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 PfWB Haar (Bd. 3, Sp. 527)   PfWB Frosch (Bd. 2, Sp. 1609) 
   Haar n., f.:
1. 'H. am menschlichen Körper'.
a. 'Kopfhaar', Hoor, s. F. [fast allg.], Haar (hr) [lothr. SWPf]; lange (korze, dicke, dinne, lokkiche, krussliche, struwweliche, schwarze, rode, grooe, schneeweiße) H. [ PS-Dahn, allg.]; struppiches H. [Frankth]; kohlraweschwarze H. [ KB-Kriegsf], goldiche H. [ NW-Geinsh], falsche H. [ LU-Opp]. RA. u. Vergl.: H. wie e versääfdi (ersäufte) Ratt [ LU-Oggh], wie vun de Mais abgefress [Pirmas]. Die hot nor drei H. [ LU-Opp]. Dem sein H. kann mer zähle [RO-Semb, verbr.]. Der Haarlose hot e Kopp voll gar kän H. [ BZ-W'rohrb]. Ich krie erscht mein H., sagt der Glatzköpfige [ KB-Albish]. Es is kan gut H. an'm [ KB-Kriegsf]. Er loßt kee gudes H. an'm [verbr.

[Bd. 3, Sp. 528]
Don Gal Buch]. Des geht dich kän H. an [ GH-Schwegh]. 's hot'm kan H. gedun 'nicht das mindeste geschadet' [FR-Bockh, PfId. 175]. Die Uhr geht uf's H. 'ganz genau' [ RO-Obd Rockhs Pirmas FR-Grünstdt]. Um's H. wärscht drunne gelege [GH-Zeisk, verbr.]. Um e H. wär ich an dem Beerewein verstickt [Feierowend Nr. 28/1965 S. 5]. Do reiß ich mer kän H. raus [GH-Schwegh, verbr.]. Ropp e H. raus, wu käns isch [ NW-Geinsh]. Er hot e H. drin (in de Supp) g'funn [ZW-L'wied, verbr.]. Die Kinn (Kinder) fresse aam noch die H. vum Kopp [ KU-Kaulb Kreimb ZW-Gr'bundb]. Er hot H. losse misse, von einem erlittenen Verlust [NW-Wachh, verbr.]. Der Betrüger dut die H. schneide [ KU-Rutsw/G Kus]. Er hot sich die H. schneire losse 'Er war im Bordell' [ PS-Rodalb LU-Opp GH-Zeisk]. Er stellt die H. 'ist aufgeregt' [ RO-Dielkch GH-Zeisk]. Der Sorglose loßt sich kan grooe H. wachse [FR-Hettldh, verbr.]. Do stehn ääm die H. geje Berg [Kus, verbr.]. Der Geizhals zählt die H. [ ZW-Bechhf]. Er hot mehn Schulde wie H. uf'm Kopp [ FR-Bockh]. Die Streitenden leien sich in de H. (sin sich in die H. kumm) [FR-Ebertsh, verbr.]. Er hat ihm in die Haare geschissen 'seine Hoffnung vereitelt' [Klein Prov. 176]. Er is mit Haut un H. verlore [ LU-Opp]. Der geht mich vun Haut un H. nix an 'ist nicht verwandt mit mir' [ LA-Gommh]. Die Frucht steht so dick wie H. uf'm Kopp [ FR-Bockh]. Dem Toten dut kään H. mehn weh [Hebel 27]. Wann se nor lange H. hot, dann verliebt er sich sofort in sie [ GH-Zeisk]. SprW.: Du kannscht ken H. roppe, wo's keni hot [Reichard Penns 292]. Korze H. sin ball gebärscht [NW-Geinsh, verbr., auch Don Gal Buch]. Lange H. un korzer Sinn (un korzer Verstand) [KU-Diedk, verbr.]. Roore H. hän die Kränk, darum hüte man sich vor den Rothaarigen [ NW-Geinsh]. Roode H. un Erleholz wachsen uf kääm gude Bodde [GH-Schwegh, verbr., auch Don Gal Buch]. Besser grooe H. un H. als schwarze H. un kän H. [ GH-Zeisk]. Rechter e Glatz wie gar kan H. [ KB-Bischh]. Wann der Verstand kummt, müssen d' H. Platz mache [Zahn Pläsier 196]. Volksgl.: Wann die Braut rauhe H. hat, werd des Ehepaar reich [PS-Geisbg, verbr.]. Wer dinne H. hat, macht e reichi Heirat [ KU-Diedk]. Ausgestrählte H. därf mer net verbrenne, schunscht werd mer dumm [Fogel Beliefs Penns Nr. 1807]. a. 1790: Kein ausgekämmtes Haar darf auf die Straße geworfen werden, wenn man für Hexereien sicher seyn will [Journ., 7. Jahrg. S. 142-44]. Die H. schneidt mer im

