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| PfWB Hand-tatschel(n) (Bd. 3, Sp. 643) | PfWB spielen (Bd. 6, Sp. 273) | PfWB Tüpfchens-spieler (Bd. 2, Sp. 627) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1. a. 'sich zur Freude, Unterhaltung, Kurzweil beschäftigen; ein Spiel oder Glücksspiel spielen', spiele (bīlə) [verbr. mittl. und nördl. VPf mittl. WPf SWPf vereinzelt übrige Pf, Karch Gimmdg/Muttstdt 41 Schneckenburger 23 Lambert Penns 139], speele (bēlə) [verbr. NPf NWPf mancherorts SOPf O-PS vereinzelt mittl. WPf mittl. VPf, Heeger Südostpf. 9 Henn Mda.-Int. 44, 191 Schmitt Billh. 120 Müller Dietschw 61 PfId. 134 Krämer Gal 202], spääle (blə) [ GH-Bellh]; Part. Perf. g(e)spielt, g(e)speelt [Verbr. wie Inf.]; Zs.: PfWB an- 1, PfWB aus-, PfWB ver-, PfWB heraus-, PfWB mitspielen; Fickmihl 'Mühle' [Glass II 17], Dibbches (s. PfWB Tüpfchens) [ RO-Lettw], Handdatschel (s. PfWB Handtatscheln) [ PS-Schmalbg], Brore ('Versteckspiel' s. unter Bra- [Bd. 6, Sp. 274] ten 2) [ KU-Rutsw/L], Kaart (Skat, Schoofkopp, Solo) sp. [ NW-Freinsh, mancherorts]. 's Kind speelt [ KU-Bedb]. 's Kind dut schunn sp. [ LA-Gommh]. Mer wolle Hickelches sp. [ KL-Reichb]. Ma dunn Mommesjes un Babbesjes sp. [IB-Ensh (Glass II 40)]. Kumm, mer gihn uf die Wisse sp. [ RO-Rehborn]. Die Kinn speele gere um Niß (Nüsse) [ KU-Schmittw/O]. Se sp. um Geld [ KU-Schmittw/O]. Er hat jetzt gar nix meh geschafft / Als Schach gespielt un alsfort Schach [Münch Werke 76]. Wann ich üwwerleh, was die Kinner frieher geschpielt hann: Raiwer un Schandarm, Landabnemme, Wo laaft die Scher?, Hickelhaisje, Trillerschers. Lauter schääne Sache. Un heit? Spielense an de Knepp. Vun de Kofferradios. Arme Kinner! [Damm Schoggelgaul 67]. De Gaul speelt mit de Kett, eine Unart [ KB-Kriegsf]. RA.: sp. wie e junger Hund 'sehr verspielt sein' [ FR-Bockh, vereinzelt]; mit uffene Karde sp. 'alles offenlegen' [ LU-Opp]. Das mach ich im Sp. 'Das ist eine Kleinigkeit' [Otterstetter 232/33]. Flach sp. un hoch gewinne, Fußballerweisheit [Thielen 111]. Ausdrücke beim Kartenspiel: Ich spiel 'Ich übernehme das Spiel' [ LU-Opp]. Der spielt wie e Nachtwächter 'schlecht' [Krieger 44]. Des spielt jo mei Großmudder besser! [Krieger 44]. Volksgl.: Zum Spielen, daß einer allezeit gewinnen muß: Binde mit einem rothseidenen Faden das Herz einer Fledermaus an den Arm, womit du auswirfst, so mußt du alles gewinnen [handschr. Aufzeichnungen Anf. 19. Jh. RO-Sippf]. a. 1485 (Kopie 16. Jh.): Item ob einer spillt mit wirffeln, kartten oder sunst, der hatt verbrochen zu bueß dreissig schillingk heller [PfWeist. 656 (KU-Glmünchw)]. 16. Jh.: Item ist alles spielen, so den heller gewinnen vnd verlieren mag, verbotten ohne mit dem armbrust, vnd ist die straff des spielens x ß δ [PfWeist. 665 (LA-Gleisw)]. — b. α. 