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 PfWB grutzen (Bd. 3, Sp. 494)   PfWB Rübe (Bd. 5, Sp. 619)   PfWB Franz (Bd. 2, Sp. 1566) 
   grutzen, grotzenschw.:
1.
a. 'ungeschickt, uneben schneiden', grutze (grudsə) [KU-A'glan verbr. NPf BZ-Dernb verbr. Gal]. Zs.: PfWB ver-, PfWB herum-, PfWB heruntergrutzen. Wer hot dann an dem Brot gegrutzt? [ Gal-Dornf]. —
b. 'schlecht, flüchtig arbeiten' [ PS-W'fischb LU-Neuhf Fußgh BZ-Dernb GH-Nd'lustdt]; vgl. PfWB Grutzer 2. —
2. Riwe grutze (grotze).
a. 'den Blätterschopf der geernteten Rüben abschneiden', grutze [verbr., auch Gal], grotze [SOPf (Nachlaß Heeger)], krotze [Wilde 143]. Zs. PfWB abgrutzen 1. a. 1530: 34 tag ruben vßzumachen vnd zu grotzen [GgHospR]. —
b. 'Rüben für das Vieh im Grutzer 1 a zerkleinern', grutze [ KU-Dietschw HB-Sandd Kirrbg]. — Südhess. II 1504; RhWB Rhein. II 1476; Bad. II 489.

 

   Rübe f.:
1.
a. 'Futterrübe' (als Kurzform verschiedener Futterrübensorten in den nachstehenden Zs. bzw. Gattungsbez. neben and. F., s. K. 88), Rib (rīb), Pl. Riwe (rīwə) [verbr. VPf O-PS mancherorts WPf NPf, Mang 140, Lambert Penns 125 Krämer Gal 177, auch Don Buch Rußl], Riw, Pl. Riwe [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)], Ruwe [im Reim, s. SprW. u. VR.]; vgl. PfWB Rubel; Zs.: PfWB Bastard-, PfWB Bau-, PfWB Dick- 1, PfWB Franken-, PfWB Vieh-, PfWB Futter-, Futtergelb-, Hafer-, PfWB Kuh-, PfWB Rot- 2, PfWB Runkel-, PfWB Sauer-, PfWB Saurübe; Syn. s. PfWB Dickrübe 1, K. 88. Riwe setze (hacke, zesammeschmeiße) [ ZW-Battw, LU-Opp], Riwe abkrotze 'die Blätter entfernen' (vgl. PfWB abgrotzen 1, PfWB grutzen 2 a) [ LA-Nußd]; in die Riwe fahre [ LU-Opp]; Riwe un Ähne (s. PfWB Agen 1), ein Mischfutter für das Rind [ GH-Nd'lustdt]. Gruß beim Vorbeigehen auf dem Feld: Dun'er Riwe hacke? auch mehr scherzh.: Gun Dach, Kathel! Määnscht 's gitt Riwe? [ BZ-Dernb]. RA.: Do is e Dorchenanner wie Kraut un Riwe 'eine große Unordnung' [ RO-Dielkch, mancherorts]. Der macht Kraut un Riwe dorchenanner [ LA-Gommh]. 's is Kraut un Riwe, von einer gemischten Gesellschaft [Wilde 143]. Er esch hin wie e R. 'übermüdet' [LA-Mörzh, mancherorts, Hebel 17], auch von einem, der alle Klicker verloren hat [ KL-Mackb], 'Er ist tot' [Wilde 143], is ferdich wie e R. 'übermüdet' [LU-Dannstdt Otterstetter 244 Thielen So rerre mer 103], ab wie e R., dass. [Zweibr PS-Saalstdt], um wie e R. 'hat keinen Lebensmut' [ NW-Weish/S]. Er geht ein wie e R. 'stirbt, verendet' [ LA-Nd'hochstdt]. Er schält em die Riwe 'sagt ihm gehörig die Meinung' [ ZW-Krähbg, mancherorts], 'verhaut ihn' [ KL-Wörsb]. Die hot se wie e Kuh Riwe 'Sie hat viele Liebhaber' [Land]. Er hot em Herr Parre die Riwe gestohl 'hat Ausschlag an den Lippen' [Rockhs]; vgl. PfWB Griebe. Uf dem sei Fiß kennt mer Riwe säe (so schmutzig sind sie) [Krämer Gal 177]. Aufforderung an kleine Kinder, jemanden auszulachen: Schab e Ribche (Riwel)!, worauf das Kind mit den beiden Zeigefingern die schabende Bewegung nachahmt [ LU-Opp]. Spottvers, mit der gleichen Fingerbewegung als Ausdruck der Schadenfreude: Schawe, schawe Riwel, du bees Biwel! [LU-Friesh, in Var. verbr., Wilde 67]. Schawe, schawe, Riwel, äks, äks ausgelacht! [ BZ-Dernb]. Weitere Var. s. PfWB äks, PfWB ätsch, PfWB iks, PfWB schaben. SprW.: Wie de Vadder, so die Buwe, Wie de Acker so die Ruwe [Wilde 144]. Ein weiteres SprW. s. PfWB Mädchen 1 a. WR.: Wann de Hund an de Riwe nagt, gibt's Rege [ LU-Alsh/Gr]. BR.:

