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 PfWB Hand-tatschel(n) (Bd. 3, Sp. 643)   PfWB spielen (Bd. 6, Sp. 273)   PfWB Tüpfchens-spieler (Bd. 2, Sp. 627) 
  -tatschel(n), -tätschelns, -tatschenn.: 'Auffangspiel mit Klickern und Steinchen', -datsche [ KL-Siegb Kaislt KU-Diedk], -datschel [ PS-Schmalbg], -datschele [ KL-Stelzbg Pirmas], -dätschels [ BZ-Dernb GH-Zeisk PS-Fehrb]; vgl. PfWB handtatschen. Mer spielen Handdätschels [BZ-Dernb, verbr.]. Das Spiel hat verschiedene Formen. In der Hauptsache geht es darum, den hochgeworfenen Klicker einmal auf die Steinplatte aufschlagen zu lassen und ihn dann aufzufangen, wobei man zwischen dem Hochwerfen und dem Auffangen noch besondere Aufgaben (Versetzen der am Boden aufgestellten Steine) ausführen muß. ElsWB Els. II 731 Handtatschers; Bad. II 551 Handtatschen.

 

   spielen schw.:
1.
a. 'sich zur Freude, Unterhaltung, Kurzweil beschäftigen; ein Spiel oder Glücksspiel spielen', spiele (bīlə) [verbr. mittl. und nördl. VPf mittl. WPf SWPf vereinzelt übrige Pf, Karch Gimmdg/Muttstdt 41 Schneckenburger 23 Lambert Penns 139], speele (bēlə) [verbr. NPf NWPf mancherorts SOPf O-PS vereinzelt mittl. WPf mittl. VPf, Heeger Südostpf. 9 Henn Mda.-Int. 44, 191 Schmitt Billh. 120 Müller Dietschw 61 PfId. 134 Krämer Gal 202], spääle (blə) [ GH-Bellh]; Part. Perf. g(e)spielt, g(e)speelt [Verbr. wie Inf.]; Zs.: PfWB an- 1, PfWB aus-, PfWB ver-, PfWB heraus-, PfWB mitspielen; Fickmihl 'Mühle' [Glass II 17], Dibbches (s. PfWB Tüpfchens) [ RO-Lettw], Handdatschel (s. PfWB Handtatscheln) [ PS-Schmalbg], Brore ('Versteckspiel' s. unter Bra-

[Bd. 6, Sp. 274]
ten 2) [ KU-Rutsw/L], Kaart (Skat, Schoofkopp, Solo) sp. [ NW-Freinsh, mancherorts]. 's Kind speelt [ KU-Bedb]. 's Kind dut schunn sp. [ LA-Gommh]. Mer wolle Hickelches sp. [ KL-Reichb]. Ma dunn Mommesjes un Babbesjes sp. [IB-Ensh (Glass II 40)]. Kumm, mer gihn uf die Wisse sp. [ RO-Rehborn]. Die Kinn speele gere um Niß (Nüsse) [ KU-Schmittw/O]. Se sp. um Geld [ KU-Schmittw/O]. Er hat jetzt gar nix meh geschafft / Als Schach gespielt un alsfort Schach [Münch Werke 76]. Wann ich üwwerleh, was die Kinner frieher geschpielt hann: Raiwer un Schandarm, Landabnemme, Wo laaft die Scher?, Hickelhaisje, Trillerschers. Lauter schääne Sache. Un heit? Spielense an de Knepp. Vun de Kofferradios. Arme Kinner! [Damm Schoggelgaul 67]. De Gaul speelt mit de Kett, eine Unart [ KB-Kriegsf]. RA.: sp. wie e junger Hund 'sehr verspielt sein' [ FR-Bockh, vereinzelt]; mit uffene Karde sp. 'alles offenlegen' [ LU-Opp]. Das mach ich im Sp. 'Das ist eine Kleinigkeit' [Otterstetter 232/33]. Flach sp. un hoch gewinne, Fußballerweisheit [Thielen 111]. Ausdrücke beim Kartenspiel: Ich spiel 'Ich übernehme das Spiel' [ LU-Opp]. Der spielt wie e Nachtwächter 'schlecht' [Krieger 44]. Des spielt jo mei Großmudder besser! [Krieger 44]. Volksgl.: Zum Spielen, daß einer allezeit gewinnen muß: Binde mit einem rothseidenen Faden das Herz einer Fledermaus an den Arm, womit du auswirfst, so mußt du alles gewinnen [handschr. Aufzeichnungen Anf. 19. Jh. RO-Sippf]. a. 1485 (Kopie 16. Jh.): Item ob einer spillt mit wirffeln, kartten oder sunst, der hatt verbrochen zu bueß dreissig schillingk heller [PfWeist. 656 (KU-Glmünchw)]. 16. Jh.: Item ist alles spielen, so den heller gewinnen vnd verlieren mag, verbotten ohne mit dem armbrust, vnd ist die straff des spielens x ß δ [PfWeist. 665 (LA-Gleisw)]. —
b.
α. 'musizieren, ein Musikstück aufführen' [verbr.]; Zs.: PfWB auf- 1, PfWB vorspielen; Orchel sp. [ LA-Wollmh]. Se hunn vierhännich Klaveer gespeelt [ KU-Schmittw/O]. Flott dun die Mackebacher schbele, / vum Pälzer Land e scheene Gruß [Burgey Keschte 17]. Heerschtes, wie die Kinner schpeelen / Gitta, Geij, Drumbeed un Harf? [Kühn Schnitze 55]. Ihr spiele sell immer letz (falsch) [Buffington Penns Var. 239]. Wann der Karl uff seiner Geich gespeelt hott, do hott das in die Leit, die wo dem zugeheert hann, eninngewirkt bes ins Herz [Schneider Singersepp 58]. RA.: Immer die alt Leier sp. 'etwas zum Überdruß wiederholen' [ RO-Höring]. Volksgl.: Wann en ufgenakti (schwangere) Fraa viel spielt, gebt ihr Kind en guter Musigant [Fogel Beliefs Penns Nr. 1850]. —
β. 'ein Theaterstück aufführen' [verbr.]; Kumeedi sp. [Krämer Gal 202]; Theader sp. [ ZW-Battw]. Was spiele se dann heit owend im Theader? [Kaislt]. RA.: Das (Der, Die) speelt käin Roll 'hat keine Bedeutung' [ KU-Schmittw/O]. —
c. 'eine Sache nicht ernsthaft betreiben, es nicht ernst meinen' [mancherorts]. Der speelt nore [ KL-Katzw]. RA.: Sie spielt mit em wie die Katz mit de Maus, von

