Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB grundig (Bd. 3, Sp. 484)   PfWB Grund (Bd. 3, Sp. 471)   PfWB Mus-grund (Bd. 4, Sp. 1476) 
  grundig Adj.: 'erdverkrustet, erdig', grundich [Lambert Penns 72 Don-Lovrin verbr. Gal], grondich [ Don-Lenauh]; vgl. PfWB grundslich. Geh net mit de grundiche Schuh ins Haus! [ Gal-Dornf]. — Zu PfWB Grund 1 c. — Südhess. II 1496.

 

[Bd. 3, Sp. 471]
   Grund m.:
1.
a. 'Ackererde', Grund (grund) [verbr.], (grun) [KU-Rothsbg Schandein Ged. 89], Grond [ KU-Altkch IB-Blickw]; vgl. PfWB Bodem 1 b, PfWB Erde 4. Zs.: PfWB Acker-, PfWB Baugrund. Der Acker hot gude (schlechde) G. [LA-Gommh, verbr.]. Volksgl.: Un is mer summers weh un wund, do hockt mer uf geblugter (gepflügter) G. [Birmelin Penns Gezw. 66]. —
b. 'die zur Bodenverbesserung beigefahrene Humuserde'; G. uf die Wies fahre [BZ-Hofstätt, verbr.]; auch 'gute Erde im Garten, in Blumentöpfen' [verbr.]; vgl. PfWB Kompost. Zs.: PfWB Blumen-, PfWB Erlen-, PfWB Füll-, PfWB Garten-, PfWB Kutschen-, PfWB Mus-, PfWB Wiesen-, PfWB Zuschmeißgrund. —
c. 'Erde als Stoff schlechthin'; e Schipp voll G. ins Grab werfe [RO-Dielkch, verbr.]. RA.: Der Geizige kriet aa noch genung mit drei Schippe voll G. [ ZW-Battw]. Er is in G. un Bodem verflucht worre [ LU-Opp]. Volksgl.: Ein Gewächs streicht mer mit 're dode Hand; un wie der Dod verfault im G., verfault 's Gewächs un du bischt g'sund [Birmelin Penns Gezw. 69]; vgl. auch PfWB Gewächs 2, PfWB Heimweh.
2. 'die obere Erdschicht', vgl. PfWB Bodem 1 a. a. 1580: so ein fundt gefunden würde, eß were im grundt oder vber dem grundt [PfWeist. I 151 (IB-Bliesmg)]. —
3. 'Grundbesitz'.
a. im Wortpaar G. un Boddem [ LU-Opp Friesh NW-Freinsh]. RA.: Do is G. un Boddem verlore, von einem hoffnungslosen Fall [ LU-Opp]. —
b. im Wortpaar Gut und G. a. 1553: uff dem gut und grund, so Ingberts Hans von m. gnädigst. herrn zu lehn trägt [ABlieskst 67]. —
c. e guder (e schlechder) G. [verbr. Gal]; hier beeinflußt von dem der deutschen Sprache entlehnten poln.-ukr. grunt 'Grundbesitz'. —
4. 'Bodensenkung, Talgrund'. Im G., FlN [ KU-Bedb LU-Opp]; Wiese im G. [ KU-Hüffl]. a. 1547: denselben weg hinnein ... vnnd weiter biß vff die Bach jnn Langweder grundt [ZweibrOABannb. 45]. a. 1563: do er in ... ein tieffen grundt stoßet bis zum Sulch, einem pul vndt Schweinlager [ZweibrKirkBeschr. 15]. —
5. 'das Unterste von etwas', bes. 'der Boden eines Gewässers', vgl. PfWB Bodem 4 a, zugrundegehen. Zs. PfWB Untergrund. In dem Wasser kummt mer uf kään G. [NW-Frankeck, verbr.]. Der Kesselbrunne hot kee G. [ Gal-Dornf]. RA.: Der Sach muß ich mol uf de G. gehe [LU-Opp, verbr.]. SprW.: Stille Wassertiefe Grind [ Gal-Sap]. —
6. 'Grundfarbe (beim Malen)'. Was machschde for e G. in die Stubb? [KL-Gimsb u. Umg.]. Die Wäsch hot heit keen G. 'ist nicht ganz sauber geworden' [ebd.]. —
7. 'Grundlage, Fundament'; 's Haus bis uf de G. abreiße [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: Er is in G. un Boddem verdorwe [ LU-Opp]. Im G. genumme isch er jo doch en guter Kerl [Hartmann Unkel 39]. —
8. 'Ursache, Beweggrund'. Du hascht doch kään G. for sich zu ärjere [Kaislt, verbr.]. Mer halle uns for alles Möchliche un Unmöchliche un bille uns

[Bd. 3, Sp. 472]

Schwachheete in, wo mer nit for drei Kreizer G. defor han [Feierowend Nr. 28/1965 S. 5]. Zwiegespräch zwischen einem Buben und seinem Vater: Was unser Gockel heit sou langezoche kräht!Werd sein Grinde hawwe, wie alles uf de Welt [ NW-Gimmdg]. — Südhess. II 1489/90; RhWB Rhein. II 1456 ff.; LothWB Lothr. 219; ElsWB Els. I 278; Bad. II 484.

 

   Mus-grund m.: 'gute Erde im Garten', Musgrund [ KB-Gauh].