[Bd. 3, Sp. 529]
Zunemmende (im zunehmenden Mond) ab [Fogel Beliefs Penns Nr. 1820]. Sie henn halt de Fehler gemacht, Ehr H. bei zunehmendem Mond schneide zu losse [Zahn Pläsier 106]. Den Mädchen soll man die Haare bei abnehmendem Mond stutzen [ NW-Frankeck]. Aus einem KR.: Blott geschor, die H. verlor [ ZW-Bechhf]. Zs.: Augenbrauen-, PfWB Augen-, PfWB Flachs-, PfWB Frauen-, PfWB Kopf-, PfWB Krussel-, PfWB Locken-, Mädchen-, PfWB Männer-, PfWB Manns-, PfWB Milch-, Nasen-, Naupen-, PfWB Schnurres-, PfWB Sieben-, Sonntags-, PfWB Steh-, PfWB Strubbel-, Süß-, PfWB Weiber-, Weibsleute-, PfWB Weiß-, PfWB Wimper-, PfWB Wirr-, PfWB Wuschel-, PfWB Zimmermanns-, PfWB Zottelhaar. —
b. sonstiges Körperhaar. RA.: Er hot H. uf d'r Bruscht 'ist ein kräftiger, energischer Mann' [ LU-Neuhf Don-Gottlob Gal-Brotschk]. Er hot noch kaan H. unner de Nas [ FR-Kindh]. Er hat e Eisebahnerschnorres: alle Station emol e H. [Kaislt]. Der Heranwachsende steht noch im Gansprozeß: gebt's H. oder Flaume [ PS-Steinalb]. Dem muß ich mol d' H. aus de Ääge mache 'die Meinung sagen' [LA-Venn, verbr. SOPf]. Er hat Hoore en de Hänn 'Schwielen in den Händen' [ WD-Niedkch]. Die hat H. uf de Zähn [KU-Obw/ Tiefb, verbr., auch Gal], uf de Zung [KB-Weihf, verbr.]. —
2. H. bei Tieren, vgl. PfWB Borste 1. Zs.: PfWB Pferds-, PfWB Draht-, Fang-, PfWB Gauls-, PfWB Geißen-, PfWB Glatt-, Hasen-, Hunds-, PfWB Kamel-, Kamm-, PfWB Katzen-, Kühe-, PfWB Kurz-, PfWB Lang-, Maus-, PfWB Roß-, Samt-, PfWB Sau-, PfWB Schnauz-, PfWB Schnurr-, PfWB Schwanz-, PfWB Stichel-, PfWB Stirnhaar. Vergl. u. RA.: Er hot H. wie e Maulwelfer (Maulwurf) [ GH-Schwegh]. Der Wald steht (so dicht) wie die H. uf'm Hund [ KU-Schmittw/O Reichsth GH-Büchbg]. Er hot Geld wie e Krott H. [ LA-Mörzh]. Bezeichnung für eine weitläufige Vewandtschaft: vun hunnert Kihschwänz ee H. [ HB-Brenschb]. Beim Jahresende sagt man: Noch e Monat, dann gehn der Katz die H. aus [Kaislt, NPf GH-Schwegh]. SprW.: De Wolf verliert die H., awwer net die Naupe [LA-Edh IB-Bliesmg verbr. Don Gal Buch]; dass. vom Fuchs [HB-Kirrbg, verbr.]. Die Fichs hän all ee Sort H. [Penns Don Gal Buch]. 're Krott kann mer kee H. ausroppe [ Don-Schowe Gottlob]. Rätsel vom Spinnrad: Was is des for e Katz: Mer roppt ehr die Hoore raus, un sie schnorrt weider [ Gal Buch]. VR. s. PfWB Frosch I. —
3. 'Haarähnliches'.
a. 'dünne Wurzeln', Hoorcher [ FR-Bockh]. Zs. PfWB Wurzelhaar. —
b. 'Härchen an der Unterseite der Blätter'. 's Blaat vun de Rewe hot unne H. [ LU-Alsh]. Zs. PfWB Blatthärchen. —
c. 'die Fasern im Schimmel'. Das Brot hat schun H. [ ZW-Bechhf]. Antwort auf die Frage, was es zu essen gibt: Schnitz mit H. dran [Kaislt]; vgl. die RA. bei dahinter 1 b. —
d. Pflanzennamen: Jungfrau-, Liebfrauen-, Muttergotteshaar.
e. s. PfWB Engelshaar. — F.: r [verbr.], hr [ FR-Bockh],

[Bd. 3, Sp. 530]
hōÄr [verbr.], hr [lothr. SWPf], hōr [Penns Don Gal Buch Rußl]. Der Pl. ist dem Sing. gleich, vereinzelt Hoore. Dim.: rχə, hērə, hrχə [verbr. WPf NPf nördl. VPf], rχə [vereinzelt WPf NPf nördl. VPf], hrχə [vereinzelt SWPf], rlχə, hērlə [Ost-PS SOPf]; dem Sing. -che/-sche entspricht im Pl. -cher/-scher; das Dim. rl(ə) der mittl. u. südl. VPf hat im Pl. rlə, um Land rliχ, in SP-W'see rlīn; GH-Neubg hat rlə. Genus f. nachgewiesen für KL-Fischb, s. Kleeberger 117. — Südhess. III 2 ff.; RhWB Rhein. III 3 ff.; LothWB Lothr. 249; ElsWB Els. I 364/65; Bad. II 513/14.

