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 PfWB gucken (Bd. 3, Sp. 497)   PfWB linsen (Bd. 4, Sp. 999) 
   gucken schw.:
1. mit pers. Subj.
a. 'schauen', gucke, geguckt (gugə, gəgugd) [allg.]; vgl. PfWB gaffen, PfWB kieken, PfWB gückeln 1 b, PfWB linsen, PfWB sehen, PfWB stieren. Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB durch-, PfWB ver-, PfWB heim-, PfWB heraus-, PfWB herein-, PfWB herum-, PfWB hinauf-, PfWB hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, hinweg-, PfWB nach-, PfWB um-, PfWB zu-, PfWB zurückgucken. Er guckt un guckt un sieht nix [ NW-Kallstdt]. Gell, Bauer, do guckschde 'da staunst du' [ FR-Tiefth]. Er guckt iwwerecks 'Er schielt' [RO-Als, verbr. NPf PfId. 71]. Der guckt emol bremsch 'grimmig' [ KU-Breitb]. Er guckt ganz verstawwert 'verwirrt' [ FR-Bockh]. Do kammer sich die Aa aus'm Kopp g. [ Gal-Dornf]. Du brauchscht net so scheel se g. [ BZ-Albw]. Vergl. u. RA.: Er guckt wie net recht gescheit [Kus, verbr.]. Er guckt wie e verschäächt Hinkel 'ängstliches Huhn' [ KL-Siegb], wie e gestochenes Kalb [ KL-Reichb], wie e Ochs (wie der Gansert), wann's blitzt [KU-O'staufb, verbr.]. Er guckt unner sich wie e Hinkelsdieb [ZW-Hornb, verbr.]. Er guckt wie e Kuh uf e nei Scheierdoor [verbr. Don Gal Buch Rußl]. Dem muß mer uf die Finger g. [KU-Bedb, verbr.]. Manchmol muß mer durch die Finger g. [ NW-Hardbg]. Er guckt in ää Loch 'Er sinniert' [BZ-Darst, verbr.], in de Mond, von einem Träumer [RO-Schweisw, verbr.], in die Sterne, dass. [NW-Kallstdt, verbr.]. Mer muß dem Ding in de Leib g., um es zu ergründen [ LA-Mörzh, KU-Bedb]. Er guckt ins Linsefeld 'Er schielt' [KU-Trahw, verbr.], ins Gerschtefeld, dass. [LA-Siebdg, verbr.], mit'm rechte Aag in de linke Hosesack, dass. [verbr., auch Gal], in die anner Woch, dass., auch 'ist in Gedanken versunken' [PS-Zesbg, verbr.]. Er loßt sich net in die Kart g. 'verrät nichts von seinen Absichten' [ LU-Limbghf]. Er hat zu tief ins Glas geguckt [ZW-Bottb, verbr.]. Ich guck mit meine Ääge 'Ich muß mich selbst überzeugen' [ GH-Zeisk]. Er guckt mit'm Maul [Kus]. Er guckt mit de Ohre un horcht mit de Ääche 'ist voller Aufmerksamkeit' [ GH-Zeisk].

[Bd. 3, Sp. 498]
Sie gucken nohenanner, weil sie verliebt sind [ KB-Kriegsf]. Er guckt um's Eck erum, von einem Schielenden [ KB-Stett]. Er guckt sich die Aae vor de Kopp, um etwas zu erspähen [ KB-Kriegsf]. SprW.: 'me geschenkte Gaul guckt mer net ins Maul [ZW-L'wied, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. Mer guckt de Leit vor de Kopp, awwer net in de Kropp [ Gal-Lindf]. — Imp. als Ausdruck der Überraschung, der Verwunderung, der Entrüstung: Guck emol! [RO-Duchr, verbr.]. Gumol wie der daamelt 'taumelt' [NPf]. Guck nor, was fer e Gesicht daß er macht! [LA-Herxh, verbr.]. Ei guck, was hickelt vor mer her? [Schandein Ged. 57]. Guck, ich hab's gleich ... g'sagt [Zahn Pläsier 25]. Ei, gu' mol do! Im Meer do draus, do schwimmt jo ebbes wie e Haus [Münch Weltgesch. 33]. Gu'mol, so'n Schwiddjeh! [Hartmann Unkel 79]. —
b. 'achtgeben (auf), sorgen (für)'. Mer muß uf sein Klääder g. [ FR-Bockh]. Mer muß g., wie mer zu seim Geld kommt [ WD-Niedkch]. Niemand guckt noh'm [KB-Kriegsf, verbr.]. BR.: Danze im Januar die Mucke, muß der Bauer noh'm Furer (Futter) g. [ RO-Als KU-Nerzw GH-Zeisk]. —
c. g. wie 'aussehen wie'. Er guckt wie sei Schweschder [Danner Penns 104]. —
2. mit sachl. Subj.
a. g. nach 'die Richtung haben'. WR.: De Hahn guckt noh'm Dautermann (Gastwirtschaft in KB-Bennhs); es gebt gut Werrer [ RO-Steinb]. —
b. g. aus 'herausschauen, sichtbar werden', vgl. PfWB vorgucken. Dem guckt de Hunger aus de Aue [ KU-Schmittw/O]. —
3. s. PfWB Eckengucken. — Südhess. II 1511 ff.; RhWB Rhein. II 1479/80, IV 1641/ 42; Lothr. 219/20; ElsWB Els. I 206; Bad. II 492.

 

   linsen schw.:
1.
a. 'unauffällig aber intensiv beobachten, verstohlen zwischen den halbgeschlossenen Lidern hervorblinzeln, spähen, äugen', linse [Kus Kaislt LU-Alsh Altr mancherorts SOPf (Heeger Nachl.) Wilms Alph. 35

[Bd. 4, Sp. 1000]
Kieffer 52]; vgl. PfWB flickern 2, PfWB her-, PfWB herüber-, PfWB hinlinsen, PfWB lunsen. Unn de Schorsch hot niwwer gelinst zu de Rösel unn hot'n fuchsfeierrote Kopp kriegt [Hartmann Unkel 84]. Dann linse se / Unn blinzle se / Schunn nooch de Buweköpp [Glückstein Pälz. Kleenstadt-Stickelcher, 1920 29]. —
b. 'beim Kartenspiel zusehen, den anderen in die Karten schauen' [ RO-Wintbn NW-Meckh BZ-Rinnth GH-Berg]; in die Kart l. [ BZ-Rinnth]. Syn. s. PfWB kiebitzen 1. —
c. = PfWB schielen [ KL-Fischb LA-Edk]. —
2. 'verhauen', eem enni linse [ BZ-Wind]; Syn. s. PfWB verhauen 1. — Südhess. IV 356; RhWB Rhein. V 488; ElsWB Els I 599; Schwäb. IV 1257; Wolf 3251.