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 PfWB groß-ziehen (Bd. 3, Sp. 462)   PfWB auf-ziehen (Bd. 1, Sp. 414) 
   groß-ziehen st.: 'ein Kind, ein Tier aufziehen', groß-, groußziehe [verbr.]; vgl. PfWB aufziehen I 6. Im bes. 'ein Kalb nicht verkaufen, sondern für die Aufzucht behalten', vgl. PfWB abbinden 1 a; 's Kälbche an de Flasch g. [ RO-Höring]. 's Vochelvolk ... sorgt bestännig, bis die Kleene großgezoh [Schandein Ged. 27]. Südhess. II 1484; Bad. II 481.

 

   auf-ziehen st.:
I. trans.
1. die Uhr a., ufziehe 'die Feder der Uhr spannen', urspr. 'die Gewichte emporziehen' [allg.]. Ziehsche die Uhr uf?, scherzh., wenn ein Kind den Nasenschleim hochzieht [ KU-Schmittw/O]. Bei der geht's wie ufgezoche, von einer Geschwätzigen [ LU-Opp]. —
2. einen Reifen a. 'auflegen' [Klein Wag. 110]. —
3. Saiten a. 'aufspannen' [allg.]. RA.: Do muß mer annere Saide ufziehe 'andere Methoden anwenden, strenger verfahren', nach den Schd. [LU-Opp, verbr.]. —
4. einen a. 'necken, uzen, zum besten haben' [allg.]. —
5. die Stube a. 'mit nassen Lumpen reinigen, aufwaschen' [verbr. vorn. östl. NPf nördl. u. mittl. VPf]. Syn. s. PfWB scheuern. —
6. Kinder und Tiere a. 'großziehen' [allg.]; bei Tieren auch 'künstlich füttern' [allg.]. SprW.: E Mutter kann zeh Kinner ufzieh, awwer zeh Kinner kennen net ee Mutter erhalle [verbr. Gal]. Volksgl.: En Kalb, as mer ufziege will, binnt mer aa drei Dag ver Vollicht 'vor Vollmond' [Fogel Beliefs Penns 744]. a. 1522: 2 symer speltzen ... sie (die jungen Hühner) mit vff zw zygenn [Landsbg KellR]. —
7. den Wingert a. 'mit Stiefelstecken und Draht versehen' [verbr. in Weinbaugegenden]. —
8. einen Graben a. 'ausheben'. a. 1565: daß sie die Greben vfziehen vnd wider machen [WerschwSchR]. Ähnlich 'Furchen beim Kartoffelsetzen und Bohnenlegen ziehen' [ KB-Kerzh LA-Ilbh]. —
9. Speis a. 'Mörtel auf die Kelle aufsetzen und auseinanderstreichen'. Zieh mol do en Trafel 'Traufel = Kelle' voll Speis uf! [ RO-Bistschd]. —
10. ein Geschwür a.; en Schwären u. 'mit einem Pflaster reif machen' [ RO-Als KB-Kriegsf]. —
11. 'pfänden'. a. 1425: Wann ein Zinnsmeister von Heimbach zu Ihnen in das Dorf kommen und seinen Zinß fordert, und einen aufziehet, als Gewohnheit und recht sey ... [Vogel 51 (GH-Zeisk)]. —
12. auf etwas a. 'auf etwas anspielen'. Du kannschen jo emol druf ufzieh [ LU-Alsh/Gr]; vgl. PfWB abheben. —
13. 'durch Ziehen öffnen'; e Schublad u. [allg.]; Gestricktes u. 'wieder auflösen' [allg.]. —
14. Kopfbedeckung a. 'auf den Kopf setzen' [allg.]. —
II. sich a. 'sich emporziehen', am Turngerät, nach dem Schd. [allg.]. —
III. intrans.
1. Die Borsch ziehe uf 'eröffnen die Kirchweih durch einen Aufzug' [WPf]; vgl. PfWB Aufzug 3. »Des Montags morgens das 'Aufziehen' der Burschen mit den Musikanten vor den Häusern, aus welchen Wein, Kuchen

[Bd. 1, Sp. 415]

[Bd. 1, Sp. 417]
und anderes kredenzt wird« [Schandein Bav. IV, 2, S. 386]. —
2. 'nicht ordentlich gekleidet sein'. Wie der werrer ufzieht! [KB-Bischh u. Umg.]; vgl. PfWB Aufzug 6. —
3. ein Wetter zieht auf 'kommt herauf', nach dem Schd [ LA-Roschb]. —
4. De Gaul (die Kuh) zieht uf 'atmet stark' [VPf]. Der zieht awwer uf! 'atmet nach einer Anstrengung lebhaft' [ GH-Freckf]. — LothWB Lothr. 518; ElsWB Els. II 898; Bad. I 88.