'musizieren, ein Musikstück aufführen' [verbr.]; Zs.: PfWB auf- 1, PfWB vorspielen; Orchel sp. [ LA-Wollmh]. Se hunn vierhännich Klaveer gespeelt [ KU-Schmittw/O]. Flott dun die Mackebacher schbele, / vum Pälzer Land e scheene Gruß [Burgey Keschte 17]. Heerschtes, wie die Kinner schpeelen / Gitta, Geij, Drumbeed un Harf? [Kühn Schnitze 55]. Ihr spiele sell immer letz (falsch) [Buffington Penns Var. 239]. Wann der Karl uff seiner Geich gespeelt hott, do hott das in die Leit, die wo dem zugeheert hann, eninngewirkt bes ins Herz [Schneider Singersepp 58]. RA.: Immer die alt Leier sp. 'etwas zum Überdruß wiederholen' [ RO-Höring]. Volksgl.: Wann en ufgenakti (schwangere) Fraa viel spielt, gebt ihr Kind en guter Musigant [Fogel Beliefs Penns Nr. 1850]. — β. 'ein Theaterstück aufführen' [verbr.]; Kumeedi sp. [Krämer Gal 202]; Theader sp. [ ZW-Battw]. Was spiele se dann heit owend im Theader? [Kaislt]. RA.: Das (Der, Die) speelt käin Roll 'hat keine Bedeutung' [ KU-Schmittw/O]. — c. 'eine Sache nicht ernsthaft betreiben, es nicht ernst meinen' [mancherorts]. Der speelt nore [ KL-Katzw]. RA.: Sie spielt mit em wie die Katz mit de Maus, von [Bd. 6, Sp. 275] einem Mädchen, das mit einem Mann tändelt [Bergz (Kamm 94)]. — 2. a. 'sich in einer bestimmten Weise aufführen, etwas vorgeben' [verbr.]; Zs.: PfWB aufspielen 2. Er speelt de Geschwollne 'Er führt sich großspurig auf, macht sich wichtig' [ LU-Limbghf, mancherorts], de Groußmougel, dass. [ LA-Dammh, mancherorts], de Dicke, dass. [ IB-Bierb], de Große [ NW-Elmst]; vgl. PfWB prahlen; 's Chrischkinnche sp. 'sich als Christkind verkleiden', ein Brauch in der Weihnachtszeit [ KU-Bedb]. Die speelt die Madam 'führt sich als vornehme Dame, Herrin auf' [ KU-Schmittw]. Er speelt de Handlanger [ KU-Schmittw/O]. Er spielt e gedullig Schoof 'stellt sich fromm, scheinheilig, beleidigt' [ PS-Geisbg]. Der spielt die gekränkt Lewwerworscht [Krieger 36]. Er speelt's Dier 'Er benimmt sich wie ein Vieh' [ WD-Niedkch], de wilde Mann 'gebärdet sich ungebührlich, wild' [ KU-Lohnw], de dolle Ruppes, dass. [ KU-Eschau]. Er speelt de dumm Auchuscht 'Er führt sich als Hanswurst auf' [ KU-Schmittw/O]. Er spielt de Mittelsmann 'Er vermittelt, schlichtet' [ KU-Dunzw, mancherorts]. Der spielt de Bauer [ LU-Oggh, mancherorts]. Do häßt's zugegriff, do derf mer nit de Schenereese sp. 'nicht genierlich sein' [ ZW-Battw]. Doch hen mer immer besser g'fiehlt, / Wann mol die Maemm hot Dokter g'spielt [Birmelin Penns Gezw. 74]. — b. 'etwas durchführen, tun' [verbr.]; Zs.: PfWB ab-, PfWB anspielen 3; bes. in den Wend. en Ducke (Duppe) sp. 'übel mitspielen' [ LA-Nd'hochstdt, mancherorts]; en Strääch (Streich) sp. [NW-Gimmdg, verbr.]; en Schabernack sp. [RO-Sippf, vereinzelt]; e Bosse sp. [ KU-Albb, vereinzelt]; Flatterie sp. 'gute Worte geben' [ KB-Albish, mancherorts]; Verreckels sp. 'sterben' [ GH-Westh]. Er hot em en Ducke g'speelt [ BZ-Dernb]. Ich spiel der ens 'Ich spiele dir einen Streich' [ KL-Olsbr, PS-Rodalb Vinn]. Er hat Ufhängerles gespielt 'hat Selbstmord begangen' [ GH-Hagb]. RA.: aam ebbes in die Hand sp. 'jemandem etwas zukommen lassen' [ KU-Kaulb]. — RhWB Rhein. VIII 336 ff.; LothWB Lothr. 486; ElsWB Els. II 539.
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