWB Hünkels-, PfWB Kalbs-, PfWB Kalbsnieren-, PfWB Kindtaufs-, PfWB Kirbe-, PfWB Nieren-, PfWB Reh-, Riesen-, PfWB Rinds-, PfWB Sauer-, PfWB Schweine-,

[Bd. 1, Sp. 1164]
PfWB Sonntags-, PfWB Weihnachts-, Zickelbraten. Das isch en schien Stickl, das gebt en schien Brerl [ PS-Erfw]. Ich schwitz heit wie 'n Brore [NW-Freinsh, verbr.]. RA.: Du werscht dein Brore noch drehe kinne 'Du hast noch genug Zeit' [ LA-Nd'hochstdt]. Er hot de Brore geschmackt 'die Gefahr rechtzeitig erkannt' [ BZ-Dierb, LA-Gommh Don-Heufeld]. Er riecht de Brore 'merkt, was kommt' [NW-Kallstdt, verbr.]. Im Versteckspiel der Kinder von KU-Bedb heißt der »Zuhalteplatz« Brole; wenn die zu Suchenden ungesehen an den B. kommen, dann rufen sie: De Brole is gefreß. Einen VR s. bei PfWB bumperdi. o. J.: so soll ein broten bereit sein von vierzehen rippen [Grimm Weist. V 633]. a. 1787: solle der wirth, wo die gesellschaft ist, auf die Kirb ein Braden zu machen und alle Morgen den Kafe [PfW 1906, S. 130]. — F.: zumeist brōrə; brōdə vielfach in der mittl. VPf u. sonst in den Städten; brōðə KU-Kaulb (ältere Gener.) Gal-Dornf Josbg; brōlə KU-Bedb BZ-Steinf; im Raum um Land auch F. mit -ou-. Südhess. I 1073; RhWB Rhein. I 920/21; LothWB Lothr. 66; ElsWB Els. II 201; Bad. I 308.