[Bd. 5, Sp. 620]
Margret (13. 7.), hosch Riwe g'seet? Hosch noch kää g'seet, dann esch's zu speet [Bergz (Kamm 123), BZ-Pleisw/O'hf]. Sin die Riwe so groß wie e Batze, kammer se schun kratze (hacken) [VPf (Wilde Notizen)]. Die Riwe werren erscht zeirig unner em Schnee [ BZ-Dernb]. Die R. isch e Dieb 'Rüben zehren den Boden aus' [ ZW-Battw]. E R. läßt nix im Bolem wie e Loch, dass. [ KU-Bedb]. Volksgl.: »Sterben muß eins aus der Freundschaft, wenn auf einem Acker eine Rübe mit weißen Blättern steht« [südl. VPf (Der Wasgau-Bote 3/1934), KB-Mauchh]. VR.: Die Riwe, die Riwe, die hawwen mich vertriewe. Hätt mein Mudder Flääsch gekocht, wär ich noch gebliewe [LA-Gommh, verbr. (mit Var.)]. 's is mer niemand liewer wie mein Franz, er freßt mer all die Riwe, die ich planz. Geplanzte Riwe freßt er gern, un sein Lenche kißt er gern. 's is mer niemand liewer wie mein Franz [Feierowend 8/ 1950 5]. Eins, zwei, drei, vier, finf, sechs, sieben, / meine Mutter kocht die Riben, / meine Mutter kocht die Weck, / eins, zwei, drei, / du mußt weg [Hombg]. Weitere VR. s. PfWB bleiben 1, PfWB Bube 2, PfWB Teufel 3, PfWB drüben, PfWB Hexe 2 a, PfWB jagen 1 a, PfWB Kellerloch 1, PfWB Rübendieb, -schnitze(l), Wilde 144 f. a. 1521: Item 11 β 11 Pf. vor rüben retich knobloch senff mell birn vnd morreln [GgHospR]. a. 1581: Item dieweill man ruben vnd kappes in dem Bruchfluher arbeitt, soll man darfor hütten, wie for ander frucht, ohnahngesehen, das man es nit erzeinen kahn (in Körbe füllen kann) [PfWeist. 45 (KU-A'glan)]. —
b.
α. 'Weißrübe', eine Gemüsepflanze, Pl. weiße Riwe, kurz: Rib, Riwe [ KU-Kaulb ZW-Battw]; Zs.: PfWB Butter-, PfWB Dohl-, PfWB Toll-, PfWB Gicht-, PfWB Stoppel-, PfWB Weiß-, PfWB Zaunrübe; Gerichte: Riwe un Grumbeere (vermischt und gekocht) [ KU-Bedb]; Schweineflääsch un Riwe [ BZ-Albw]; suure Riwe [IB-Ensh (Glass II 63)]; saure Riwe (wie Sauerkraut geschnitten und gekocht) mit Gequellde un Blutworscht [Rockhs]. Die weiße Riwe werren grin gekocht orrer wie Sauerkraut ingehowwelt [ ZW-Battw]. Die R. is belzich 'ungenießbar' [ KU-Schmittw/O]. Die R. isch e Dieb (s. Bed. 1a) gilt besonders für diese Sorte [ ZW-Battw]. BR.: Wann's Kreschkinnel werd gebore, hot die R. de G'schmack verlore [LA-Nd'hochstdt, Wilde 214 Var.: KU-Ulm]. —
β. 'rote Beete', Pl. rode Riwe [mancherorts, auch Auslandspfälzer]; Zs.: PfWB Rot- 1, PfWB Salatrübe; Voksmed.: Un hot mer mol zu wennich Blut, Fer sell sin rode Riewe gut [Birmelin Penns Gezw. 66]. —
γ. = PfWB Zuckerrübe; deklarierte Riwe [Wilde 217]. —
δ. 'Karotte', Pl. geele Riwe [Vogelsgesang 23], kurz: Rib, Riwe [ KU-Albb Dunzw RO-Potzb LA-Bornh]; Zs.: PfWB Pferds-, PfWB Gelb- 1 a, PfWB Mohrrübe.
ε. s. PfWB Gelbrübe 1b,c. —
2.
a. α. 'Schwanzbüschel der Kuh', Rib [ KU-Lohnw LA-Gleisw]; Zs.: PfWB Schwanzrübe. —
β. 'Geschlechts-

