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 PfWB Halbleist-nagel (Bd. 3, Sp. 596)   PfWB Nagel (Bd. 5, Sp. 45) 
  Halbleist-nagel m.: = PfWB Halblattnagel. a. 1541: 100 halbleistnagel [GgHospR].

 

   Nagel m.:
1. 'Stift mit zugespitztem Schaft und flachem Kopf zum Befestigen oder Verbinden von Gegenständen', Nachel (naxl), Pl. Nächel (nęχl) [verbr. WPf südl. VPf, Christmann Spr-Bew. 17, 34 Müller Dietschw 52 Höh 88, 93 Schneckenburger 16, 35, 59 Otterstetter 41, 112 Bertram § 207 Heeger Südostpf. 16 Altenhofer 10], Sg. (naγl) [mancherorts nördl.

[Bd. 5, Sp. 46]
u. mittl. VPf], Pl. (nęl) [Kaislt (Schneckenburger 21, 33)], Najjel [Lambert Penns 154], Naal (nl, nāl), Pl. Nääl, Neel (nl, nēl) [verbr. NPf, PfId. 99 Christmann Kaulb 6, 93 Mang 83, Don-Torscha, verbr. Gal], Dim. Nägelche, Nächelche, Näälche; vgl. auch PfWB Nägelchen; zur Verbr. s. K. 1; Zs.: PfWB Absatz-, PfWB Achsen-, PfWB Bind-, PfWB Pinn-, PfWB Bretter-, PfWB Deck-, PfWB Deichsel-, Doppelkopf-, PfWB Toten- 1, PfWB Dübel-, PfWB Vorsteck-, PfWB Gereih-, PfWB Gerüte-, PfWB Grindel-, Grieß-, PfWB Halblatt-, PfWB Halbleist-, PfWB Holz-, PfWB Huf- 1, PfWB Joch- 1, PfWB Kasten-, PfWB Knuppert-, PfWB Kopf-, PfWB Lankert-, PfWB Latt(en)-, PfWB Lei(en)-, PfWB Leisten-, PfWB Leit-, PfWB Reih-, PfWB Reiß-, PfWB Schemel-, PfWB Schuh-, PfWB Spann-, PfWB Speicher-, PfWB Stolper-, PfWB Waag(en)-, PfWB Wagen-, Wende-, Winde-, Zoge(t)nagel; zellige (äänzellige), zwää-, dreizellige Nächel (ein-, zwei-, dreizöllige Nägel) [ NW-Haßl, BZ-Dernb]; e N. eninschla'e (haue, kloppe) [KU-Diedk, verbr.]. De Gaul hot in e Naal getret, de N. geht ins Lewe 'ins Fleisch' [ KU-Schmittw/O]. RA.: Der Radfahrer, der einen N. in der Bereifung hat, hat e Nachel g'fang [ HB-Kirrbg]. 's kummt an de N. 'Es kommt an die Öffentlichkeit' [ LU-Alsh]. Wer nichts zu essen hat, muß 's Maul an de N. hänke [Kaislt, mancherorts, Don-Kernei Tscherwk]. Er hängt die Arwet ('s G'schäft, die Sach) an de N. 'gibt auf, macht Schluß' [ KU-Trahw Kaislt NW-Lach/Speyd]. Du hoscht de N. uf de Kopp getroff 'schlagfertig geantwortet, das Wesentliche gesagt' [KU-Wolfst, verbr., auch Gal]. Der is e N. on de Dorelad vun seim Vadder 'Er hat seinem Vater viel Kummer bereitet und dadurch zu dessen frühzeitigen Tod beigetragen' [KU-Schmittw/O, verbr., auch Don Gal]. Drohung unartigen Kindern: Wann de net brav bischt, kummt de Herr Parre un schlaat der e N. in de Kopp [ KL-Ottbg, KU-Schmittw/O KU-Kaulb]; Var.: Der Herrgott schlaat der e N. in de Kopp [verbr. Don Gal Buch, Rußl-Worms]. Er hängt 's Haus an de N. 'Er geht aus dem Haus (schließt die Tür und hängt den Schlüssel an den N.)' [KU-Diedk Kaislt PS-Saalstdt, verbr. Don Gal Buch]. Herrgott Nachel nei noch emol, was glaabscht dann eichentlich! [ NW-Gimmdg]. Volksgl.: Wer den N. einer Egge, welcher auf der Straße gefunden wird, bey sich trägt, der kennt alle Hexen [Journ. 7. Jg. (1790) 142-144]. Mer schlagt Negel in en Baam, as net trage will [Fogel Beliefs Penns Nr. 1051]. Wannd' in en Nagel tretscht, ropp der N. raus, steck en ins Fett un halt en im Truckne [ebd. Nr. 1576]. a. 1246: Me unsers herren (Christi) nahels [Trifels-Inventar]. a. 1540 (Kop. 1595): in guttem bauw zu handhaben versteht sich an fenster, wändteiser, steinen, kalck, leimen, latten, leyen, nageln [PfWeist. 529 (KU-Ulm)]. 16. Jh.: 4 eißen und nägel [PfWeist. 512 (RO-Finkb)]. —
2. 'Hornplatte auf der Oberseite der Finger- und Zehenspitzen';