 

   Frosch, Fröschm., f.:
I. 'das Tier Rana', der Frosch (frǫ), Pl. Fresch (frę) [verbr.], der Frosch, Pl. Fresche [ PS-Windsbg O'simt KL-Lind LU-Altr], die Frosch, Pl. Frosche [ KL-Hütschhs], der Fresch, Pl. Fresch [ KU-Albess Obw/T IB-Habkch Hass Nd'würzb Lautzkch], die Fresch, Pl. Fresche [ WD-Niedkch Hoof HB-Kirk

[Bd. 2, Sp. 
"> Dim. Freschche, -je, Pl. -er [verbr. WPf NPf], Freschi [mancherorts NPf], Freschelche [ KU-Bedb IB-Gersh PS-Gersb Pirmas RO-Rehbn KB-Kriegsf NW-Wachh Elmst], Freschel, Pl. Freschle [verbr. mittl. u. südl. VPf], Pl. Freschlich [um Landau]; vgl. PfWB Krotte. Zs. PfWB Dreck-, PfWB Gras-, PfWB Laub-, PfWB Wasser-, PfWB Wetterfrosch. Die Fresch kreischen 'quaken' [LA-Nd'hochstdt, verbr., auch Gal-Debolowka]. Er singt wie e Frosch quakst [ KU-Bedb]. Er hot e Maul wie e Frosch, von einem breiten Mund [LA-Mörzh, verbr.], Aache wie'n Frosch, von hervorstehenden Augen [ NW-Kallstdt]. RA.: Er isch kalt wie'n Frosch 'Ihn bringt nichts aus der Ruhe' [LA-Ranschb, verbr.]. Er bloost die Backe uf wie'n Frosch, von einem Zornigen [ LU-Maud NW-Kallstdt]. Der is aach net schuld dron, daß die Fresch käin Schwänz hun, von einem Dummen [ KU-Schmittw/O, FR-Kindh LA-Nd'hochstdt BZ-Dierb]. Ein SprW. s. PfWB forthuppsen. WR.: Wann die Fresch quaken, gibt's Reen [ KL-Wörsb, PS-Fehrb NW-Wachh]. Wann die Fresch im Sickeweel (Sickerwöglein) quakse, gebt's schää Werre [ KL-Stelzbg, LA-Wollmh]. Soviel Woche die Fresch vor Jergeda (23. April) quaken, so lang missen se nooh Jergeda stillschweige [ PS-Erfw]. Legt der Frosch sein Oier nidder, fehlt's an Rege un Gewidder [PennsDeitschEck 3. 4. 1937]. VR.: Die Freschquack, quackdie Freschquack, quackdes il (das ist) e luschdich Kor: Sie brauche sich net se kämme, weil se han ken Hoor [ KU-Bedb, KU-Rothsbg LU-Friesh Opp]; vgl. den VR bei Bach 1. —
II.
1. von Menschen.
a. Kosename für ein kleines Kind; mein Freschelche [ KU-Bedb KB-Kriegsf], mein Freschl [verbr. VPf]. Des isch e unseelich Freschel, von einem schwächlichen Kind [ LA-Gommh]. Zs. Nacktfrosch. —
b. Das is e kalder Frosch, von einem kaltblütigen Menschen, der sich nicht aus der Ruhe bringen läßt [ZW-Bechhf, verbr.]; das Gegenteil ist der Zappelfrosch.
c. Fresch, Uzname.
α. für manche Orte mit nassen Wiesen: FR-O'sülz Beindh Kl'karlb LA-Offb BZ-Steinf GH-Jockgr; vgl. Froschköpfe. —
β. für die Bewohner von LA-Queichh, weil sie beim Wort F. das Zungen-r nicht sprechen können. —
2. von Dingen.
a. 'hüpfende Knallkörper'. Sie hän Fresch g'schmisse [LA-Gommh, verbr.]. —
b. 'Eisenhaken, in dem die Deichselwaage hängt', Frosch [ LU-Alsh]. —
c. 'Eisenband, das die Vorderwagenbacken mit der darin steckenden Deichsel umschließt', Frosch [ LU-Ruchh]; vgl. Abb. 9 bei Backen.
d. 'Verstellvorrichtung am Vorderpflug' [ LU-Ruchh]; vgl. Froschmaul 4, -nagel. Zs. Wendefrosch. —
e. 'eine Turnübung am Reck (Durchbiegen des Rückens)', Frosch [ LU-Friesh]. — Südhess. II 969 ff.; RhWB Rhein. II 826 ff.; LothWB Lothr. 175; ElsWB Els. I 186 Frösch; Bad. II 238.