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 PfWB hahl (Bd. 3, Sp. 581)   PfWB hal (Bd. 3, Sp. 591)   DWB hahl (Bd. 10, Sp. 158) 
  hahl 'trocken' s. PfWB hal;

 

   hal, hälAdj.:
1. 'trocken', bes. von einem rauhen Ostwind, der die Erde austrocknet, hal (hāl, --) [verbr. NPf nördl. VPf Gal-Hohenb

[Bd. 3, Sp. 592]
Josbg Buch-Satulmare]. Heit blost so'n haler Wind [Kirchhbol]. 's Wedder is heit so hal [ FR-Studh]. —
2. 'ausgetrocknet'. Mein Kehl is ganz häl (hēl) [ Gal-Josbg]. — Zur Etym. vgl. DWB DWb. IV/2, 159. — Südhess. III 52; RhWB Rhein. III 119/20; ElsWB Els. I 319; Bad. II 535.

 

 hahl, hähl,adj. , glatt, schlüpfrig, ahd. hâli, altn. hâll, mhd. hæle (wb. 1, 613a). es steht
1) in sinnlicher bedeutung: häll, glatt, lubricus, häl und schlipferig machen lubricare Maaler 205b;

wenn einer ümb lauft in der narren weis,
so get er gar auf eim helen eis. fastn. sp. 754, 14;

[Bd. 10, Sp. 159]

ir anschlag stat uff hälem ysz.
Brant narrensch. 110b, 8;

sîne (des löwen) clâwen wâren hæle. Martina 181, 70;

und manches mal gesagt, wo eigne tugend fähl,
da glänze mösz für gold, des adels grund steh hähl (nicht fest).
Rompler 134.


2) übertragen glatt, schmeichlerisch: häle, glatte oder süsze wort reden, loqui mulsa, adhibere blanditias, liebliche häle mätz oder hr, die ire bler frei hindergon kan, meretrix blanda. Maaler 205b; die kiszlingstein mit hälen worten bewegen. Wirsung Cal. C 4.
In beiden bedeutungen ist das wort heute in süddeutschen mundarten verbreitet, namentlich bair. und kärntn. hâl Schm. 2, 166, Lexer 131, schwäb. häl Schmid 225, und hat manigfache weiterbildungen aufzuweisen: kärntn. hâle, bair. schwäb. häle glätte, schlüpfrigkeit; hâlizen in Baiern ausgleiten; hâlmaulat in Kärnthen glattmäulig, glatte worte gebrauchend; schwäb. hälkatze ein mensch mit falschen, glatten worten, hälschleicher leisetreter.
3) ein anderes hahl, hähl findet sich in Niederdeutschland und durch Hessen bis ins Rheinfränkische hinein: hess. hâl und hæl trocken, mager, dürre, austrocknend, eine hale heide, hale stoppeln, hal aussehen (abgezehrt aussehen). Vilmar 145; niederd. de hâle wind der trockne wind Schamb. 72a; in Nassau ein hahler oder hohler (trockner) wind, husten Kehrein 181; es durfte nur eine düstere wolke die luft beschweren oder ein hahler trockner ostwind, so war er keines hellen gedankens mehr fähig. Wenk leben des tribunalraths Höpfner (1797) s. 39.
Da das wort seiner abstammung nach dunkel ist, so kann nicht gesagt werden, ob die vorstehend angeführten drei bedeutungen auf eine gemeinschaftliche zurück gehen oder ob die no. 3 auf einer andern wurzel fuszt. das adj. hähl scheint nicht mit hehl, hehlen zu vermitteln, eher würde das altind. kal treiben, bewegen (Böhtl.-Roth 2, 150) zur vergleichung heranzuziehen sein.