[Bd. 5, Sp. 47]
Zs.: PfWB Daumen-, PfWB Finger-, PfWB Huf-, Zeh(en)nagel. De Naal is ins Flääsch gewachs [ KU-Bedb]. De N. geht ab [ KB-Biedh]. Er beißt sich die Neel ab [ KU-Schmittw/O]. RA.: eem die Nächel schneire 'einen (Neugierigen) abweisen, einem die Stirn bieten' [PfMus. 1925, Heft 7/8, S. 173]. Zu Jungen, die dauernd die Hände in der Tasche haben: Die Fleh im Sack beißen der die Nächel ab [ ZW-Bechhf]. Var.: Die Mais fressen der die Näel ab [ KB-Kriegsf]. Mer hun net (net so viel wie) 's Schwarz unner'm N. kriet 'Wir haben nichts bekommen' [KU-Schmittw/O, verbr.]. Er hat (noch) net 's Schwarz unner'm N. 'Er ist mittellos' [KU-Bechb, verbr.]. Die Nächel blihen 'Auf den Fingernägeln zeigen sich weiße Flecken' [ KL-Erlb, mancherorts]. Volksgl.: Wenn die Nägel der Braut blühen, wird die Ehe kinderreich sein [ ZW-Riedbg]. Blasse, gelbliche Nägel bedeuten Krankheit und sogar baldigen Tod. Gelbliche Haut des Nagelgliedes bedeutet Streit [SOPf (Heeger Nachl.)]. —
3.
a. α. 'Keim der Nuß', Nachel, Dim. Nächelche [Frankth u. Umg.]; Zs.: PfWB Herrgottsnagel 1. —
β. vgl. Galgen-, PfWB Herrgottsnagel 2. —
γ. zu den Pflanzennamen s. PfWB Nägelchen u. die Zs. PfWB Totennagel 2. —
δ. 'Zigarre' in den Zs.: PfWB Toten- 3, PfWB Sargnagel. —
b.
α. Schimpfw. für den Knecht, Naal [ Gal-Obl]; Zs.: PfWB Hufnagel 2. —
β. vgl. PfWB Joch- 2a-e, PfWB Schälter-, PfWB Zähnagel. —
4. ein im Umkreis von 50 km bekannter Heilpraktiker namens Nagel in RO-Odh, der seit ca. 1880 Knochenbrüche, Verrenkungen usw. behandelte. De Naal hot mer 's Bään ingericht [ KU-Schmittw/O]. Wenn das Obst beim Abmachen nur unter Absturzgefahr und folglich Knochenbruch zu erreichen ist, heißt es: Heer uf, die geheere 'm Naal! [NPf]. Loß dem Nachel sei Ebbel hänke! [Wilde 9]. — Südhess. IV 900/01; RhWB Rhein. VI 40 ff.; LothWB Lothr. 376, ALLG I 146; ElsWB Els. I 760.