[Bd. 6, Sp. 275]
einem Mädchen, das mit einem Mann tändelt [Bergz (Kamm 94)]. —
2.
a. 'sich in einer bestimmten Weise aufführen, etwas vorgeben' [verbr.]; Zs.: PfWB aufspielen 2. Er speelt de Geschwollne 'Er führt sich großspurig auf, macht sich wichtig' [ LU-Limbghf, mancherorts], de Groußmougel, dass. [ LA-Dammh, mancherorts], de Dicke, dass. [ IB-Bierb], de Große [ NW-Elmst]; vgl. PfWB prahlen; 's Chrischkinnche sp. 'sich als Christkind verkleiden', ein Brauch in der Weihnachtszeit [ KU-Bedb]. Die speelt die Madam 'führt sich als vornehme Dame, Herrin auf' [ KU-Schmittw]. Er speelt de Handlanger [ KU-Schmittw/O]. Er spielt e gedullig Schoof 'stellt sich fromm, scheinheilig, beleidigt' [ PS-Geisbg]. Der spielt die gekränkt Lewwerworscht [Krieger 36]. Er speelt's Dier 'Er benimmt sich wie ein Vieh' [ WD-Niedkch], de wilde Mann 'gebärdet sich ungebührlich, wild' [ KU-Lohnw], de dolle Ruppes, dass. [ KU-Eschau]. Er speelt de dumm Auchuscht 'Er führt sich als Hanswurst auf' [ KU-Schmittw/O]. Er spielt de Mittelsmann 'Er vermittelt, schlichtet' [ KU-Dunzw, mancherorts]. Der spielt de Bauer [ LU-Oggh, mancherorts]. Do häßt's zugegriff, do derf mer nit de Schenereese sp. 'nicht genierlich sein' [ ZW-Battw]. Doch hen mer immer besser g'fiehlt, / Wann mol die Maemm hot Dokter g'spielt [Birmelin Penns Gezw. 74]. —
b. 'etwas durchführen, tun' [verbr.]; Zs.: PfWB ab-, PfWB anspielen 3; bes. in den Wend. en Ducke (Duppe) sp. 'übel mitspielen' [ LA-Nd'hochstdt, mancherorts]; en Strääch (Streich) sp. [NW-Gimmdg, verbr.]; en Schabernack sp. [RO-Sippf, vereinzelt]; e Bosse sp. [ KU-Albb, vereinzelt]; Flatterie sp. 'gute Worte geben' [ KB-Albish, mancherorts]; Verreckels sp. 'sterben' [ GH-Westh]. Er hot em en Ducke g'speelt [ BZ-Dernb]. Ich spiel der ens 'Ich spiele dir einen Streich' [ KL-Olsbr, PS-Rodalb Vinn]. Er hat Ufhängerles gespielt 'hat Selbstmord begangen' [ GH-Hagb]. RA.: aam ebbes in die Hand sp. 'jemandem etwas zukommen lassen' [ KU-Kaulb]. — RhWB Rhein. VIII 336 ff.; LothWB Lothr. 486; ElsWB Els. II 539.

 

 -spieler m.: 'wer mit dem Würfelbecher falsch spielt', Dippchesspeeler [ KL-Gimsb]. RhWB Rhein. I 1577 Düppchenspieler.