[Bd. 5, Sp. 621]
teil des Ochsen' [ FR-O'sülz LU-Ruchh NW-Wachh LA-Edk BZ-Hergw]. Vgl. PfWB Gelbrübe 2 b. —
b.
α. = PfWB Kopf I1, scherzh. [verbr., Otterstetter 234 Wüst 79 Thielen 91]; Zs.: PfWB Dickrübe 2. Ich hau der an dei R.! [Pirmas (Kieffer 62)]. RA.: die R. runnermache 'hinrichten' [verbr.]. —
β. = PfWB Nase I1, scherzh. [KU-Eisb IB-Ensh ZW-Stamb]; Zs.: PfWB Gelbrübe 2 a. Er greift sich an sei R. [Kraus Metzelsupp 36]. —
γ. Neckname der Bewohner von KB-Biedh, Pl. Riewe [ KB-Bubh Otth FR-Kindh Quirnh]; vgl. PfWB Gelbrübe 2 d. — Südhess. IV 1489 ff.; RhWB Rhein. VII 548 ff.; LothWB Lothr. 416; ElsWB Els. II 220/21.

 

   Franz m.:
1. männl. VN, Franz (frands, --) [verbr.]; Dim. Fränzche (fręndsχə) [verbr. WPf], Fränzi [ RO-Feilbg], Franzel [verbr. VPf]. Zs. PfWB Ignaz-Franz; PfWB Possen-, PfWB Harz-, PfWB Knochen-, PfWB Sau-, PfWB Schoten-, PfWB Sitten-, PfWB Sparren-, PfWB Zappel-, PfWB Zottelfranz. Dazu die Doppelnamen Franzjockeb, -sepp, -pere. VR.: Franz, greif die Kuh am Schwanz! Greif se net se korz, suscht (sonst) läßt se e dicke Forz [ KU-Kaulb]. 's is mer niemand liewer wie mein F., Forts. s. PfWB Rübe. Andere VR. s. PfWB Apfel (I 305 Z. 48), Birne (I 935 Z. 11). —
2.
a. gebrennte Franz 'Suppe aus gebranntem Mehl' [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB Peter 8, PfWB Franziska 2. —
b. Franz zu Fuß, ein früher übliches Kartenspiel [Kaislt LU-Opp Friesh]. — Südhess. II 924/25; RhWB Rhein. II 729/30; LothWB Lothr. 172; ElsWB Els. I 182; Bad. II 217.